Das Berufsbild des Rechtsanwaltsfachangestellten/ der Rechtsanwaltsfachangestellten

Ein Umschulungsberuf für alle Jurabegeisterte.
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Rechtsanwaltsfachangestellte verfügen über die notwendigen Kompetenzen und das juristische know-how, um Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in ihren Kanzleien und vor Gericht bei allen anfallenden juristischen Dienstleistungen und Verwaltungsaufgaben kompetent zu unterstützen und ihnen zur Seite zu stehen. Sie sind dabei vorwiegend in der Betreuung von Mandanten tätig, koordinieren Termine, Besprechungen und Konferenzen, regeln den in der Kanzlei anfallenden Schrift- sowie den Zahlungsverkehr, schreiben Rechnungen, machen die Ablage und erledigen alle sonstigen organisatorischen Aufgaben, die täglich in der Kanzlei wichtig sind, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Außerdem können die beispielsweise in der Inkassobranche oder auch bei Wirtschaftsprüferinnen und -prüfern professionell tätig werden, sodass ihre Qualifikation nicht auf Anwaltskanzleien im engeren Sinne beschränkt bleibt.

 

Zukunftsaussichten für angehende Rechtsanwaltsfachangestellte

Gestritten wird immer, und immer häufiger vor Gericht. Deswegen braucht es spezialisierte Anwaltskanzleien in den Bereichen des Straf- und des Zivilrechts, die auch zunehmend international ausgerichtet sind. Dadurch sind die Berufsmöglichkeiten und Tätigkeitsfelder von Rechtanwaltsfachangestellten recht breit gefächert, woraus sich vielfältige Jobperspektiven ergeben. Der Stellenmarkt für Rechtsanwaltsfachangestellte ist in den letzten Jahren zugleich relativ stabil geblieben, die Berufsaussichten auch für Festanstellungen werden deswegen von Experten als gut bis sehr gut bezeichnet, wie etwa das offizielle Internetportal der Hauptstadt Berlin.de berichtet.
 

 

Inhalte und Dauer der Ausbildung bzw. Umschulung

Die Ausbildungs- bzw. Umschulungsdauer liegt beim angestrebten Beruf des Rechtsanwaltsfachangestellten/ der Rechtsanwaltsfachangestellten regulär bei drei Jahren in Vollzeit; Personen mit Abitur können ihre Ausbildungsdauer dabei aber auch auf zwei Jahre verkürzen. Die Ausbildungsinhalte sind, anders als bei vielen anderen Umschulungen und Weiterbildungsmaßnahmen, gesetzlich sehr strikt reglementiert und für die einzelnen Ausbildungsjahre und -abschnitte genau vorgeschrieben.

Sie umfassen anfangs unter anderem die Organisation der Rechtsanwaltskanzlei, den Aufbau des Gerichts, die Aufgaben von Rechtsanwältinnen und -anwälten, Richterinnen und Richtern, den Ablauf von Mahn- und Insolvenzverfahren, den Entwurf von Klageschriften und sonstigen Schriftstücken sowie das Grundwissen im Bereich der Zivil- sowie der Strafprozessordnung. Einen genaueren und ausführlichen Überblick bietet das Berufenet der Agentur für Arbeit. Hier sind die einzelnen Ausbildungsinhalte übersichtlich zusammengefasst.

 

Zielgruppen der Ausbildung bzw. Umschulung zum Rechtsanwaltsfachangestellten/ zur Rechtsanwaltsfachangestellten

Die Ausbildung bzw. Umschulung zum Rechtsanwaltsfachangestellten/ zur Rechtsanwaltsfachangestellten setzt präzises Arbeiten, Genauigkeit, eine hohe soziale Kompetenz, Freude an der Arbeit im juristischen Bereich, Verschwiegenheit und Diskretion voraus. In diesem Bereich sind besonders viele Frauen tätig, aber auch Männer sollen sich von der Möglichkeit der Umschulung angesprochen fühlen. Die Umschulung bzw. Weiterbildung ist für Personen geeignet, die bereits im juristischen Bereich tätig sind oder künftig tätig werden wollen und richtet. Eine besondere Berufserfahrung wird nicht vorausgesetzt, vor der Entscheidung zur Umschulung oder Weiterbildung kann jedoch ein Praktikum von Vorteil sein. Interessenten können Praktikumsstellen dabei bei ihrem Jobcenter erfragen, wo sie auch weitergehend beraten werden, oder direkt in den örtlichen Kanzleien anfragen.

 

Förderung der Umschulung zum Rechtsanwaltsfachangestellten/ zur Rechtsanwaltsfachangestellten durch die ARGE bzw. das Jobcenter

Wer auf Arbeitssuche ist, sich weiterqualifizieren und neu am Arbeitsmarkt positionieren will, kann eine Förderung der geplanten Umschulung bzw. Weiterbildungsmaßnahme zum Rechtsanwaltsfachangestellten/ zur Rechtsanwaltsfachangestellten durch die ARGE bzw. das Jobcenter beantragen. Wenn die rechtlichen Voraussetzungen nach SGB II bzw. SGB III erfüllt sich, kann die Umschulung dann durch den sogenannten „Bildungsgutschein“ finanziert werden.
Die Ausbildungskosten werden in diesem Fall von Seiten des Staates übernommen und das Arbeitslosengeld kann während der Dauer der Umschulung weiter gezahlt werden. Über die Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit ein Bildungsgutschein bewilligt werden kann, informiert ausführlich die ARGE. Ein persönliches Beratungsgespräch mit dem Sachbearbeiter beim Jobcenter empfiehlt sich hierbei schon vor Beginn eines Praktikums bzw. einer Ausbildungsstätte.

 

Anbieter der Umschulung zum Rechtsanwaltsfachangestellten/ zur Rechtsanwaltsfachangestellten durch die ARGE bzw. das Jobcenter

Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Abschlussprüfung zum Rechtsanwaltsfachangestellten/ zur Rechtsanwaltsfachangestellten vorbereiten, finden sich in so gut wie jeder größeren Stadt in Form von Berufskollegs und Wirtschaftsfachschulen. Mithilfe der Suchfunktion im Kursnet, der zentralen Datenbank für Umschulungen der Agentur für Arbeit, finden Interessenten einen Anbieter in ihrer Nähe, bei dem sie sich direkt vor Ort ein eigenes Bild von der Umschulung machen können.

 

Alternative: Fernstudium. Verwandte Bereiche

Im Bereich Jura gibt es neben dieser Umschulung eine Vielzahl von Fernstudiengängen und Hochschulkursen mit Zertifikat, die berufsbegleitend und bequem von zu Hause aus belegt werden können. Die Euro-FH bietet beispielsweise ein Studium in Wirtschaftsrecht an, der zum Bachelor of Laws führt. An der Fernuniversität Hagen können sowohl ein Bachelor als auch ein Master gemacht werden, weitere Infos dazu finden Interessierte hier. Ein Fernstudium in Jura setzt in der Regel das (Fach-)Abitur voraus und ist normalerweise nicht mittels Bildungsgutschein finanzierbar. Allerdings besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, hierzu BaFöG zu beantragen.

Umschulung zum/ zur Rechtsanwaltsfachangestellten
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