So sieht der Tagesablauf eines Tierpflegers aus

Sie lieben Tiere? Dann machen Sie doch den Zoo zu Ihrem Arbeitsplatz!

Haben Sie ein Herz für Tiere? Als Tierpfleger können Sie dieser Passion folgen und gleichzeitig ihren Lebensunterhalt bestreiten. Bevor Sie sich für eine Ausbildung oder Umschulung entscheiden, ist ein Einblick in den Berufsalltag eines Tierpflegers hilfreich. Hier haben Sie die Möglichkeit den Tierpfleger Nico bei seiner täglichen Arbeit in einem niedersächsischen Zoo zu begleiten. Danach können Sie für sich selbst entscheiden, ob Sie sich nach einem Einblick in den Berufsalltag ebenfalls eine Zukunft als Tierpfleger vorstellen können.

 

07:00: Fütterungszeit

Die ersten Tiere bekommen ihre Futterration bereits vor den regulären Öffnungszeiten. Nico verteilt einige Äste und Gräser, sowie etwas Obst im Gehege der Zebras. Über den ganzen Tag verteilt, werden sie immer wieder etwas davon Fressen. Danach führt ihn sein Weg zu den Okapis und den Stachelschweinen.

 

07:30: Ausmisten

Auch diese Arbeit gehört einfach dazu. Die Hinterlassenschaften die Tiere müssen wieder beseitigt werden. Nicht nur für die Gäste ist der Zoobesuch auf diese Weise angenehmer. Im Gehege sinkt das Risiko der Tiere für Krankheiten. Nach den ersten Tagen hat Nico diese Aufgabe bereits nichts mehr ausgemacht.

 

10:00: Klassenführung

Regelmäßig kommen Schulklassen und auch private Gruppen in den Zoo, um an einer Führung teilzunehmen. Nico erklärt den Teilnehmern, was seine Schützlinge für Bedürfnisse haben und beantwortet alle offenen Fragen. Ein Blick hinter die Kulissen und in manche Gehege ist bei einer Führung zusätzlich möglich. Je mehr Begeisterung er bei den Gästen wecken kann, desto mehr Spaß machen Nico diese Führungen.

 

11:00: Gehege reinigen

Vor der Mittagspause steht noch die Reinigung des Pinguingeheges auf der Agenda. Nico arbeitet dabei mit zwei Kollegen zusammen. Das Wasser aus dem Becken wird abgelassen. Dann nimmt sich jeder einen Hochdruckreiniger und entfernt Algen und sonstigen Schmutz. Sein Training hat Nico für heute damit schon hinter sich.

 

12:00 Mittagspause

Jetzt braucht Nico erst einmal eine Stärkung. Wenn das Wetter gut ist, setzt er sich auf eine Bank und beobachtet seine Schützlinge. Danach kann der Arbeitstag weitergehen.

 

13:00: Gedankenspiele

Einige Tiere sind sehr intelligent. Die Affen sind dafür das beste Beispiel. Nico denkt sich heute einige Beschäftigungsmöglichkeiten für die Affen aus. Dafür kommen manchmal die interessantesten Hilfsmittel, wie Autoreifen oder alte Schuhe zum Einsatz.

Auch die Hufpflege gehört zum Arbeitsalltag eines Tierpflegers.

14:30: Fellpflege

Nicos letzte Aufgabe für heute ist das Striegeln der Ponys im Streichelzoo. Diese Wellnesseinheit tut den Tieren gut und ist notwendiger Bestandteil der Fellpflege. Dafür zieht sich Nico mit den Tieren in einen privaten Bereich zurück, um nicht gestört zu werden.

 

16:30: Feierabend

Einige Kollegen haben heute Spätschicht und bleiben bei der Arbeit, bis der Zoo schließt. Für Nico ist jetzt allerdings Feierabend. Am nächsten Tag warten seine Tiere schließlich wieder auf ihn.

 

Ist der Tagesablauf eines Tierpflegers immer derselbe?

Die Arbeit mit Tieren ist vor allem abwechslungsreich. Jedes Tier hat unterschiedliche Bedürfnisse, wird krank oder benötigt einen Umbau des Geheges. Darüber hinaus sieht der Arbeitsalltag als Tierpfleger durch den Kundenkontakt immer anders aus. Die Besucher stellen Fragen und buchen private Führungen, sodass jeder Tag ein wenig anders aussieht. Einige Aufgaben müssen dagegen täglich immer wieder erledigt werden. Die Fütterung der Tiere und die Reinigung der Gehege sind solche Abläufe, die Tierpfleger täglich zu erledigen haben.

Der Berufsalltag eines Tierpflegers ist in anderen Einsatzgebieten natürlich weniger abwechslungsreich. In einem Tierheim überwiegen täglich ähnliche Abläufe, aber auch diese Arbeit kann sehr erfüllend sein. Ausschlaggebend für die geringere Abwechslung ist der fehlende Kundenkontakt. Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel.

 

Der Beruf des Tierpflegers wird in folgende drei Fachrichtungen unterteilt:

  • Zootierpflege
  • Haus- und Versuchstierpflege
  • Tierheimpflege

 

Gehalt und Zukunftschancen als Tierpfleger

Die Arbeitszeiten als Tierpfleger sind anfänglich gewöhnungsbedürftig. Gearbeitet wird in Schichtdienst. Meistens beschränkt sich dieser jedoch auf Früh- und Spätdienst aber die Tiere müssen grundsätzlich immer versorgt sein. Das Gehalt als Tierpfleger kann sich je nach Arbeitgeber stark unterscheiden. Tierheime und ehrenamtliche Einrichtungen können am wenigsten bezahlen. Sie sollten bei diesen Arbeitgebern prüfen, ob das Gehalt zum Bestreiten des eigenen Lebensunterhaltes ausreichend ist. Besser ist die Bezahlung bei Zoos, die meistens in städtischer Hand sind. Zwischen 2.200 und 2.800 Euro brutto gibt es hier jeden Monat. In der Industrie, beispielsweise in der Versuchstierpflege, sind die Gehälter mit bis zu 3.100 Euro noch etwas höher. Ob dieser Bereich ihnen liegt, müssen Sie für sich entscheiden.

Die Zukunft dieses Berufes sieht sehr gut aus. Der Arbeitsalltag eines Tierpflegers ist so individuell, dass an Automatisierung kaum zu denken ist. Menschen werden also immer gebraucht. Als wichtiger Teil des Tierschutzes und dem Artenschutz werden Zoos auch nicht verschwinden. Zudem ist die Stadt als Arbeitgeber ein Garant für Sicherheit. Die Anzahl der Tierpfleger in Deutschland ist über die letzten Jahre konstant geblieben.

 

Tierpfleger werden per Umschulung

Eine Umschulung zum Tierpfleger kann nur in der Praxis erfolgen. Theorie gehört selbstverständlich auch dazu. Dennoch überwiegen die praktischen Erfahrungen. Die Umschulung erfolgt meistens in Form einer Zweitausbildung. Auf diesem Weg lernen Sie den Tagesablauf eines Tierpflegers von Beginn an kennen. Vorwissen, beispielsweise als Tierarzthelfer, kann ihnen sehr weiterhelfen. Zum einen ist ihnen der Umgang mit Tieren und auch deren medizinische Versorgung bereits vertraut, zum anderen lässt sich die Ausbildung damit verkürzen. Viele schulische Inhalte kennen Sie im Fall einer verwandten Erstausbildung bereits und können daher ein schnelleres Lerntempo vorweisen. Eine Verkürzung der dreijährigen Ausbildung auf zwei Jahre ist möglich.

Wenn Sie als Quereinsteiger oder Umschüler Interesse am Beruf des Tierpflegers haben, empfiehlt sich die direkte Kontaktaufnahme mit den möglichen Arbeitgebern. Diese können bei Interesse die Umschulung unterstützen und zahlen zusätzlich eine Ausbildungsvergütung. Sie können ihr Glück bei Zoos, Tierheimen oder diversen privatwirtschaftlichen Unternehmen versuchen.

 

Tierpfleger werden per Ausbildung oder Studium

Tierpfleger werden Sie durch eine Ausbildung. Ein Studium würde Sie bereits zu Themenstellungen wie Tiermedizin führen. Im Rahmen der Ausbildung erlangen Sie praktische und theoretische Kenntnisse. Die praktischen Fähigkeiten erlernen Sie im Ausbildungsbetrieb, die theoretischen in der Berufsschule.

Die Theorie stellt ohne Frage die Grundlage für die Praxis dar. Damit Sie den Berufsalltag eines Tierpflegers souverän meistern können, stehen ihnen 20 Lernfelder bevor. Diese beginnen mit dem Umgang und der Unterkunft diverser Tierarten. Ebenfalls ist das Futter eine wichtige Basis in der Tierpflege. Transport, Fortpflanzung und Pflege kranker Tiere sind Inhalte des zweiten Lehrjahres. Dazu kommen spezifische Inhalte, die von ihrer Spezialisierung abhängen.

 

In der Fachrichtung Forschung und Klink:

  • Hygienekonzepte
  • Versuchstiere züchten
  • Mitwirkung bei Behandlungen

 

In der Fachrichtung Zoo:

  • Aquarien und Terrarien
  • Wildtiere
  • gefährdete Rassen
  • Öffentlichkeitsarbeit

 

In der Fachrichtung Tierheim und –pension:

  • Hundeerziehung
  • Versorgung von Tieren in Tierheimen
  • Verwaltung

 

Zu diesen vielfältigen theoretischen Themenstellungen werden Sie immer wieder im Ausbildungsbetrieb ihr Können unter Beweis stellen. Dadurch entwickelt sich Routine und Sie können der Abschlussprüfung gelassen entgegensehen.

 

Tierpfleger werden per Fernstudium

Der Alltag eines Tierpflegers besteht aus vielen Aufgaben, die ausschließlich theoretisch nicht zu vermitteln sind. Daher gibt es auch keine Möglichkeit Tierpfleger per Fernstudium zu werden. An einigen Bildungsakademien können Sie jedoch Fernkurse belegen, die etwas mit Tieren zu tun haben. Sie können sich beispielsweise zum Tierheilpraktiker weiterbilden.