Ihre künftigen “Kienten”? © scusi – Fotolia.com

Das Berufsbild

Schädlingsbekämpfer/-innen sorgen durch geeignete Maßnahmen für den Schutz von Menschen, Gebäuden, Vorräten und der Umwelt vor Schädlingen jeglicher Art. Als Methode kommen dabei Bekämpfungsaktionen vor, welche in Abstimmung auf den Schädlingsbefall und den Ort des Befalls erfolgen müssen. Dabei kommen Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz, welche unter Umständen auch die Gesundheit von Menschen beeinträchtigen können.
Entsprechend muss der ausgebildete Anwender die Wirkungsweisen und Gefahren dieser Stoffe kennen und verantwortungsvoll anwenden. Schädlingsbekämpfer/-innen kommen nicht nur bei einem akuten Befall zum Einsatz, auch bei vorbeugenden Maßnahmen müssen Strategien entworfen werden und Kunden beraten werden. Entsprechende Einsatzgebiete sind beispielsweise präventive Maßnahmen bei Kundschaft in der Landwirtschaft zum Pflanzenschutz.
Anstellung finden Schädlingsbekämpfer/innen überwiegend in Betrieben für Schädlingsbekämpfung und bei Hygiene-Dienstleister. Weitere Möglichkeiten finden sich bei der öffentlichen Verwaltung, beispielsweise der Forstverwaltung oder bei Gesundheitsämtern, sowie in der chemischen Industrie.

 

Zukunftsaussichten

Die Zukunftsaussichten für den Beruf des Schädlingsbekämpfers / der Schädlingsbekämpferin sehen solide aus. Schädlingsbefall wird es immer geben und muss entsprechend bekämpft werden. Insbesondere in Ballungszentren haben Menschen häufig mit Schädlingsbefall unterschiedlichster Art zu kämpfen und benötigen eine professionelle Unterstützung.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

In der Regel dauert die Umschulung für Berufsinhaber anderer Berufe zwei Jahre. Die Inhalte der Schulung beginnen bei der richtigen Ermittlung der Infrastruktur des Kunden als erster Schritt zur Diagnostik. Weiter wird vermittelt, welche akuten Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen es im Bereich zum Gesundheits- und Vorratsschutz sowie beim Holzschutz gibt. Auch die akute Pilzbekämpfung und Taubenabwehrmaßnahmen für den Bautenschutz stehen auf dem Lehrplan. Dann kommt es zur Vermittlung akuter und dauerhafter Maßnahmen im Gesundheits- und Vorratsschutz bei speziellen Gesundheits- und Sozialeinrichtungen sowie zur Lehre effektiver Maßnahmen zum Insektenschutz, insbesondere bei Lebensmittel verarbeitenden Betrieben.
Gegen Ende der Umschulung lernen die zukünftigen Schädlingsbekämpfer/ Schädlingsbekämpferinnen auch die großräumige Rattenbekämpfung kennen und wie Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen im Pflanzenschutz ergriffen werden können.
Im theoretisch geprägten Teil der Umschulung werden Rechtsvorschriften und Normen gelehrt und es kommt zu einer Einführung in die Biologie der Schädlinge und in die Chemie der Schädlingsbekämpfungsmittel sowie der einzusetzenden Gefahrstoffe. Auch die vorbeugende Maßnahmen zur Beratung von Kunden in Sachen Schädlingsbefall werden erläutert.

 

Zielgruppe der Umschulung

Prinzipiell richtet sich die Umschulung an alle Interessenten, die körperlich gesund und belastbar sind und sich nicht von den Aufgaben der Schädlingsbekämpfung abschrecken lassen. Ein Interesse an der Vermittlung des Wissens über die Biologie der Schädlinge sowie der Chemie der Bekämpfungsmaßnahmen sollte gegeben sein. Entsprechend gute Vorkenntnisse in den naturwissenschaftlichen Disziplinen sind von großem Vorteil für die Umschulung.
Besonders geeignet sind Menschen mit einer Berufsausbildung und Berufserfahrung im Bereich der Hygiene, beispielsweise Gebäudereiniger/Gebäudereinigerin und Desinfektor/Desinfektorin. Aber auch Menschen mit einer Berufsausbildung mit handwerklichem Hintergrund sind vielfach für diese Art der Umschulung geeignet.

 

Fördermaßnahmen

Zur finanziellen Unterstützung der Umschulungsmaßnahme zum Schädlingsbekämpfer/ zur Schädlingsbekämpferin kann die Bundesagentur für Arbeit angesprochen werden. Diese übernimmt teilweise oder komplett die Kosten der Umschulung bei Bezugnahme des Bildungsgutscheins. Die Fördermaßnahmen sind nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Als Bedingung für eine Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit muss eine Verbesserung der beruflichen Situation durch die Umschulungsmaßnahme nachgewiesen werden.

 

Anbieter der Umschulung

Als Anbieter für Umschulungsmaßnahmen zum Schädlingsbekämpfer/ zur Schädlingsbekämpferin kommen verschiedene Berufskollegs und Berufsfachschulen in Frage. Genauere Informationen sind auf den Seiten der Industrie- und Handelskammer des jeweiligen Bundeslandes zu finden.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Die Möglichkeit einer Umschulung im Bereich der Schädlingsbekämpfung per Fernstudium wird von einigen wenigen Anbietern angeboten. Bei diesem Fernlehrgang müssen Studienbriefe bearbeitet werden und verschieden Präsenzveranstaltungen besucht werden. Zum Abschluss des Fernstudiums wird eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt.
Alternativ zu dieser Umschulung gibt es noch die Möglichkeit eines Fernstudienganges in der Fachrichtung Reinigung und Hygiene sowie in der Umwelt-, Hygiene- und Sicherheitstechnik.


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