Mit Fibromyalgie lassen sich viele Berufe nicht ausüben.
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Die Fibromyalgie, auch FMS (Fibromyalgie-Syndrom) genannt, ist eine Erkrankung, bei der die Betroffenen unter teils diffusen chronischen Schmerzen in Muskeln und Gelenken leiden. Diese treten vor allem morgens auf und können unterschiedlich stark ausfallen.

Begleitet werden die Schmerzen von Gelenksteifheit, starker Müdigkeit/Erschöpfung und einem allgemeinen Unwohlsein. Da die Fibromyalgie sich durch zahlreiche weitere Symptome äußert, die oftmals scheinbar nichts miteinander zu tun haben, gestaltet sich die Diagnose vergleichsweise schwer. Noch immer ist ungeklärt, worum es sich bei der Krankheit genau handelt und woher sie kommt. Ein Auslöser bzw. Verstärker der Beschwerden scheint aber Stress zu sein. Fibromyalgie ist nicht heilbar, kann aber bei richtiger Therapie so behandelt werden, dass die Lebensqualität der Patienten so weit wie möglich erhalten bleibt.

 

Die Folgen der Fibromyalgie für das Berufsleben

Fibromyalgie-Erkrankte stoßen im Berufsleben oft schnell an ihren Grenzen. Je nach individueller Ausprägung der Symptome können selbst leichte Tätigkeiten unmöglich werden, wenn sich etwa die Fingergelenke versteifen und sogar das Bedienen der Computermaus zur Qual wird. Körperliche Arbeit bereitet teils starke Schmerzen und kann nur sehr langsam und eingeschränkt oder sogar überhaupt nicht mehr ausgeführt werden. Da die Beschwerden nicht täglich und auch nicht immer im selben Maße auftreten, kann es aber durchaus auch sein, dass der Beruf an manchen Tagen in der Woche kaum Schwierigkeiten bereitet. Auch die zahlreichen weiteren Symptome der Fibromyalgie bereiten vielen Patienten Probleme am Arbeitsplatz.

Konzentrationsstörungen, ständiger Harndrang und dauernde Müdigkeit setzen die Belastbarkeit zusätzlich herab. Die chronischen Beschwerden führen zudem nicht selten zu psychischen Beeinträchtigungen wie Depressionen oder Ängsten. Trotz entsprechender Therapien kann es erforderlich sein, dass der Betroffene sich beruflich neu orientiert und nach einer Umschulung in einen geeigneteren Bereich wechselt.

 

Finanzierungsoptionen der Umschulung durch Fibromyalgie

Ist es aufgrund der Fibromyalgie nicht mehr möglich, weiterhin im erlernten oder bislang ausgeübten Beruf tätig zu sein, kann eine Umschulung beantragt werden. Interne Umschulungen bieten sich für Personen an, die sich noch in einem Angestelltenverhältnis befinden und im selben Unternehmen tätig bleiben möchten. In Ansprache mit dem Vorgesetzten ist es unter Umständen möglich, in einen anderen Bereich mit leichteren Tätigkeiten zu wechseln, in dem dennoch die bisherige Berufserfahrung angewendet werden kann. Ist dies nicht möglich oder ist der Patient bereits arbeitslos, ist die Agentur für Arbeit zuständig. Diese übernimmt die Weiterbildungskosten teilweise oder vollständig, wenn belegt werden kann, dass die gewohnte Tätigkeit aufgrund der Fibromyalgie aufgegeben werden musste.

Allerdings muss der Patient in einer so guten körperlichen und psychischen Verfassung sein, dass zu erwarten ist, er im neu gewählten Berufsbereich dauerhaft und konstant arbeiten kann. Auch die Deutsche Rentenversicherung finanziert Umschulungen aus Krankheitsgründen, da sie Interesse daran hat, Menschen möglichst lange am Berufsleben teilhaben zu lassen. Der Antrag kann direkt bei der Behörde gestellt werden – Voraussetzung ist hier, dass mindestens 15 Jahre lang Beiträge in die Rentenversicherung einbezahlt wurden und alle anderen Förderungsoptionen ausgeschlossen sind.

 

Umschulungsoptionen: geeignete Berufe für FMS-Patienten

Für Fibromyalgie-Betroffene ist es oftmals sehr schwierig, einen geeigneten Berufsbereich für sich zu wählen. Da die Symptome nahezu alle Muskeln und Gelenke betreffen können und besonders die Hände häufig in Mitleidenschaft gezogen werden, können grundsätzlich alle Tätigkeit schwerfallen und von täglichen Schmerzen begleitet sein. Abhängig ist dies aber selbstverständlich immer vom Einzelfall.

Mit einer guten (Schmerz-)Therapie ist es auch für FMS-Erkrankte theoretisch möglich, eine dauerhafte Anstellung etwa im wirtschaftlichen oder kaufmännischen Bereich zu finden, in dem vornehmlich verwaltende Tätigkeiten ausgeführt werden. Offenheit gegenüber dem Arbeitgeber und eine gewisse Flexibilität desselben können dabei helfen, trotz der Diagnose Fibromyalgie so lange wie möglich am Berufsleben teilzuhaben.

 

Weitere Optionen für Arbeitssuchende mit Fibromyalgie

Umschulungen und Fortbildungen für Menschen, die aus Krankheitsgründen den Beruf wechseln müssen, werden bundesweit von vielen Einrichtungen angeboten. Diese richten sich auch an Patienten mit Fibromyalgie; spezielle Institutionen mit Fokus auf diese chronische Erkrankung gibt es nicht.

Wer aus gesundheitlichen Gründen lieber von zuhause aus ein Fernstudium absolvieren möchte, kann auch auf diesem Wege zahlreiche Qualifikationen für unterschiedlichste Berufsbereiche erlangen. So sind beispielsweise Lehrgänge für BWL, Callcenter-Management, Online-Handel oder Buchführung und Buchhaltung verfügbar, die im eigenen Lerntempo stattfinden und mit einem Zertifikat abschließen.