Das Glück dieser Erde…Traumberuf Pferdewirt. © Viktoria Makarova – Fotolia.com

Das Berufsbild

Pferdewirte und –wirtinnen züchten und pflegen Pferde. Sie beurteilen die Tiere und entscheiden über deren Ausbildung für bestimmte Zwecke. Darüber hinaus beraten Pferdewirte die Pferdehalter und trainieren sowohl Tiere als auch Reiter sorgfältig. In einigen Fällen umfasst dieses Training die Vorbereitung auf Turniere.
Derzeit ist eine Spezialisierung als Pferdewirt in fünf Bereichen möglich. Die Fachrichtungen umfassen die Klassische Reitausbildung, die Pferdehaltung, Pferderennen, Zucht und Spezialreitwesen.
Der Beruf des Pferdewirts / der Pferdewirtin setzt eine große Naturverbundenheit und Tierliebe voraus. Die Entscheidung ist nicht eine Entscheidung für einen Beruf, sondern vielmehr für das Leben mit Pferden. Eine gute Beobachtungsgabe ist zwingende Voraussetzung, ebenso wie ein überdurchschnittliches Einfühlungsvermögen.
Pferdewirte finden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung oder Umschulung überwiegend Arbeit in Zuchtbetrieben, Ausbildungs- und Reitställen, Reitsportvereinen, Rennställen sowie in Pferdepensionen.

 

Zukunftsaussichten

Aufgrund der Vielseitigkeit des Berufes und der Beliebtheit des Pferdesports im Allgemeinen sind die Zukunftsaussichten für Pferdewirte und Pferdewirtinnen gut. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung kann zudem eine Weiterbildung zum Pferdewirtschaftsmeister angeschlossen werden. Für diejenigen, die über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügen, kommt auch ein Studium in einem landwirtschaftlichen oder biologischen Kernfach infrage.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die Umschulung und Ausbildung zum Pferdewirt ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die Umschulungsdauer richtet sich sehr stark nach den Vorkenntnissen und Erfahrungen des Kandidaten. Allerdings wird eine 2-jährige Ausbildungszeit generell angesetzt. Im Verlauf der Ausbildung müssen die Kandidaten ihr theoretisches und praktisches Wissen in einer Zwischenprüfung beweisen. Erst nach bestandener Zwischenprüfung und weiteren Ausbildungsstunden ist die Prüfung zum Pferdewirt / zur Pferdewirtin möglich. In Fällen, in denen zwar grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Pferden vorhanden sind, aber sonst Unsicherheit besteht, ob der Alltag eines Pferdewirts die richtige Lebensart ist, bietet sich ein Praktikum an. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Praktika für Leistungsempfänger der Agentur für Arbeit eine gewisse Dauer nur selten und auch nur nach Absprache überschreiten dürfen.

Zu den allgemeinen Ausbildungsinhalten des Pferdewirts gehören Themen wie tiergerechte Pferdehaltung, Tiergesundheit und Tierhygiene. Insbesondere Krankheiten des Bewegungsapparates sowie Tierseuchen und Vergiftungen bei Pferden stehen hier im Mittelpunkt. Die Bewegung und das Arbeiten mit Pferden beinhalten darüber hinaus auch theoretische und praktische Erfahrungen im Ausbilden von Pferden. Wer sich darüber hinaus für die Tätigkeit als Ausbilder interessiert, kann sich nach Abschluss und einiger Berufserfahrung zum Trainer für Reitsport weiterbilden lassen.

Futterzusammensetzung, Futtergewinnung, Lagerung und Fütterung kommen ebenso dazu wie Wissen über die Anatomie und Physiologie der Tiere in Hinblick auf deren Züchtung und Fortpflanzung. Grundlagenwissen über die Prinzipien der Vererbung hilft, Pferderassen einzuordnen und Zuchtplanungen aufzustellen oder zu bewerten. Abgerundet wird die Ausbildung durch Inhalte aus dem Bereich Dienstleistungen und Kundenorientierung. Mithilfe der Betriebs¬wirtschaftslehre werden unternehmerische Grundlagen gefestigt. Zusätzlich kann es erforderlich sein, mit Maschinen und Geräten umzugehen. Daher schließen Unfallverhütung und Sicherheit im Umgang mit Pferden die Ausbildung zum Pferdewirt / zur Pferdewirtin ab.

Zielgruppe

Zugang bekommt in der Regel nur, wer über langjährige Erfahrungen mit Pferden verfügt. Darüber hinaus sind solide Reitkenntnisse und Freude am Umgang sowohl mit Menschen als auch Pferden zwingend erforderlich. Obgleich kein Schulabschluss vorgeschrieben ist, nehmen die meisten Ausbildungsbetriebe sehr gute Hauptschüler und bevorzugt solche mit mittlerem Schulabschluss an.

An persönlichen Voraussetzungen sollten ein Verständnis für die Tiere und eine ausgeprägte Beobachtungsgabe vorhanden sein. Die Bereitschaft und Fähigkeit zur selbstständigen Arbeit ist ebenso wichtig wie Zuverlässigkeit und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Gerade in erstklassigen Zucht- oder Rennställen kann mangelnde Sorgfalt sehr große wirtschaftliche Schäden verursachen. Persönliche Fitness und die Freude an überwiegend körperlicher Arbeit müssen gegeben sein. Pferdewirte und –wirtinnen arbeiten mitunter sehr unregelmäßig und insbesondere vor Wettkämpfen kann die Gesamtlage sehr angespannt sein. Krisen- und selbstständiges Konfliktmanagement sind erforderliche Grundeigenschaften des Umschülers oder Auszubildenden.

 

Fördermöglichkeiten

Je nach den persönlichen Voraussetzungen kann eine Umschulung zum Pferdewirt gefördert werden. Näheres dazu ist von der örtlichen Agentur für Arbeit zu erfragen. In jedem Fall gilt, dass der Umschüler in seinem regulären Berufsfeld keine Aussicht auf Vermittlung haben muss. Zusätzlich sollte sich diese Situation durch die Umschulung zum Pferdewirt / zur Pferdewirtin auch bereits in der Vorausschau ändern.

 

Anbieter der Umschulung

Die Umschulung zum Pferdewirt wird von Reiterhöfen und Reitställen ebenso angeboten wie von Gestüten, landwirtschaftlichen Betrieben und Reitzentren.


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