Umschulung zum Krankenpfleger/ zur Krankenschwester (Pflegefachkraft) 2020

Krankenschwester: Ein erfüllender, aber auch teilweise nervenaufreibender Beruf.
© CandyBox Images – Fotolia.com

Im Gesundheitswesen herrscht in vielen Bereichen Fachkräftemangel. Krankenpfleger und Krankenschwestern werden beispielsweise stark gesucht. Daher sind die Berufsaussichten in diesem Bereich im Moment sehr gut und dieses Berufsfeld hat auch sehr gute Aussichten für die Zukunft.
Für Menschen, die einen Beruf erlernt haben, in dem die Nachfrage sehr gering ist und die daher von der Arbeitslosigkeit bedroht werden oder bereits arbeitslos sind, kann daher die Umschulung zum Gesundheits- und Krankenpfleger – wie die offizielle Bezeichnung für Krankenpfleger und Krankenschwestern seit einiger Zeit heißt – eine gute Alternative sein, um die beruflichen Aussichten zu verbessern.

 

Der Beruf der Krankenschwester

Krankenpfleger arbeiten in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens. Die meisten Krankenpfleger sind in einem Krankenhaus angestellt, jedoch gibt es auch einige Bereiche, in denen die Krankenpfleger selbstständig arbeiten. Weitere mögliche Arbeitgeber sind Pflegeheime, Sanatorien oder Altenheime. Darüber hinaus gibt es einige Krankenpfleger, die im Sanitätsdienst der Bundeswehr, in der Schifffahrt als Schiffspfleger oder in einer Justizvollzugsanstalt tätig sind. Dabei übernehmen die Krankenpfleger viele Aufgaben selbstständig. Dazu zählen in erster Linie die Durchführung der Pflegemaßnahmen, die Dokumentation und die Aufklärung der Patienten über gesundheitsfördernde Maßnahmen.

Außerdem überwachen sie auch die Arbeiten der Pflegeschüler oder des Hilfspersonals. Andere Aufgaben dürfen die Krankenpfleger hingegen nur nach der Anordnung durch einen Arzt übernehmen. Dazu zählt unter anderem die Verabreichung von Arzneimitteln oder Injektionen, der Anschluss einer Infusion oder die Blutentnahme. Darüber hinaus fallen den Krankenpflegern auch wichtige Aufgaben im Bereich der Kommunikation mit den Patienten und den Angehörigen zu. Sie müssen die Patienten und angehörigen beispielsweise vor der Entlassung aus dem Krankenhaus über notwendige Pflegemaßnahmen aufklären.

 

Die Zukunftsaussichten für Krankenpfleger

Fast alle Berufe im Gesundheitswesen erfreuen sich momentan einer großen Nachfrage. Die demografische Entwicklung in Deutschland sorgt für eine immer ältere Bevölkerung, die dementsprechend auch eine intensivere medizinische Betreuung benötigt. Aus diesem Grund ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Situation über viele Jahre hinweg anhalten wird.

Der Beruf des Krankenpflegers ist eine der Tätigkeiten im Gesundheitswesen, bei der der größte Fachkräftemangel herrscht. Daher sind die Berufsaussichten aktuell und für die Zukunft sehr gut, wenn Sie sich dazu entschließen, sich zum Krankenpfleger oder zur Krankenschwester umschulen zu lassen.

 

Der Ablauf der Umschulung

Es gibt zwei Möglichkeiten für die Umschulung zum Krankenpfleger. Die erste Möglichkeit ist eine betriebliche Umschulung. Dabei arbeiten Sie wie bei Ihrer Erstausbildung in einem Betrieb – in diesem Fall in der Regel in einem Krankenhaus – und erhalten dafür auch eine Ausbildungsvergütung. Die Ausbildungszeit beträgt dabei drei Jahre, wenn Sie jedoch bereits eine Ausbildung absolviert haben, können Sie auch eine Verkürzung der Ausbildung auf zwei Jahre beantragen.

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, eine schulische Ausbildung durchzuführen. Dabei erlernen Sie im Unterricht die theoretischen Grundlagen dieses Berufs und führen viele praktische Übungen durch. Darüber hinaus müssen Sie ein mehrmonatiges Praktikum durchführen, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Diese Art der Umschulung ist in der Regel kostenpflichtig. Bei einem Vollzeitlehrgang dauert die Umschulung zwei Jahre, allerdings gibt es auch Angebote für Umschulungen durch Abendkurse, bei denen die Ausbildungszeit jedoch entsprechend länger ist.

 

Für wen ist die Umschulung zum Krankenpfleger geeignet?

Um diesen Beruf zu erlernen, ist ein Realschulabschluss oder ein vergleichbarer Schulabschluss notwendig. Wer einen Hauptschulabschluss oder keinen in Deutschland anerkannten Schulabschluss besitzt, der kann über eine Umschulung zum Krankenpflegehelfer in einem ähnlichen Bereich arbeiten. Nach wenigen Jahren Berufstätigkeit ist ebenso eine Umschulung vom Krankenpflegehelfer zum Krankenpfleger bzw. Pflegefachkraft möglich.

Umschüler müssen sowohl körperlich als auch psychisch robust sein, wenn sie diesen Beruf anstreben, da die Belastungen im Berufsalltag erheblich sein können. Aus diesem Grund ist die Umschulung zum Krankenpfleger in der Regel nicht geeignet, wenn die Umschulung aus gesundheitlichen Gründen durchgeführt werden soll. Deutlich häufiger wird die Umschulung zur Krankenschwester durchgeführt, wenn eine Person ihre Arbeit verliert.

Körperlich und psychisch belastbare Personen können aufgrund der hohen Nachfrage in diesem Berufsfeld in der Regel problemlos unterkommen. Ideal ist es selbstverständlich, wenn auch Ihr bisheriger Beruf im Gesundheitswesen angesiedelt ist, sodass Sie während der Umschulung auf Ihre bisherige Berufserfahrung zurückgreifen können. Allerdings ist dies keine notwendige Voraussetzung.

 

Was ist der Unterschied zur Umschulung zum Krankenpflegehelfer?

Krankenpflegehelfer assistieren im Berufsalltag den Kranken- und Gesundheitspfleger. Die Umschulung zum Pflegehelfer dauert ein bis zwei Jahre in Vollzeit (in Teilzeit bis zu drei Jahre) und besteht aus einem Schulischen Teil am Ausbildungsinstitut, sowie den praktischen Abschnitten in einem Krankenhaus, Pflegeheim oder Reha-Zentrum. Die Berufsbezeichnung variiert teilweise nach Bundesland und sie werden auch Pflegeassistent und Pflegefachhelfer genannt.

Die Aufgaben der Krankenpflegehelferin umfasst die Wundversorgung, sie sind Ansprechpartner für angehörige und stellen die Versorgung der Patienten mit Essen und Trinken sicher. Darüberhinaus unterstützen sie die Krankenpfleger bei allen deren Tätigkeiten.

 

Die Förderung der Umschulung

Wenn die Umschulung aufgrund der schlechten Arbeitsmarktsituation stattfindet, ist das Arbeitsamt der beste Ansprechpartner für die Finanzierung der Umschulung. Da die Nachfrage in diesem Bereich hoch ist, ist es in diesem Bereich relativ einfach, eine Finanzierung für die Umschulung zu erhalten. Je nach persönlicher Situation kann auch die Rentenversicherung für die Finanzierung aufkommen, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in Ihrem Beruf arbeiten können und

 

Wie viel verdient man nach einer Umschulung zum Krankenpfleger/ zur Krankenpflegerin?

Der Beruf des Krankenpflegers bzw. der Krankenpflegerin zählt bereits während der Ausbildung zu einen der bestbezahlten Berufen in Deutschland. Entscheiden Sie sich somit für eine Umschulung zum Krankenpfleger bzw. zur Krankenpflegerin, können Sie mit einem höhen Monats- und Jahresgehalt rechnen. Generell verdienen Auszubildende bis zu 1170 Euro monatlich brutto während ihrer Ausbildung, wobei manche Ausbildungsorte die Dienstkleidung sowie Lehrbücher kostenfrei bereitstellen.

Nach der Umschulung erhalten ausgebildete Fachkräfte die Wahl zwischen öffentlichen und privaten Arbeitsorten. Möchten Sie als Krankenpfleger bzw. Krankenpflegerin im öffentlichen Dienst arbeiten, können Sie unter anderem in städtischen Krankenhäusern eine Stelle erhalten. Einrichtungen des öffentlichen Dienstes unterliegen gesetzlichen Tarifbestimmungen, sodass Ihr Gehalt immer deutlich geregelt ist. Mit Berufserfahrung ermöglichen Ihnen die Bestimmungen zugleich eine Lohnerhöhung. Krankenpfleger im öffentlichen Dienst in Krankenhäusern können bei Berufsbeginn rund 2300 Euro brutto je Monat verdienen. Berufserfahrung bietet ein Bruttomonatsgehalt von ungefähr 3200 Euro. Krankenpfleger in leitenden Positionen verdienen ebenfalls mehr. Übernehmen Sie unter anderem die Stationsleistung, können Sie mit Berufserfahrung bis zu 3600 Euro brutto monatlich verdienen. Krankenpfleger erhalten zudem Aufschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsschichten, welche sich zugleich positiv auf das Monatsgehalt auswirken.

Arbeiten Sie als Krankenpfleger in privatisierten Unternehmen, unterliegen Sie hingegen nicht gesetzlich geregelten Tarifbestimmungen. Solche privatisierten Unternehmen können beispielsweise private ambulante Pflegeorganisationen sein. Die Leistung dieser Einrichtungen kann sich jedoch an die tariflichen Löhne halten oder sich zumindest an ihnen orientieren. Dennoch setzen viele Unternehmen aufgrund der starken Konkurrenzsituation die Löhne für ihre Angestellten wesentlich niedriger, sodass Krankenpfleger bei privatisierten Unternehmen durchschnittlich weniger verdienen als gleichwertig ausgebildete Fachkräfte im öffentlichen Dienst. Dennoch erhalten Krankenpfleger immer den gesetzlichen Mindestlohn für ihre Position.

 

Einige Anbieter der Umschulung zum Krankenpfleger/ zur Krankenschwester:

Bereits in mittelgroßen Städten werden Sie genug Angebote für eine Umschulung zur Pflegekraft finden. In der Regel bietet jedes Krankenhaus die verkürzte Ausbildung an, auch um den eigenen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften decken zu können. Beginnen Sie keine Umschulung vor dem Beratungsgespräch zum Bildungsgutschein – Sie gefährden die Finanzierung durch die Arbeitsagentur. Einzelne Anbieter als Beispiel:

 

Weitere Umschulungsalternativen im medizinischen Bereich

Wenn Sie zeitlich nicht in der Lage sind, eine vollständige Ausbildung zu absolvieren oder Sie bereits wichtige Vorkenntnisse mitbringen, auf die Sie aufbauen können, dann kommt für Sie vielleicht auch ein  berufsbegleitender Fernkurs in Betracht. Diese Möglichkeit ist ideal für alle, die sich neben dem Beruf umschulen oder die Erziehungszeit etc. nutzen möchten. 

Praktisch gehaltene Fernstudiengänge dauern einige Monate bis zu zwei Jahre und können über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters finanziert werden. Sie entscheiden wann und wo Sie den Lernstoff sich erarbeiten, die Intensivseminare sind she kompakt und auf einige Tage im Jahr begrenzt. ür die Zeit der Seminare können Arbeitnehmer einen Bildungsurlaub beantragen.

Die Fernakademie ist die renommierte Apollon Hochschule für die Gesundheitswirtschaft bzw. die daran angeschlossene Akademie. Wenn Ihr Interesse geweckt wurden, dann können Sie sich direkt über den Link direkt beim Ausbildungsinstitut kostenlos und unverbindlich Informationsmaterial zum Kurs zuschicken lassen. Dieser Service ist kostenfrei für Sie. 

Folgende Umschulungen sind für alle gut geeignet, die im pflegerisch-medizinischen Bereich arbeiten möchten. In der Regel sind keine Vorkenntnisse nötig und der Hauptschulabschluss reicht aus:

 

Es war nicht das passende für Sie dabei? Sie können sich zum Schmökern Zuhause den Katalog des gesamten Kursangebots einzelner Fernschulen zuschicken lassen.

Umschulung per Fernstudium - unsere Empfehlungen:

 

Update Januar 2020

Lassen Sie sich nicht verwirren: Ab dem Ausbildungsjahr 2020/2021 wird die Umschulung zum Gesundheits- und Krankenpfleger (Beruf der Krankenschwester und des Krankenpfleger) umbenannt hinzu Umschulung zur Pflegefachfrau / Pflegefachfrau. Diese Neuerung ergibt sich aus dem neuen Pflegeberufegesetz (2019).

Das Bundesministerium für Gesundheit hat mit dem neuen Berufsbild der Pflegefachkraft die drei Berufsbilder Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege vereint. So sollen bundesweit einheitliche Ausbildungsstandards weiter garantiert und der fachlichen Überschneidung der Berufe Rechnung getragen werden. Dennoch wird weiterhin eine Spezialisierung innerhalb der genrealistischen Umschulung zur Pflegefachkraft möglich sein.

 

Das interessiert Sie vielleicht auch

  1. Welche Umschulungsberufe fördert das Arbeitsamt? 
  2. Umschulung für Berufstätige – gibt es das?
  3. Umschulung zum Rettungsassistenten/ zur Rettungsassistentin (2020)
  4. Teilzeitausbildung zum / zur Medizinischen Fachangestellten (auch berufsbegleitend)
  5. Umschulung für Selbstständige – so geht es!
  6. Umschulung zum / zur Medizinisch-Technischen Assistenten / Assistentin (MTA)
  7. Umschulung zum/zur Medizinischen Fachangestellten (MFA)
  8. Die besten Umschulungen mit Hauptschulabschluss und Berufsreife (2020)
  9. 5 zukunftsorientierte Weiterbildungen für Krankenpfleger/Krankenschwestern
  10. Umschulung zum Erzieher/ zur Erzieherin (2020)
  11. Übersicht: Rettungssanitäter / Notfallsantäterin als zweite Ausbildung?

 

4 Gedanken zu „Umschulung zum Krankenpfleger/ zur Krankenschwester (Pflegefachkraft) 2020“

    • Guten Tag,

      für die geförderte Umschlungen wenden Sie sich direkt an die Agentur für Arbeit oder (falls Sie arbeitslos sind) an das Jobcenter. Dort erfahren Sie, wo in Ihrer Region Sie Altenpflegerin werden können.

      Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg!

      Antworten
  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    nach meinem Abitur absolvierte ich eine 2-jährige Ausbildung als Rot-Kreuz-Krankenschwester in Rumänien.
    In Österreich wurde meine Ausbildung zur Krankenpflegehelferin anerkannt, wo ich 12 Jahre lang auf einer neurologischen Station arbeitete.

    In Deutschland wurden meine Zeugnisse und zahlreiche Fortbildungen als Gesundheits- und Krankenpflegehelferin geprüft und anerkannt. Der Beamte sagt jedoch, dass ich für diesen Beruf überqualifiziert bin, aber für einen Fachkraft ist die Stundenzahl der einzelnen Fächer, die mir unterrichtet wurden, geringer als die in Deutschland geforderte. So arbeite ich in Deutschland seit 8 Jahren als Gesundheits- und Krankenpflegehelferin, seit 5 Jahren in der Akutgeriatrie und seit 3,5 Jahren auf einer Palliativstation. Meine tägliche Arbeit im Krankenhaus unterscheidet sich nicht von der der Fachkräfte, außer dass es mir nicht erlaubt ist, Infusionen intravenös zu verabreichen.
    Zwischendurch habe ich die Ausbildung und die Prüfung für Heilpraktiker abgeschlossen.

    Gibt es eine Möglichkeit, dass ich mit meiner Heilpraktiker-Lizenz und meinen praktischen Kenntnissen als Krankenpflegehelferin die Anerkennung als Fachkraft (Gesundheit und Krankenschwester) erhalte?

    Mit freundlichen Grüßen
    E. Wagner

    Antworten
    • Guten Tag Frau Wagner,

      vielen Dank für die ausführliche Schilderung.

      Uns fehlt die praktische Erfahrung über die Anerkennung von Berufsqualifikationen, allerdings haben wir Zweifel, dass Ihnen auf der Basis Heilpraktiker und Pflegehelfer eine Anerkennung als Pflegefachkraft erteilt werden wird. Als Heilpraktikerin dürfen Sie zwar Vitamine als Infusionen intravenös geben, nicht jedoch Medikamente. Verbindlich feststellen kann das natürlich nur die für die Anerkennung zuständige Stelle, das ist nur eine Einschätzung von unserer Seite.
      Alles Gute für Sie!

      Antworten

Schreibe einen Kommentar