Kann ich eine Umschulung abbrechen?

Eine Umschulung soll den Weg in die Erwerbstätigkeit in einem neuen Beruf ebnen. Allerdings kann es vorkommen, dass eine Person, die eine Umschulung durchführt, im Laufe der Zeit feststellt, dass der erlernte Beruf nicht für sie geeignet ist. Aus diesem Grund besteht bei einigen Lehrgangsteilnehmern der Wunsch, die Umschulung abzubrechen. Doch dies kann verschiedene Probleme mit sich bringen.
Aus diesem Grund ist es stets sehr empfehlenswert, sich vor dem Beginn der Umschulung genau über die Aufgaben im neuen Beruf zu informieren. Die beste Möglichkeit wäre es, vor der Entscheidung ein Praktikum durchzuführen. Auf diese Weise ist es möglich, die Wahrscheinlichkeit für einen Abbruch der Umschulung so gering wie möglich zu halten.

 

Die Probleme beim Abbruch der Umschulung

Grundsätzlich haben Sie immer die Möglichkeit, eine Umschulung abzubrechen. Sie können nicht dazu gezwungen werden, weiterhin am Lehrgang teilzunehmen. Allerdings kann der Abbruch der Umschulung erhebliche finanzielle Konsequenzen für Sie haben. Dies liegt daran, dass die Träger der Umschulung – insbesondere die Arbeitsagentur – Klauseln in den Umschulungsvertrag aufnehmen. Diese sehen beispielsweise vor, dass Sie die Ausgaben, die der Träger für die Umschulung aufbringen musste, von Ihnen übernommen werden, wenn Sie den Lehrgang ohne einen triftigen Grund abbrechen.

Wenn Sie beispielsweise feststellen, dass Ihnen der neu erlernte Beruf keinen Spaß macht, ist dies kein triftiger Grund und Sie müssen die vorgesehene Entschädigungszahlung leisten.

 

Abbruch wegen Überforderung

Ein häufiger Grund dafür, dass Menschen eine Umschulung abbrechen, besteht in der Überforderung. Wenn die Ansprüche an die Lehrgangsteilnehmer so hoch sind, dass die betreffende Person keine Möglichkeit dazu sieht, die Prüfungen erfolgreich zu bestehen, ist die Weiterführung der Umschulung nicht mehr sinnvoll. In diesem Fall ist es wichtig, zunächst mit einem Mitarbeiter der Bildungseinrichtung zu sprechen. Schildern Sie Ihr Problem und versuchen Sie, gemeinsam mit dem Berater Lösungen zu finden, wie Sie die Umschulung dennoch erfolgreich abschließen können.

Sollte sich keine Möglichkeit finden, kann Ihnen der Bildungsträger bescheinigen, dass Sie nicht in der Lage dazu sind, die Umschulung durchzuführen. In der Regel wird eine derartige Bescheinigung als Abbruchgrund akzeptiert, sodass Sie nicht für die Kosten aufkommen müssen.

 

Abbruch aus gesundheitlichen Gründen

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Sie aufgrund einer Erkrankung die Ausbildung nicht zu Ende führen können. Manche Berufe sind körperlich so anstrengend, dass die Umschüler die Ausbildung nicht beenden können. In anderen Fällen – insbesondere bei Umschulungen im Bereich der Pflegeberufe – kann auch die psychische Belastung dazu führen, dass die Umschulung nicht erfolgreich ist.

In beiden Situationen müssen Sie einen Arzt aufsuchen, der Ihnen die Arbeitsunfähigkeit in diesem Bereich bescheinigt. Ein ärztliches Attest wird in der Regel vom Träger der Umschulung anerkannt. So müssen Sie keine Entschädigungszahlung leisten.

 

Umschulung abbrechen – muss ich Geld zurückzahlen?

Ja, der Kostenträger kann von Ihnen eine Rückzahlung fordern, wenn Sie die Umschulung freiwillig abbrechen. Freiwillig ist der Abbruch, wenn Sie nicht “gezwungen sind”, also einfach kein Interesse mehr haben, teilweise auch wenn sich unterfordert fühlen. Das Arbeitsamt geht davon aus, dass Sie auch in dieser Situation die Umschulung regulär zu beenden haben.

Weitere Informationen zu Schadensersatz und Rückzahlung bei einem Abbruch der Umschulung finden Sie in diesem Artikel: Was kostet mich der Abbruch einer Umschulung? 

 

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27 Gedanken zu „Kann ich eine Umschulung abbrechen?“

  1. Guten Tag,

    ich nehme seit August 2019 an einer Umschulung zum Mediengestalter teil. Meine letzte Klausur ist geschrieben und mit einem Gesamtschnitt von 1,4 bin ich auch ganz gut dabei. Seit dem 7 Juli 2020 müsste ich jedoch bereits einen Praktikumsplatz haben, den ich leider nicht habe. Aufgrund von Corona und anderen Gründen können die Agenturen mir keinen Platz anbieten. Nach 30 Bewerbungen und ein paar Telefonaten bin ich immer noch erfolglos. Sollte jetzt die Umschulung abgebrochen werden, aufgrund das ich keinen Praktikumsplatz habe, wäre das dann mein Eigenverschulden? Ich habe Sorge, dass ich zur Kasse gebeten werde, und das 1. Jahr der Umschulung zurückzahlen muss. Mittlerweile erhalte ich nur noch von der Schule Vorschläge für einen Betrieb, bei denen ich täglich insgesamt 160 km fahren müsste. Daher meine 2 größten Fragen:

    1. Muss ich in diesem Fall das Geld dem Arbeitsamt zurückzahlen?
    2. Muss Angebote annehmen, bei denen ich 160 km täglich fahre?

    Antworten
    • Hallo Martin,

      danke für Ihre Nachricht. Was für eine frustrierende Situation…

      1. Nein, wir halten es für ausgeschlossen, dass Sie eine Zahlungsaufforderung für das vergangene Jahr bekommen, wenn der Umschulungsanbieter die Umschulung abbricht. Sie selbst sollten natürlich auch keinen Abbruch erklären, sondern (so wie Sie es bereits machen) sich um einen Praktikumsplatz bewerben. Wird die Umschulung seitens Umschulungsanbieter oder dem Arbeitsamt beendet und Sie zur Kasse gebeten, dann ist das ein Fall für einen Fachanwalt für Sozialrecht.

      2. Wenn Sie nur einen Praktikumsplatz in 160km Entfernung bekommen, dann müssen Fragen wie Übernahme der Fahrtkosten schriftlich vom den Arbeitsagentur zugesagt werden. Was Sie akzeptieren “müssen”, können wir nicht einschätzen. Eine Pendelstrecke von 160km täglich ist meist nicht angenehm, aber auch nicht sehr ungewöhnlich. In Anbetracht der schwierigen Zeit momentan und der sich ankündigenden Rezession, ist es vielleicht besser jetzt noch ein Praktikum unter ungünstigen Umständen zu absolvieren, als mit einer “halben” Umschulung auf dem Arbeitsmarkt zu stehen.

      Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg!

      Antworten
  2. Ich bin seit dem 01.01.2020 Arbeitslos und habe eine Förderung der beruflichen Weiterbildung für den Gabel-staplerschein bekommen. Bin 62 Jahre alt und fühle mich damit überfordert. Muss ich diese Massnahme annehmen oder kann ich diese verweigern?

    Antworten
    • Hallo Gerda,

      danke für Ihre Nachricht.
      Die Maßnahme Gabelstapler-FS ist seit einigen Jahren ein schlechter Witz (Nachfrage auf dem Stellenmarkt? Kaum.) und Ihr Frust ist sehr gut nachvollziehbar. Wenn Sie an der Maßnahme teilnehmen, dann machen Sie dem Ausbilder immer wieder klar, dass Sie überfordert sind, Sie Angst haben etc.

      Natürlich können Sie die Teilnahme verweigern. Ihr Sachbearbeiter kann (leider) im Gegenzug Ihre Bezüge reduzieren. Unsere Empfehlung: Recherchieren Sie nach Maßnahmen, die für Sie interessant sind und zB einen Bezug zu Ihrem bisherigen Arbeitsleben haben oder potenziell zu einem Job (bspw. auch ein Nebenverdienst) führen kann. Vielleicht können Sie dadurch die Maßnahme noch in eine Richtung lenken, die Ihnen einen tatsächlichen Vorteil im Berufsleben bringt.

      Wir drücken Ihnen die Daumen und wünschen Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

      Antworten
  3. Guten Tag,
    Seit dem 01.08.2019 nehme ich an einer von der Agentur für Arbeit geförderten Umschulung teil und ALGI bekomme. Jetzt bin ich schwanger und wollte fragen ob ich die Umschulung abbrechen kann ? Ich hatte schon einen Termin mit einem Berater von der Agentur für Arbeit gehabt und habe erfahren, dass ich bis Mutterschutz an die Umschulung teilnehem kann. Mich würde interresieren, was wäre wenn ich die Umschulung abbreche? Wird, in diesem Fall, der Kostenträger von mir eine Rückzahlung fordern? Werde ich weiterhin mein ALGI erhalten?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort und freundliche Grüße

    Antworten
    • Hallo Aleksandra,

      danke für Ihre Nachricht.

      Lesen Sie bitte folgenden Artikel zum Thema Schwangerschaft während der Umschulung und schreiben Sie gerne noch einmal dort einen Kommentar, wenn Ihre Fragen unbeantwortet sind.

      Zu Ihren Fragen:
      Ja, wenn Sie die Umschulung abbrechen, dann besteht eine Wahrscheinlichkeit, dass Sie zur Kasse gebeten werden. Eine Schwangerschaft ist jedenfalls solange Sie nicht von einem Arzt krankgeschrieben werden würden, kein Grund für einen Abbruch. Eine Berufstätige in Ihrer Situation (vorausgesetzt Sie leiden nicht unter Beschwerden, Risikoschwangerschaft etc.) würde ja auch weiter bis zum Beginn des Mutterschutzes arbeiten.

      Wenn Sie abbrechen, dann bekommen Sie das ALG1 weiterbezahlt, wenn Ihnen noch etwas von dem ursprünglichen Anspruch (12 Monate) zusteht. Sie wissen, dass bei einer Umschulung der Bezug von ALG I verlängert werden kann und Sie mehr Geld bekommen (Mehraufwand bei Umschulung), als Ihnen nach ALG1 zusteht. Das gilt natürlich aber nur, wenn Sie weiter an der Umschulung teilnehmen. Andernfalls fallen Sie auf die ursprüngliche Höhe zurück.

      Nach einem Abbruch können Sie zu einem späteren Zeitpunkt nochmal eine Umschulung beantragen. Vorsicht: Die finanzielle Situation kann dann aber eine andere sein, denn ist das ALG1 aufgebraucht, wird das Übergangsgeld während der Umschulung nach Hartz4 berechnet.

      Wenn Sie die Umschulung bis zum Mutterschutz weiterführen, dann kann die Umschulung zu einem späteren Zeitpunkt an der selben Stelle fortgesetzt werden. Wenn Sie sich für den selben Anbieter entscheiden, kann dies in der Zukunft meist nahtlos gelingen.

      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und alles Gute Für Sie und Ihr Kind!

      Antworten
  4. Hallo,
    war 10 Monate in einer Transfergesellschaft, seid dem 01.06.2020 arbeitslos.
    Habe einen Bildungsgutschein bekommen und mache eine Umschulung ab dem 01.07.2020 zum Anlagenmechaniker.
    Habe aber eine Menge Bewerbungen laufen, die sich wegen Corona noch nicht gemeldet haben.
    Wenn ich jetzt eine Zusage bekomme für einen guten Arbeitsplatz, kann ich den Arbeitsplatz dann nicht annehmen???
    Das ist doch Kontraproduktiv, dadurch das ich den Arbeitsplatz annehme spart das Arbeitsamt eine Menge Geld.

    Antworten
    • Hallo Thomas,

      Ihre Situation ist eine andere, wenn Sie eine Umschulung abbrechen um arbeiten zu können. Natürlich sind Sie nicht durch die Umschulung gehindert eine neue Stelle anzutreten. Sie liegen mit Ihrem Bauchgefühl richtig.
      In der Regel werden Umschulungen abgebrochen, da das Interesse wegfällt etc. und die ehemaligen Umschüler sind anschließend wieder arbeitslos. Für den freudigen Fall, dass Sie in der nächsten Zeit eine Stelle angeboten bekommen, sollten Sie einfach dem für Sie zuständigen Sachbearbeiter Bescheid geben, damit die Umschulung sauber gekündigt wird.

      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

      Antworten
  5. Hallo, im September 2016 war ich im letzten Lehrjahr meiner damaligen Ausbildung zum Industriemechaniker. Ich hatte einen schweren Autounfall, wodurch ich mir am Fuß und an meiner Hand schwere Verletzungen zog. 2 Jahre lang war ich krankgeschrieben und da mein Arzt das Arbeiten im Stehen für unmöglich hielt, was auch stimmte, musste ich meine Ausbildung zum Industriekaufmann abbrechen.

    Juni 2018 startete ich eine Umschulung zum Industriekaufmann über die Agentur für Arbeit.
    Ab März 2019 hat meine Hand angefangen zu schmerzen, aufgrund Arthrose am Handgelenk. (Folgeschäden vom Autounfall 2016)
    Ich habe versucht, das einige Monate durchzuhalten jedoch wurden die Schmerzen bis Juli 2019 so stark, dass ich nicht mal mehr normal meine Hände waschen konnte. Also bin ich seit Ende Juli 2019 bis heute krankgeschrieben. (Juni 2019 habe ich auch geheiratet)

    In der Zeit wurde ich zwei mal am Handgelenk operiert, bei der zweiten OP im Januar dieses Jahres wurde mein Handgelenk leider teilversteift. Wegen dem Corona-Virus kann ich auch seit 2 Monaten nicht mehr zur Physio- und Ergotherapie und meine Untersuchungstermine wurden auch abgesagt. Mein Krankengeld war nicht ausreichend für Miete- und Unterhaltskosten. Deswegen bekomme ich seit ein paar Monaten auch noch finanzielle Unterstützung vom Jobcenter.
    Ich hatte vor drei Monaten ein Gespräch mit meinem Arbeitgeber. Es wurde mir dort gesagt, falls die Agentur meine Umschulung nicht mehr weiter unterstützt – da ich ja inzwischen schon über 8 Monate Krank bin und seit dem auch nicht in die Berufsschule kann – könnte ich direkt das Arbeiten im Büro anfangen, ohne meine Umschulung abzuschließen. Man würde mir auch nur Aufgaben geben, wodurch meine Hand wenig belastet wird. Mein Arbeitgeber ist sehr zufrieden mit mir und ich mit meinem AG auch.

    Vor kurzem habe ich jedoch erfahren, dass die Agentur die Fortsetzung der Umschulung akzeptieren würde. Ich weiß nur nicht ob ich nur das zweite Jahr wiederholen oder von Anfang an noch einmal beginnen muss.
    Ehrlichgesagt möchte ich jetzt beides nicht mehr, da ich immernoch krankgeschrieben bin und nicht weiß ob meine Hand mir während der Umschulung wieder schwierigkeiten machen würde. Normale sachen kann ich jetzt einigermaßen erledigen aber das Schreiben mit der Hand tut mir immernoch sehr weh. Wir möchten mit meiner Frau auch Kinder haben und normal leben können. Ich möchte keinen Aussetzer mehr in meinem beruflichen Leben haben. Alle meine Freunde in meinem Alter sind schon lange mit ihren Ausbildungen fertig und verdienen Geld. Ich möchte jetzt mit 27 auch endlich Geld verdienen. Vorallem, weil ich jetzt auch eine Familie gegründet habe.

    Es tut mir leid, dass ich so lange geschrieben habe und Ihnen die Zeit nehme.

    Kurzgefasst möchte ich die Umschulung abbrechen und das Arbeiten anfangen.

    Gründe dafür:
    – unklarheit, ob die Umschulung ohne Probleme fortgesetzt werden kann (gesundheitlich)
    – ich muss in der Schule sehr viel mit der Hand schreiben und bin wegen den Schmerzen fast nie mit gekommen. Wie sollte ich dann die Prüfungen schreiben?
    – den ganzen Unterrichtsstoff verpasst
    – finanzielle Gründe

    Müsste ich in diesem Fall der Agentur Kosten zurückerstatten?
    Welche Gründe sollte ich eher erwähnen und welche nicht?

    Vielen Dank im Voraus und freundliche Grüße

    Antworten
    • Hallo Baybars,

      danke für Ihre ausführliche Nachricht.
      Sie können davon ausgehen, dass Sie nur das zweite Jahr wiederholen müssten.

      Die Arbeitsagentur entscheidet im Einzelfall, ob und wieviel sie an Umschulungskosten im Falle eines Abbruchs verlangt. Es handelt sich nicht um einen Automatismus. Als Grund ungeeignet ist sicherlich der finanzielle Aspekt. Wenn Sie sich für einen Abbruch entscheiden, dann stützen Sie lieber Ihre Argumentation auf einen sich verschlechternden Gesundheitszustand. Aber inwiefern das plausibel ist, können wir aus der Ferne nicht beurteilen…

      Erlauben Sie uns folgende Anmerkung: Mit 27 Jahren haben Sie nach den aktuellen Regelungen zum Renteneintritt 40 Jahre Berufsleben vor sich. Ihr Verhältnis zum Arbeitgeber scheint zwar ideal, aber sollten Sie den Arbeitsplatz verlieren (das ist zum Beispiel unverschuldet durch eine Arbeitgeberinsolvenz denkbar), dann finden Sie sich als ungelernte Kraft mit gesundheitlichen Einschränkungen auf dem Arbeitsmarkt wieder. Das muss nicht, aber kann in einigen Jahren zu schmerzhaften finanziellen Einschnitten führen.

      Auch wenn es sich jetzt anderes anfühlt, rückblickend wird sich im Falle eines Abbruchs das eine Jahr mit besseren Finanzen langfristig vermutlich weniger auf Ihr Familienleben auswirken. Viele Umschüler gründen während der Ausbildung einen Familie und sollte Sie nicht davon abhalten, wenn es Ihr Wunsch ist.

      Wenn Sie sich für die Fortsetzung der Umschulung entscheiden, dann ist es wichtig, dass Sie eine Gleichbehandlung durchsetzen. Sie treten in Prüfungen unter anderen Voraussetzungen an, die berücksichtigt werden müssen. In Ihrem Fall heißt dies, dass Ungleiches nicht gleichbehandelt werden darf. Prüflinge mit körperlichen Einschränkungen sind erleichterte Prüfungskonditionen zu gewähren um einen angemessenen Ausgleich zu schaffen. Wenn Sie zum Beispiel besser auf einer Tastatur schreiben können, dann sollte eine Prüfung am Computer möglich sein. Wenn Sie langsamer mit der Hand schreiben, dann haben Sie einen Anspruch auf eine Verlängerung der Bearbeitungszeit usw.

      Leider bekommen körperlich eingeschränkte Umschüler solche Vergünstigungen nicht automatisch angeboten, sondern müssen für sich eintreten. Wir haben bei Ihnen aber keinen Zweifel, dass es Ihnen gelingen wird.

      Abschließend können wir Ihnen nur raten, dass Sie Ihre Situation unter langfristigen Aspekten betrachten und auf diesem Weg die für Sie richtige Entscheidung treffen. Wir wünschen Ihnen dabei alles Gute!

      Antworten
  6. Hallo, ich habe eine Umschulung im Januar angefangen. Diese wird von der Arbeitsagentur finanziert.
    Dadurch das ich geheiratet habe, möchte ich ins Ausland zu meinem Mann ziehen und zwar in die Niederlande. Würde die Agentur die kosten zurückverlangen wollen / können?

    Antworten
    • Hallo Nastja,

      danke für Ihre Anfrage.
      Inwiefern die Agentur für Arbeit die Kosten Ihrer Umschulung von Ihnen zurückfordern kann, müsste in Ihrer Eingliederungsvereinbarung geregelt worden sein. Die Frage zur Rückforderung wird immer individuell entschieden, deswegen sind die Gründe relevant, derentwegen Sie sich gezwungen sehen, die Umschulung zu beenden.

      Ihre Heirat und der Wunsch in die Niederlande zu Ihrer Familie umzuziehen wird die Agentur für Arbeit vermutlich als freiwilligen Abbruch werten. Wir empfehlen Ihnen unbedingt das persönliche Gespräch mit Ihrem Sachbearbeiter.

      Antworten
  7. Hallo, ich werde nächste Woche die Umschulung anfangen nur damit ich die Förderung bekomme. Ich habe mich aber davor für eine Ausbildung Platz ab September beworben, was passiert wenn ich die Stelle bekomme und ich die Umschulung abbrechen würde.
    Danke schön

    Antworten
    • Dann kann es leider sein, dass die ARGE bzw. der Kostenträger der Umschulung die Umschulungskosten ganz oder teilweise von Ihnen zurückfordert.

      Antworten
  8. Hallo, ich bin nun im 2. Ausbildungsjahr als Steuerfachangestellte.
    Leider müssen wir auch Grund beruflicher Veränderung meines Mannes umziehen. Da ich kein Führerschein habe und wir über 90 km wegziehen müssen werde ich die Umschulung in der Form nicht mehr weiter vorführen können. Nach einigen Recherchen habe ich nun auch noch erfahren, dass in dem Landkreis wo wir hinziehen, keine Schule oder Bildungsträger ist der die Steuerfachangestellte ausbildet bzw. die Agentur unterstützt das in dem Landkreis nicht.
    Wenn ich nun entscheide, die Umschulung zu beenden auf Grund des Umzugs, kann die Agentur von mir die kompletten Lehrgangskosten zurückverlangen. Ich meine wir können ja nix dafür das meinem Mann sein Arbeitgeber von ihm als Hauptverdiener verlangt umzuziehen bzw. wir das machen müssen, da Rufbereitschaft besteht, er aber täglich fast 70km zur Arbeit hat und eine Zweitwohnung da fehlt das Geld. Er arbeitet im Kreis Stuttgart und man kann sich ja vorstellen wie dort die Preise von kleinen Wohnungen sind.
    Danke schon mal für die HIlfe

    Antworten
    • Hallo Rachi,

      vielen Dank für Ihre Anfrage.

      Wenn eine Umschulung wegen Umzug abgebrochen wird, dann hängt die Rückforderung des Kostenträgers auch davon ab, ob bspw. der Fahrtweg zur Umschulungsstätte nicht mehr zumutbar ist. Bei täglich 180km hin und zurück liegt eine Unzumutbarkeit nahe.

      Grundsätzlich entscheidet über die Frage, ob der Kostenträger Geld zurückfordern kann, allerdings die Wiedereingliederungsvereinbarung. Dort werden die Konsequenzen eines Abbruchs festgelegt. Fehlt eine Angabe zur Rückerstattung im Falle des Abbruchs, dann sollten Sie einen Widerspruch gegen den Rückforderungsbescheid einlegen.

      Ich empfehle Ihnen zunächst dringend, die Umschulung nicht ohne vorheriges Gespräch mit dem Sacharbeiter der Agentur für Arbeit abzubrechen, da Sie im Gespräch Ihre Situation erklären und sich den Weg für eine zukünftige Umschulung freihalten sollten.

      Ich hoffe, die Antwort war Ihnen hilfreich.
      Viele Grüße

      Antworten
      • Vielen Dank für die Rückmeldung.
        Nun steht es definitiv fest, das auch nach einem Umzug keine Möglichkeit der Weiterführung besteht. Es gibt zwar eine einzige Schule in der Umgebung von ca. 50km die ein ähnliches Modell anbietet, aber dieses würde in Vollzeit bedeuten und ich wäre mit den öffentlichen Verkehrsmittel von morgens um 5:34 Uhr bis abend 18:45 Uhr aus dem Haus. Mit zwei Kindern ist das fast unmöglich zu schaffen. Ansonsten habe ich auch feststellen dürfen, dass der Landkreis in den wir umziehen selbst die Umschulung der Steuerfachangestellten nicht fördert, sprich die Agentur für Arbeit in Heilbronn hätte gar keine Möglichkeit mir in Teilzeit die Umschulung in der Form weiterlaufen zulassen. Was ich mich dann Frage, wenn ich dann in dem neuen Landkreis als alternative etwas anbiete, könnten die mir einen erneuten Bildungsgutschein evtl. ablehnen auf Grund des Umzugs und der nicht Beendigung der Umschulung als Steuerfachangestellten oder sehen Sie das evtl. positiv da ich mir Mühe gebe um meinen Berufsweg trotzdem irgendwie erfolgreich noch abzuschließen? Hier geht es um eine Schulung zur Sachbearbeiterin für Lohn und Gehalt. Das ist ja ähnlich wie die Steuerfachangestellte nur eben spezialisiert auf ein Themenfeld und zeigt ja das ich mir Gedanken gemacht habe.
        Eine Sanktion wäre irgendwo ja auch unfair, da ich den Umzug ja nicht verschuldet habe, sondern aus Privaten Gründen ein Umzug nun mal sein musste. Ich meine bei meinem Mann, der ja Hauptverdiener bei uns ist, hat es ja berufliche Veränderungen gegeben. Eine doppelte Belastung in Form von Miete hätten wir uns gar nicht leisten können, wäre ja was anderes gewesen hätte ich auch etwas Geld verdient und vorhersehbar war das alles nicht, da mein Mann die Arbeitsstätte nach meiner Umschulung bekommen hatte und da nur in der Sprache war das er evtl. in naher Zukunft näher ziehen müsste auf Grund von Bereitschaft nur wann und ob überhaupt wurde jetzt eben beschlossen.

        Antworten
        • Machen Sie das! Ich halte das für die sehr gute Sache, wenn sie sich in Ihrem neuen Kreis um einen neuen Bildungsgutschein bemühen. Ich sehe das auch so wie Sie -dass Ihr Handeln Ihnen eher positiv angerechnet werden sollte. Viel Erfolg und berichten Sie bitte, wie es weiterging!

          Antworten
  9. Hallo. Ich mache seid 25.01.2019 eine Umschulung als Steuerfachangestellte und versuche nun einen Praktikumsplatz zu bekommen, nun sind nach 3 Absage und auf Nachfrage in meiner Stadt, alles Kanzleien voll. Ich besitze kein Auto und kann also auch nicht ohne weiteres in eine andere Stadt fahren. Wäre das ein begründeter Abbruchs Grund? Ich bin auch noch Alleinerziehend und wäre mit Bus und Bahn zu lange unterwegs um mein Kind rechtzeitig aus dem Hort zu holen. Muss ich wenn ich jetzt aufhöre, Strafe zahlen?

    Antworten
    • Hallo,

      danke für Ihre Nachricht. Grundsätzlich sollte es keinen Abbruch ohne vorherige Absprache mit dem Kostenträger geben. Bitte nehmen Sie Kontakt zu diesem (Jobcenter, BG etc.) auf, auch um zu prüfen, ob Sie Anspruch auf zusätzliche Kinderbetreuung haben. Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, das PRaktikum zu einem anderen Zeitpunkt nachzuholen?

      Antworten
  10. Guten Tag. Habe gerade erst einen Tag der Umschulung rum und habe jetzt schon den totalen Horror vor dem AG. 13 Stunden Tage sind die Regel, die Leute mit denen ich gesprochen habe machen 240-260 Stunden im im Monat. Es ist in der Recycling Branche und man wird dort auch als Lader ( Typ der gelbe Säcke ik Müllwagen wirft) eingesetzt. Habe das am ersten Tag gemacht und es hat morgens geregnet.stand danach 10 Stunden komplett durchnässt auf dem Lkw,da man keine wasserdichte Kleidung vom AG bekommt. Resultat, eben beim Arzt, Lungenentzündung…
    Da die Umschulung erst begonnen hat, kommen kosten auf mich zu wenn ich abbreche ? Kann kann mit dem AG reden, das die mich kündigen um Sanktionen zu entgehen ? Danke schonmal !

    Antworten
    • Guten Tag Herr Haas,
      vielen Dank für Ihren detaillierten Bericht.

      Allgemein muss der erste Tag einer Umschulung nicht repräsentativ für die kommenden Monate sein, doch der von Ihnen geschilderte Sachverhalt lässt nichts Gutes ahnen, denn statt einer Führung durch den Umschulungsbetrieb und einer Einführung in die Ausbildungsabschnitte Ihrer Umschulung wurden Sie heute als ungelernte Arbeitskraft (dazu noch ohne angemessene Arbeitskleidung) eingesetzt.

      Unsere Empfehlung an Sie:
      1. Schreiben Sie alle Ihre bisherigen und künftigen Eindrücke auf, ebenso die von Ihren Kollegen geschilderten Sachverhalte.

      2. Suchen Sie sobald wie möglich ein Gespräch mit dem für Sie verantwortlichen Mitarbeiter des Kostenträgers. In dem Gespräch müssen die Missstände detailiert, aber sachlich und unaufgeregt geschildert werden. Ziel des Gesprächs: Der Kostenträger muss erkennnen, dass er dem Umschulungsbetrieb teuer eine Arbeitskraft bezahlt, die nicht angemessen ausgebildet wird.

      3. In diesem Gespräch machen Sie deutlich, dass Sie die Umschulung aufgrund der Mängel der Ausbildung nicht weiter fortsetzen möchten. Brechen Sie die Umschulung nicht ohne Gespräch mit dem Kostenträger ab. Sie sind zwar erst am Anfang der Umschulung un die angefallenen Kosten dürften sich in Grenzen halten, aber Kooperation mit Ihrem Kostenträger macht die Bewilligung einer neue Umschulung für Sie einfacher.

      4. Sie sollten sich weder kündigen lassen, noch Sanktionen des Kostenträgers (bei dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt meines Erachtens unwahrscheinlich, wenn vor dem Abbruch eine Gespräch mit dem Kostenträger geführt wird) akzeptieren. Sie sind schießlich für die Situation nicht verantwortlich und sollten keine Nachteile auf sich nehmen müssen. Ihr Ziel ist sicherlich weiterhin nur eine qualitativ hochwertige Umschulung.

      5. Sollten Sie trotz Gespräch mit dem Kostenträger nach dem Abbruch der Umschulung sanktioniert werden, dann besorgen Sie sich bitte mit Hilfe eines Anwalts für Sozialrecht einen Beratungshilfeschein für eine sehr kostengünstige Rechtsberatung und wehren Sie sich gegen die möglicherweise erteilten Sanktionen oder die auferlegten Umschulungskosten (hier würde ein entsprechender Bescheid ergehen, denn Sie mit Hilfe des Anwalts widersprechen / anfechten würden). Für gerichtlichen Rechtsschutz sind Sie sehr wahrscheinlich zur Prozesskostenhilfe berechtigt.

      Wenn Ihnen einen Lungenentzündung dignostiziert wurde, dann bestehen Sie auf eine Krankschreibung. Ihre Gesundheit muss immer an oberster Stelle stehen. Gute Besserung!

      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei den empfohlenen Schritten. Bitte nehmen Sie sich die Zeit und schildern Sie uns zu gegebenen Zeitpunkt den Ausgang des Gesprächs mit dem Kostenträger und die weitere Entwicklung Ihrer Umschulung. Herzlichen Dank!

      Antworten
  11. Guten Tag!
    Was ist wenn ich mit dem Lehrpersonal nicht zurecht komme bzw. wenn auch schon wechselende Dozenten da waren die einem leider selbst nicht weiter helfen konnten?

    Antworten
    • Hallo Frau Elischer, besprechen Sie das bitte zuerst mit Ihrem Sachbearbeiter bei der AA. Erst müssen alle möglichen anderen Schritte unternommen werden, um diese Faktoren abzustellen.

      Antworten
    • Guten Tag. Folgendes Anliegen. Aktuell mache ich die Umschulung zur Steuerfachangestellten. Allerdings bin ich alleinerziehende Mama. Und dadurch sammeln sich eine Menge Fehltage so das ich mit den Unterrichtsstoff nicht mehr mitkomme. Generell habe ich Schwierigkeiten mich mit dem Beruf zu identifizieren. Ich kann noch so viel lernen, und die Noten passen einfach nicht. Zusätzliche Nachhilfe ist aufgrund von Zeitmangel nicht zu bewältigen. Das ganze artet langsam in gesundheitliche Probleme aus (Magenschmerzen und häufigere Migräneanfalle) wie ist es in diesem Fall mit einem Abbruch?

      Antworten
      • Hallo Marie,

        vielen Dank für Ihre Anfrage.

        Der Abbruch einer Umschulung kann in zweierlei Hinsicht zu Problemen führen: Sollten Sie eine andere Umschulung anschließend machen wollen, müssen Sie sich auf kritische Fragen einstellen. Zweitens können finanzielle Folgen auf Sie zukommen, da im Falle eines freiwilligen Abbruchs der Umschulung, der Kostenträger sich zumindest einen Teil des ausgegebenen Geldes von Ihnen zurückholen kann.

        Wenn Sie die Umschulung abbrechen möchten, sollten Sie dies auf keinen Fall tun, bevor Sie nicht mit Ihrem Kostenträger gesprochen haben. Es wird sonst in jedem Fall als freiwilliger Abbruch gewertet und Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Kasse gebeten.

        Als Argumente für einer vorzeitigen Beendigung der Umschulung eignen sich Ihr Kind nicht, da Sie die Umschulung mit Kind begonnen haben. Sie könnten jedoch überlegen, die Umschulung zukünftig in Teilzeit zu absolvieren. Bei einem Kind, das betreut werden muss, wird dies auch noch nachträglich genehmigt.

        Dass Sie sich mit dem Beruf nicht identifizieren können, also das Interesse an der Umschulung wegfällt, ist kein Argument für einen Abbruch. Dies sollten Sie im Gespräch mit dem Arbeitsamt oder der Rentenversicherung auf keinen Fall erwähnen.

        Muss eine Umschulung aufgrund von gesundheitlichen Problemen abgebrochen werden, dann wird in der Regel auf finanzielle Rückforderungen verzichtet und auch eine erneute Umschulung relativ einfach genehmigt. Gesundheitliche Probleme müssen von einer gewissen Dauer und gewisser Intensität sein. Sie brauchen hierfür ärztliche Atteste (nicht bloße Krankschreibung), die bestätigen, dass aus medizinischer Sicht, Sie aktuell für längere Zeit nicht die Umschulung machen können.

        Wir wünschen Ihnen alles Gute!

        Antworten

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