Umschulung zum / zur Baugeräte-/ Baumaschinenführer/in

Kranführer - für viele seit Kindheitstage ein Traumberuf.

Kranführer – für viele seit Kindheitstage ein Traumberuf.

Baumaschinenführer bzw. Baugeräteführer sind auf kleinen und großen Baustellen unterwegs. Sie sind dafür zuständig, sich um Baumaschinen aller Art zu kümmern, indem sie sie bedienen und die anstehenden Aufgaben mit ihnen bewältigen. Die bestens ausgebildeten Profis arbeiten im Hochbau und im Tiefbau.

Mögliche Arbeitsstätten sind Baustellen, an denen ein Tunnel gebaut wird, an denen eine neue Brücke entsteht oder an denen Straßen, Wohnhäuser oder Nutzbauten entstehen. Manche Spezialisten für Baumaschinen wechseln aber auch die Seite in Richtung der Herstellerfirmen. Dort können sie im Vertrieb oder in der Beratung arbeiten oder sich – eventuell nach einem betriebswirtschaftlichen Studium – Managementaufgaben widmen. Neben diesen wichtigsten Tätigkeitsfeldern bieten auch noch weitere Jobs an. Dies können der Garten- und Landschaftsbau, der Abbau von Kies, Steinen oder Sand oder der Verleih von Baumaschinen sowie einige weitere sein.

Wie sich die Branche entwickelt und welche neuen Impulse sicherlich auch den Berufsalltag von Baumaschinenführerinnen und -führern bestimmen, erfahren Interessenten bei den großen Branchenverbänden. Dazu gehört zum Beispiel der Bundesverband Bausysteme e.V. oder die Bundesvereinigung Bauwirtschaft.

 

Welche Zukunft erwartet die Absolventen nach der Umschulung zum Baugeräteführer?

Die Baubranche ist ein Bereich, der immer wieder Veränderungen und aktuellen Trends unterworfen ist. Mal wird mehr, mal weniger gebaut. Doch es gab wohl noch kaum eine Phase, in der das Bauen grundsätzlich zum Erliegen kam. Wer sich also für einen Job als Baumaschinenführer interessiert und die Umschulung in Erwägung zieht, sollte nicht verzagen. Mit dem richtigen Engagement und dem frühen Knüpfen von Kontakten innerhalb der Bauindustrie kommen Ambitionierte hier sicherlich zum Ziel.

Besonders wichtig ist es hier auch, dass Baumaschinenführer derart vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Wer beispielsweise nicht auf einer Baustelle arbeiten kann oder möchte, kann beispielsweise in einem Baumarkt oder beim Hersteller Beratungsaufgaben übernehmen. Auch in einigen Speditionen oder Baustoffunternehmen gehören die Experten für Baumaschinen zu den sehr gefragten Arbeitnehmern.

 

Welche Umschulungsinhalte und Dauer

Baumaschinenführer müssen eine spezifische Weiterbildung absolvieren, um diese Berufsbezeichnung tragen zu dürfen. Die Prüfung, die vor dem Abschluss abzulegen ist, unterliegt einer bundesweit einheitlichen Prüfungsordnung. Wer die Umschulung beziehungsweise Weiterbildung absolvieren möchte, muss zuvor eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Außerdem muss er oder sie eine mindestens einjährige Berufserfahrung nachweisen können. Die bisherige Ausbildungsrichtung muss mit der Baubranche in Verbindung stehen.

Während der Weiterbildung, deren Länge unterschiedlich ausfallen kann, stehen unterschiedliche Lern- bzw. Lehrmodule auf dem Programm. Hier geht es zum Beispiel um die Grundlagen des Bauhandwerks, um den Tief- und den Straßenbau, um die Ausbildung an Baumaschinen unterschiedlichster Art und um Gefahrgüter. Die Prüfung, die nach den Kursen absolviert wird, wird von den Industrie- und Handelskammern abgenommen. Um aktuelle Termine zu erfahren, können sich Interessenten dort erkundigen. Geprüft wird in verschiedenen Themenbereichen, und zwar mündlich und schriftlich.

Es gibt verschiedene Fachrichtungen, und zwar Hochbau, Erd- und Tiefbau sowie den Straßenbau. Wer möchte, kann auch unterschiedliche Baumaschinenführerscheine erlangen. Je nachdem, in welchem Tätigkeitsbereich ein Baumaschinenprofi arbeiten möchte, kommen hier zum Beispiel die Bedienberechtigungen für Flurfördergeräte, der „Europäische Kranführerschein”, der Führerschein C/ CE oder die Berechtigung zur Durchführung von Gefahrguttransporten infrage.

 

Passt diese Umschulung denn auch wirklich zu mir?

Wer sich für die Weiterbildung oder für eine Umschulung zum Baumaschinenführer oder zur Baumaschinenführerin interessiert, hat in der Regel schon besondere Vorkenntnisse im Bereich des Bauwesens. Ein gewisses Interesse für den Aufgabenbereich sollte also genauso vorausgesetzt werden können wie Erfahrungen mit der Arbeit auf Baustellen. Es ist wichtig, dass die Profis ihre Baumaschinen jederzeit voll im Griff haben.

Gerade dann, wenn es um sehr große und schwere Gerätschaften geht, ist dies eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Wer beispielsweise einen Kran bedient, muss diese mit viel Gespür und Konzentration tun, um Sachen und Menschen nicht zu gefährden.

 

Förderung oder Finanzierung

Wer eine Umschulung zum Baugeräteführer anstrebt, hat sicherlich einen sehr guten Grund dafür. Häufig sind es persönliche Härtefälle oder Erkrankungen, die diesen Schritt notwendig machen. So kann es beispielsweise vorkommen, dass die harte körperliche Arbeit auf einer Baustelle zu starken Rückenbeschwerden oder anderen Problemen führt. Wer jetzt klug handelt und sich mit den Verantwortlichen von der Agentur für Arbeit in Verbindung setzt, kann eventuell eine Förderung für die Weiterbildung beziehungsweise Umschulung erlangen.

Besonders gute Chancen bestehen dann, wenn die Umschulung zum Baumaschinenführer oder zur Baumaschinenführerin den Weg aus einer längerfristigen Arbeitslosigkeit bedeutet. Allerdings geht es hier immer um Einzelfallentscheidungen, sodass keine allgemeine Aussage getroffen werden kann. Wer während der Umschulungszeit eine andere Finanzierungsquelle benötigt, kann gegebenenfalls auch einen privaten Kredit – beispielsweise bei seiner Hausbank – aufnehmen.

 

Wer bietet solche Umschulung an und an wen kann ich mich wenden?

Die Ausbildung oder Umschulung zum Kranführer oder zum Baumaschinenführer erfolgt in der Regel über Kurse. Es gibt unterschiedliche Ausbildungsanbieter, zu denen beispielsweise der TÜV Süd gehört. Auch die Agil mbH, der TÜV Nord und einige andere stehen als ausbildende Stellen zur Verfügung.

 

Gibt es Fernkurse oder Fernstudiengänge, die ich als Alternativen nutzen könnte?

Die akademische Alternative zum Beruf des Baumaschinenführers zu finden, ist nicht ganz trivial. Selbstverständlich gibt es keine hundertprozentigen Entsprechungen in diesem Bereich. Für Personen, die bereits ein Studium abgeschlossen haben, sind auch Aufbaustudiengänge und Kurse verfügbar. Besonders interessant und flexibel wird es dann, wenn die Ausbildungswege aus der Ferne beschritten werden.

Es gibt zahlreiche Anbieter und in deren Angeboten wiederum zahlreiche Studienangebote. Eine davon ist der Master of Engineering im Bereich Baulicher Brandschutz und Sicherheitstechnik an der TU Kaiserslautern. Auch der Zertifikatslehrgang Bausanierung und der Lehrgang Baustatik am ILS oder der Lehrgang zur Elektrofachkraft IHK für festgelegte Tätigkeiten nach BGV A3 (Gebäudetechnik, Veranstaltungstechnik) an der SGD  kommen infrage.

Die Kosten und auch die Längen und Inhalte dieser einzelnen Studien- und Kursangebote weichen stark voneinander ab. Es empfiehlt sich also, die infrage kommenden Möglichkeiten zu prüfen und dann für die eigene Person besten Weg in die Baumaschinenbranche zu finden.

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