Umschulung zum Forstwirt / zur Forstwirtin

Eine der Aufgaben eines Forstwirts: das Zurechtschneiden von Bäumen. © AK-DigiArt - Fotolia.com
Eine der Aufgaben eines Forstwirts: das Zurechtschneiden von Bäumen.
© AK-DigiArt – Fotolia.com

Die Hauptaufgaben der Forstwirte und Forstwirtinnen bestehen in der Erhaltung und Nutzung des Waldes, dem Anlegen von Kulturflächen sowie in der Pflege der Waldbestände. Für die Durchführung dieser Hauptaufgaben gibt es Einzelaufgaben, z. B. Bearbeitung des Bodens, Gewinnung von Saatgut, Ansäen von Bäumen und Einpflanzen von Jungbäumen. Forstwirte und Forstwirtinnen sind dafür zuständig, den Wald zu durchforsten, d. h. Untersuchungen anzustellen, ob es Probleme gibt, die es zu beheben gilt. Ein Problem könnte der Schädlingsbefall sein.

Zur Lösung dieses Problems sollten die Schädlinge bekämpft werden. Auch Schnee- und Windbrüche sind zu beheben. Während die Forstwirte und Forstwirtinnen für die Holzernte zuständig sind, müssen sie auch dafür sorgen, dass ausreichend neue Bäume gepflanzt werden, um das Gleichgewicht zwischen Nutzung und Erhaltung von Bäumen gewährleisten zu können. Zusätzlich sind sie zur Errichtung von Waldwegen und deren Pflege zuständig, z. B. indem das Gehölz auf den Wegen entfernt wird. Ferner sind sie für die Wildpflege zuständig, d. h. sie müssen Hochsitzanlagen, Futterstellen und Nistplätze einrichten. Im Winter sind sie dafür zuständig, die Futterstellen aufzufüllen.

 

Zukunftsaussichten

Die Zukunftsaussichten sind positiv. Die Einhaltung des Gleichgewichts zwischen Abbau und Anbau von Pflanzen lässt in diesem Beruf eine selbstregenerative Rohstoffquelle zu, die unerschöpflich bleibt. Allgemein gelten Forstwirte bzw. Forstwirtinnen als angesehene Personen innerhalb der Gesellschaft und haben Aufstiegsmöglichkeiten zum Forstmaschinenführer, zum Forstwirtschaftsmeister und zum Revierleiter.

 

Inhalte der Umschulung

In der Umschulung wird zunächst gelernt, welche Wildarten es gibt und wie sich diese verhalten sowie das Verfahren der Holzernte und die Techniken des Baumfällens, d. h. die Bedienung der zur Holzernte benötigten Maschinen. Ferner werden die Kenntnisse über den Bodenschutz und über Sortierverfahren von Holz übermittelt. Angehende Forstwirte und Fortwirtinnen lernen u. a. auch, wie Schädlinge bekämpft werden, wie Pflanzensaat behandelt wird und wie Waldbrände zu verhüten und zu bekämpfen sind. Auch lernen sie die Errichtungstechniken sowie die Instandhaltung von jagdbetrieblichen Einrichtungen. Die Lagerungsmöglichkeiten von Holz, die Pflege von Jungbeständen und das Anlegen und Pflegen von Hecken, Freiflächen sowie Feuchtbiotopen gehören ebenfalls zu den Lerninhalten. Zu den theoretischen Inhalten gehören die Grundsätze über das Erhalten von Umwelt, Natur und Landschaft, denn damit beschäftigen sich Forstwirte und Forstwirtinnen hauptsachlich.

Weil der Beruf hauptsächlich handwerklich orientiert ist, gehört die Übermittlung von Kenntnissen über den Werkstattbetrieb sowie Maschinentechnik (insbesondere hinsichtlich der Holzfällmaschinen) zum Lehrplan. Vor allem muss den Umschülern bzw. Umschülerinnen die Bedeutung der Beziehung von Mensch und Natur nahe gelegt werden, um die Relevanz zur Bearbeitung natürlicher Räume zu beleuchten. Die Kenntnis über die Erhaltung des Gleichgewichtes zwischen Abbau und Anbau ist dabei besonders wichtig.

Wie lange dauert die Umschulung zum Forstwirt / zur Forstwirtin?

Die Umschulung in Vollzeit hat eine Dauer von zwei Jahren, die durch die vorherige Ausübung ähnlicher Berufe oder durch das Aufzeigen von Fähigkeiten, dass das Ausbildungsziel früher erreicht werden kann, verkürzt werden kann (reguläre Ausbildung dauert 3 Jahre.

Teilweise kann die Umschulung auch in Teilzeit absolviert werden. Die Dauer der verkürzten Ausbildung liegt dann zwischen drei bis vier Jahren.

 

Zielgruppe der Umschulung

Die Forstwirtschaft ist ein Beruf für Personen, die eine Affinität zur Natur und deren Bearbeitung haben. Ihnen sollte bewusst sein, dass das selbstregenerative Gleichgewicht der Natur erhalten bleibt, indem Forstwirte und Forstwirtinnen den Anbau von Pflanzen dem Abbau anpassen. Aufgrund der Tatsache, dass es sich um einen überwiegend technischen Beruf handelt, sollten ein technisches Verständnis und ein damit verbundenes handwerkliches Geschick vorhanden sein. Da häufig Raum- und Flächenberechnungen durchgeführt werden müssen, ist die Beherrschung der Geometrie innerhalb der Mathematik vorteilhaft, ebenso eine gute räumliche Vorstellungskraft. Die Bereitschaft für das Errichten von jagdbetrieblichen sowie sonstigen baulichen Einrichtungen ist für die Ausübung des Berufes relevant.
Als Zugangsvoraussetzung ist in der Regel mindestens ein guter Hauptschul- oder ein Realschulabschluss notwendig.

 

Förderungen

Die Umschulung zum Forstwirt bzw. zur Forstwirtin wird in der Regel von der Bundesagentur für Arbeit gefördert, insofern besondere Gründe vorliegen (z. B. Unzufriedenheit mit dem alten Beruf, drohende oder bestehende Arbeitslosigkeit). Bei  körperliche oder psychische Beschwerden bei der Ausübung des vorigen Berufes ist die Deutsche Rentenversicherung Ihr zuständiger Ansprechpartner.

Nach einem Beratungsgespräch können Sie eine Bildungsgutschein nach § 81 SGB III beantragen. Mit diesem Bescheid wird festgelegt, dass der Staat die Kosten Ihrer Umschulung vollständig übernimmt und in welcher Höhe Sie ein Umschulungsgehalt von der jeweiligen Behörde bezahlt bekommen.

 

Anbieter der Umschulung

Zu den Anbietern gehören in der Regel forstwirtschaftliche Betriebe sowie kommunale und staatliche Forstämter.
Der Besuch der Berufsschule gibt den Umschülern und Umschülerinnen die erforderlichen theoretischen Kenntnisse.

 

Andere Alternativen, Forstwirt/-in zu werden

 

Berufsbegleitende Ausbildung

Die Ausbildung zum Forstwirt erfolgt im dualen System und dauert in der Grundform 3 Jahre. Die Tätigkeit eines Forstwirtes ist sehr stark praktisch geprägt, sie fordert neben einer grundsätzlichen Verbundenheit mit der Natur auch technisches Verständnis, große persönliche Disziplin und Teamfähigkeit. Die praktische Tätigkeit eines Forstwirts ist als Schwerstarbeit anerkannt und erfordert dementsprechend besondere körperliche Voraussetzungen. Ob jemand dafür geeignet ist, entscheidet sich letztlich vor Ort und daher ist leicht zu verstehen, dass eine Ausbildung zum Forstwirt nicht in Abendkursen erfolgen kann, sondern nur im Wald.

Wer ohne Abschluss bei einem entsprechenden Betrieb beschäftigt ist, sollte sich mithilfe des Arbeitgebers einen Weg suchen, der ihn zur Abschlussprüfung führt. Dies kann, wenn es sich um einen Ausbildungsbetrieb handelt, ein individueller Anschluss an die Regelberufsausbildung sein oder, wenn in der Nähe vorhanden, eine Prüfungsvorbereitung durch eine Fachschule.

Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen zum Forstwirt/-in übersteigt nach wie vor das Angebot. Daher ist die Bereitschaft der Betriebe, Sonderregelungen für einzelne Bewerber zu finden, eingeschränkt. Wer unbedingt Forstwirt werden will, sollte eine klassische Umschulung ins Auge fassen, die für gewöhnlich 2 Jahre dauert.

 

Studium

Wer über die entsprechenden Zugangsvoraussetzungen verfügt, kann ein Studium der Forstwirtschaft beginnen. Grundsätzlich ist Forstwirtschaft ein Studiengang, der naturwissenschaftlich und technisch orientiert ist und zum Bachelor of Science führt.

  • Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Freising
    Forstwirtschaft B. Eng.
  • Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
    Forest Information Technology M. Sc.
    Forestry System Transformation M. Sc.
    Forstwirtschaft B. Sc.
    International Forest Ecosystem Management B. Sc.
  • Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Göttingen
    Forstwirtschaft B. Sc. auch dual
  • Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
    Internationale Waldwirtschaft B. Sc.

 

Studiengänge der Forstwirtschaft sind häufig dual oder annähernd dual organisiert. Dabei sind die Ausbildungspartner für die Praxis in großer Zahl auch staatliche Einrichtungen, wie Staatsforste oder Landesforstämter.

 

Quereinstieg

Sicherlich ist es möglich, eine Stelle als Waldarbeiter zu finden. Ob sie die Qualifizierung zum Forstwirt ermöglicht, hängt vom Einzelfall ab. Ein Quereinstieg ist sicher auch für Gärtner möglich. Die Arbeit im Wald ist teilweise sehr gefährlich, daher sind die Arbeitgeber bei der Auswahl ungelernter Arbeitskräfte, mögen sie in einem anderen Beruf auch noch so qualifiziert sein, sehr vorsichtig.

 

Flexible Ausbildung möglich

Wer vor allem an der frischen Luft und mit Menschen im Wald arbeiten möchte, aber auch auf die harte, körperliche Arbeit als Forstwirt verzichten kann, für den gibt es folgende Alternative: An den Akademien ILS und SGD ist eine Umschulung zum Natur- und Umweltpädagogen möglich. Die zertifizierte Weiterbildung dauert 12 bis 18 Monate und schließt mit einem Zertifikat ab.

Bestellen Sie sich unverbindlich Informationsmaterial zu der Weiterbildung Naturpädagogik – zur besseren Vergleichbarkeit von beiden Ausbildungsinstituten: ILS und SGD.  Dieser Service ist natürlich kostenlos für Sie.

 

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