Gesundheit kostet Geld. © babimu – Fotolia.com

Berufsbild

Gesundheitskaufleute planen und organisieren Verwaltungsvorgänge, Geschäftsprozesse und Dienstleistungen im Gesundheitswesen. Sie haben unterschiedliche Beschäftigungsbereiche. Im Krankenhaus empfangen sie die Patienten und nehmen ihre Daten auf. Sie überprüfen den Überweisungsschein und helfen Patienten dabei, den Behandlungsvertrag auszufüllen. Zudem helfen sie ihnen bei Unklarheiten und Fragen, die hinsichtlich der Behandlung und deren Formalitäten auftreten können.


Sie haben auch eine organisatorische Funktion, d. h. sie bearbeiten alle ausgefüllten Aufnahmepapiere im Nachhinein, legen Patientenakten an und verschlüsseln die ärztlichen Diagnosen (diese Verschlüsselung ist gesetzlich vorgeschrieben). Ferner schreiben sie Rechnungen an Krankenkassen, wobei die ärztlichen Leistungen berechnet werden. Zudem sind sie für die Bestellung und den Eingang von medizinischen Instrumenten und Medikamenten zuständig. Dazu holen sie sich Angebote ein und nehmen Preisvergleiche vor. Auch sind sie für die Lohnabrechnungen, für die Buchführung und für den Jahresabschluss zuständig.

 

Zukunftsaussichten

Die medizinischen Einrichtungen haben aufgrund der Fehlbarkeit des menschlichen Organismus und den daraus resultierenden Krankheiten stets Leistungen zu erbringen. Aus diesem Grunde ist die Beschäftigungssituation im kaufmännischen medizinischen Bereich positiv, denn für die Organisation und für die buchhaltungstechnischen Aufgaben werden stets Gesundheitskaufleute gebraucht.
Durch eine Aufstiegsweiterbildung können diese sich eine leitende Position erarbeiten.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Angehende Gesundheitskaufleute lernen im praktischen Teil der Umschulung die Funktionsweisen von Betriebssystemen und der entsprechenden Software, wie eine optimale Planung und Organisation durchgeführt werden, wie Kosten ermittelt, erfasst und überwacht werden, wie eine Entgeltabrechnung durchzuführen ist, wie sie mit Kunden und Patienten umzugehen haben, wie eine Marktbeobachtung getätigt wird und wie medizinische Informationen nach betrieblichen Vorgaben erfasst, ausgewertet und archiviert werden. Auch das Entwickeln von betrieblichen Marketingkonzepten sowie die Anfertigung von Ausschreibungen gehören zum Lehrplan. Ferner lernen sie, wie Leistungen zu bewerten und zu verrechnen sind, wie Bestellungen ausgeübt und die Betriebsmitteleingänge vorgenommen werden und welche Finanzierungs- und Vergütungsarten es im Gesundheitswesen gibt. Sie lernen zudem, wie Abrechnungen durchgeführt werden, wie Beratungs-, Informations- und Verkaufsgespräche geführt werden und wie mit EDV-gestützten Programmen Buchungen vorgenommen werden.
Im praktischen Teil der Umschulung lernen die angehenden Gesundheitskaufleute betriebswirtschaftliche Grundlagen kennen. Dazu gehören die Erfassung und Auswertung von Geschäftsprozessen, die Analyse der Märkte und die Dokumentation und Abrechnung von Dienstleistungen. Ferner lernen sie die Grundsätze des Rechnungswesen und der Finanzierung kennen.
Die Umschulung findet sowohl in medizinischen Einrichtungen als auch in der Berufsschule statt.
Die Umschulungsdauer beträgt 3 Jahre und kann bei besonderen Gründen (z. B. wegen der Ausübung eines ähnlichen Berufes) verkürzt werden.

 

Zielgruppe der Umschulung

Als schulische Zugangsvoraussetzung wird in der Regel die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife verlangt. Eine gute mittlere Reife kann den Einstellungsbedingungen aber auch gerecht werden.
Angehende Gesundheitskaufleute sollten ein kaufmännisches und ein medizinisches Interesse haben. Sie sollten ein kommunikativ aufgeschlossenes Auftreten haben und Freude beim Umgang mit Menschen besitzen, da sie meistenteils mit Patienten in Kontakt treten. Ferner sollten sie ein gutes Zahlenverständnis und ein hohes Konzentrationsvermögen haben, das besonders in der Verschlüsselung von Diagnoseformulierungen gefordert wird. Ein ausgezeichnetes Ausdrucksvermögen und ein gutes Textverständnis sind ebenfalls wichtig. Eine ausgeprägte Teamfähigkeit wird vorteilhaft sein.

Förderungen

In der Regel wird von der medizinischen Einrichtung eine Ausbildungsvergütung gezahlt, die je nach Institut variiert. Im Schnitt handelt es sich dabei zwischen 650 € und 760 € (bei jedem folgenden Umschulungsjahr steigend).
Darüber hinaus kann Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragt werden. Sie ist ein finanzieller Zuschuss für Auszubildende und Umschüler, die in einer betrieblichen Ausbildung sind, nicht bei ihren Eltern oder in deren Nähe wohnen und das 18. Lebensjahr vollendet haben. Ferner dürfen die Eltern sie nicht unterstützen können, ebenso wenig der Partner, wenn sie in einer eheähnlichen Gemeinschaft wohnen oder verheiratet sind.

Anbieter der Umschulung

Bei der Umschulung zum Gesundheitskaufmann bzw. zur Gesundheitskauffrau handelt es sich um ein duales Ausbildungssystem. Die praktischen Kenntnisse werden in Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen oder bei Krankenversicherungen, bei denen die Umschüler/-innen als Auszubildende eingestellt sind, und die theoretischen Kenntnisse in der Berufsschule vermittelt. Der Berufsschulunterricht findet in der Regel in Blockform statt.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Alternative Berufe zum Gesundheitskaufmann bzw. zur Gesundheitskauffrau sind Sozialversicherungsangestellter bzw. Sozialversicherungsangestellte in der Fachrichtung allgemeine Krankenversicherung, Beamter bzw. Beamte in der Sozialverwaltung, Fachangestellter bzw. Fachangestellte für Bürokommunikation und Kaufmännischer Assistent bzw. Kaufmännische Assistentin.

Umschulung zum Gesundheitskaufmann / zur Gesundheitskauffrau
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