Umschulung fertig? 2500 Euro Erfolgsprämie sichern!

Die Bildungsprämie, auch Motivationsprämie, Erfolgsprämie oder Weiterbildungsprämie genannt, ist eine lukrativer finanzieller Anreiz für Umschüler und Auszubildende ihre einmal begonnene Berufsausbildung oder Maßnahmen auf dem Zweiten Bildungsweg erfolgreich abzuschließen. Die Bezeichnungen meinen teilweise auch andere Prämien, womit es zu einen gewissen Verwechslungsgefahr kommen kann. Dieser Artikel behandelt eine finanzielle Belohnung für den erfolgreichen Abschluss einer Umschulung oder Ausbildung. Wenn Sie sich für eine Bildungsprämie im Sinne einer Finanzierung einer Weiterbildung interessieren, dann bekommen Sie hier weitere Informationen wie man einen Bildungsgutschein beantragt und insbesondere dazu wie Arbeitnehmer eine Weiterbildung finanziert bekommen.

Die gesetzliche Grundlage der Motivationsprämie als Bonus in Geld wurde mit dem Arbeitslosenversicherungsschutz- und Weiterbildungsstärkungsgesetz (AWStG) im Jahr 2016 geschaffen. Die Weiterbildungsprämie steht allen Teilnehmern einer Ausbildung oder Umschulung zu, wenn diese die verpflichtende Zwischen- und Abschlussprüfung erfolgreich ablegen konnten.

 

Wie hoch ist die Weiterbildungsprämie?

Die Höhe der Erfolgsprämie ist in § 131a Abs.3 Nr. 1, 2 SGB III festgelegt und für alle Branchen und Berufe dieselbe. Ebenso wird nicht zwischen zweijährigen Umschulungen und dreijährigen Ausbildungen differenziert.

  • Für das erfolgreichen Bestehen der Abschlussprüfung bekommen Sie zur Belohnung 1.500 Euro.
  • Wenn Sie während der Umschulung auch eine Zwischenprüfung ablegen mussten, dann bekommen Sie hierfür weitere 1000 Euro Bonus.

Wichtig: Sieht Ihre Prüfungsordnung keine Zwischenprüfung vor, dann besteht auch kein Anspruch auf diese erste Prämie.

 

Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen?

Einen Anspruch auf die Erfolgsprämie von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter steht Ihnen zu, wenn:

  • Sie haben eine Umschulung oder Ausbildung absolviert.
  • Die Bildungsmaßnahme hat eine reguläre Dauer von mindestens 2 Jahren.
  • Sie haben die verpflichtende Zwischenprüfung und / oder Abschlussprüfung endgültig bestanden.
  • Die Prüfung wurde bei einer Kammer (Industrie- und Handelskammer IHK oder Handwerkskammer) abgelegt. Andere Prüfungsstellen werden leider nicht berücksichtigt.
  • Sie haben einen Antrag bei der regionalen Agentur für Arbeit oder Jobcenter gestellt.

 

Wann wird die Bildungsprämie ausgezahlt?

Zunächst ist es wichtig, dass Sie selbst aktiv werden: Weder die Arbeitsagentur, noch das Jobcenter wird automatisch die Prämie auszahlen, auch wenn das erfolgreiche Ablegen der Prüfung aktenkundig ist. Sobald Sie den entsprechenden Nachweis (zum Beispiel das Prüfungszeugnis) von der Prüfungskommission, Kammer etc. haben, übermittel Sie diese in Kopie an das Arbeitsamt. Ihr Prüfungszeugnis sollten Sie natürlich nicht aus der Hand geben. Die Prämie sollte mit der nächsten, spätestens übernächsten Leistungsauszahlung überweisen werden.

Wichtig: Der Anspruch auf die Erfolgsprämie besteht erst, wenn die jeweilige Prüfung endgültig bestanden ist.

 

Wird die Prämie auf Hartz4 angerechnet?

Nein, die Weiterbildungsprämie wird als “privilegiertes Einkommen” nicht angerechnet. Dies stellen die §§ 11 SGB II ausdrücklich fest. Sollte bei Ihnen eine Anrechnung vorgenommen worden sein, dann widersprechen Sie.

 

Was tun, wenn die Weiterbildungsprämie abgelehnt wurde?

Sie haben die Erfolgsprämie beantragt und einen negativen Bescheid bekommen? Es können Details des Einzelfalls sein, wie es zu dieser Entscheidung kam, die Sie aus der Begründung des Bescheides entnehmen können sollten. Nach Möglichkeit sollten Sie eine Sozialberatungsstelle aufzusuchen, wo man Ihnen Tipps zum weiteren Vorgehen in Ihrer konkreten Situation geben kann. Das ablehnende Schreiben ist ein Bescheid gegen den Sie einen Widerspruch einlegen können und im Zweifel auch immer tun sollten.

Der Widerspruch ist nichts anderes als ein Schreiben Ihrerseits, in dem Sie erklären, dass Sie die Entscheidung nicht für richtig halten und dies begründen. Über Ihren Widerspruch entscheidet nicht der Sachbearbeiter, der die Ablehnung geschrieben hat, sondern ein anderer Mitarbeiter us der Widerspruchsabteilung. Damit haben Sie die Chance, dass so ein Fehler aufgedeckt wird. Im Idealfall haben Sie zuvor eine Beratung aufgesucht. Denkbar ist immer auch ein Gespräch mit einem Anwalt für Sozialrecht, dessen Kosten Sie gegebenenfalls mit einem Rechtsberatungsschein vom Amtsgericht auf 15 Euro reduzieren können.

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