Depression, Burnout, Tinnitus: Umschulung wegen psychischer Erkrankung

Depressionen gehören zu den häufigsten Umschulungsgründen.
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Stress, zu hoher Leistungsdruck, Mobbing durch die Kollegen oder andere Schwierigkeiten im Arbeitsumfeld sind häufige Auslöser für psychische Probleme. Daher ist es nicht nur wichtig, eine Therapie durchzuführen. Wenn diese erfolgreich beendet wurde, kann es auch notwendig sein, das Berufsfeld zu verändern.
Denn nur wenn die Ursachen für die psychische Erkrankung beseitigt werden, ist ein dauerhafter Heilungserfolg möglich. Eine Umschulung kann ein sehr gutes Mittel dazu sein, um den spezifischen Problemen eines bestimmten Berufsfeldes aus dem Weg zu gehen.

 

Eine Umschulung kann bei der Therapie einer Depression helfen

[wp-svg-icons icon=“home“ wrap=“i“]Viele Depressionen werden durch das berufliche Umfeld hervorgerufen oder verstärkt. Gründe dafür können beispielsweise eine zu hohe Verantwortung sein, der sich der Arbeitnehmer nicht gewachsen fühlt. Auch ein hoher Zeitdruck, ein zu hoher Schwierigkeitsgrad der Aufgaben oder ein unsicheres Arbeitsverhältnis kann der Auslöser für eine Depression sein. Auch persönliche Probleme – beispielsweise ein Streit mit den Kollegen – können eine psychische Erkrankung hervorrufen.

Wenn die Situation am Arbeitsplatz für die Erkrankung verantwortlich ist, ist es immer wichtig, nicht nur im Rahmen einer Therapie für eine Heilung der Krankheit zu sorgen, darüber hinaus ist es auch wichtig, dass die krank machenden Elemente aus dem beruflichen Umfeld beseitigt werden. In vielen Fällen ist ein Wechsel zu einem anderen Betrieb ausreichend. In anderen Fällen liegen die Ursachen der Erkrankung jedoch in der Aufgabenstellung eines spezifischen Berufsfeldes. In diesen Fällen ist eine Umschulung sehr hilfreich, um in einem neuen Berufsfeld einen Neuanfang durchzuführen.

 

Berufliche Probleme können ein Burn-out-Syndrom hervorrufen

Eine starke Konkurrenzsituation und eine hohe zeitliche Belastung im Berufsleben sind die wesentlichen Ursachen für das Burn-out-Syndrom. Die Betroffenen müssen in einer Therapie die Folgen dieses Erschöpfungssyndroms bekämpfen, eine dauerhafte Heilung ist jedoch nur möglich, wenn auch die Auslöser im Berufsleben beseitigt werden. Da in den meisten Fällen die Gründe für das Burn-out-Syndrom nicht von einem speziellen Arbeitgeber, sondern allgemein in den Anforderungen in einem bestimmten Berufsfeld liegen, kann auch hier in vielen Fällen eine Umschulung helfen, die Ursachen dieser Erkrankung zu bekämpfen.

 

Tinnitus durch Probleme am Arbeitsplatz

Als Tinnitus wird die Wahrnehmung eines dauerhaften Geräusches bezeichnet, das keine physikalischen Ursachen hat. Die Ursachen für dieses Problem sind vielfältig, sehr häufig entsteht dieses Symptom jedoch aufgrund von Stress oder einer dauerhaften akustischen Belastung. Oftmals liegen die Gründe für das Auftreten des Tinnitus im beruflichen Umfeld.

Eine starke Lärmbelastung am Arbeitsplatz kann beispielsweise den Tinnitus hervorrufen und viel Stress am Arbeitsplatz kann ebenfalls zu einer Erkrankung führen. Daher ist auch bei der Behandlung des Tinnitus eine Umschulung eine geeignete Maßnahme, da die betroffenen auf diesem Wege den Ursachen des Problems aus dem Weg gehen können.

 

Die Finanzierungsmöglichkeiten für die Umschulung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine Umschulung zu finanzieren, wenn man aufgrund psychischer Probleme im bisherigen Beruf nicht mehr arbeitsfähig ist. Wenn die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt wird, ist sicherlich die Berufsgenossenschaft der erste Ansprechpartner für die Finanzierung. Je nach persönlicher Situation kann auch die Rentenversicherung oder das Arbeitsamt für die Finanzierung aufkommen.

Die Rentenversicherung kann beispielsweise Umschulungsmaßnahmen bezahlen, wenn ein Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente besteht oder wenn Sie bereits über mindestens 15 Jahre hinweg Beiträge für diese Versicherung bezahlt haben. Für eine Förderung durch das Arbeitsamt ist es hingegen sehr wichtig, dass sich durch die Umschulung die Aussichten, eine Anstellung zu finden, erheblich verbessern.

 

Wo können Sie sich umschulen lassen?

Bei einer Umschulung aufgrund einer psychischen Erkrankung ist es besonders wichtig, einen Beruf zu wählen, der Sie wirklich erfüllt. Daher ist es beispielsweise sehr sinnvoll, zunächst einige Praktika in den möglichen Bereichen durchzuführen, um zu ermitteln, ob Ihnen der entsprechende Beruf tatsächlich Spaß macht. In allen größeren Städten gibt es ein reichhaltiges Angebot an verschiedenen Bildungseinrichtungen, die Umschulungen in verschiedenen Berufsfeldern durchführen.

Die Institution, die Ihre Umschulungsmaßnahme finanziert, kann Ihnen die Adressen der zugelassenen Einrichtungen übermitteln. Wenn Sie vor Ort keine Möglichkeit finden, den von Ihnen erstrebten Beruf zu erlernen, besteht auch die Möglichkeit, ein Fernstudium zu absolvieren. So erhöht sich die Zahl der Möglichkeiten erheblich und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Sie einen Beruf finden, der Ihnen Spaß macht und in dem Sie Ihre psychischen Probleme überwinden können.

20 Gedanken zu „Depression, Burnout, Tinnitus: Umschulung wegen psychischer Erkrankung“

  1. Hallo,

    ich habe nun vor mehr als zehn Jahren einen Handwerksberuf erlernt. Habe dann allerdings nicht weiter in meinem Lehrberuf gearbeitet, da dieser mich nie wirklich erfüllt hat. Mittlerweile arbeite ich in einem Beruf, in dem meine handwerkliche Ausbildung Einstellungskriterium war, da ich hierfür handwerkliches Background-Wissen brauchte. Leider deprimiert mich meine Arbeit sehr und habe eine Depression entwickelt. Mein Arzt hat mir geraten, mich umschulen zu lassen, da es mir zunehmend schlecht geht und ich keinen Sinn sehe, in dem was ich tue.

    Ich wollte eigentlich immer etwas Soziales machen. Das habe ich im Privatleben durch ehrenamtliche Tätigkeiten als Betreuer im Sportverein und Ferienlager schon früh gemerkt. Nun habe ich etwas Angst, dass das Amt aufgrund meiner Depression mich für eine Erzieherausbildung nicht geeignet hält oder mich lieber wieder in meinem Ausbildungsberuf sieht. Im Handwerk werden Fachkräfte ja schließlich händeringend gesucht.

    Wie sollte ich am besten vorgehen?

    Vielen Dank!!

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    • Hallo Markus,

      danke für Ihre Nachfrage.

      Frustration am Arbeitsplatz kennen sehr viele Arbeitnehmer. Sie schreiben nicht, dass Ihr Arzt Ihnen eine therapeutische oder medikamentöse Behandlung vorschlägt. Wir gehen anhand von Ihren Schilderungen davon aus, dass Sie keine ärztlich diagnostizierte Depression haben. Das heißt nicht, dass es Ihnen gut geht, aber „Depression“ wird umgangssprachlich meist schon verwendet, wenn aus medizinischer Sicht keine Depression vorliegt.

      Aus diesem Grund glauben wir nicht, dass Sie sich Sorgen machen müssten, dass Ihr Antrag auf eine Umschulung „wegen der Depression“ abgelehnt werden würde. Der Antrag auf einen Bildungsgutschein wird ja nur unter bestimmten Voraussetzungen bewilligt. Vermutlich passt es besser zu Ihnen, dass Sie den Antrag mit der Argumentation stellen, dass Sie zum Beispiel einen Burnout haben. Ohne ärztliche Dokumentation wie Atteste wird es eh nicht gehen.

      Zu den Erfolgsaussichten eines Antrags kann man seriös keine Einschätzungen abgeben. Wenn Sie seit vielen Jahren nicht in Ihrem Lehrberuf arbeiten, dann wird der Antrag nicht mit dem Verweis auf Ihre handwerkliche Ausbildung abgelehnt werden. Das Sozialgesetzbuch geht davon aus, dass ein Bedarf an Nachqualifizierung besteht, sobald Sie vier Jahre nicht mehr in dem Beruf gearbeitet haben. Sie sind somit eigentlich auch für den Handwerksberuf nicht mehr ausreichend qualifiziert. Was aber nicht heißt, dass Sie dort nicht sofort wieder eine Berufstätigkeit aufnehmen könnten. Das sind lediglich die Annahmen des Gesetzgebers.

      Ausgestattet mit einem oder mehreren Attesten, in denen Ärzte sagen, dass Sie aus medizinischen Gründen nicht mehr in Ihrem Beruf arbeiten sollten, vereinbaren Sie einen Termin bei der Arbeitsagentur. Es gibt ja keinen Anspruch auf Teilnahme an einer geförderten Maßnahmen, aber Sie haben ein Recht auf Bescheidung Ihres Antrags. Welche Berufe gefördert werden, ist regional sehr unterschiedlich. Dort würde später dann auch über ein Eignungstest die Frage geklärt werden, ob Sie für den Erzieherberuf in Frage kommen.

      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei den nächsten Schritten und alles Gute!

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  2. Hallo!
    Wie sieht es aus, wenn man im Schuldienst arbeitet und verbeamtet ist, aber seit Jahren mit Bauchschmerzen und Schlafstörungen zu kämpfen hat beim Gedanken an die Schule? Gibt es auch für mich ähnliche Chancen einer Umschulung / Weiterbildung? In der Hoffnung auf eine positive Entwicklung für die Zukunft..

    Irene

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    • Hallo Irene,

      vielen Dank für Ihre Nachfrage.
      Ja, auch Beamte können einen Art Umschulung machen, meist in Form einer Weiterbildung. Als Lehrerin müssen Sie ja trotz Lehramtsstudum nicht zwangsläufig arbeiten. Viele Lehrer leiden unter der Lärmbelastung und möchten beruflich nicht mehr mit Kindern arbeiten. Denkbar ist zB ein Wechsel in die Verwaltung, zum Beispiel in einem Schulamt oder im Bildungsministerium Ihres Bundeslandes.
      Für den Wechsel von Lehrern zum Schulpsychologen gibt es in manchen Bundesländern eine Weierbildung, teilweise wird aber auch ein Psychologie-Studium vorausgesetzt.

      Ein bisschen komplizierter wird es, wenn Sie sich in eine ganz andere Richtung beruflich neuorientieren möchten, aber zum Beispiel weiterhin mit Kindern arbeiten möchten. Zum Beispiel kann der Weg von Lehrer zum Sozialpädagogen vielleicht verkürzt werden (Klärung anrechenbarer Leistungen aus dem Lehramtsstudium), aber ohne Studium der Sozialen Arbeit ist der Wechsel nicht möglich, da es sich um eine geschützte Berufsbezeichnung handelt.
      Etwas anders liegt die Situation beim Wechsel von Lehrer zu Erzieher. Hier gibt es die sogenannte Externenprüfung für Erzieher und als Lehrer bringen Sie meist die erforderliche Arbeitserfahrung mit Kindern mit.

      Letztlich müssen Sie bei Ihrem Dienstherren in Erfahrung bringen, welche Möglichkeiten zum Berufswechsel es im Rahmen Ihrer Verbeamtung gibt und wenn diese für Sie nicht in Frage kommen, welche berufliche Förderungen auch außerhalb der Verbeamtung eine Option sein können.

      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei den nächsten Schritten und alles Gute!

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  3. Hallo,

    kann man sich bei einer beginnenden Arthrose vom Arzt attestieren lassen, dass man keine körperlichen Tätigkeiten mehr ausüben kann um vom Arbeitsamt eine Umschulung finanziert zu bekommen?

    Freue mich über eine Nachricht.

    Antworten
    • Hallo Jennifer,

      danke für Ihre Frage, die wir nur bedingt beantworten können. Ab welchem Stadium Ihnen ein Arzt das Vorliegen der Erkrankung attestieren kann und wann noch nicht, können wir nicht beurteilen. Solange Sie aber eine festgestellte Diagnose habe, die bedeutet, dass Sie in absehbarer Zeit nicht mehr in Ihrem Beruf arbeiten können, dann reicht dies in der Regel. Es ist sehr hilfreich, wenn der Arzt im Attest auch das auch ausdrücklich feststellt. Sie sollten das also direkt ansprechen, damit Sie eine entsprechende Formulierung bekommen.

      Die Arbeitsagentur nimmt das Attest als Ausgangspunkt und wird die Diagnose nochmals ärztlich überprüfen lassen. Dabei handelt es sich um eine Standardprozedere. Im nächsten Schritt werden dann denkbare Weiterbildungen / Umschulungen für den Berufswechsel ausgelotet und letztlich über die Bewilligung entschieden.

      Wir halten es grundsätzlich für eine gute Idee, das Thema Umschulung über das Arbeitsamt wegen gesundheitlicher Probleme früh anzugehen, da ja immer noch etwas Zeit vergeht, bis Sie die Maßnahme tatsächlich beginnen können.

      Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg bei den nächsten Schritten!

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  4. Hallo ich arbeite seit der Ausbildung,die ich mit 21 abgeschlossen habe,in der Industrie.Nun bin ich 39 und habe nach zwei einjährigen Elternzeiten gemerkt wie sehr ich meinen Job hasse und mit Bauchweh daran denke.Ich würde am liebsten eine Umschulung zum Erzieher machen,allerdings ist hierfür auch die finanzielle Absicherung während der Umschulung wichtig. Wie hoch stehen die Chancen eine Umschulung mit übergangsgeld bewilligt zu bekommen.

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    • Hallo Wolfgang,

      danke für Ihre Nachricht.

      Interessanterweise berichten viele Arbeitnehmer, dass sie nach der Elternzeit sich beruflich neuorientierten möchten. Kinder verändern die Prioritäten und auch die Sicht auf den Lebensalltag.

      Aus der Perspektive der Agentur für Arbeit ist für die Frage der Finanzierung lediglich relevant, ob Sie unter die Voraussetzungen des § 81 SGB III fallen. Bei Ihnen muss eine Förderung erforderlich sein, damit Sie sich wieder in den Arbeitsmarkt integrieren können. Letztlich darf Ihr momentaner Ausbildungsstand nicht mehr dem aktuellen Standard entsprechenden, so dass Sie keine Anstellung mehr finden können… Dies gilt jedoch auch nur für den Fall, dass Ihr Arbeitsplatz akut gefährdet ist und Sie zeitnah arbeitslos sein werden. Wir gehen davon aus (und das entspricht auch der Verwaltungspraxis), dass dies bei Ihnen nach einer 1-jährigen Erziehungszeit kein Fall mangelnder Qualifikation vorliegt (und drohende Arbeitslosigkeit hatten Sie nicht erwähnt).

      Bauchschmerzen am Sonntagabend, Frustration und Ablehnung des eigenen Jobs kommen leider vielen Arbeitnehmern bekannt vor. Unsere Empfehlung ist, dass Sie sich an diese Gefühlslage nicht gewöhnen sollten, sondern versuchen die negative Energie in einen Antrieb für etwas Neues umwandeln. Für das Arbeitsamt sind die geschilderten Symptome umbeachtlich, soweit sie keinen Krankheitswert haben. Eine Depression oder ein Burnout muss eine so starke Symptomatik haben, dass Ihnen die Ausübung Ihres Jobs in der Industrie nicht mehr möglich ist….

      Zwar ist es (gesetzlich) nicht ausgeschlossen, dass auch Arbeitnehmer mit einem Bildungsgutschein gefördert werden können (Unterhalt während der Maßnahme auf Niveau von ALG1). Überwiegend handelt es sich dabei aber um nebenberufliche Weiterbildungen (Übernahme der Schulungskosten), wobei das Beschäftigungsverhältnis bestehen bleibt und Sie Ihren Lebensunterhalt selbst erwirtschaften.

      Wir würden Ihnen raten, dass Sie nach einer nebenberuflichen Weiterbildung Ausschau halten, die Sie (unabhängig vom Segen der Arbeitsagentur) Ihrem Berufswunsch näher bringt. Hier finden Sie eine Übersicht aller Umschulungsberufe. Wenn es Möglichkeiten für einen nebenberuflichen Berufswechsel gibt, dann werden diese Optionen ausdrücklich genannt. Zur Übersicht: Welche Umschulungen gibt es?
      Wenn Sie sich eher eine Weiterbildung vorstellen können, dann empfehlen wir die Webseite Weiterbildungsfinder, hier: Welche Weiterbildungen gibt es?

      Wir wünschen Ihrer Familie und Ihnen alles Gute und Ihnen viel Erfolg bei den nächsten Schritten in eine neue Richtung!

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  5. Guten Tag,
    aufgrund von Depressionen und Ängsten kann und möchte ich in meinem alten Beruf nicht mehr arbeiten, da hier Situationen und Arbeitsanforderungen entstehen, die ich nicht bewältigen kann. Schon seit längerem setzte ich mich mit anderen möglichen Berufen auseinander und habe auch schon seit über 1 Jahr für mich eine Alternative gefunden, mich an den entsprechenden Schulen beworben und die Antragstellung um die Trägerschaft mit der Kündigung an meiner alten Stelle im April 2021 gestartet. Inzwischen ist mir vom Arbeitsamt aufgrund ärztlichem Anraten und Befunden nach Aktenlage eine eingeschränkte Erwerbsfähigkeit von 3-6h tägl. attestiert und ich sollte und habe für „Teilhabe am Arbeitsleben“ einen Antrag bei der Rentenversicherung gestellt. Nach Gespräch mit der Reha-Beraterin von der RV vor wenigen Tagen muss ich nun an einem 4-6wöchigen Assessment teilnehmen. Meine fokussierte schulische Ausbildung startet aber schon in 3 Wochen und dann erst wieder nächster Jahr und es war mir nicht möglich, schon eher mit einem Berater von der RV zu sprechen. Denn: erst Antrag und Gesundheitsfragebogen bei der AfA, hier Bearbeitungszeit von April bis Juli. Dann erst der Auftrag an mich, den Antrag auf Teilhabe bei der RV zu stellen. Vor Antragstellung, kein informierendes Gespräch mit einem RV Mitarbeiter möglich (wurde abgelehnt und auf vorher nötige Antragstellung verwiesen.)
    Für mich ist die Vorstellung sehr schwierig, ob der verlorenen Zeit. Die Beraterin bleibt bei Ihrem Standpunkt, hätte sogar Rücksprache mit Ihrem Chef gehalten, so wären die Regeln und da führe kein Weg vorbei. Mir wird suggeriert, ich bin „behindert“ und meine Entscheidung für diesen neuen Beruf muss auf’s schärfste überprüft werden. Ich verstehe die Reglements, aber nicht, dass man hier keine verkürzte Variante als Kompromiss finden kann, damit ich die Ausbildung/Umschulung wie schon sehr lange in meiner Lebensplanung vorgesehen, starten kann.
    Nun meine Frage: Was passiert, wenn ich dieses Assessment ablehne und demnach sehr wahrscheinlich nicht von der RV unterstützt werde? Wird dann wieder das Arbeitsamt tätig und kommt noch für eine Trägerschaft in Frage?
    Ich bitte am baldige Antwort, da hier schon in den nächsten Tagen eine Entscheidung fallen muss. Besten Dank!

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    • Hallo,

      danke für Ihre Anfrage.

      Was konkret passieren wird, wenn Sie das Assessment ablehnen, können wir leider nicht beurteilen. Wenn die Rentenversicherung für Sie zuständig ist und Sie sich nicht an deren „Vorschläge“ halten, dann werden Sie nicht zurück an die Arbeitsagentur verwiesen. Das beeinflusst keine Zuständigkeiten, aber vielleicht die zwischenmenschliche Stimmung…

      Wenn die Ansprechpartnerin sagt, dass sie mit Vorgesetzten Rücksprache gehalten hat, dann müssen Sie davon ausgehen, dass Sie sich mit dem von der RV präferierten Weg arrangieren werden müssen. Sie haben ja bereits einiges versucht…

      Wir wünschen Ihnen gute Nerven, Geduld und alles Gute!

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  6. Hallo,
    Ich bin 31 und bei mir wurde Burn out mit einer starken Depression diagnostiziert! Ich war nun 8 Jahre in der Industrie tätig in Wechselschicht (Früh/Spätschicht)! Ich bin komplett ausgebrannt und teilweise komplett überfordert, weil mich mein Vorgesetzter mit Arbeit überhäuft und mir eigentlich so gut wie immer Druck macht und immer 1000% erwartet! Mittwoch hab ich ein Vorgespräch in einer Klinik die auf Fälle wie ich es bin spezialisierst sind!
    Meine Angst ist die Zukunft? werde ich nach der Therapie in meine alte Firma gehen? Bekomme ich eine Umschulung? Wer bezahlt diese? Habe ich überhaupt eine Chance diese genehmigt zu bekommen, egal von welchem Träger? Fragen die mich seit Tagen quälen!

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    • Hallo Doka,

      vielen Dank für Ihre Nachricht.

      Es ist sehr gut, dass Sie sich bei der von Ihnen beschriebenen Symptomatik in einer Klink vorstellen. Fokussieren Sie Ihre Gedanken und Energien zunächst ganz auf sich selbst und Ihre Gesundheit. Ein Klinikaufenthalt kann hierfür die ideale Umgebung sein.

      Wenn es Ihnen gesundheitlich besser geht und Sie wieder arbeitsfähig sind, dann nehmen Sie Kontakt mit der Agentur für Arbeit auf und beantragen Sie eine Umschulung aus gesundheitlichen Gründen. Informieren Sie sich schon vorab, welche Umschulungsberufe für Sie in Betracht kommen könnten, zum Beispiel hier: Welche Umschulungen gibt es?

      Auch wenn es Ihnen frei gestellt ist, sich ganz anders zu entscheiden, mag es doch Sinn machen, dass Sie nach Ihrem Klinikaufenthalt / Therapie, in ein anderes Arbeitsumfeld wechseln. Es muss nicht unbedingt ein neuer Beruf sein, manchmal macht ein anderer Vorgsetzter bereits einen großen Unterschied. Über eine Umschulung haben Sie jedoch die Möglichkeit, sich beruflich nochmal in eine ganz andere Richtung zu entwickeln, wenn Sie das möchten. Die Rentenversicherung ist nicht für Sie zuständig, da Sie noch nicht ausreichend Beitragsjahre eingezahlt haben. Über die Arbeitsagentur stehen Ihnen aber die gleichen Möglichkeiten offen.

      Wir wünschen Ihnen alles erdenklich Gute, insbesondere eine Linderung Ihrer Symptomatik, Lebensfreude und Gelassenheit. Am Ende wird alles Gut werden. Geben Sie sich die Zeit, die Sie für dich benötigen….

      Antworten
      • Das stimmt nicht die RV kann schon wen. Mind 5 Jahre vorliegen ..

        Antworten
        • Im Einzelfall sind immer abweichende Entscheidungen möglich. Wir können jedoch nur allgemein gültige Informationen weitergeben und der Grundsatz lautet, dass die Zuständigkeit erst nach 15 Beitragsjahren bei der Rentenversicherung liegt.

          Antworten
  7. Hallo,
    das Jobcenter hat mir von 2013 bis 2016 eine Umschulung zur Lerntherapeutin finanziert.
    Seit vier Jahren arbeite ich als Erzieherin 22 Stunden/Woche an einer Brennpunktgrundschule in der Ganztagsbetreuung (gefühlt Vollzeit!).
    Inzwischen stehe ich kurz vor dem burnout! Und ich möchte keine Wut auf Kinder entwickeln, die aufgrund ihrer Umwelt, sei es familiär, finanziell, oder oder oder,…unschuldig sind.
    Aufgrund einer Migräneerkrankung habe ich einen Schwerbehindertenausweis (50%).
    Ich wünsche mir nichts sehnlicher als eine Umschulung!
    Über eine Freundin habe ich eine Hundefriseurin kennengelernt. Deren Salon so gut läuft, dass sie keine Neukunden mehr annehmen kann.
    Seit Jahren suche ich nach Ausbildungen, in denen man nicht nur mit Tieren arbeiten, sondern von der man mit der anschließenden Arbeit auch leben kann.

    Finanziert das Jobcenter auch mehrere Umschulungen/Weiterbildungen? Oder an wen müsste ich mich wenden? Wie sind meine Chancen einzuschätzen?

    Viele Grüße

    Antworten
    • Hallo Mary,

      danke für Ihre Nachfrage.

      Ja, es ist denkbar, dass Sie auch eine zweite Umschulung finanziert bekommen, wenn Sie zB in Ihrem ersten Umschulungsberuf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. Der Ablauf ist dann faktisch der gleiche wie bei der ersten Umschulung, also Beantragung eines Bildungsgutscheins.

      Bei der Umschulung zur Hundefriseurin handelt es sich ja nicht um eine staatlich anerkannte Ausbildung. Die erforderlichen Kenntnisse werden Ihnen im Rahmen einer Weiterbildung vermittelt, die Sie jedoch auch über einen Bildungsgutschein abdecken können. Mögliche Anbieter finden Sie zB hier: Umschulung zum/ zur Hundefriseur/in

      Wichtig ist auch, dass Sie sich fit machen in allen rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen rund um die Selbstständigkeit.

      Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg!

      Antworten
  8. Hallo,

    Ich habe leider seit vielen Jahren eine rezidivierende depressive Störung also wiederkehrende Depressionen. Da ich 5 Jahre lang Psychoanalyse gemacht habe weiß ich schon Recht gut warum wieso weshalb und kann mir normalerweise selbst raushelfen. Dennoch habe ich immer wieder depressive Episoden die nicht unerheblich im Rahmen meiner Arbeit ausgelöst werden. Ich bin in einer ziemlichen Stressbranche nämlich der Architektur tätig. Das bedeutet bei mir z.b. ständig viele Überstunden. Alles in allem empfinde ich meine Tätigkeit als überhaupt nicht sinnvoll und Hinsichtlich des Stresspegels in Kombi mit meinen Depressionen als ungeeignet für mich. Ich würde den Beruf heute nicht mehr wählen. Nun habe ich seit November eine akute depressive Phase mit der ich weiter arbeiten aber mittlerweile auch mehrere körperliche Probleme habe U.a Flecken auf der haut, Haarausfall, zeitweise Tinnitus. Kurz um ich kann langsam nicht mehr und möchte gerne etwas anderes machen. Arbeitszeit ist Lebenszeit. Meine Frage… Kann ich hinsichtlich meiner Diagnose auf meine ehemalige Analytikerin zurückgreifen oder muss die Diagnose eine vom Amt benannte Stelle erstellen? Vielen Dank!

    Antworten
    • Hallo,

      danke für Ihre Nachricht.

      Die Diagnose von Ihrer Psychoanalytikerin ist lediglich für die Feststellung Ihres Krankenbildes relevant. Die Empfehlung eines Berufswechsels gilt als ein Indiz, dass die Rentenversicherung oder Arbeitsagentur Ernst nimmt. In der Regel wird jedoch ein weiteres medizinisches Gutachten erforderlich sein. Dieses wird dann direkt von dem Kostenträger in Auftrag gegeben. Es handelt sich hierbei um den regulären Ablauf und es macht keinen Unterschied, ob es sich um eine Diagnose von einem Psychoanalytiker, Psychotherapeuten oder einfach nur Allgemeinmediziner handelt.

      Wenn Sie bereits 15 Jahre Beiträge in die Rentenversicherung einbezahlt haben, dann ist diese auch für eine mögliche Umschulung zuständig. Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg für Ihren Berufswechsel!

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  9. Ich kenne nicht den Grund meiner psychischen Erkrankung, bin aber interessiert an einer Umschulung. Wie kann/sollte ich vorgehen?

    Antworten
    • Hallo,

      danke für Ihre Nachfrage.

      Also letztlich müssen Sie für eine Umschulung nicht wissen, was der Kern der psychischen Erkrankung ist, sondern benötigen eine Diagnose. Die Diagnose richtet sich nach Ihren Symptomen. Für die Umschulung ist auch nicht Voraussetzung, dass die psychische Krankheit von Ihrem Beruf herrührt. Relevant ist die Frage, sind Sie durch Ihren Gesundheitszustand dauerhaft daran gehindert, Ihrer Arbeit nachzugehen und gibt es einen Beruf, der höchstwahrscheinlich zu einer Besserung der Symptomatik führt.

      Vermutlich wissen Sie, was die Punkte sind, die Ihre jetzige Arbeit zu einer Belastung werden lässt. Versuchen Sie zusätzlich zu analysieren, welche Arbeitsumgebung und Tätigkeiten Ihnen gut gelingen und berücksichtigen Sie dies bei der Wahl des Umschulungsberufs.
      Hier finden Sie eine Liste zu Umschulungsberufen.

      Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg!

      Antworten

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