Umschulung zum / zur Kurierfahrer / in

Jobs für Fahrradkuriere gibt es gerade in den Großstädten. © cirquedesprit - Fotolia.com
Jobs für Fahrradkuriere gibt es gerade in den Großstädten.

In der Vorweihnachtszeit werden in Deutschland traditionell unzählig viele Pakete über Logistik-Unternehmen verschickt. Im Jahr 2020 wurden 1,8 Milliarden Päckchen von der Deutschen Post befördert, andere Paketdiensten nicht berücksichtigt. Und die Tendenz ist steigend.

Umgeschulte Kurierfahrerinnen und Kurierfahrer stellen aber nicht nur Weihnachtsgeschenke zuverlässig zu.  Das ganze Jahr über machen sie nach der Umschulung eine zeitige Zustellung von Dokumenten oder Paketen, aber auch Medikamenten für Apotheken, Expresslieferungen oder Zeitschriften möglich. 

In der von Arbeitsagentur und Jobcenter geförderten Umschulung werden Kuriere auf ihre zukünftige Arbeitstätigkeit vorbereitet: Je nach Einsatzgebiet nehmen sie die Waren an, verstauen sie sicher im Lieferfahrzeug und bringen sie pünktlich zu ihrem Empfänger, helfen aber zum Teil auch beim Transport der Waren in die Wohnung oder bei deren sicherer Aufstellung.

Die Begriffe, die zur Bezeichnung dieses vielseitigen Berufsfeldes gängig sind, sind dabei recht unterschiedlich: Während der Beruf des Servicefahrers/ der Servicefahrerin ein anerkannter Ausbildungsberuf ist, gibt es neben dem klassischen „Kurierfahrer“ und „Auslieferungsfahrer“ inzwischen auch Bezeichnungen wie den „City-Logistiker„.

 

Zukunftsaussichten für Kurierfahrer/innen

In Zeiten des boomenden Internet-Versandhandels, einer Vielzahl von kleinen Speditionen und großen Logistik-Unternehmen sind Kurierfahrerinnen und Kurierfahrer durchaus gefragt. Zugleich haben in den vergangenen Jahren einige Skandale in dieser Branche dazu geführt, dass das Berufsfeld in der Öffentlichkeit zumeist als eher prekär wahrgenommen wird: Schlechte Arbeitsbedingungen, lange Arbeitszeiten und geringer Lohn werden zumeist mit dieser Branche in Verbindung gebracht.

Laut dem Vergleichsportal Lohnspiegel.de verdienen Mitarbeiter von Post- und Kurierdiensten aber immerhin rund 30.000 Euro im Jahr und liegt damit ziemlich genau im bundesdeutschen Durchschnitt. Und längst nicht alle sind unglücklich mit ihrem Job, auch wenn dieser sicherlich nicht zu den stressfreisten gehört. Was die Zukunftsaussichten betrifft, gilt in jedem Fall: Ein bisschen Glück bei der Suche nach dem richtigen Arbeitgeber gehört dazu.

 

Aufstiegsmöglichkeiten und Berufswechsel

Wer in der Logistik-Branchen gearbeitet hat, kann sich mit seiner Berufserfahrung auch den Quereinstieg in andere Bereich erschließen:

  • festangestellter Verkaufsfahrer für Unternehmen mit Lieferdiensten wie zum Beispiel Bofrost
  • LKW-Berufsfahrer mit entsprechendem Führerschein
  • Busfahrer (auch als Einstieg in den öffentlichen Dienst)

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Während die staatlich anerkannte Ausbildung zum Servicefahrer/ zur Servicefahrerin regulär 14 Monate bis zwei Jahre dauert und sowohl die Berufsschule als auch die Mitarbeit im Ausbildungsbetrieb umfasst, ist die Umschulung oder Weiterbildung zum Kurierfahrer/ zur Kurierfahrerin nicht in dieser Form geregelt.

So bieten etwa verschiedene Bildungsförderzentren eine Umschulung zur Fachkraft für KEP-Dienstleistungen an, die 16 Monate in Vollzeit und 24 Monate in Teilzeit dauert. Andere Angebote zur Qualifizierung im Bereich City-Logistik werden von Fahrschulen getragen und umfassen nur 16 Wochen in Vollzeit, inklusive einem vierwöchigen Praktikum. Alle Weiterbildungen haben die Besonderheit, dass der Erwerb des Führerscheins immer Bestandteil der Umschulung ist und somit die Fahrerlaubnis auch vom Staat finanziert wird.

 

Umschulung mit Führerschein

Wer sich für einen Umschulungsberuf mit Führerschein interessiert, ist hier also richtig. Ansonsten werden auch folgende Inhalte während der Weiterbildung vermittelt:

  • Erwerb der Führerscheinklasse B/BE
  • Grundwissen im Bereich Fahrzeugtechnik, -ausstattung und Fuhrparkmanagement
  • die wichtigsten Grundlagen der Kurier-, Express- und Postdienstleistungen
  • Abwicklung von Zustellungen und teilweise auch Zahlungen
  • zum Teil auch mit Schulungen für Existenzgründer
  • Basiskurse in Erster Hilfe und
  • Vorbereitung und Durchführung von kleinen Gefahrguttransporten.

 

In vielen Fällen machen die Umschüler auch einen Gabelstaplerschein, der hilfreich ist, um die Beladung der Fahrzeuge zu erledigen. Weil das Berufsbild des Kurierfahrers/ der Kurierfahrerin aber auch weniger einheitlich und weniger reglementiert ist, unterscheiden sich auch die Umschulen erheblich, was Inhalte und Dauer betrifft. Zudem sind die Inhalte der Umschulung zumeist stark reduziert, da die sogenannten KEP-Fahrer, also die Fahrer für Kurier-, Express- und Postdienstleister, nur zustellen und in der Regel keine zusätzlichen Serviceleistungen für das Unternehmen erbringen.

 

Zielgruppe der Umschulung zum Kurierfahrer/ zur Kurierfahrerin

Je nachdem, welche Art der Qualifizierung gewählt wird, brauchen die Bewerberinnen und Bewerber für die Umschulung zum Kurierfahrer/ zur Kurierfahrerin:

  • Hauptschulabschluss oder vergleichbare Kenntnisse. Es können also prinzipiell auch Personen ohne Schulabschluss an der Umschulung teilnehmen und dadurch einen ersten Einstieg in den Arbeitsmarkt erlangen.
  • grundlegende Deutschkenntnisse, kein Englisch
  • Stressresistenz und eine stabile gesundheitliche Verfassung
  • ein Mindestalter von 18 Jahren um die Führerscheine erhalten zu dürfen.

Die jeweiligen Bildungsträger beraten insbesondere Bewerberinnen und Bewerber ohne Schulabschluss, ob sie die benötigten Voraussetzungen bereits mitbringen oder eventuell zusätzliche Kompetenzen erwerben müssen, bevor sie die Umschulung beginnen können.

 

Förderung durch Jobcenter

Die unterschiedlichen Umschulungs- beziehungsweise Weiterbildungsmaßnahmen, die den Teilnehmenden eine professionelle Tätigkeit als Kurierfahrer/ Kurierfahrerin ermöglichen sollen, können durch die Agentur für Arbeit finanziell gefördert werden, insbesondere über den Bildungsgutschein. Dieser kann, wenn er zur Förderung der beruflichen Weiterbildung durch die Agentur für Arbeit bewilligt worden ist, durch den Inhaber oder die Inhaberin bei einem zugelassenen Bildungsanbieter eingelöst werden.

Viele Bürgerinnen und Bürger wissen übrigens nicht, dass sie auch bei der Erlangung eines Hauptschulabschlusses gefördert werden können, wenn sie bisher keinen Schulabschluss haben. Bewerberinnen und Bewerber, denen die Bildungsträger geraten haben, vor Beginn der Weiterbildung zum Kurierfahrer/ zur Kurierfahrerin diesen Abschluss nachzuholen, können diese mit Hilfe der Bundesarbeitsagentur machen.

 

Anbieter der Umschulung

Angeboten wird die Umschulung zum Kurierfahrer/ zur Kurierfahrerin von verschiedenen regionalen Bildungsträgern, die mit Fahrschulen und Werkstätten kooperieren. Die bis zu zweijährige Ausbildung zur Servicefahrer/in oder zur Fachkraft im Bereich KEP wird von den Betrieben aus dieser Branche in Kooperation mit Berufsschulen getragen.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Interessierte an der Kurier-, Express- und Postdienstleistungsbranche, für die auch ein Studium in Frage kommt, können zum Beispiel ein berufsbegleitendes Fernstudium im Bereich Logistik beginnen. Alternativ könnte auch ein Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft eine attraktive Option darstellen.

Vereinzelt gibt es auch Studienangebote in diesen Bereichen:

Hier werden Absolventinnen und Absolventen umfassend auf Fach- und Führungspositionen in unterschiedlichen Unternehmenszweigen vorbereitet.

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