Umschulung durch die Rentenversicherung

Bei langer Betriebszugehörigkeit kann eine Umschulung durch die Rentenversicherung finanziert werden.

Viele Arbeitnehmer befinden sich in der Situation, dass sie ihrem bisherigen Beruf nicht mehr nachgehen können. In diesen Fällen kann eine Umschulung in einen neuen Beruf eine gute Lösung sein. Wer einen Berufswechsel wagt, der kann meist die bisherigen Probleme am alten Arbeitsplatz zurücklassen und in eine aussichtsreiche Zukunft starten. Alles was Sie zu Umschulungen wegen Krankheit oder Berufsunfähigkeit, die Voraussetzungen für eine geförderte Maßnahme und den Ablauf der Bewilligung bei der Rentenversicherung wissen müssen, erfahren Sie hier.

Die meisten Menschen, die mit dem Gedanken spielen, eine Umschulung durchzuführen, sehen das größte Probleme in der Finanzierung der Maßnahme. Der Lehrgang selbst wirft hohe Gebühren auf, außerdem entstehen durch die Teilnahme an der Umschulung Begleitkosten, beispielsweise durch die Anfahrt (Fahrtkosten), die Verpflegung am Veranstaltungsort, die Prüfungsgebühren oder die Kosten der Kinderbetreuung. Ein beachtlicher Kostenposten für die Teilnehmer einer Umschulung ist der allgemeine Lebensunterhalt: Während der Umschulung kann keiner Brotarbeit nachgegangen werden und daher nicht dazu in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Glücklicherweise stellt das deutsche Sozialsystem als Solidargemeinschaft hier unter bestimmten Voraussetzungen Möglichkeiten der Finanzierung der Umschulung durch staatliche Gelder zur Verfügung. 

 

Wichtiger Hinweis vorab
Wenn Sie die Umschulung nicht aufgrund gesundheitlicher Probleme, sondern wegen Arbeitslosigkeit oder einer schlechten Arbeitsmarktsituation in Ihrem bisherigen Beruf anstreben, ist die Arbeitsagentur der richtige Ansprechpartner. Die DRV ist für Umschulungen wegen Krankheit in aller Regel nur zuständig, wenn Sie mindestens 15 Jahre Beiträge zur Rentenversicherung geleistet haben.

 

Weshalb fördert die Rentenversicherung die Umschulung?

Für viele Menschen erscheint es zunächst seltsam, dass ausgerechnet die Rentenversicherung für die Umschulungsmaßnahme aufkommen soll, da dies eigentlich nicht zum Kernbereich der Aufgaben dieser Institution zählt. Wenn man sich jedoch berücksichtigt, welche finanziellen Folgen eine Erwerbslosigkeit für zukünftige Rentner haben kann, wird schnell klar, dass die Rentenversicherung ein großes Interesse daran hat, beeinträchtigten Menschen eine weitere Erwerbstätigkeit zu ermöglichen:

  • Wer arbeitslos bleibt, zahlt keine Beiträge in die Rentenversicherung ein und wird somit auch im Alter von den Sozialsystemen abhängig sein.
  • In der Sozialmedizin wurde festgestellt, dass andauernde Arbeitslosigkeit ein weiterer Faktor für Krankheiten und langwierigerer Krankheitsverläufe sein kann. So entstehen weitere Kosten für die Krankenversicherungen und die Eingliederungschancen für den Betroffenen werden erschwert.
  • Eine vorzeitige Verrentung  belastet die Rentenkassen ebenfalls finanziell.
  • Sollte der Versicherungsnehmer aufgrund gesundheitlicher Gründe nicht mehr in der Lage dazu sein, seinen Beruf auszuüben, wird außerdem durch die DRV eine Erwerbsunfähigkeitsrente gezahlt.

 

Aus diesen Gründen ist es der Rentenversicherung ein großes Anliegen, den Versicherten die Ausübung ihres Berufs oder Umschulung in einen neuen zu ermöglichen. Die gesetzliche Grundlage hierzu wurde als “Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben” im sechsten Sozialgesetzbuch geregelt. In diesem Leistungskatalog sind verschiedene Förderungsmöglichkeiten inbegriffen, die es den Versicherten ermöglichen, auch weiterhin zu arbeiten und eigenständig den Lebensunterhalt zu finanzieren. Eine dieser Leistungen besteht in der Förderung der Umschulung.

 

Wer übernimmt die Kosten für eine Umschulung?

Die alles entscheidende Frage ist meist, wie die zweite Ausbildung bzw. den Berufswechsel finanziert werden kann. Für eine erfolgreiche Umschulung ist es sehr wichtig, eine geeignete Finanzierung zu finden um keine schulen anzuhäufen. Damit ist jedoch kein privater Kredit gemeint, sondern eine finanzielle Unterstützung durch den Kostenträger, der nach dem Sozialrecht für Ihre berufliche Förderung zuständig ist. Viele Menschen wenden sich aus diesem Grund zunächst an das Arbeitsamt. Es ist zwar immer möglich, zunächst bei der Agentur für Arbeit einen Antrag auf die Förderung der Umschulung zu stellen, allerdings werden nicht alle Bildungsgutscheine bewilligt. Ein Ablehnungsgrund kann unter anderem die vorrangige Zuständigkeit der Rentenversicherung sein.

 

Wann ist die Rentenversicherung für die Umschulung zuständig?

Um durch die deutsche Rentenversicherung gefördert zu werden, müssen durch Sie zwar einige Bedingungen erfüllt werden, sollte dies jedoch der Fall sein, sind hier die Aussichten recht gut, die Umschulung bewilligt zu bekommen. Wichtig: Schließen Sie zunächst aus, dass nicht eine Berufsgenossenschaft für Ihre Umschulung zuständig sein könnte.

 

Wann wird eine Umschulung von einer Berufsgenossenschaft gefördert?

Wenn Sie in Ihrem bisherigen Beruf einer Berufsgenossenschaft angehört haben (zum Beispiel sind viele Handwerksberufe genossenschaftlich organisiert), dann wenden Sie sich zuerst an diese. Die Berufsgenossenschaft bzw. Unfallversicherung fördert im selben Umfang Umschulungen wie die Arbeitsagentur oder Rentenversicherung. Wichtig ist hier, dass die gesundheitliche Einschränkung, deretwegen Sie nicht mehr in Ihrem Beruf arbeiten können, auch mit dem Beruf selbst zusammenhängt. Dies ist zum Beispiel bei einer dauerhaften Einschränkung durch einen Betriebsunfall der Fall.

Somit ist die Rentenversicherung nicht zuständig für Umschulungen aufgrund

  • eines Arbeitsunfalls,
  • einer Berufskrankheit oder
  • einer Gesundheitsschädigung durch dritte Personen (wenn Sie dadurch einen Anspruch gegen die Unfallversicherung der anderen Partei erlangt haben).

 

Die Voraussetzungen für eine Förderung durch die gesetzliche Rentenversicherung

Es gibt mehrere Wege, wie Ihnen eine Umschulung durch die gesetzliche Rentenversicherung bewilligt werden kann. Es genügt, dass eine der im folgenden genannten Voraussetzungen von Ihnen erfüllt wird: 

  • Sie zahlen als Antragsteller bereits mindestens 15 Jahre lang in die Rentenversicherung ein (“Mindestwartzeit bis zum Zeitpunkt der Antragstellung”), wobei Sie nicht im gesamten Zeitraum berufstätig gewesen sein müssen, denn Beiträge aus Versorgungsausgleich, Kindererziehung, Pflicht- und freiwillige Beiträge werden gleich behandelt.
  • Sie beziehen oder haben Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, da Sie aufgrund gesundheitlicher Probleme Ihren bisherigen Beruf nicht mehr vollständig ausüben können und daher weniger verdienen.
  • Sie bekommen oder sind Anspruchsberechtigt auf einen große Witwen- oder Witwerrente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.
  • Sie haben an einer medizinische Rehabilitation teilgenommen und eine berufliche Rehabilitation ist für die weitere Gesundung erforderlich.

 

Kann man trotz Erwerbsminderungsrente oder Altersrente eine Umschulung machen?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob eine Umschulung durch die Rentenversicherung trotz Erwerbsminderungsrente möglich ist. Hier handelt es sich um ein Missverständnis. Der Anspruch auf einen Ausgleich einer Erwerbsminderung kann gerade Voraussetzung für die Bewilligung sein. Sollte durch den Umschulungsberuf eine Erwerbsminderung nicht vollständig aufgehoben werden, besteht jedoch auch weiterhin die Möglichkeit einen finanziellen Ausgleich zu beantragen.

Anders liegt es jedoch bei der Altersrente. Wenn Sie die Altersrente erhalten oder beantragt haben und in der Höhe von wenigstens zwei Dritteln (67 Prozent) der Vollrente zugesprochen bekommen, dann ist keine Umschulung mehr möglich. Sie scheiden mit der Rente aus dem Arbeitsleben aus. Sollte Ihre Rente nicht zur Deckung des Lebensbedarfs ausreichen, dann erkundigen Sie sich zu Möglichkeiten der Aufstockung.

 

Zu jung für das Rentnerleben – Wie kann ich nochmal einen neuen Beruf aufnehmen?

Wenn Sie bereits in der Altersrente sind und somit eine geförderte Umschulung ausgeschlossen ist, dann können Sie sich nur eigenständig um eine neue berufliche Existenz bemühen. Im Rahmen festgelegter Grenzen dürfen Sie trotz der Rente Einkommen erwirtschaften ohne mit Abzügen rechnen zu müssen. Weitere Informationen bekommen Sie hier: Umschulung statt oder neben der Rente.  

 

Wer bekommt einen Umschulung finanziert?

Die Rentenversicherung fördert nur einen Berufswechsel, wenn Sie aufgrund einer gesundheitlichen Einschränkung Ihren bisherigen Job nicht fortsetzen können. Es macht keinen Unterschied, ob Sie wegen körperlicher oder psychischer Probleme im Arbeitsleben eingeschränkt sind oder bald sein werden. Die Rentenkasse prüft hier, ob

  • eine Umschulung Ihre Einschränkungen im Berufsleben verhindern, wieder ausgleichen oder aufheben kann
  • Ihre Genesung durch einen Berufswechsel gefördert werden kann
  • eine verkürzte Ausbildung Ihnen trotz fortbestehender Einschränkungen oder bei rückkehrender Beeinträchtigung eine dauerhafte Einkommensgrundlage schaffen kann.

 

Gründe für eine Ablehnung einer Umschulung durch die Rentenversicherung

Es gibt immer wieder Fälle, in denen die Rentenkasse eine Umschulung wegen Krankheit ablehnt, obwohl die Ausübung des aktuellen Berufs nicht mehr möglich ist. In der Rechtsprechung gibt es mittlerweile eine große Sammlung von Gerichtsurteilen, aus denen sich Grundsätze ableiten lassen. Wichtig: Gerichte entscheiden aufgrund von Sachverhalten, die in kleinen Details sich sehr von Ihrer Situation unterscheiden können und Sie aus diesem Grund nicht davon abhalten sollen, einen Antrag bei der DRV zu stellen. Die Rentenversicherung lehnte gerichtlich überprüft Umschulungen in diesem Fällen ab:

  •  Eine Umschulung ist nicht erforderlich, wenn zwar der aktuelle Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, aber zum Beispiel eine Rückkehr in den vorherigen Beruf möglich ist oder der Wechsel in einen ähnlichen Beruf ohne Umschulung möglich ist (zum Beispiel aus dem Außendienst in den Innendienst im selben Beruf). Hier kann dann auch eine Fortbildung ausreichen.(LSG Sachsen-Anhalt, Urteil L 3 R 507/16 vom 29.05.2017)
  • Es besteht kein Anspruch auf die Finanzierung eines bestimmten Umschulungsberufs. Wenn der medizinische Gutachtendienst zum Ergebnis kommt, dass der Wunschberuf mit den gesundheitlichen Beeinträchtigungen kollidiert, dann kann die Förderung des Umschulungsberufs abgelehnt werden. Das gilt selbst für den Fall, dass die Antragstellerin die Umschulung sich letztlich selbst finanzierte und in dem Beruf sehr erfolgreich tätig wurde. (LSG München, Urteil vom 25.10.2017 – L 19 R 8/16)
  • Die Rentenversicherung finanziert nicht nachträglich verkürzte Ausbildungen, die vom Antragsteller selbst bezahlt wurden. Einzige Ausnahme sind beantragte Umschulungen, deren Förderung von der DRV zu Unrecht abgelehnt wurden. Hier kann rückwirkend eine Kostenerstattung verlangt werden. (LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 22.07.2014 – L 11 R 2652/13)

 

Der Ablauf der Förderung

Wenn die DRV für Sie zuständig ist, wird der Weg zur Umschulung über die Rentenversicherung  meist so aussehen:

  1. Gespräch mit behandelnden Ärzten, ob aus medizinischer Sicht eine Umschulung als sinnvoll erachtet wird
  2. Wenn ja, dann Attest erstellen lassen zur Verschriftlichung der ärztlichen Einschätzung
  3. Recherche, welche Umschulungsberuf zu Ihren Interessen und medizinischen Bedürfnissen passt
  4. Recherche, bei welchem Anbieter die Maßnahme möglich ist
  5. Gesprächstermin mit dem Reha-Berater der Rentenversicherung über eine medizinische und/oder berufliche Reha
  6. Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben mit Wunsch-Umschulung stellen
  7. Termin mit dem medizinischen Gutachter der Rentenversicherung und ggf. weitere Gespräche
  8. Teilnahme an einer Arbeitserprobung / Berufserprobung mit Abschlussbericht
  9. Genehmigung abwarten oder Widerspruch gegen die Ablehnung der Umschulung einlegen

 

Antrag auf Umschulung bei der Rentenkasse stellen

Wenn Sie eine Umschulungsförderung durch die gesetzliche Rentenversicherung anstreben und einen der genannten Voraussetzungen erfüllen, müssen Sie zunächst einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben stellen. Diese Förderungsmaßnahmen beinhalten verschiedene Angebote, um eine weitere Berufstätigkeit zu ermöglichen. Dazu zählt unter anderem die Umschulung.

Dabei müssen Sie genau angeben, aus welchen Gründen Sie nicht mehr in der Lage dazu sind, Ihren bisherigen Beruf auszuüben. Dabei werden sowohl körperliche als auch psychische Probleme als Begründung akzeptiert. Nehmen Sie zur Antragstellung vorhandene ärztliche Atteste mit. Sollte nach Ansicht des Sachbearbeiters bei dem gesundheitlichen Problem eine Aussicht auf Besserung bestehen, ist es möglich, dass dieser zunächst die Teilnahme an einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme verordnet. Ziel ist Ihre Genesung und der Erhalt Ihres Arbeitsplatzes.

Sollten im Rahmen der medizinischen Rehabilitation (zum Beispiel eine Erholungskur) Ihre Gesundheit wieder hergestellt werden und liegt der Grund für die Erkrankung nicht in Ihrem Berufsleben, so können Sie weiterhin in Ihrem bisherigen Beruf arbeiten und die Umschulung ist nicht erforderlich. Wenn die medizinische Reha hingegen keine Früchte trägt oder bereits von Beginn an keine Erfolgsaussichten bestehen, wird der Sachbearbeiter die Umschulung durch die Rentenversicherung genehmigen.

 

Welche Umschulung fördert die Rentenversicherung?

Der zweite Schritt besteht dann in einer Berufs- und Arbeitserprobung. Dies ist teilweise ein Seminar, in dem festgestellt werden soll, für welchen Beruf Sie geeignet sind (“ähnlich dem Eignungstests bei der Agentur für Arbeit”). Oft werden Sie auch in einer Umschulungsstätte (um Beispiel Berufsförderungswerk) für einige Tage bis wenige Wochen auf die Anforderungen vorbereitet und Ihrer Tauglichkeit evaluiert. Die grundsätzliche Förderung einer Umschulung steht zu diesem Zeitpunkt zwar bereits fest, doch soll in der Arbeitserprobung ermittelt werden, ob der Teilnehmer den konkreten Beruf erlernen kann.

Im Grundsatz finanziert die Rentenversicherung jeden anerkannten Umschulungsberuf, soweit dieser in Ihrem individuellen Fall geeignet ist, Ihnen trotz gegebenenfalls fortbestehender Einschränkungen einen Berufswechsel zu ermöglichen. Des Weiteren wird berücksichtigt: 

  • Ihre vorhandene Berufsausbildung und bisherige Arbeitserfahrung
  • Ihr aktueller Gesundheitszustand und eine Prognose der weiteren Genesung
  • die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt für den Umschulungsberuf.
  • Dennoch gibt es keinen Anspruch auf die Förderung eines bestimmten Berufs.

 

Bei der Berufserprobung werden unter anderem grundlegende Dinge wie Rechtschreibung und Mathematik abgefragt, zum anderen gibt es jedoch auch praktische und psychologische Tests. Die Teilnehmer haben teilweise die Auswahl aus einem zweiwöchigen Grundkurs und einer sechswöchigen erweiterten Berufs- und Arbeitserprobung. Nehmen Sie den Kurs ernst. Von den Ergebnissen des Eignungstests kann abhängen, welchen Beruf Sie erlernen können. Eine entsprechende Vorbereitung ist daher sehr sinnvoll.

 

Wann beginnt die Umschulung?

Sobald es Ihnen gesundheitlich möglich ist, sollten Sie die Umschulung beginnen. Die Rentenversicherungen arbeiten hierbei mit einer Vielzahl an zertifizierten Bildungseinrichtungen zusammen. Dadurch wird die Qualität der Ausbildung gesichert. Dennoch haben die Teilnehmer eine breite Auswahl und fast immer ist es auch möglich, einen Lehrgang in der Nähe des Wohnorts zu finden. Die Ausbildungszeit beträgt in der Regel zwei Jahre. Jedoch kann auch eine Verlängerung beantragt werden, insbesondere wenn gesundheitliche Probleme die rechtzeitige Beendigung verhindern. Falls Sie sich vor einer Überlastung sorgen, sollten Sie mit dem Reha-Berater über die Möglichkeit einer Umschulung in Teilzeit sprechen.

Ziel der Maßnahme ist es immer, einen anerkannten Berufsabschluss (zum Beispiel durch die Industrie- und Handelskammer (IHK)) zu erwerben. Dieser verbessert die Berufsaussichten erheblich und sorgt so dafür, dass der Wiedereintritt in die Erwerbstätigkeit für die Umschüler erheblich vereinfacht wird.

 

Welche Leistungen werden übernommen?

Die Sachleistungen und finanziellen Mittel, die durch die gesetzliche Rentenversicherung zur Verfügung gestellt werden, sind sehr umfangreich. Sie ermöglichen es daher den Teilnehmern an der Umschulung, diesen Zeitraum ohne finanzielle Probleme zu überstehen, denn während der Umschulung wird in der Regel kein Gehalt oder Verdienst gezahlt:

  • Zum einen werden die gesamten Kosten für den Lehrgang (gleich ob Ausbildung, Umschulung oder Weiterbildung) übernommen.
  • Zum anderen bezahlt die Rentenversicherung auch die Fahrtkosten (eigener PKW oder öffentliche Verkehrsmittel).
  • Ein Anspruch auf eine Verpflegungspauschale für das Mittagessen am Ort des Lehrgangs besteht nur, wenn Sie inklusive Pendelzeit länger als 8 Stunden am Tag von Ihrem Heimatort abwesend sind.
  • In der Regel wird darauf geachtet, dass der Kurs in der Nähe des Wohnorts stattfindet. Sollte dies jedoch nicht möglich sein (zum Beispiel wegen einer Behinderung), dann übernimmt die Rentenversicherung neben den genannten Leistungen auch die Kosten für die Unterbringung vor Ort und eine erweiterte Verpflegungspauschale.
  • Wenn Sie zur Teilnahme an der Umschulung spezielle Hilfsmittel am Arbeitsplatz im Umschulungsbetrieb benötigen, werden diese zur Verfügung gestellt.

 

Wer zahlt den Lebensunterhalt während der Umschulung?

Eines der größten Probleme für die Teilnehmer an einer Umschulung besteht darin, dass sie während dieser Zeit nicht für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommen können. Die meisten Teilnehmer arbeiten zum Zeitpunkt, zu dem die Umschulung beginnt, bereits nicht mehr in ihrem ursprünglichen Beruf. Doch selbst wenn dies der Fall sein sollte, nimmt eine verkürzte Ausbildung so viel Zeit in Anspruch, dass eine Erwerbstätigkeit nicht mehr möglich ist. Aus diesem Grund kommt die Rentenversicherung durch das Übergangsgeld auch für Ihren Lebensunterhalt auf. Dies geschieht in der Regel dadurch, dass entweder

  • die bisherige Erwerbsunfähigkeitsrente auch während der Umschulung weiterhin bezahlt oder
  • das Krankengeld fortgezahlt wird.

Auf diese Weise wird sichergestellt, dass es den Teilnehmern an der Umschulung möglich ist, ihre laufenden Kosten während der Umschulung bestreiten zu können.

 

Welche Formen von Umschulungen gibt es?

Als Umschulungsbetriebe kommen Firmen, privatwirtschaftliche Bildungsträger, staatliche Fachschulen, Fernschulen und Berufsförderungswerke in Betracht. Die Rentenversicherung fördert dort den qualifizierten Berufswechsel, unabhängig davon, ob Sie weiter angestellt tätig sein wollen oder den Schritt in die Selbstständigkeit vorhaben. Wer sich selbstständig machen möchte, kann an vorbereitenden Seminaren teilnehmen und bekommt in den ersten sechs bis neun Monaten der Selbstständigkeit die Sozialversicherungsbeiträge von der Rentenkasse bezahlt.

 

Betriebliche Umschulung

Viele Umschüler bevorzugen eine Umschulung in einem Umschulungsbetrieb. Reguläre Wirtschaftsbetriebe bilden nicht nur Auszubildende nach der Schule, sondern auch Umschüler aus. Hier besteht eine höhe Wahrscheinlichkeit der Übernahme nach der Abschlussprüfung, da im Regelfall für den eigenen Personalbedarf ausgebildet wird.

 

Schulische Umschulung

Schulische Umschulungen werden von der Rentenversicherung überwiegend finanziert, wenn Sie aufgrund der fortbestehenden körperlichen Beeinträchtigung besondere Anforderungen an den Arbeitsplatz haben. Schulische Umschulungen, auch überbetriebliche Umschulung genannt, ähneln dem Unterricht in der Berufsschule und werden durch ein Praktikum ergänzt.

 

Umschulung über eine Fernschule

Wer sich das Pendeln zur Umschulungsstätte sparen möchte, wer aus gesundheitlichen Gründen von Zuhause eine Umschulung machen möchte oder den gewünschten Beruf nicht in der Region erlernen kann, dem finanziert die Rentenversicherung auch eine Umschulung per Fernstudium. Ein berufsqualifizierender Fernkurs bereitet entweder im Internet oder durch zugesendete Lernmaterialien auf die Abschlussprüfung vor. Dabei profitieren Sie von diesen Vorteilen:

  • Die Rentenversicherung finanziert die gesamten Ausbildungskosten inklusive Prüfungsgebühren.
  • Sie bestimmen die Lernzeiten und an welchem Ort Sie sich auf Ihren Berufswechsel vorbereiten.
  • Sie können zunächst einen kostenlosen Probemonat nutzen um zu sehen, ob Ihnen die Umschulung gefällt.

 

Wenn diese Option für Sie interessant ist, dann können Sie vor der Beantragung bei der Rentenversicherung hier kostenlos und unverbindlich Informationen zum Bildungsangebot direkt bei der Ausbildungsinstituten bestellen: 

 

Umschulung per Fernstudium - unsere Empfehlungen:

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66 Gedanken zu „Umschulung durch die Rentenversicherung“

  1. Schönen guten Abend,

    Ich habe eine lange Krankheit hinter mir, psychisch schon seit über 15 Jahren probleme. Momentan mache ich eine Arbeitserprobung und habe angedacht eine Umschulung zu machen. Nun war es so, dass mir am Telefon von der RV mitgeteilt wurde, dass es nicht die Möglichkeit gibt, eine Umschulung über z.B eine Fernuni zu machen, da die RV dies nicht unterstützt.
    Bei Ihnen habe ich nun gelesen, dass die RV dies doch bewilligten kann.
    Können Sie mir da noch einen Tip geben wie ich nun doch die Möglichkeit bekomme einen Fernlehrgang zu machen?

    Liebe Grüße und danke!

    Antworten
    • Hallo Katharina,

      danke für Ihre Nachricht.

      Wenn die Rentenversicherung Ihnen zu einer Umschulung rät, dann wird von einer grundständigen Berufsausbildung im Sinne einer Ausbildung, nicht aber von einem Studium ausgegangen. Eine Umschulung im Sinne einer Weiterbildung ist auch als Fernkurs bzw. Fernstudium denkbar, allerdings wird dies meist vorgesehen, wenn es um eine weitere Qualifizierung geht, nicht aber zB um einen Berufswechsel.

      Die RV kann eine Förderung auch für Fernlehrgänge bewilligen, es ist jedoch der Einschätzung der Rentenversicherung überlassen, ob eine Präsenzumschulung für passender angesehen wird oder nicht. Wir sehen hier die Schwierigkeit, dass Sie zwar zB argumentieren könnten, dass Sie aufgrund Ihrer psychischen Problematik ein Fernstudium für erfolgsversprechender halten. Ihre erfolgreiche Arbeitserprobung wird aber wohl dahingehend verstanden werden, dass Sie eine Präsenzumschulung schaffen können. Auch kann ein

      Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg für Ihren weiteren Weg!

      Antworten
  2. Ich habe auch eine Frage,Mein Mann hat die Teilhabe am Arbeitsleben.Die Rentenversicherung hat ihm eine Umschulung zur Betreuungskraft genehmigt.Seit 19 .02 ist er nun dabei.Bis jetzt kam kein Überbrückungsgeld.Den letzten Lohn hat er 2016 bekommen,danach Krankengeld und Arbeitslosengeld. Gekündigt hat er im Oktober 2020.Seit 01.11.20 ist er in einer Hauskrankenpflege beschäftigt.Er hat noch immer kein Überbrückungsgeld bekommen.Immer wieder fehlen Unterlagen.Sein alter Betrieb muss nun auch noch den Zettel 535 ausfüllen.Wegen seiner Berechnung.Aber er hat doch schon ewig keinen Lohn mehr von da erhalten.Wie soll er sich jetzt verhalten.Genehmigt haben sie ja alles.Nur kommt das Geld nicht.Danke.

    Antworten
    • Hallo Annett,

      danke für Ihre Nachricht.

      Es ist tatsächlich erforderlich, dass zur Berechnung des Übergangsgeldes der letzte Arbeitgeber die entsprechenden Daten übermittelt. Sollte es in der dortigen Personalabteilungen Verzögerungen geben, dann könnte Ihr Mann vielleicht eine freundliche Postkarte als kleine Erinnerung schicken. Wenn die Rentenversicherung keine Grundlage zur Berechnung hat, dann kann das Übergangsgeld auch nicht festgesetzt werden. Sollte Ihre Familie in eine finanzielle Schieflage geraten, dann sollte Ihr Mann bei der Rentenversicherung nachfragen, ob erste Vorauszahlungen möglich sind.

      Wichtig sind aber nun vor allem die Informationen über den ehemaligen Arbeitgeber.
      Wir wünschen Ihrem Mann und Ihnen alles Gute!

      Antworten
  3. Hallo,
    ich bin 21 Jahre jung und habe gerade meine Ausbildung Beendet. Werde aber diesen Beruf aufgrund von 2 neuen Hüft Prothesen nicht mein Leben lang ausführen können. würde mir die Rentenkasse auch ein Studium oder einen Techniker Finanzieren? sodass ich während dessen mein Gehalt weiter bekomme? Wenn ja wie läuft das mit dem Studium? wie lange dürfte dieses höchstens gehen? oder geht es nur bei einem Dualen Studium?
    Gruß
    Harry

    Antworten
    • Hallo Harry,

      danke für Ihre Nachfrage.

      Zunächst müssen Sie klären, ob die Rentenversicherung für Sie zuständig ist. Aufgrund Ihres sehr jungen Alters haben wir hier Zweifel. Bei gesundheitlichen Problem wäre dann die Arbeitsagentur für Sie zuständig. In der Regel werden Umschulungen erst gefördert, wenn es ersichtlich ist, dass Sie in Ihrem Beruf nicht mehr arbeiten können. Wir können nicht einschätzen, inwiefern Sie durch den Hüften-Eingriff in Ihrer Berufsausübung beeinträchtigt sein werden. “Nicht mein Leben lang” interpretieren wir als noch nicht gegebene Dringlichkeit. Leider gibt es weder bei Rentenversicherung noch Arbeitsamt die Haltung, dass auch präventiv oder wenigstens mittelfristig erforderliche Berufswechsel unterstützt werden. Gerade bei jungen Menschen ist diese Reaktion verbreitet.

      Die Technikerweiterbildung ist ideal als berufsbegleitende Umschulung und kann auch bei Berufstätigen mit einem Bildungsgutschein finanziert werden, wobei wir bei Ihnen die Schwierigkeit sehen, dass Sie gerade erst Ihre Ausbildung abgeschlossen haben und der gesundheitlich bedingte Ausfall noch nicht absehbar ist. Das sagen wir, weil wir Ihre Formulierung so interpretieren, dass Sie voraussichtlich nicht zB innerhalb der nächsten zwei Jahren in Ihrem Beruf aufgrund der Hüfte ausfallen werden… Ist dies nicht der Fall dann sollten Sie einen Bildungsgutschein beantragen.

      Die Kosten sind moderat und können von der Steuer abgesetzt werden. Sie sollten deswegen überlegen, ob es für Sie nicht besser ist, wenn Sie sich unabhängig vom Arbeitsamt um Ihren Karriereweg kümmern.

      Die Technikerausbildung wird bei Fernschulen in unterschiedlichsten Richtungen angeboten (Mechatronik, Elektrotechnik, Bautechnik, Fahrzeugtechnik, Maschinentechnik, Chemietechnik, Energie- und Automatisierungstechnik, Informations- und Kommunikationstechnik…) und dauern durchschnittlich 3 bis 3.5 Jahre neben dem Beruf, kann aber auch schneller absolviert werden. Sie können sich kostenlos und unverbindlich Informationsmaterial von den Fernschulen zuschicken lassen und ggf. später noch einen Bildungsgutschein beantragen. Beliebte Anbieter:

      Techniker werden bei der SGD
      Techniker-Weiterbildung am ILS

      Wie Sie sich auch entscheiden, wir wünschen Ihnen alles Gute, viel Gesundheit und gutes Gelingen auf Ihrem weiteren Berufsweg!

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