Eignungstest für die Umschulung nicht bestanden – was nun?

Die Nutzung eines Bildungsgutscheins, der zur Finanzierung von Umschulungen genutzt werden kann, setzt häufig das Bestehen eines eingehenden berufspsychologischen Eignungstests voraus. Dieser wird vom psychologischen Dienst im Auftrag der Arbeitsagentur durchgeführt. Zielgruppen des Tests sind Personen, die eine Weiterbildungsmaßnahme über die Arbeitsagentur finanzieren wollen. Der Test dient dem Zweck, die Testperson näher kennenzulernen und ihre Eignung für einen bestimmten Beruf aus menschlicher und fachlicher Sicht zu beurteilen. In der Folge sollen vorzeitige Abbrüche vermieden und damit Zeit und Geld – sowohl für die Teilnehmer als auch für die Arbeitsagentur – gespart werden. Es wird getestet, ob der Teilnehmer über die nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse verfügt, um im angestrebten Beruf zu bestehen, und ob persönliche Interessen und Ziele sich mit dem gewünschten Beruf decken. Auf Basis des Tests wird ein Gutachten erstellt, das darüber entscheidet, ob die Person für die Umschulung in Frage kommt oder nicht.

Der psychologische Test besteht aus persönlichen Gesprächen mit ausgebildeten Psychologen und einem schriftlichen Teil. Sie bearbeiten verschiedene Aufgaben und beantworten Fragen, wobei Fragestellungen und Aufgaben variieren je nachdem um welche Umschulungsmaßnahme es geht. Der Test wird meist computergestützt durchgeführt, das heißt, Sie bearbeiten die Aufgaben am Computer, sie können aber auch handschriftlich erfolgen. Außerdem werden die Tests meist in der Gruppe durchgeführt. Die Themenbereiche sind sehr breit gefächert.

Ein wichtiger Teil des theoretischen Testteils sind Aufgaben, die den sicheren Umgang mit der deutschen Sprache betreffen. Wesentliches Element dieses Testteils sind Fragen zu korrekter Grammatik und Rechtschreibung. Es kann auch nötig werden, ein Diktat oder einen kurzen Aufsatz zu schreiben. Vorbereiten können Sie sich hierauf zum Beispiel, indem Sie die neuen Rechtschreibregeln wiederholen.

Neben den Textaufgaben besteht der Test aus einem Mathematikteil, der sich schwerpunktmäßig mit den Grundrechenarten sowie der Prozent- und Bruchrechnung beschäftigt. Auch Textaufgaben und Dreisatz können eine Rolle spielen. Das Ziel dieses Testteils ist es, Ihr räumliches Vorstellungsvermögen, Ihre Konzentrationsfähigkeit und Ihr logisches Denkvermögen zu prüfen. So kann von Ihnen erwartet werden, logische Schlussfolgerungen zu ziehen, Zahlenreihen fortzusetzen oder Matrizen richtig zuzuordnen.

Ein weiterer Teil des Tests sind Fragen zur Allgemeinbildung. Hier können allgemeine Themen wie Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur abgefragt werden, aber auch Fachwissen. Für die Vorbereitung sollten Sie sich also mit den Grundbegriffen der von Ihnen angestrebten Tätigkeit vertraut machen.

Es geht also darum, Ihre Fähigkeiten zum logischen Denken, Ihr Vorstellungsvermögen und Ihre Rechen- und Schreibfähigkeiten unter Beweis zu stellen. Eine weitere psychologische Komponente erhält der Test, weil er unter Zeitdruck absolviert werden muss.

Der praktische Teil des Tests besteht aus einem Einzelgespräch mit einem Psychologen der Arbeitsagentur. Hier geht es um das persönliche Kennenlernen des Teilnehmers und seine Motivation für die Berufswahl beziehungsweise die Gründe für sein Interesse für die betreffende Umschulungsmaßnahme. Auf Fragen nach persönlichen Interessen und Vorlieben sollte man sich also vorbereiten.

Einige Testverfahren beinhalten Gruppenaufgaben, das heißt, Kompetenzen wie Durchsetzungsfähigkeit, Teamfähigkeit mündliche Ausdrucksfähigkeit werden im Rahmen einer Gruppenübung überprüft. Hier wird entweder eine Diskussion über ein bestimmtes Thema angeregt oder es wird eine Aufgabe gestellt, die die Gruppe gemeinsam lösen muss. Wichtig ist hier, aktiv zu sein und sich zu beteiligen, sich aber nicht zu sehr in den Vordergrund zu stellen und auch andere zu Wort kommen zu lassen.

 

So können Sie sich auf den Test vorbereiten

Da es sich – zumindest größtenteils – nicht um einen Wissenstest handelt, ist das Erlernen beziehungsweise Auswendiglernen bestimmter Wissensgebiete oder Themen zur Vorbereitung auf den Test nur begrenzt sinnvoll. Dennoch kann es hilfreich sein zu wissen, was auf Sie zukommt. Viele Internetseiten bieten das kostenlose Üben von Eignungstests an, die in Aufgabenstellung und Umfang dem Test der Arbeitsagentur ähneln. Dieses von der Agentur für Arbeit zur Verfügung gestellte Dokument, das neben allgemeinen Tipps auch konkrete Fragestellungen enthält, kann bei der Vorbereitung helfen.

 

Durchgefallen – und jetzt?

Nachdem Sie am Test teilgenommen haben, erstellt der psychologische Dienst ein Gutachten, das der Arbeitsagentur vorgelegt wird. Ergibt der psychologische Eignungstest ein positives Ergebnis, erhalten Sie einen Bildungsgutschein, was bedeutet, dass die Kosten für Ihre Umschulung von der Arbeitsagentur übernommen werden.

Es kann viele Gründe für das Nichtbestehen des Einstufungtests geben. So gibt es Menschen, die mit dem Zeitdruck, der während des Tests durchaus vorhanden ist, nicht gut zurechtkommen. Das führt häufig dazu, dass Aufgabenstellungen nicht sorgfältig genug gelesen und daher nicht korrekt bearbeitet werden oder dass Teilnehmer sich zu lange mit Aufgaben aufhalten, die sie nicht auf Anhieb lösen können.

Wichtig ist: Sollten Sie den Test nicht bestanden haben, geben Sie nicht auf. Machen Sie sich bewusst, dass das Testergebnis nicht so sehr ein Spiegel Ihrer persönlichen Fähigkeiten ist, sondern lediglich eine Einschätzung Ihrer Eignung für die jeweilige Umschulung. Das heißt also auch, dass Sie für andere Berufe und Umschulungsmaßnahmen durchaus geeignet sein können und die Testergebnisse dafür ganz anders ausfallen könnten. Sie sollten die Chance wahrnehmen, Ihre weiteren Schritte und Möglichkeiten mit Ihrem zuständigen Sachbearbeiter zu besprechen.