Heilpraktik – keine Alternative, aber eine Ergänzung zur Schulmedizin.
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Das Berufsbild

Heilpraktiker/innen analysieren und therapieren vor allem mit naturheil-kundlichen und alternativ-medizinischen Methoden. Eine Krankheit verstehen sie als Störung des seelischen und körperlichen Zustandes eines Menschen.
Heilpraktiker können in einer eigenen Praxis als Selbständige arbeiten, aber auch in Massage-, physiotherapeutischen oder Arztpraxen sowie in Rehabilitationskliniken und Gesundheitszentren angestellt sein.

 

Zukunftsaussichten

Aufgrund des allgemein steigenden Gesundheitsbewusstseins und einer alternden Gesellschaft ist von weiterhin guten Beschäftigungsaussichten für Heilpraktiker/innen auszugehen. Nach einer Umschulung entscheiden sich Heilpraktiker/innen zumeist für eine Spezialisierung (zum Beispiel auf Chiropraktik, Akupunktur oder Atemtherapie). Die laufende Weiterentwicklung des medizinischen Wissens und der verschiedenen Therapieformen erfordert von Heilpraktikern/Heilpraktikerinnen eine ständige Aktualisierung ihres Fachwissens.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in erfolgt entsprechend den Richtlinien des jeweiligen Lehrgangsträgers, die sich jedoch zumeist an der Satzung der „Kooperation Deutscher Heilpraktikerverbände“ orientiert. Die bei verschiedenen Bildungsträgern durchgeführten Lehrgänge weisen eine unterschiedliche Dauer etwa zwischen 14 und 24 Monaten auf. Lehrgänge werden auch als Abend-, Wochenend-, kombinierte Fern- und Präsenzlehrgänge sowie in besonders kompakter Intensivstudienform angeboten.

Während einer Ausbildung zum/zur Heilprakter/in werden Kenntnisse zum Aufbau des menschlichen Körpers und seiner Funktionsweise vermittelt. Dazu gehört zum Beispiel Fachwissen über das Herz-Kreislauf-System, die Atemwege, Verdauungsorgane, das Nervensystem, Sinnesorgane, das endokrine (in den Blutkreislauf bestimmte Stoffe absondernde) System des Körpers, den Bewegungsapparat sowie Haut und Blut.

Ferner erwerben angehende Heilpraktiker/innen Kenntnisse über die Entstehung von Krankheiten, die Techniken zur Erhebung einer Krankheitsvorgeschichte (Anamnese), die Methoden der Krankheitsuntersuchung, die rechtlichen Grenzen nichtärztlicher Heilkundeausübung, die Besonderheiten diagnostischer und therapeutischer Naturheilverfahren (zum Beispiel Massagetechniken, Akupunktur, Homöopathie und Phytotherapie), Desinfektion, Sterilisation und Praxishygiene und die Grenzen und Gefahren, die mit den verschiedenen Diagnose- und Therapiemethoden verbunden sind.

In der Ausbildung eignet sich der Umschüler/die Umschülerin auch Wissen an über mögliche psychosomatische Ursachen von Krankheiten, die zur Verfügung stehenden Medikamente und deren Wirkungen, die Interpretation von Laborergebnissen, die Erfordernisse bei der Zusammenstellung einer gesunden Ernährung und die Berücksichtigung von Krankheiten bei der Nahrungszusammenstellung, die Erkennung akuter Notfälle und lebensbedrohlicher Zustände und deren Erstversorgung sowie über den Umgang mit Patienten und die Organisation einer Praxis. Während eines häufig in die Umschulung integrierten oder sich an die theoretische Ausbildung anschließenden Praktikums werden die Umschüler in Lehrpraxen unterrichtet. Alternativ findet oft auch eine Hospitation bei berufserfahrenen Heilpraktiker/innen statt.

 

Zielgruppe der Umschulung

Bestimmte Schulbildungen oder berufliche Qualifikationen werden zwar nicht vorgeschrieben, doch ist der Heilpraktiker-/Heilpraktikerinnen-Beruf besonders für Personen mit einer vorangegangenen Ausbildung im medizinischen Bereich geeignet.

Angehende Heilpraktiker/innen müssen zu Ausbildungsbeginn ein Alter von 21 Jahren erreicht haben. Die Erlaubnis zur Berufsausübung setzt ein Mindestalter von 25 Jahren voraus und wird auch nur dann erteilt, wenn keine Suchterkrankungen vorhanden sind und keine geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen vorliegen.

 

Fördermaßnahmen

Umschulungen zum/zur Heilpraktiker/in werden unter Umständen von einem Jobcenter der Arbeitsagentur durch Ausstellung eines sogenannten Bildungsgutscheines unterstützt. Dies setzt allerdings voraus, dass die Umschulungsmaßnahme geeignet ist, eine aktuell bestehende oder drohende Arbeitslosigkeit zu beenden bzw. abzuwenden. Ferner wird die Arbeitsagentur einen Bildungsgutschein nur dann ausstellen, wenn ihr keine anderen arbeitsmarktpolitischen Instrumente zur Integration des Antragstellers in den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Außerdem wird gewöhnlich ein vorausgegangener Berufsabschluss oder aber ein dreijährige Berufstätigkeit vorausgesetzt.

Ein ausgestellter Bildungsgutschein muss spätestens innerhalb von drei Monaten bei einer Fortbildungseinrichtung eingelöst werden, die von der Arbeitsagentur anerkannt ist.

 

Anbieter der Umschulung

Umschulungen zum/zur Heilpraktiker/in bieten unter anderem die Berufsförderungswerke Bad Pyrmont und Weser-Ems der Stiftung des Landes Niedersachsen für berufliche Rehabilitation (Winzenbergstr. 43, Bad Pyrmont) und die Paracelsus Heilpraktiker-Schulen an.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Als Alternative zur Umschulungen zum/zur Heilpraktiker/in können Ausbildungen ganz oder teilweise im Fernstudium zum/zur Tierheilpraktiker/in, zum/zur Homöopath/in, zum Ergotherapeuten/zur Ergotherapeutin oder zum Physiotherapeuten/zur Physiotherapeutin absolviert werden.

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