Ein vielfältiges Berufsbild: Mediengestaltung. © Spectral-Design – Fotolia.com

Das Berufsbild

Mediengestalter/innen werden in den Fachrichtungen „Bild und Ton“ oder „Digital und Print“ ausgebildet. Mediengestalter/innen Digital und Print wiederum verfügen entweder über den Schwerpunkt „Beratung und Planung“, „Gestaltung und Technik“ oder „Konzept und Visualisierung“.
Mediengestalter Bild und Ton produzieren und bearbeiten Bild- und Tonaufnahmen. Sie sind zuständig für die Technik von Medienproduktionen (z. B. Durchführung von Ton- und Bildaufnahmen sowie Vornahme des Schnitts und der Bildmischung). In Betrieben der Medienbranche wie Film- und Tonstudios, Rundfunkanstalten oder Werbeagenturen, Nachrichtenbüros und Multimediaunternehmen sind Mediengestalter/innen Bild und Ton vor allem tätig.
Mediengestalter Digital und Print gestalten gedruckte oder digitale Informationsmaterialien. Entsprechend ihrer Spezialisierung sind sie für Kundenakquisition und Kundenberatung, die Konzeption oder die technische Produktion von Informationsmaterial zuständig. Mediengestalter Digital und Print werden von Agenturen, Verlagen und in der Druckindustrie beschäftigt.

 

Zukunftsaussichten

Die Ausbildung zum Mediengestalter hat sich innerhalb einer von Medien geprägten Gesellschaft zu einem sehr beliebten Ausbildungsberuf entwickelt. Durch diese Entwicklung ist jedoch die Anzahl der Bewerber für jeden zur Verfügung stehenden Arbeitsplatz gestiegen. Wer sich aber für eine Tätigkeit in dem grundsätzlich zukunftsträchtigen Arbeitsfeld Medien wirklich interessiert und eine gute Spezialisierung wählt, der sollte eine Umschulung zum Mediengestalter nicht scheuen.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Umschulungen zum Mediengestalter werden von verschiedenen Fortbildungseinrichtungen in 24-monatigen Ausbildungsgängen angeboten.
Die im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule stattfindende duale Ausbildung von Mediengestaltern dauert drei Jahre.

Mediengestalter Bild und Ton erlernen in der ersten Ausbildungshälfte die Einrichtung medientechnischer Geräte und die Konfigurierung der dazugehörigen Software, den Aufbau von Übertragungseinrichtungen, den Aufbau und die Bedienung von beleuchtungstechnischen Geräten sowie die Aussteuerung von Kameras, den fachgerechten Aufbau von Beschallungsanlagen und die Tonaussteuerung, die Sichtung, Ordnung, Auswahl und Archivierung von Ton- und Bildmaterial, den Einsatz der verschiedenen Arten von Anwendungssoftware sowie Grundlagen des Datenschutz-, Medien- und Lizenzrechts. In der zweiten Ausbildungshälfte werden Kenntnisse vermittelt über die Auswahl von Kamerastandorten, die Festlegung von Bildausschnitten, die Ausleuchtung einzelner Situationen, die Positionierung von Mikrofonen, die Durchführung von Medienproduktionen (einschließlich von redaktionell oder gestalterisch ausgewählten Effekten), die Nachbearbeitung von Ton- und Bildmaterial (Einsatz z. B. von Animationen, Grafikelementen und Tonmischungen), die Abstimmung des Produktionsablaufes innerhalb von Redaktions- oder Projektteams, die Kundenberatung und Leistungsabrechnung sowie die Besonderheiten bei Liveproduktionen.

Mediengestalter Digital und Print erwerben Kenntnisse zu den Grundlagen der Mediengestaltung (u. a. Farbe, Proportion und Kontrast, Erstellung von Layouts, medien- und zielgruppengerechte Gestaltung) und über die Auswahl von Schriften, Farben, Grafiken und Bildern. In der Fachrichtung „Beratung und Planung“ vertiefen angehende Mediengestalter ihr Wissen über Regeln in der Kommunikation mit Kunden, über die Festlegung von Marketingzielen gemeinsam mit den Kunden, die Ableitung von Projektanforderungen und eine marketingmixgerechte Budgetaufteilung sowie über Planung und Nachbereitung von Kunden- und Verkaufsgesprächen, die Ermittlung von Kundenwünschen und die Vorstellung von Projektkonzepten.

Mediengestalter Digital und Print der Fachrichtung „Gestaltung und Technik“ erlernen die Planung der Produktionsschritte, die Übernahme von Informationen aus verschiedenen Quellen, die Aufbereitung von Kundenvorgaben und eigener Gestaltungsideen, die Bearbeitung von Grafiken und Bildern, den Einsatz von Softwaretools, Analog-Digital-Wandlungen, die Steuerung des Produktionsworkflows, die Zusammenführung von Daten, die Verwaltung und Steuerung von Netzwerken und die Prüfung und Korrektur von Ergebnissen. In der Sparte „Konzept und Visualisierung“ werden die Auswertung von Kundenbriefings, die Festlegung von Auftragszielen, die Entwicklung von Gestaltungsvarianten, der Entwurf von Illustrationen, Diagrammen und Grafiken, die Auswahl von Bildmotiven, die präsentationsreife Vorbereitung von Medienprodukten, die Präsentation von Gestaltungskonzeptionen und die produktionsfähige Erstellung von Entwürfen vermittelt.

Zielgruppe der Umschulung

Mediengestalter sollten künstlerische und kreative Neigungen, gestalterisches und handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, Kommunikations- und Teamfähigkeit aufweisen. Teilweise wird als schulische Voraussetzung mindestens ein Realschulabschluss sowie ein Mindestalter von 21 Jahren oder der Abschluss einer anderen Berufsausbildung vorausgesetzt.

 

Wie viel verdient man nach einer Umschulung zum/zur Mediengestalter/in?

Einkünfte während der Ausbildung

Bei berufsbegleitenden Ausbildungsmodi haben ist es für Interessierte möglich, bereits während der Ausbildungszeit Geld zu verdienen. In diesem dualen Modus wechseln die Lernenden stetig zwischen Berufsfachschulen und Ausbildungsbetrieben, um sowohl theoretische als auch praktische Hintergründe zu erlernen. Im ersten Lehrjahr ist ein Gehalt von mindestens € 500 zu erwarten. Im Dritten und Letzten kann es vereinzelt bei € 1.000 pro Monat liegen. Eine klassische schulische Umschulung dauert dagegen zwei Jahre, bringt im Normalfall aber auch keinen Gehaltszettel ins eigene Postfach. Dafür entstehen aber Schulungsgelder, die sehr hoch ausfallen können. Verschiedene staatliche Förderungen erleichtern diesen Ausbildungsweg erheblich. Auch eine Teilzeitausbildung ist möglich. Dabei haben Interessierte die Möglichkeit, Mediengestalter/in zu werden und mit Nebenjobs die Ausbildung zu finanzieren. Neben klassischen Ausbildungsformen ist eine Ausbildung an Hochschulen möglich.

Auch wenn regionale Hochschulen nicht unbedingt über ein eigenes Studienfach der Mediengestaltung verfügen, gibt es Alternativen. Kommunikative und diverse künstlerische Studiengänge verbunden mit wirtschaftlichen Basics, können einen späteren Quereinstieg erleichtern und das spätere Einkommen positiv beeinflussen. Bei berufsbegleitenden Studiengängen ist auch die Finanzierung mithilfe von Nebenjobs möglich.

Einkünfte nach Abschluss der Ausbildung

Nachdem die Ausbildung erfolgreich absolviert wurde, winkt ein Durchschnittslohn von ungefähr € 22.000-35.000 pro Jahr. Während sich das Einstiegsgehalt eher am unteren Spektrum orientiert, ist mit steigender Berufserfahrung auch ein höheres Einkommen möglich. Sogar Gehälter über € 4.000 monatlich sind bei guter Qualifizierung nicht unmöglich. Auch das eingesetzte Fachgebiet spielt dabei eine Rolle. Ebenso der eigene Verantwortungsbereich: Wie auch in anderen Branchen üblich, verdienen Menschen mit größerer Verantwortung mehr Geld. Auch der Standort beeinflusst die monetäre Situation: In den neuen Bundesländern wird im Durchschnitt weniger bezahlt als in den alten Bundesländern.

Für die einzelnen Betriebe sagt dieser Durchschnittswert allerdings wenig aus. Wer Mediengestalter/in werden möchte, mit diesen Zahlen aber unzufrieden ist, hat mit diversen Weiterbildungsmöglichkeiten auch eine Chance auf ein höheres Einkommen. Mögliche Weiterbildungen sind beispielsweise die zum sogenannten Medienfachwirten/in oder Industriemeister/in Printmedien. Als solche sind durchschnittliche Löhne über € 40.000 pro Jahr keine Seltenheit. Auch universitäre Fortbildungen in Form von Bachelor-Lehrgängen sind unter Umständen hilfreich.

 

Fördermaßnahmen

Die Kosten einer Umschulung zum Mediengestalter können durch die Arbeitsagentur mittels eines Bildungsgutscheines übernommen werden, wenn die Umschulung eine bestehende oder akut drohende Arbeitslosigkeit verhindert und keine anderen, zur Beendigung einer (drohenden) Arbeitslosigkeit geeigneten Arbeitsmarktinstrumente bereitstehen.

 

Anbieter der Umschulung

Umschulungen zum Mediengestalter/zur Mediengestalterin sind z. B. bei der „bm – gesellschaft für bildung in medienberufen mbh“ in Köln, der „Akademie der Media GmbH“ in Stuttgart oder der „cimdata.de Medienakademie Berlin“ möglich.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Dem Mediengestalter verwandte Ausbildungsgänge (z. B. Medien- und Kommunikationsmanagement, Medienwirtschaft, Medienjournalismus und Mediensoziologie, Grafik- und Bildbearbeitung, Grafik-Design, Werbegestaltung und Mediendesign) stehen auch als Fernstudium zur Verfügung.

 

Andere Alternativen, um Mediengestalter bzw. Mediengestalterin zu werden

Der Beruf des Mediengestalters bzw. der Mediengestalterin vereint Kreativität sowie Technik. Sie erstellen verschiedenste Medien wie etwa Audiodateien, Prints oder Bildaufnahmen, wodurch sie in zahlreichen Betrieben eine Anstellung finden. Mediengestalter zählt zu einem beliebten Ausbildungsberuf, welcher sowohl als Voll- wie Teilzeitausbildung verfügbar ist. Ebenfalls bieten sich für alle Interessenten spezifische Studiengänge oder die Möglichkeit zum Quereinstieg ein, um Teil der digitalen Welt zu werden.

 

Berufsbegleitende Ausbildung

Mediengestalter als klassischer Ausbildungsberuf besitzt eine Ausbildungszeit von drei Jahren. Möchten Interessenten allerdings eine berufsbegleitende Ausbildung durchführen, können sie sich für eine Umschulung oder spezielle Ausbildungslehrgänge entscheiden. Eine Umschulung zum Mediengestalter bzw. zur Mediengestalterin dauert durchschnittlich zwei Jahre, wobei sowohl Umschulungen mit dem Schwerpunkt Bild und Ton sowie Digital und Print angeboten werden. Die Umschulungslehrgänge besitzen dieselben inhaltlichen Schwerpunkte wie die klassische Berufsausbildung, wodurch die Interessenten unter anderem die Erstellung von unterschiedlichen digitalen Medien wie etwa Grafiken und Ton- und Bildaufnahmen sowie den routinierten Umgang mit der notwendigen Software erlernen.

Generell steht die berufsbegleitende Ausbildung jedem Interessenten offen. Häufig setzen jedoch die Ausbildungsanbieter einen Realschulabschluss und ein Mindestalter von 21 Jahren voraus. Alternativ wird ein anderweitiger Berufsabschluss ebenfalls anerkannt. Besteht Interesse an Diplomlehrgängen, können diese an eigenen Aus- und Weiterbildungsinstituten belegt werden. Die Diplomlehrgänge sind in der Regel kürzer, sodass sie durchschnittlich ein Jahr dauern.

 

Studium

Um den Beruf des Mediengestalters bzw. der Mediengestalterin via Studium zu ergreifen, können Interessenten Bachelor- und Masterstudiengänge mit Fachgebiet Mediendesign absolvieren. Das Studienfachgebiet ist wiederum in mehrere Schwerpunkte unterteilt, wodurch eine breite Auswahl an möglichen Fachstudien in Deutschland zugänglich ist. Beispielsweise kann am der Hochschule Fresenius in Köln bzw. Idstein 3D-Design und Management studiert werden. Crossmedia Design als Bachelorstudium ist an der SRH Hochschule Heidelberg zugänglich.

Einen Studienabschluss in Digital Design und Management können Interessenten an der Europäischen Medien- und Business-Akademie in Berlin, der DMA Medienakademie in Berlin sowie der Akademie der Media in Stuttgart erreichen. Kommunikationsdesign wird an der Fachhochschule in Aachen, der University of Applied Sciences Europa in Berlin sowie der KDA – Kölner Designer Akademie in Berlin angeboten.

 

Quereinstieg

Für all jene Interessenten an der Tätigkeit als Mediengestalter bzw. Mediengestalterin, welche keine kein Studium oder keine Ausbildung absolvieren möchten, besteht die Chance zum Quereinstieg. Als Alternative zur Ausbildung bieten sich für zahlreiche Interessenten Weiterbildungslehrgänge an, welche deutlich kürzer als die herkömmliche Ausbildung sind. Je nach Anbieter der Lehrgänge dauert die Fachausbildung wenige Wochen bis Monate. Ohne Ausbildung können Interessenten den Beruf ausüben, wenn sie meist ein Studium im Bereich Medien und Kommunikation abgeschlossen haben. Auch ein Schulabschluss an einer berufsbildenden höheren Schule ermöglicht einen Quereinstieg. Ebenfalls hilfreich für einen Quereinstieg ist Berufspraxis in einem artverwandten Beruf wie beispielsweise Tontechniker oder Grafiker.

Besteht der Wunsch zu einer Umschulung zum Mediengestalter bzw. zur Mediengestalterin, um den Beruf ausüben zu können, können die anfallenden Kosten durch einen Bildungsgutschein des Jobcenters bzw. der Agentur für Arbeit gedeckt werden. Die Interessenten müssen hierbei allerdings die vorhandenen Voraussetzungen erfüllen.

Wie bewerten Sie dieses Angebot?

Ein Kommentar zu “Umschulung zum Mediengestalter/ zur Mediengestalterin”

  1. Ich befinde mich gerade in einer Ausbildung als Bürokauffrau, die ich im Oktober mit einer Lehrabschlussprüfung abschließen werde.

    Ich interessierer mich sehr für den Bereich Mediendesign – wie kann ich dazu in Klagenfurt eine Umschulung machen ? Welche Möglichkeiten habe ich ? Was benötige ich ?

    Ich würde mich sehr über Ihre Rückmeldung freuen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jaqueline Steiner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.