Farbgestaltung von Räumen- eine der Aufgaben von Dekorateuren. © Andres Rodriguez – Fotolia.com

Berufsbild

Dekorateure bzw. Dekorateurinnen gestalten Wohn- und Geschäftsräume nach vormals geäußerten Grobvorstellungen der Kunden. Sie setzen sich mit ihnen zusammen und besprechen deren Wünsche, während sie die umzugestaltenden Räumlichkeiten besichtigen. Anschließend planen sie ihren Dekorationsauftrag sowie die Kosten für die dafür benötigten Materialien und erstellen für die Kunden einen Kostenvoranschlag, bevor es zur endgültigen Auftragsbestätigung kommt.

Vor der Ausübung der eigentlichen Dekoration fertigen sie Skizzen und Zeichnungen an, um einen visuellen Überblick über ihren Auftrag zu erhalten. Die Dekoration der Räumlichkeiten umfasst Wand- und Deckenbekleidung, Fenstergestaltung, die Schaffung eines Licht-, Sicht- und Sonnenschutzes, die Verlegung textiler und elastischer Bodenbeläge und der Bezug von Polstermöbeln. Nach Abschluss der Dekoration überprüfen sie ihre Arbeit hinsichtlich der Qualitätssicherung.

Dekorateure und Dekorateurinnen nehmen darüber hinaus eine beratende Funktion ein, indem sie Kunden Vorschläge zu deren Wünschen geben.

 

Zukunftsaussichten

Die passende Wohnungsdekoration führt zu einer Erhöhung des Wohlbefindens. Diese Ansicht teilen viele Menschen, jedoch haben sie nicht die Fertigkeiten, ihre Wünsche und idealen Vorstellungen in die Tat umzusetzen.

Auch eine optimale Dekoration von Geschäftsräumen übt auf Kunden oder Patienten einen psychologisch entsprechenden Eindruck aus. Beispielsweise sind Zahnarztpraxen meistens derart dekoriert, dass sie den Patienten eine beruhigende Umgebung schaffen.

Somit sind Dekorateure und Dekorateurinnen gefragt, was deren Beruf positiv geartete Zukunftsaussichten verschafft. Sie können entweder in einem Angestelltenverhältnis oder als Selbstständige tätig sein. Durch eine Aufstiegsweiterbildung können sie leitende Positionen einnehmen.

Inhalte und Länge der Umschulung

Die angehenden Dekorateure und Dekorateurinnen lernen in der Umschulung, wie Untergründe geprüft, vorbereitet und bearbeitet werden, wie Bodenbeläge ausgewählt, ggf. gestaltet und verlegt werden, wie Polster und Polstermöbel hergestellt werden, wie Raumdekorationen gestaltet und montiert werden, wie Wand- und Deckenflächen beschichtet werden und wie Messungen durchgeführt werden. Weiterhin lernen sie, wie sie ihren Arbeitsplatz vorbereiten, einrichten und räumen, wie sie ihre Arbeitsabläufe planen und welche Gerätschaften für die Dekoration nötig sind. Im weiteren Verlauf der Umschulung lernen sie, wie Oberflächen zu behandeln sind, wie ein Licht-, Sicht- und Sonnenschutz montiert wird, wie zuständige Maschinen gewartet werden und wie Entwürfe gestalterisch unter der Berücksichtigung von Kundenwünschen ausgearbeitet und präsentiert werden.

In Bezug auf die Bodengestaltung erlernen sie das Verarbeiten und Verlegen von Bodenbelägen, die Prüfung von Untergründen und die Schließung von Fugen.
In der Theorie lernen sie die Grundlagen über das Gestalten von Räumen, über das Herstellen von Polsterungen, über das Montieren von Licht-, Sicht- und Sonnenschutz, über das Gestalten von Flächen, über das Verlegen von Bodenbelägen und über das Beschichten von Wand- und Deckenflächen.

Es handelt sich hierbei um eine betriebliche Ausbildung, wobei die praktischen Erfahrungen in Dekorationsbetrieben gesammelt und die theoretischen Kenntnisse in Berufsschulen vermittelt werden.

Die Umschulungsdauer beträgt 3 Jahre und kann bei besonderen Gründen (z. B. wegen der Ausübung eines ähnlichen Berufes) verkürzt werden.

 

Zielgruppe der Umschulung

Als schulische Zugangsvoraussetzung wird ein guter Hauptschulabschluss oder die durchschnittliche mittlere Reife benötigt.
Vorwiegend sollten angehende Dekorateure und Dekorateurinnen ein hohes Maß an Kreativität aufweisen sowie ein Gespür für die Schaffung einer psychologisch passenden Atmosphäre für jeden Auftrag mitbringen. Zudem sollten sie handwerklich geschickt sein und eine zeichnerische Befähigung für Raumskizzen haben. Weiterhin ist die Befähigung zum Planen und Organisieren eine gewünschte Stärke. Da in diesem Beruf häufig Kundengespräche und gezielte Absprachen abgehalten werden, ist ein kommunikativ sicheres Auftreten von Vorteil.

 

Förderungen

In der Regel wird vom Umschulungsbetrieb eine Ausbildungsvergütung gezahlt, die je nach Betrieb variiert. Im Schnitt handelt es sich dabei zwischen 380 € und 520 € (bei jedem folgenden Umschulungsjahr steigend).
Darüber hinaus kann Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragt werden. Sie ist ein finanzieller Zuschuss für Auszubildende und Umschüler, die in einer betrieblichen Ausbildung sind, nicht bei ihren Eltern oder in deren Nähe wohnen und das 18. Lebensjahr vollendet haben. Ferner dürfen die Eltern sie nicht unterstützen können, ebenso wenig der Partner, wenn sie in einer eheähnlichen Gemeinschaft wohnen oder verheiratet sind.

 

Anbieter der Umschulung

Bei der Umschulung zum Dekorateur bzw. zur Dekorateurin handelt es sich um ein duales Ausbildungssystem. Die praktischen Kenntnisse werden in den Dekorationsbetrieben, bei denen die Umschüler/-innen als Auszubildende eingestellt sind, und die theoretischen Kenntnisse in der Berufsschule vermittelt.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Alternative Berufe zum Dekorateur bzw. zur Dekorateurin sind Polsterer bzw. Polsterin, Parkettleger bzw. Parkettlegerin, Gestalter bzw. Gestalterin für visuelles Marketing und staatlich geprüfter Assistent bzw. staatlich geprüfte Assistentin für Innenarchitektur.

 

Andere Alternativen, um Dekorateur/in zu werden

Berufsbegleitende Ausbildung

Dekorateur/innen werden auch Raumausstatter genannt, vereinzelt auch Tapezierer oder Innenraumdekorateure. Interessierte sollten auf der Suche nach berufsbegleitenden oder anderen Ausbildungsmöglichkeiten also am besten nach all diesen Begriffen suchen. Da es sich nicht um eine klassische Ausbildung handelt, dauert die Ausbildungsphase normalerweise lediglich ungefähr zwei Jahre. In dieser Zeit müssen Kosten beglichen werden, die zum Teil über Förderungen aber zurückgeholt werden können (siehe auch Förderungen). Berufsbegleitende Ausbildungen können Studienrichtungen sein, die sich in diesem Umfeld bewegen.

Ein Beispiel dafür wäre Innenarchitektur. Die Blocherer Schule bietet diese Studienrichtung zum Beispiel berufsbegleitend an. In der Regel ist ein eigenes Studium aber nicht unbedingt notwendig, auch eine Lehre führt zu diesem Beurf, wenn gewünscht. Lehrstellen gibt es in ganz Deutschland. Als Beispiel sei hier Rolf Benz aus Nagold genannt – der Verdienst wird während der Lehrzeit zwischen € 920 und € 997 angegeben.

 

Studium und Weiterbildungsmöglichkeiten

Ein eigenes Studium ist für diesen Beruf nicht notwendig, allerdings gibt es die Möglichkeit, mithilfe eines Studiums noch weiter seinem Interesse nachzugehen, sich zu spezialisieren oder für Arbeitgeber attraktiver zu werden. Eine solche Vertiefung kann zum Beispiel ein Studium der Innenarchitektur sein, ein Beispiel für so einen Studiengang finden wir auf der Homepage der Hochschule Mainz.

Neben eigenen Studienrichtungen, die als Weiterbildungs- und Vertiefungsmaßnahme infrage kommen, gibt es auch die Möglichkeit, verschiedene Fortbildungen oder Seminare zu absolvieren. Interessant könnte beispielsweise die Fortbildung zum Gestalter/in der Fachrichtung, Farbtechnik und Raumgestaltung, oder auch zum Bühnenbildner oder Restaurateur. Wer als Dekorateur beginnt, hat anschließend einige interessante weitere Möglichkeiten.

 

Quereinstieg

Ein Quereinstieg zum Dekorateur/in ist möglich, setzt aber gewisse Anforderungen an den Interessierten voraus. Vor der Umschulung oder Ausbildung zum Raumausstatter muss in den meisten Fällen zunächst eine vorhandene Berufsausbildung vorliegen. Wer den Weg einer Umschulung oder einer Fortbildung umgehen möchte, hat auch die Möglichkeit, sich als Quereinsteiger/in einfach zu bewerben.

Manche Arbeitgeber schreiben sogar direkt in das Inserat, dass sie auch gewillt sind, talentierten Quereinsteigern eine Chance zu geben. Aber auch wenn dieser Satz nicht angeführt ist, kann eine Bewerbung Sinn machen, allerdings sollte man irgendwie in der Lage sein, das eigene Talent für diesen Bereich zu belegen. Sei es mithilfe von Fotografien von Hobbyprojekten oder vergangenen beruflichen Erfahrungen in angrenzenden Bereichen.

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Ein Kommentar zu “Umschulung zum Dekorateur / zur Dekorateurin”

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