Berufswechsel als Koch/Köchin: Raus aus der Großküche!

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Keine Lust mehr auf Stress in der Großküche?

Der Beruf als Koch bringt viele Vor- und Nachteile mit sich. Die Arbeit in einer Großküche stellt dabei noch einmal eine besondere Herausforderung dar. In erster Linie haben Köche und Köchinnen in Großküchen im Vergleich zu ihren Kollegen in Restaurants geregelte Arbeitszeiten und sind seltener in den Abendstunden beschäftigt, doch das wahre kulinarische Können kommt in Großküchen, in Kantinen und bei Cateringunternehmen nur selten zur Geltung.

Wenn Sie aufgrund Unterforderung, schlechtem Arbeitsklima und fehlender Abwechslung die Freude an Ihrem Beruf verlieren, dann ist Zeit für eine Veränderung. Das Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten ist groß. Wer über einen Wechsel als Koch in eine anderen Job nachdenkt oder gar einen ganz neuen Beruf ergreifen möchte, sollte jedoch einige wichtige Dinge beachten.

 

Eine Ausbildung als Koch – und dann?

Unter der Berufsbezeichnung Koch versteht man gemeinhin all diejenigen, die in einer Restaurant- oder Großküche in der Funktion eines Kochs tätig sind. Allerdings ist zum Einen keine Ausbildung notwendig, um als Koch arbeiten zu können. Ungelernte Köche gibt es sogar überraschend häufig, da es sich um einen anstrengenden und zeitintensiven Ausbildungsberuf handelt. Zum Anderen unterscheidet man auch innerhalb der Berufsgruppe der Köche verschiedene Gruppen. Großküchenköche arbeiten zum Beispiel ganz anders als Diätköche, Schiffsköche oder spezialisierte Restaurantköche.

Ihre Ausbildung gleicht sich jedoch nur insofern, als dass sie alle zu Beginn einmal eine duale Ausbildung als Koch absolviert haben. Die individuellen praktischen Schwerpunkte der Ausbildung hängen vor allem von der Einrichtung ab, in welcher sie als Auszubildende gelernt haben. Die theoretische Ausbildung unterscheidet sich nicht. Insofern besteht der Vorteil, dass es nicht relevant ist, in welchem gastronomischen Bereich Sie zuletzt gearbeitet haben. Die formalen Voraussetzungen für Umschulungen oder Weiterbildungen für Köche erfüllen Sie in jedem Fall.

 

Spezialisierungen für Köche – Ist eine Fortbildung nötig?

Wer in einer speziellen Einrichtung arbeitet, hat meist eine Weiterbildung absolviert und sich auf diesem Weg als Diätkoch/-köchin, Schiffskoch/-köchin etc. empfohlen. Doch auch eine Fortbildung ist nicht zwingend erforderlich und hängt meist nur von den Anforderungen des Arbeitgebers ab. Meist genügt die grundständige Ausbildung als Koch/Köchin und das notwendige küchenspezifische Wissen wird während der Tätigkeit erworben. Anderes gilt jedoch bei einer Spezialisierung auf die Bedürfnisse kranker Menschen. Hier ist eine entsprechende Schulung erforderlich.

 

Weiterbildung zum Diätkoch

Die Seminare zum diätisch geschulten Koch können an einigen ausgewählten Standorten besucht werden. Inhaltlich spielen insbesondere auch menschliche Anatomie, biochemische Prozesse und Krankheitslehre.

 

Fortbildung Patisserie

Sie sind als Koch oder Köchin ausgebildet und es zieht Sie hin zum Süßen? Patissier bzw. Patissière ist ein anerkannter Umschulungsberuf und kann durch Ihre Vorbildung auf eine zweijährige Ausbildungszeit verkürzt werden. Das gleiche gilt für die Umschulung Konditor / Konditorin.  Wer einfach nur seine Fähigkeiten in der Herstellung von Desserts, Kuchen, Eis und anderen süssen Leckereien erweitern möchte, der findet bei der Akademie des Hotel- und Gaststättenverbands Seminarangebote.

 

Wenn Küchenstress zur gesundheitlichen Belastung wird

Eine Großküche dient dazu, möglichst zügig viele Menschen mit Essen zu versorgen. Meist werden mehrere Speisen angeboten und gleichzeitig zubereitet. Großküchen findet man häufig in Cateringunternehmen, Klinken, Pflegeeinrichtungen, Kaufhäusern oder größeren Unternehmen. Damit einhergehend ist der Zeitdruck: Niemand kann und möchte lange auf seine Speisen warten. Abhängig von der Vielfalt der angebotenen Gerichte und der Anzahl der zu versorgenden Personen handelt es sich folglich um eine sehr stressige und hektische Arbeitsatmosphäre. Möglichkeiten zur individuellen Zubereitung gibt es kaum. 

 

Der Verzicht auf Freizeit ist für viele ein hartes Los und Grund für den Berufswechsel

Die Nachfrage nach Restaurantköchen ist regional sehr verschieden. Auch die Arbeitsbedingungen unterscheiden sich stark. Kleine Lokale beschäftigen häufig nur einen Koch, sodass diesem eine hohe Verantwortung zukommt. Auch das Arbeitspensum ist für diese Einzelköche meist sehr hoch, inklusive Arbeitszeiten bis tief in die Nacht. Umso weniger verwunderlich ist es, dass etwa die Hälfte der angehenden Köche ihre Ausbildung nicht beendet. Köche in einer Großküche sind die Arbeit unter Stress jedoch gewohnt. Die Umstellung besteht für sie besonders darin, nun mit kleineren Mengen, zeitlich versetzt und individueller zu kochen. Doch nach einiger Zeit sollten sich die anfänglichen Probleme damit wieder gelegt haben.

Die hauptsächlichen Betriebszeiten eines solchen Lokals sind am Abend und am Wochenende. Das heißt, die Köche verzichten oftmals auf einen entscheidenden Teil ihrer Freizeit. Die Arbeitszeiten in einer Restaurantküche können so schnell zur Belastung für die Familie und den Freundeskreis werden. Für einen Berufswechsel weg aus der Gastronomie gibt es verschiedene Optionen.

 

Etwas ganz anderes machen – Berufswechsel als Koch

Die Ausbildung zum Koch ist die ideale Grundlage für eine berufliche Neuorientierung in andere Branchen. Wem Hygiene am Herzen liegt, für den ist zum Beispiel eine Umschulung zum Lebensmittelkontrolleur eine interessante Option. Lebensmittelkontrolleurinnen sind bei den Gesundheitsämter angestellt (Verdienst nach Tarif Öffentlicher Dienst). Das Arbeitspensum ist hoch, doch ohne Überstunden oder Schichtarbeit. Zugangsvoraussetzung ist der Meisterbrief als Koch, Bäcker, Metzger etc. Eine Weiterbildung zum Betriebswirt kann einen Kochgesellen jedoch auch ausreichend qualifizieren. Weiterbildungsmöglichkeiten hierfür finden Sie weiter unten in diesem Artikel.

Wenn Sie sich für einen Wechsel in die lebensmittelherstellende und -verarbeitende Industrie interessieren, dann ist die Umschulung Lebensmitteltechniker / Lebensmitteltechnikerin für Sie passend. Die Qualifizierung wird meist nur als dreijährige betriebliche Ausbildung angeboten, durch eine abgeschlossene Berufsausbildung als Koch können Sie jedoch sich einzelne Ausbildungsabschnitte anerkennen lassen. Lebensmitteltechniker arbeiten überwiegend in der Getränkeindustrie, bei Großbäckereien, Molkereibetrieben und großen Lebensmittelherstellern, was jedoch auch Schichtarbeit und Arbeit am Wochenende bedeuten kann.

 

Wichtiger Hinweis
Wenn Sie einen neuen Beruf lernen möchten und keinen Quereinstieg mit Ihrer bisherigen Berufsausbildung beabsichtigen, dann kommt für Sie eine Umschulung in Betracht. innerhalb von zwei Jahren kann qualifiziert in einen ganz anderen Beruf gewechselt werden, denn meist ist die konkrete Vorausbildung nicht relevant. Eine Liste aller Umschulungsberufe finden Sie hier: Welche Umschulungen gibt es? 

 

Die Vielfalt der Gastronomie

Der Bereich Gastronomie umfasst selbstverständlich nicht nur die Küche. Zwar sind Köche natürlich speziell dafür ausgebildet und können die Anforderungen dort so gut bewältigen wie kein anderer, doch auch außerhalb der Küche gibt es vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten.

 

Umschulung zum Restaurantfachmann oder Hotelfachfrau

Naheliegend ist zunächst der Wechsel in den Service. Das heißt, die Köche und Köchinnen übernehmen dann die Aufgaben der Restaurantfachleute und bereiten Tische vor, betreuen die Gäste, nehmen Bestellungen auf und servieren. Überdies sind sie für die Abläufe im Hintergrund zuständig, leiten die Bestellungen der Gäste weiter und kümmern sich häufig auch um die Warenbeschaffung. Diese Arbeit können sie sowohl in Restaurants als auch in Hotels ausführen. Köche und Köchinnen gelten dann jedoch als ungelernte Angestellte und erzielen ein entsprechend geringeres Einkommen. Abhilfe kann in solch einem Fall eine Umschulung zum Restaurantfachmann oder Hotelfachmann schaffen. Diese Umschulung kann sich auch dann als nützlich erweisen, wenn sich Köche mit einem eigenen Lokal selbstständig machen möchten. Möglichkeiten der Umschulung und Fortbildung im gastronomischen Sektor gibt es jedoch auch darüber hinaus.

 

Ernährungsberater werden: Umschulung zum Diätassistent

Die Tätigkeit als Diätassistent oder Ernährungsberater kann eine interessante Alternative oder eine Spezialisierung sein. Mit der ursprünglichen Ausbildung als Koch können so auch spezielle Kochkurse und Essensangebote für andere Zielgruppen angeboten werden. Interessant ist die Kombination dieser Berufe für Rehaeinrichtungen oder Gesundheitszentren, die somit ihren Kunden fachkundige Beratung und entsprechende Kurse und Verpflegung  anbieten können. Alternativ können Kochkurse selbstverständlich auch auf freiberuflicher Basis angeboten werden. Kooperationspartner können zum Beispiel Volkshochschulen oder berufsbildende Schulen sein.

Weiterbildungsmöglichkeiten zum Ernährungsberater an spezialisierten Schulen finden meist tagsüber statt und nur wenige bieten Abendkurse an. Wenn Sie eine berufsbegleitende Fortbildung suchen, dann ist ein flexibler Fernkurs für Sie ideal.

Die Schulung zum Ernährungsberater an der Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft findet überwiegend online statt, sieht jedoch in Seminar in Bremen vor. Detaillierte Informationen bekommen Sie direkt vom Anbieter: Ernährungsberater werden an der Apollon Hochschule.

Die Weiterbildung zum Ernährungsberater bei der SGD dauert 15 Monate und sieht ein Seminar in Süddeutschland vor. Der Online Kurs wird von der Deutschen Gesellschaft der qualifizierten Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater QUETHEB e.V. als Fortbildung anerkannt. Mehr erfahren Sie auf der Seite des Anbieters SGD: Weiterbildung zum Ernährungsberater bei der SGD 

 

 

Werden Sie Chef: Betriebswirtschaftliches Wissen zur Unternehmensgründung

Eine Weiterbildung im betriebswirtschaftlichen Bereich kann Köche auch für andere Formen der Selbstständigkeit qualifizieren. Sie können nicht nur ein eigenes Restaurant eröffnen, sondern auch einen Cateringservice leiten, als Lebensmittelhändler tätig werden, mit Küchenausstattung und Zubehör handeln oder Beratungen anbieten. Für die Tätigkeit als Berater können sich Köche und Köchinnen auch in anderen Fragen (Restaurantausstattung, die Auswahl der geeigneten Weine, Marketing etc.) weiterbilden.

Berater werden oder mit Restaurant selbstständig machen

Der Online Kurs Gastronomiemanagement dauert 12 Monate und richtet sich an alle mit Berufserfahrung in der Restauration oder Hotellerie, die sich neben der Arbeit weiterbilden möchten. Wer mehr Zeit hat, kann die Fortbildung auch in kürzerer Zeit abschließen. Weitere Details zu der Schulung erhalten Sie direkt vom Weiterbildungsinstitut ILS: Aufstiegsfortbildung für Köche: Gastronomiemanagement am ILS 

 

Fortbildung zum Betriebswirt oder Fachwirt

Wenn Sie eine abgeschlossen Ausbildung zum Koch und Arbeitserfahrung in der Branche, aber zumindest langjährige Berufserfahrung (kann unter Umständen einen fehlenden Berufsabschluss ausgleichen), dann bestehen Weiterbildungsmöglichkeiten zum Betriebswirt oder Fachwirt. Die Fortbildungen neben dem Job dauern etwa 18 Monate und schließen teilweise mit einer IHK-Prüfung ab. Angeboten Spezialisierungen bei SGD oder am ILS sind:

  • Geprüfte/r Betriebswirt/in Hotel werden
  • Fachwirt/in im Gastgewerbe mit IHK-Abschluss

 

Umschulung per Fernstudium - unsere Empfehlungen:

 

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Ein Gedanke zu „Berufswechsel als Koch/Köchin: Raus aus der Großküche!“

  1. Gut geeignet ist auch die Weiterbildung zum staatlich geprüften Lebensmitteltechniker.
    Dort kann die Liebe zum Lebensmittel bestens mit geregelten Arbeitszeiten und – vor allem in der Lebensmittelindustrie – auch guter Bezahlung, Urlaub und Sozialleistungen unter einem Hut bringen.

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