Umschulung abgelehnt- was nun?

Nicht jeder Antrag auf eine Umschulung wir akzeptiert. Es gibt Fälle, in denen die Umschulung nicht genehmigt wird. Die Personen, die eine Ablehnung erhalten, sind daraufhin oft sehr niedergeschlagen und sehen keinen Ausweg aus der schwierigen beruflichen Situation.
Doch gibt es verschiedene Möglichkeiten, um dennoch eine Förderung der Ausbildung zu erreichen. Wenn Sie eine Ablehnung erhalten haben, sollten Sie den Mut nicht verlieren und weiterhin versuchen, Ihr Ziel zu erreichen. Hier finden Sie einige Alternativen, wie Sie dennoch eine Förderung bewilligt bekommen können.

 

Eine Neuformulierung des Antrags

In vielen Fällen gibt es keine festen Regelungen, wann eine Umschulung finanziert werden muss. Dieglsetzliche Grundlage für Umschulungen in § 81 SGB III ist eine Ermessensvorschrift, die dem Antragsteller keinen Anspruch auf Finanzierung gibt. Insbesondere bei der Umschulung durch das Arbeitsamt hängt dies stark von der persönlichen Einschätzung durch den Sachbearbeiter ab. Wenn Ihr Antrag abgelehnt wurde, kann es daher sinnvoll sein, diesen neu zu formulieren und daraufhin erneut einzureichen. Wenn Sie beispielsweise eine stichhaltigere Begründung einreichen, weshalb Sie in Ihrem bisherigen Beruf keine Zukunftsaussichten haben und weshalb Sie durch eine Umschulung wieder erwerbstätig werden können, kann dies die Möglichkeiten für eine Annahme verbessern. Auch wen Sie beispielsweise durch ein Praktikum Eigeninitiative ergreifen, zeigt dies, dass Sie sich intensiv mit dem neuen Berufsfeld beschäftigen, wodurch sich die Chancen auf eine Annahme deutlich verbessern können.

 

Antrag bei einem anderen Träger

Wenn Ihr Antrag abgelehnt wurde, kann dies auch daran liegen, dass Sie sich an den falschen Träger gewandt haben. Es gibt verschiedene Institutionen, die in unterschiedlichen Fällen zuständig sind. Wenn beispielsweise Ihr Antrag beim Arbeitsamt abgelehnt wurde, sollten Sie genau überprüfen, ob nicht die Rentenversicherung oder die Berufsgenossenschaft für Ihren Fall zuständig sein könnte. Oftmals wurde der Antrag einfach an der falschen Stelle eingereicht und deshalb abgelehnt. Wenn Sie bei einem anderen Träger einen Antrag auf die Förderung der Umschulung stellen, ist es möglich, dass dieser dann akzeptiert wird.

 

Einen anderen Beruf auswählen

Die Bewilligung der Umschulung läuft je nach Träger unterschiedlich ab. Bei der Rentenversicherung wird beispielsweise überprüft, ob ein grundsätzlicher Anspruch auf eine Umschulung aufgrund einer körperlichen Einschränkung, die die bisherige Berufsausübung unmöglich macht, besteht. Sollte dies der Fall sein, wird diese genehmigt und erst anschließend wird der Beruf ausgewählt, den die betroffene Person erlernen soll. Wenn Sie jedoch einen Antrag beim Arbeitsamt stellen, müssen Sie auch angeben, welchen Beruf Sie erlernen wollen. Sicherlich ist es sinnvoll, eine Ausbildung zu wählen, die Ihnen selbst auch Spaß macht. Allerdings legen die Sachbearbeiter beim Arbeitsamt auch sehr viel Wert darauf, dass eine hohe Nachfrage im entsprechenden Berufsfeld besteht. Sollte Ihre erste Wahl abgelehnt werden, kann es sinnvoll sein, die Berufswahl nochmals zu überdenken. Denn wenn Sie selbst bei der Auswahl die Arbeitsmarktsituation berücksichtigen, kann es möglich sein, bei einem erneuten Antrag für die Umschulung in einem anderen Bereich, eine Bewilligung zu erhalten.

 

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10 Gedanken zu „Umschulung abgelehnt- was nun?“

  1. Hallo,
    Ich bin leider gelernte Rechtsanwaltsgehilfin. Die Ausbildung wollte ich nie machen. Allerdings wurden damals, wie heute wohl auch händeringend Rechtsanwaltsgehilfinnen gesucht. Deshalb sollte ich damals (1993) eine Ausbildung als Rechtsanwaltsgehilfin machen. Seitdem habe ich in zig verschiedenen Berufen (Bürojobs unterschiedlichster) Art gearbeitet. Aber das hat mich psychisch krank gemacht. Mir liegt es einfach nicht und ich möchte lieber etwas kreatives machen oder etwas im sozialen Bereich. Weil, mir geht es einfach nur noch schlecht. Ich war vor ein paar Monaten in einer ambulanten psychosomatischen Reha. Da würde mir bestätigt, dass ich nur 3 Stunden täglich im kaufmännischen arbeiten könne. Jetzt bin ich seit ein paar Wochen bei einer Arbeits- und Belastungserprobung. Ganz toll. Jetzt soll ich ein Praktikum Vollzeit in einem Bürojob machen. Hallo??? Haben sie meine Bewertung nicht richtig gelesen? Eine Umschulung bekomme ich nicht, weil ich ja so eine „tolle“ Ausbildung hatte und so „tolle“ PC-Kenntnisse habe. Ich bin total verzweifelt. Ich habe es schon früher mit einer Umschulung versuchen wollen. Das wurde auch immerzu abgelehnt. Stattdessen immer wieder dämliche Weiterbildungen, die immer ein paar Wochen oder ein paar Monate andauerten. Aber diese haben rein gar nichts gebracht. Mittlerweile bin ich 46. Zur Rente sind es noch mindestens 21 Jahre. Die soll ich jetzt im Bürojob verbringen? Damit ich meine Arbeit im Büro machen kann, muss ich weiterhin Antidepressiva nehmen? Seit fast 10 Jahren muss ich schon wegen der Bürojobs Antidepressiva und noch weitere Psychopharmaka nehmen. Also muss ich noch weiter, bis zur Rente Psychopharmaka nehmen, nur damit ich irgendeinen beschissenen Bürojob machen kann, weil die Rentenversicherung (die Agentur für Arbeit vermutlich auch) nicht gewillt ist mir eine Umschulung zu finanzieren? Wie viele Jobs soll ich denn noch machen? Mein Lebenslauf ist mittlerweile 4 Seiten lang. Wie lang soll mein Lebenslauf denn noch werden bis zur Rente. Vorausgesetzt, dass ich das Rentenalter überhaupt mit den ganzen Psychopharmaka erreiche.
    Ich weiß nicht mehr weiter. Ich bin völlig ratlos. Ich finde es völlig menschenverachtend, dass uns die Umschulungen nicht finanziert werden. Vor allem, wenn es um die Gesundheit geht oder wenn es sich um andere wichtige Gründe handelt. Man macht das doch nicht einfach so aus der Laune heraus oder aus Spaß. Es gibt ja nun wirklich triftige Gründe.

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    • Hallo,

      danke für Ihre Nachricht.

      Wir teilen Ihre Ansicht, dass ein gutes Leben im falschen Beruf langfristig kaum möglich ist. Das Problem, dass gut qualifizierte Antragsteller keine Umschulung finanziert bekommen, obwohl sie faktisch nicht im Beruf arbeiten können, ist leider gar nicht so selten. Die psychische Belastung durch die falsche Jobwahl wird sowohl von Rentenversicherung und Arbeitsamt, als auch von der Gesellschaft häufig nicht ernstgenommen.

      Letztlich gibt es nach unserer Meinung keine Alternative zu einem Berufswechsel. Machen Sie sich nicht vom Segen der Rentenversicherung abhängig. Es ist Ihr Leben und Sie wollen das Beste daraus machen.

      Ziehen Sie eine selbstfinanzierte Umschulung in Betracht. Anstatt in depressionfördernde Resignation zu verfallen, unternehmen Sie kleine Schritte, die Sie Ihrem Ziel näher bringen. Unabhängig von einer Anstellung kann dies auch ein Ehrenamt im kreativen oder sozialen Bereich sein.

      Wir verlinken Ihnen hier einen Artikel zum Thema: Umschulung selber zahlen und wünschen Ihnen für die nächsten Schritte alles Gute und viel Erfolg!

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  2. Hallo Ihr Lieben,
    es tut so gut zu lesen, dass es nicht nur mir so geht. Bin noch relativ jung und habe schon viel probiert. Seit Corona bin ich arbeitslos und versuche alles mögliche. Es kommen aber nur Absagen. Jetzt habe ich versucht die Umschulung zur Berufskraftfahrerin zu machen. Wurde ebenfalls abgelehnt, da sie mich danach nicht vermitteln können würden. Ach? Fahrermangel gibt es also doch nicht? Danke. Danke für nichts. Stattdessen wieder ein achwöchiges Coaching machen für eine Umschulung, aber in einen anderen Umschulungsberuf… Logik? Gar keine.

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  3. Ich bin so froh, dass es nicht nur mir mit dem Thema so geht! Meine Mutter war sehr schwer alkoholabhängig, sodass ich mein Abi abbrach und eine „schnelle“ Ausbildung im Versicherungswesen machte. Seit Tag 1, der nun mehr als 12 Jahre her ist, geht es mir damit beschissen. Leider habe ich mich immer weitergebildet – wenn ich was mache, dann richtig. Seit 3 Jahren versuche ich nun endlich in der sozialen Branche Fuß zu fassen – ohne Erfolg! Ich könne ja eine duale Ausbildung machen oder als Hilfskraft anfangen… Bei aller Liebe – ticken die noch ganz sauber? Ich weiß, dass ich irgendwann mal psychisch durchdrehe, wenn ich weiterhin im Büro arbeiten muss. Aber ich bin gezwungen – muss meinen Mann und seinen Sohn aus 1. Ehe auch noch irgendwie finanzieren… Herzlichen Glückwünsch – mal wieder falle ich durch alle Raster. Fühle mich depressiv und schrecklich, aber dennoch auch irgendwie leistungsfähig. Ich hätte so Bock etwas zu lernen, zu tun, ein neues Leben… Aber die machen es einem einfach zu schwer. Manchmal kotzt es mich an, dass man faulen Menschen indirekt mit seinen horrenden Sozialabgaben sinnlose Maßnahmen finanziert, von denen man selbst kein bisschen profitiert. Auch Aufstiegs-Bafög würde ich nicht erhalten. Gefühlt lebe ich ein Leben, das ich nicht will.

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  4. Ich versuche seit Jahren schon eine Umschulung zur Betreuerin zu bekommen. Das wurde immer abgelehnt weil ich eine sehr gute Ausbildung als Einzelhandelskauffrau habe. Jobs gibt es viele in dieser Branche, aber ich werde immer nach einen halben Jahr entlassen 😔, warum auch immer. Ich glaube die spüren, dass ich mich nicht mehr wohlfühle in diesen Beruf. Nun hab ich einen Anbieter gefunden. Die Ausbildung kostet nur 1000 €. Ich frag mich ob mir das Jobcenter das verbieten kann, auch wenn ich es selbst bezahle.

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  5. Sehr toll ist es, wenn der Fallberater meint, dass man keinen Anspruch auf eine Umschulung habe, weil man ja „Gesund“ wäre.
    Es würde ja reichen, wenn man eine Helfertätigkeit ausübt und bräuchte keine Qualifzierung zu einer besser bezahlten Arbeit.
    Allein, dass ich mit einer 40h Vollzeitstelle als „Helfer“ mit 9€ pro Stunde noch unter dem Leistungssatz verdiene und als Alleinverdiener dennoch Zuschüsse beantragen muss, um über die Runden zu kommen.
    Das reicht dem Fallberater allerdings nicht aus. O-Ton: Das Ziel des Jobcenters ist es, ihren Leistungsbezug zu verringern oder zu Beenden. Es ist nicht unsere Aufgabe ihre Vita grade zu rücken!
    Als ob ich absichtlich vor 25 Jahren 2 Arbeitsunfälle hatte, die mich zwangen meinen erlernten Beruf aufzugeben…

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    • Umschulung wurde 2 mal abgelehnt, da laut AA zu „zu teuer“. 10 Jahre Zeitarbeit gemacht, in dieser Zeit sehr oft ALG 1 beansprucht und damit letztendlich den Steuerzahler hoch belastet. Abitur und Studium vorhanden, die aus mir eine steuerzahlende! Fachkraft hätten werden lassen können, es scheiterte aber am Sachbearbeiter.

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    • Ich bekomme nicht mal eine Umschulung bezahlt obwohl ich nicht mehr als Tischler arbeiten
      Begründung eine Umschulung ist zu teuer

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  6. Hallo, ich bin Verwaltungsfachangestellte nur finde ich seid 6 Jahren keinen Job. Ich habe schon alles mit gemacht und auch die Sachen vom Arbeitsamt, nur nichts klappt. Ich bettle um eine Umschulung oder sonstige Sachen, aber alles aber auch alles wird mir abgelehnt. Ich habe drei Kindergärten bei mir in der nähe. aber ich brauche ein Anerkennungs-Jahr und auch das bekomme ich nicht Nun die Frage wie machen das die andren? Ich möchte gerne Arbeiten, nur Hilft mir keiner von gar keiner Stelle.

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  7. schade, so etwas hätte ich 40 Jahre eher wissen müssen.

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