Aufbaustudiengang Kunst

Sie möchten Ihre künstlerische Ader leben? Wie wäre es mit einem Aufbaustudium in Kunst?

Unter einem Aufbaustudium im Themengebiet Kunst können sich viele Menschen nichts Konkretes vorstellen. Dabei gibt es viele praktische Anwendungsbereiche, in denen ein Grundstudium weiter vertieft werden kann.

Kunsttherapie

Mit einem Studium der Kunsttherapie erwerben Sie vielfältige Fähigkeiten, Menschen mit der Anwendung ihres Wissens zu helfen. Die Kunsttherapie kann dazu dienen, dass Patienten sich ausdrücken können, obwohl Sie sonst erheblichen Einschränkungen diesbezüglich unterworfen sind. Sie können aus Bildern ihres Gegenübers Rückschlüsse auf seine oder ihre mentale Verfassung ziehen. Sie sind in der Lage Farb- und Formgebung zu analysieren und ihre Schlüsse daraus zu ziehen. Insbesondere für Menschen mit psychosozialen Erkrankungen kann die Kunsttherapie sehr heilsam sein.

Im Aufbaustudium der Kunsttherapie widmen Sie sich nicht nur künstlerischen, sondern auch medizinischen und psychologischen Sachverhalten. Sie lernen zudem die verschiedenen Synergien und auch Differenzen von künstlerischen und therapeutischen Prozessen kennen.

Die Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn bietet als einige der wenigen Institute in Deutschland ein Aufbaustudium in Kunsttherapie an. Ein künstlerischer Hochschulabschluss ist für die Anmeldung notwendig. Bei einem anderen Grundstudiengang kann ihre Eignung im Rahmen eines Zulassungsverfahrens geprüft werden. Zudem benötigen Sie mindestens vier Wochen Praxiserfahrung in einem kunsttherapeutischen oder artverwandten Arbeitsumfeld. Abschließend reichen Sie eine künstlerische Mappe ein und nehmen an der Aufnahmeprüfung teil.

Der zweite namhafte Anbieter ist die Hochschule für bildende Künste Dresden. Auch hier benötigen Sie ein abgeschlossenes Kunsthochschulstudium, sowie eine Mappe und müssen die Eignungsprüfung bestehen. Nach vier Semestern haben Sie den Titel Dipl. Kunsttherapeut/-in erworben. Das Studium findet bewusst in kleinen Gruppen statt, um einen möglichst hohen Lerneffekt zu bieten.

Während des Studiums der Kunsttherapie erlernen Sie Kenntnisse in:

  • medizinischen Sachverhalten
  • künstlerischen Ausdrucksmethoden
  • psychologischen Zusammenhängen

 

Kunstgeschichte

Wenn Sie bereits privates Interesse an Kunst und historischen Sachverhalten haben, können Sie diese Themenfelder mit einem Aufbaustudium in Kunstgeschichte weiter vertiefen, verbinden und beruflich nutzbar machen. Im Rahmen des kunstgeschichtlichen Studiums befassen Sie sich mit bedeutenden Künstlern verschiedener Epochen, sowie den unterschiedlichen Genres und Stilrichtungen. Dabei beschränken Sie sich nicht nur auf Skulpturen und Gemälde. Auch Bauwerke, Installationen oder Filme zählen zur Kunst und damit irgendwann auch zur Kunstgeschichte. Im Rahmen ihres Aufbaustudiums steht es ihnen offen, ein breites Wissen über viele Fachbereiche zu erlangen oder sich auf eine Epoche, einen Stil oder einen Künstler zu spezialisieren. In der Regel überwiegen die theoretischen Inhalte im Studium der Kunstgeschichte aber einige Hochschulen reichern den Lehrplan immer wieder mit Praxismodulen und Praktika an.

In dem Aufbaustudium Kunstgeschichte benötigen Sie neben dem Nachweis ihrer fachlichen Eignung keine separate künstlerische Mappe, gerade weil das Studium in der Regel so theoretisch geprägt ist. Dagegen sollten Sie neben den fachlichen Grundlagen ihres Erststudiums eine gute Allgemeinbildung in den Fächern Deutsch, Geschichte, Philosophie und Religion besitzen.

Die Anwendung ihrer Kenntnisse kann sowohl innerhalb eines Angestelltenverhältnisses als auch freiberuflich erfolgen. In Galerien und Auktionshäusern finden Sie am ehesten einen Arbeitgeber. Für den Schritt in die Selbstständigkeit bieten sich Führungen durch Galerien oder Ausstellungen an. Sie können natürlich auch eigene Ausstellungen konzipieren und durchführen.

In Deutschland können Sie Kunstgeschichte ausschließlich an Universitäten studieren. Andere Anbieter gibt es für diesen Studiengang nicht. Dafür bieten diverse Standorte dieses Aufbaustudium an. Ein berufsbegleitendes Studium zum Kunsthistoriker können Sie kaum verwirklichen, da Universitäten in der Regel auf den Präsenzunterricht bestehen.

Mit einem Master in Kunstgeschichte können Sie in folgenden Berufen arbeiten:

  • Galerist
  • Kurator
  • Historiker

 

Kunstpädagogik

Nach dem Aufbaustudium Kunstpädagogik steht weniger das Erstellen eigener Kunstwerke im Vordergrund, sondern Sie motivieren und inspirieren andere, sich selbst künstlerisch auszudrücken.

Kunstgeschichte und Pädagogik sind die beiden Grundpfeiler des Studienganges und verschaffen ihnen zum einen das theoretische Wissen, um sich in diesem Thema sicher zu bewegen und zum anderen die Befähigung anderen, methodisch korrekt, neue Sachverhalte beizubringen. Für die verständliche Vermittlung von Wissen enthält das Studium auch eine didaktische Grundausbildung sowie bildnerisches Gestalten und Kommunikation. Auch psychologische Aspekte werden thematisiert. Sowohl für das Lernen selbst als auch für die Einstellung dazu sind psychologische Zusammenhänge oft sehr wichtig. Literarische Werke und Musikstücke werden ihnen möglicherweise auch begegnen, da es sich ebenfalls um Kunstformen handelt und Sie daher auch Teil des Kunstpädagogikstudiums sind.

Einer der am häufigsten ergriffenen Berufe von Kunstpädagogen ist der des Lehrers. Das Studium bereitet Sie optimal auf lehrende Tätigkeiten vor, wenngleich Sie auch andere Berufe ergreifen können. Beispielsweise können Sie auch in Jugendzentren, Museen, Kindergärten oder der Erwachsenenbildung tätig werden. Hier haben Sie oft mehr Freiheiten, als im Lehramt an staatlichen Schulen. Sollte die Laufbahn als Lehrer doch ihre Wahl sein, benötigen Sie zwingend einen Masterabschluss, um damit das Staatsexamen zu erwerben.

Nur wenige Universitäten bieten ein Aufbaustudium mit Schwerpunkt Kunstpädagogik an. Sie müssen gegebenenfalls Flexibilität beweisen und auch für die Dauer des Masterstudienganges einen Ortswechsel in Betracht ziehen.

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