Sozialversicherungsfachangestellte werden von allen großen Versicherungen benötigt.

Ausgebildete Sozialversicherungsfachangestellte gehören zu den spezialisierten Fachkräften, die zum einen in allen gesetzlichen Krankenkassen arbeiten und zum anderen auch bei weiteren gesetzlichen Sozialleistungsträgern ein Tätigkeitsfeld finden. Sozialversicherungsfachangestellte sind in erster Linie Ansprechpartner für Versicherte, die beratend in allen Bereichen der gesetzlichen Krankenversicherung sowie zu allen Fragen rund um die Sozialversicherung fachmännisch zur Verfügung stehen.

Sie prüfen Leistungsansprüche, beraten Versicherte in Bezug auf finanzielle Absicherungen im Pflege- und Krankheitsfall und klären Versicherungsverhältnisse ab. In erster Linie arbeiten Sozialversicherungsfachangestellte bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Menschen, die eine Umschulung zum/ zur Sozialversicherungsfachangestellten absolviert haben können aber auch in Krankenhäusern im Bereich Patientenabrechnung oder bei Verbänden der Sozialversicherungsträger ein interessantes Betätigungsfeld finden. Der Ausbildungsberuf Sozialversicherungsfachangestellte/r ist nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) staatlich anerkannt.

 

Zukunftsaussichten

Sozialversicherungsfachangestellte, insbesondere des Fachbereichs Krankenversicherung, verfügen über eine hohe fachliche Qualifikation, die zukunfts- und arbeitsmarktorientiert ist. Menschen, die eine Umschulungsmaßnahme auf diesem Gebiet absolvieren, haben die besten Aussichten auf einen sicheren Arbeitsplatz, entweder bei Sozialversicherungsträgern der gesetzlichen Krankenkasse, oder in anderen öffentlichen Einrichtungen, die eng mit der Krankenkasse zusammenarbeiten und entsprechend qualifiziertes Personal suchen.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Bei der Umschulung zum/ zur Sozialversicherungsfachangestellten handelt es sich um eine äußerst intensive Vollzeitausbildung, die etwa zwei Jahre lang dauert. Bei manchen Ausbildungsträgern variiert die Dauer der Umschulung zischen 21 und 24 Monaten. Für gewöhnlich findet der Unterricht an Wochentagen ganztägig statt.

Die Ausbildung wird auf theoretische und praktische Einheiten aufgeteilt und schließt mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung ab. Theoretische Lehrgangsinhalte beziehen sich auf Themen wie Finanzierung, Versicherung und Leistungen der Krankenkasse, Rechnungswesen, Rechtskunde und Datenverarbeitung, Sozial- und Wirtschaftslehre sowie auf mündliche und schriftliche Kommunikation, die für den Beratungsberuf des/ der Sozialversicherungsfachangestellten äußerst wichtig ist. Des weiteren werden Kern- und Fachqualifikationen auf den Gebieten betriebliche Organisation und Leistungserstellung, Beziehungsrecht, Beitrags- und Leistungsrecht und Informationsverarbeitung vermittelt. Damit angehende Sozialversicherungsfachangestellte sachkundig und kundenorientiert im Berufsalltag agieren können, werden zudem die Fähigkeiten erlernt, Gesetzestexte auf konkrete Situationen anzuwenden, geordnete Arbeitsschritte mithilfe des praxisüblichen Datenverarbeitungssystems anzuwenden und Versicherte, Kunden, Arbeitgeber und Vertragspartner partnerorientiert beratend zur Seite zu stehen. Fachtheoretische Unterrichtseinheiten werden in der Regel von Dozenten abgehalten, die aus der Praxis kommen.

Im praktischen Teil der Ausbildung zum/ zur Sozialversicherungsfachangestellten werden parallel zu den theoretischen Einheiten von Beginn an praxisbezogene, übliche Vordrucke und Hilfsmittel in den Unterricht mit einbezogen. Im Laufe einer zweijährigen Ausbildung zum/ zur Sozialversicherungsangestellten ist auch ein Praktikum vorgesehen, das jede/r Teilnehmer/in absolvieren soll, um Gelerntes in der Praxis erproben und anwenden zu können. Solch ein Praktikum kann in Krankenkassen, Personalabteilungen von Unternehmen oder in anderen betrieblichen Verwaltungsbereichen unternommen werden.

Die Weiterbildung zum/ zur Sozialversicherungsfachangestellten schließt mit einer stattlich anerkannten Prüfung ab. Für gewöhnlich beinhaltet die Prüfung einen schriftlichen Teil der Bereiche Wirtschafts- und Soziallehre, Leistungen, Versicherung und Finanzierung. Während einer mündlichen Prüfung müssen angehende Absolventen der Ausbildung zum/ zur Sozialversicherungsfachangestellten ein Beratungsgespräch führen. Da es sich um eine staatlich anerkannte Prüfung handelt, unterliegen sämtliche Ausbildungslehrgänge zum/ zur Sozialversicherungsfachangestellten bundeseinheitlichen Verordnungen auf Grundlagen von Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen.

 

Zielgruppe der Umschulung

Da es sich bei der Weiterbildung zum/ zur Sozialversicherungsfachangestellten um eine umfassende Berufsausbildung handelt, ist diese Umschulungsmaßnahme für jede/n geeignet, der sich für dieses Berufsfeld interessiert. Vorkenntnisse oder andere berufliche Qualifikationen sind nicht notwendig, um in diesen Beruf neu einzusteigen. Lediglich die Pflichtschulausbildung, sprich ein Hauptschulabschluss, muss beim jeweiligen Bildungsanbieter vorgewiesen werden. Manche Bildungsträger verlangen auch einen internen Eignungstest. Dabei werden persönliche Eignungsanforderungen überprüft, die für diesen dynamischen Dienstleistungsberuf vorteilhaft sind. Denn während der Ausübung des Berufes müssen tagtäglich Rechtsvorschriften angewendet, Verwaltungsarbeiten und Beratungsgespräche durchgeführt sowie andere moderne Kommunikationsmittel genutzt werden.

Zu den persönlichen Eignungsanforderungen gehören deshalb Genauigkeit, Kommunikationstalent, ein gewisses soziales Engagement und die Bereitschaft, sich mit neuen Kommunikationsmittel auseinanderzusetzen. Darüber hinaus sollten Interessenten einer Umschulung zum/ zur Sozialversicherungsfachangestellten über ein gutes sprachlich-begriffliches Denkvermögen, geistige Beweglichkeit, befriedigende Deutschkenntnisse, Teamfähigkeit, Bildschirmtauglichkeit und Belastbarkeit sowie über eine Aufgeschlossenheit gegenüber wirtschaftlichen, technischen und sozialen Zusammenhängen verfügen.

 

Fördermaßnahmen

Wer sich für eine Umschulung zum/ zur Sozialversicherungsfachangestellten interessiert, kann sich diese über verschiedene Fördermaßnahmen (zumindest teilweise) finanzieren lassen. Zuallererst sollte man sich in der Bundesagentur für Arbeit, ARGE / Job Center beim jeweiligen Arbeitsvermittler über den Bildungsgutschein für die Umschulung informieren. Wer den Bildungsgutschein erhält, bekommt gleichzeitig die Zusicherung, dass bei einer Teilnahme an der Umschulung sämtliche Weiterbildungskosten übernommen werden. Der Europäische Sozialfond (ESF) bietet zudem in einzelnen Bundesländern Deutschlands eine staatliche Förderung an, die auch als Weiterbildungsscheck oder Bildungsurlaub bekannt ist. Des weiteren kann mit Hilfe der Bildungsprämie, die aus den Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie vom Europäischen Strukturfonds bereitgestellt wird, eine Förderung von bis zu 500,- Euro beantragt werden.

Für die Gewährung einer Bildungsprämie wird der Besuch einer Beratungsstelle vorausgesetzt. Für Menschen mit einer Behinderung wird auch der Bildungsgutschein der WeGebAU-Förderung von Interesse sein. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten bieten die Deutsche Rentenversicherung, der Berufsförderungsdienst (BFD) sowie Unfallversicherungsträger und Berufsgenossenschaften. Neben den Kursgebühren werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllte werden, auch Lernmittel, Fahrkosten zur Bildungseinrichtung und Prüfungsgebühren zurückerstattet.

 

Anbieter der Umschulung

Es gibt bundesweit unterschiedliche Ausbildungsanbieter, die einen intensiven Vorbereitungslehrgang für die Abschlussprüfung zum/ zur Sozialversicherungsfachangestellte/n anbieten.

 

Folgende Anbieter offerieren unter anderem eine Umschulung zum/ zur Sozialversicherungsfachangestellten:

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Alternativ zum Vollzeit-Ausbildungsprogramm zum/ zur Sozialversicherungsfachangestellten kann auch ein kombinierter Fernlehrgang zwecks Vorbereitung auf die Prüfung des staatlich anerkannten Abschlusses absolviert werden. Dieser wird allerdings nur für Beschäftigte einer Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) geboten, da hierfür eine entsprechende Berufspraxis vorgewiesen werden muss. Dieser berufsbegleitende Ausbildungslehrgang dauert bei einem Lernaufwand von 10 Stunden pro Woche insgesamt 33 Monate und wird von der AOK angeboten.