Umschulung zur Fachkraft für Abwassertechnik

Fachkräfte für Abwassertechnik werden vor allem von kommunalen Betrieben angestellt.

Fachkräfte für Abwassertechnik werden vor allem von kommunalen Betrieben angestellt.

Es gibt Berufe, ohne die unser Alltag wesentlich unangenehmer wäre und die trotzdem nicht allzu bekannt sind. Einer davon ist derjenige der Fachkraft für Abwassertechnik. Wer sich für eine Umschulung in diesem Bereich entscheidet, tut in der Regel viel für die Allgemeinheit.

Die Profis für die Abwassertechnik finden ihren Arbeitsplatz entweder in einem Industrieunternehmen oder bei einem öffentlichen Arbeitgeber – etwa bei einer Stadt oder Gemeinde. Von der Abwasserreinigungsanlage über das Labor bis hin zum Pumpwerk reicht die Palette der Arbeitsumgebungen. Es ist je nach Tätigkeitsbereich beispielsweise die Aufgabe dieser Experten, die unterschiedlichsten Abläufe in Entwässerungsnetzen zu optimieren. Auch das laufende Überwachen, das Steuern und die Dokumentation der Prozesse gehören für sie fest dazu.

Ein weiterer Verantwortlichkeitsbereich kann die Behandlung der herausgefilterten Stoffe beziehungsweise die Klärschlamm- und Abwasserbehandlung sein. Wenn die Fachkräfte in einer Kläranlage tätig sind, haben sie in der Regel auch viel mit Analysen zu tun. Sie handeln dabei verantwortlich und sorgen beispielsweise dafür, dass keine Gefahrenstoffe oder anderen Verunreinigungen im Wasser zurückblieben. In diesem Sinne schützen sie alle Lebewesen, die später mit den entstandenen Stoffen in Kontakt kommen.

Viele Wertvolle Informationen für alle Profis im Abwasserbereich oder für alle, die Profis werden möchten, bietet der Deutsche Verband für Abwassertechnik DWA auf seiner Website. Dort werden auch Kontaktadressen bereitgehalten.

 

Welche beruflichen Aussichten habe ich nach der Umschulung?

Wo Menschen leben und wo auf Hygiene und eine optimale Versorgung geachtet wird, sind Fachkräfte für Abwassertechnik gefragt. Darüber hinaus sind die Profis dort wichtig, wo solche Systeme gerade erst entstehen. Hier bieten sich beispielsweise auch Entwicklungshilfeprojekte der unterschiedlichsten Art als Arbeitsorte an. Da es wie erwähnt zahlreiche potenzielle Arbeitsplätze und Arbeitgeber für Abwassertechnik-Fachkräfte gibt, ist es auch um die Zukunftsaussichten recht gut bestellt.

Um einen Job im gewünschten Bereich zu ergattern, sollten sich die Umschüler schon vor ihrem Ausbildungsstart bei den potenziellen Arbeitgebern nach den Perspektiven erkundigen. So kann der regionale Arbeitsmarkt gescannt werden und es kommt nach der Umschulung sicherlich höchstens zu positiven Überraschungen.

 

Was lerne ich während der Umschulung und wie lange dauert sie?

Bei der Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik handelt es sich um eine klassische duale Ausbildung, die teils in der Berufsschule und teils im Betrieb stattfindet. Sie dauert im Regelfall drei Jahre und entspricht den im Berufsbildungsgesetz definierten Vorschriften. Wenn die Umschulung nach einer Ausbildung in einem sehr ähnlichen Bereich erfolgt, sollten sich die Anwärter vor der Umschulung nach Verkürzungsmöglichkeiten erkundigen. Darüber hinaus ermöglichen es viele Kammern beziehungsweise Betriebe und Berufsschulen, dass die Ausbildung aufgrund exzellenter Noten in der Berufsschule und/oder aufgrund eines vorliegenden Abiturzeugnisses verkürzt wird. Insofern kann die Umschulungsdauer nach unten hin von der Ausbildungsdauer abweichen.

Was im Betrieb gelernt wird, hängt vor allem von der Art des Arbeitgeberunternehmens ab. Die Berufsschule achtet vor allem auf die naturwissenschaftliche und handwerkliche Ausbildung. Hier werden beispielweise Biologie, Chemie und Biologie sowie Mathematik gelehrt. Dies ist wichtig, damit später die Eigenschaften der Flüssigkeiten und Feststoffe beurteilt werden können, mit denen die Fachleute zu tun haben. Darüber hinaus stehen das Werken und die Technik auf dem Stundenplan, denn die Fachkräfte für Abwassertechnik müssen später auch wissen, wie seine Maschinen funktionieren und wie sie gegebenenfalls repariert werden können.

 

Für wen ist die Abwassertechnik-Umschulung geeignet?

Vor einer Umschulung zur Abwassertechnikfachkraft sollten sich die Interessenten fragen, ob sie die notwendigen Fähigkeiten mitbringen. Die meisten Arbeitgeber stellen in diesem Bereich Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss ein.

Darüber hinaus kommt es den Fachkräften für Abwassertechnik zugute, wenn die Umschüler handwerklich geschickt sind und sehr sorgfältig an ihren Versuchen oder Werkstücken arbeiten. Schnelles Handeln und eigenständiges Schlussfolgern in Gefahren- oder Störungssituationen ist ebenfalls wichtig.

 

Welche Möglichkeiten gibt es zur Förderung und Finanzierung?

Eine duale Ausbildung, die nach dem Ausbildungsgesetz geregelt ist, muss nicht vom Umschüler bezahlt werden. Ganz im Gegenteil – wer sich für eine Umschulung zur Fachkraft für Abwassertechnik entscheidet, erhält eine monatliche Ausbildungsvergütung. Diese liegt im Durchschnitt bei etwa 850 bis 950 Euro und steigt vom ersten bis zum dritten Ausbildungsjahr an.

Falls beispielsweise aufgrund eines persönlichen Härtefalls mehr Geld benötigt wird, um die Ausbildung absolvieren zu können, sollte die betreffende Person sich an die Agentur für Arbeit wenden. Im Einzelfall sind Förderungen möglich, es ist ein gewisser Ermessensspielraum für den Sachbearbeiter gegeben.

 

Auf welche Anbieter für die Umschulung kann ich zurückgreifen?

Die Umschulung oder Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik wird dort absolviert, wo die Fachkräfte benötigt werden. Dies bedeutet, dass sich Interessierte direkt an den Betreiber einer Kläranlage, an eine öffentliche Verwaltung, an einen Abwasserverband oder eine ähnliche Stelle wenden können, um sich zu bewerben. Ein kurzes Telefonat bei den entsprechenden Unternehmen der Region führt oft schnell zum Ziel.

 

Umschulung von zu Hause aus: flexibel und komfortabel.

Umschulung von zu Hause aus: flexibel und komfortabel.

Fernstudium als Alternative: Was bietet sich an?

Wer sich für den Beruf der Fachkraft für Abwassertechnik interessiert, muss nicht zwangsläufig den Ausbildungsweg einschlagen. Auch ein Fernstudium ist eine spannende und vor allem äußerst flexible Alternative. Wer schon einen Uni- oder FH-Abschluss besitzt und zwei Jahre Berufserfahrung gesammelt hat, kann zum Beispiel „Wasser und Umwelt“ an der Uni Hannover im Fernstudium studieren.

Ähnliche Angebote gibt es auch an anderen Hochschulen, zum Beispiel das Masterfernstudium ProWater an der RU Braunschweig. Als Fernlehrgang eines privaten Anbieters kommt beispielsweise die Fernschule Weber mit dem Lehrgang „Technischer Umweltschutz“ infrage.

Bei den einzelnen Anbietern können Auskünfte zu den Studien- und Kursgebühren, zum nächsten Studienstarttermin sowie zur Länge der Bildungsangebote eingeholt werden.