Umschulung zum Sterbebegleiter / zur Palliativpflegekraft

Umschulung Sterbebegleiter
Eine sinnvolle Umschulung für alle Menschen mit viel Empathie: Die Umschulung zum Palliativbegleiter bereitet Sie auf die Arbeit mit Sterbenden und todkranken Menschen vor. Was im ersten Moment nach einer Belastung klingen mag, stellt sich später oft als eine sehr lohnende und erfüllende Tätigkeit heraus.

Es ist eine beklemmende und erschütternde Vorstellung: In den letzten Wochen, Tagen und Stunden vor dem Tod alleine zu sein. In einem Hospiz nehmen sich nach ihrer Umschulung oder Weiterbildung Sterbebegleiter den Wünschen, Sorgen und Bedürfnissen von tödlich erkrankten Menschen an. Die Umschulung zur Palliativbegleiterin oder zur Hospizpflegekraft  richtet sich unter anderem an Sozialarbeiter, Erzieher, Seelsorger, Altentherapeuten, aber auch an Quereinsteiger aus anderen Berufen mit entsprechender Weiterbildung .

Leider hat das Gesetz über die Palliative Versorgung seine Schwächen und die Zahl der Palliativbetten in deutschen Krankenhäusern und Hospizen deckt nicht den tatsächlichen Bedarf. In vielen Fällen übernehmen faktisch nahe Angehörige zumindest den sozialen und therapeutischen Teil der Palliativpflege, ohne auf diese äußerst herausfordernde Arbeit vorbereitet zu sein. Palliativbegleiter stehen Sterbenden und ihren Angehörigen auch in der ambulanten Versorgung mit Erfahrung zur Seite.

Wenn Sie trotz der Belastung durch die tägliche Konfrontation von Sterben, Tod und Endlichkeit, eine Erfüllung und sinnvolle Aufgabe in der Sterbebegleitung sehen, dann könnte die verkürzte Ausbildung zum Hospizmitarbeiter eine gute Möglichkeit für berufliche Neuorientierung sein.  Im Folgenden haben wir Ihnen alle Informationen zu Ausbildungsinhalten, Anforderungen, Gehalt und Finanzierungsmöglichkeiten zusammengetragen. 

 

Ist Sterbebegleitung die richtige Aufgabe für mich?

Eine dauerhaft singstiftende Hospizarbeit gelingt einerseits nur, wenn Sie selbst Ihre Ängste vor dem Tod oder tödlichen Krankheiten reflektieren können, andererseits Ihnen auch eine Trennung zwischen Arbeit und Privatleben möglichst gut gelingt. Sterbende brauchen Mitgefühl und Empathie, ihre Angehörige Zuspruch und Bestätigung, dass der Kranke in guten Händen ist. Doch niemand braucht Mitleid oder leere Worte, sei es noch so gut gemeint. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer an Schulungen und Online-Kursen zum Thema Sterbebegleitung macht die Erfahrung, dass Helfen undDasein für Sterbende große innere Erfüllung bringt. Anderes in anderen Teilen der Pflege, ist die Fluktuation in der Palliativpflege gering.

Wenn Sie eine tiefe Empathie für Menschen in ihren letzten Tagen entwickeln können und ein gutes Gespür dafür haben, wann Schweigen mehr tröstet als viele Worte, dann sind Sie in persönlicher Hinsicht für der Palliativpflege gut geeignet. Wer in einem Hospiz Sterbende begleiten möchte, der muss nicht zwangsläufig bereits in einem sozialen oder medizinischen Beruf arbeiten. Die Weiterbildung ist zwar ideal für Pflegekräfte, Seelsorger oder Sozialarbeiter. Unabhängig von der beruflichen Qualifikation, entscheidet am Ende vor allem die persönliche Eignung und folgende Charaktereigenschaften

  • sehr hohe soziale Kompetenz, Belastbarkeit
  • Offenheit gegenüber anderen Lebensentwürfen und damit verbundenen Belastungen oder letzten Wünschen
  • Reflexion und gesundes Nähe-Distanz-Verhältnis zu menschlichen Schicksalen

 

Umschulung Palliative Care, Sterbebegleitung oder Hospizfachkraft – was passt zu Ihnen?

Im Hospiz finden sich Einsatzmöglichkeiten für jedermann, gleich welche Vorausbildung Sie mitbringen. Doch für manche Umschulungen im Hospiz müssen Sie bestimmte Qualifikationen mitbringen:

 

Weiterbildung Palliativpfleger / Hospizfachkraft

Wenn Sie auf einer Palliativstation im Krankenhaus, in einem Hospiz oder für einen ambulanten Palliativdienst pflegerische Aufgaben übernehmen und auch die Gabe von Medikamenten mitverantworten möchten, dann ist für Sie die Fortbildung zur Palliativpflegekraft passend. Die Weiterbildung setzt eine Vorausbildung als Krankenfachpfleger / Pflegefachkraft voraus (zwingende Voraussetzung) und kann  sowohl in Vollzeit, in Teilzeit oder berufsbegleitend neben der Arbeit absolviert werden.

Weiterbildungen die nur für Pflegekräfte oder anderes medizinisch gebildetes Persona offen stehen, werden zum Beispiel in München angeboten. Besonderen Schwerpunkt legt in Bayern dabei die GGSD auf Mitarbeiter von häusliche Palliativdiensten und Pflegeheimen.

Wer sich zur Hospizfachkraft umschulen lassen möchte, bringt im Idealfall eine erste Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger oder Pflegefachkraft mit oder absolviert zuerst eine Umschulung in einen Pflegeberuf

 

Quereinsteiger / soziale Berufe: Weiterbildung Palliative Care

Wenn Sie nicht aus der Pflege wechseln möchten und bisher in einem anderen Berufszweig gearbeitet haben, dann ist eine Umschulung / kurze Ausbildung zum Palliativbegleiter / zur Palliativbegleiterin ideal. Sie sind zukünftig für den sozialen Aspekt der palliativen Betreuung zuständig: Wünsche erfüllen, Gespräche führen, gemeinsame Spaziergänge und ähnliches.

Der Ausbildungsstandard im Bereich Palliative Care ist hoch und wird über die Rahmenvereinbarung nach § 39a Abs. 1 Satz 4 SGB V über Art und Umfang sowie Sicherung der Qualität der stationären Hospizversorgung gesichert. Die Umschulung auf der Basis einer Weiterbildung dauert mindestens mindestens 160 Unterrichtsstunden und setzt meist mindestens ein Praktikum voraus.

Die Dauer variiert stark, je nachdem für welchen Anbieter Sie sich entscheiden. Manche arbeiten mit kompakten Wochenendausbildungen, andere verteilen die Veranstaltungen auf Zeiträume bis zu zwei Jahre, auch um den Teilnehmern die Zeit zur Reflexion zu geben. Die Fortbildung schließt teilweise mit einer Prüfung ab, deren Inhalt und Umfang nicht gesetzlich geregelt ist.

 

Im Fernstudium sich zum Palliativbegleiter ausbilden lassen

Es ist auch möglich sich neben dem Beruf auf einen Quereinstieg oder eine berufliche Umorientierung vorzubereiten. Ferninstitute bieten berufsqualifizierende und flexible Online-Kurse an. Fernkurse sind geeignet für alle die beruflich mit sterbenden Menschen in Kontakt kommen, insbesondere Pflegefachkräfte und Pflegefachhelfer, ebenso Sozialarbeiter oder Seelsorger. Wenn Sie als Pflegende/r einen Angehörigen versorgen, dann ist der Lehrgang zur Unterstützung und Aneignung von Wissen ebenfalls geeignet.

Kostenlos und unverbindlich erhalten Sie auf Wunsch detaillierte Informationen inklusive einer ersten Lerneinheit für Ihre Umschulung im flexiblen Fernkurs direkt von den Ausbildungsinstituten zugeschickt:

 

Umschulung und Ausbildung zur Hospizfachkraft

Die Umschulung zur Fachkraft für Hospizarbeit dauert in Vollzeit .. Jahre, in Teilzeit … Jahre. Ebenfalls gibt es die Möglichkeit einer berufsbegleitenden Qualifizierung, die ideal für Berufstätige flexibel neben dem Beruf absolviert werden kann. Inhaltlich werden meist angelehnt an die Vorgaben der DGP folgende Themen immer im Kontext mit Palliativpflege behandelt:

  • Säulen der Palliativmedizin in Hospizen und Krankenhäusern
  • Grundlagen der menschlichen Anatomie und Physiologie
  • Methoden und Maßnahmen des Schmerzmanagements
  • Hypnose, Klangmassage und basale Stimulation
  • Akupressur, Fuss- und Handmassage
  • Musiktherapie und Aromatherapie
  • Kommunikation mit Sterbenden
  • Gesprächsführung mit Angehörigen
  • Besonderheit in der Arbeit mit behinderte Menschen in der Palliativversorgung
  • rechtliche und organisatorische Beratung in Fragen zur körperlichen Versorgung
  • rechtlicher Rahmen von Patientenverfügungen und Betreuungsvollmachten
  • Zusammenarbeit mit Pflegediensten in der ambulanten Sterbebegleitung
  • gesunde Nähe-Distanz-Balance für Mitarbeiter in der Palliativpflege

 

Wie ist ein Quereinsteiger in die Hospizarbeit möglich?

Ja, die Hospizarbeit ist vielfältig und steht gerade auch Quereinsteigern offen. Dabei wird jedoch zwischen medizinsch-pflergerischen Stellen und rein sozial-unterstützenden Position unterschieden werden müssen. Wenn Sie ausgebildete Krankenschwester, Gesundheits- und Krankenpfleger oder Pflegehelfer sind, dann ist ein Wechsel in eine Hospiz leicht möglich. Bewerben Sie sich initiativ. Unterstreichen Sie Ihr Interesse mit einer berufsbegleitenden Fortbildung.

Ihr neuer Arbeitgeber wird sicher auf eine Weiterbildung bestehen, aber dann steht Ihrem Quereinstieg nichts weiter im Wege. Wenn Sie kein pflegerisch-medizinisch ausgebildetes Personal sind, dann ist ein Seiteneinstieg nur in die Bereiche Küche und soziale Betreuung möglich. Mit und für Menschen zu basteln, vorlesen, spazieren gehen oder fahren im Park, gemeinsam reden oder schweigen – auf diese wichtigen Arbeiten im Hospiz bereiten Sie spezielle Kurse vor.

 

Welche Jobs gibt es im Hospiz noch?

Jemanden in seinen letzten Tagen im Hospiz eine Freude zu bereiten, kann auf verschiedene Arten geschehen. Liebe geht durch den Magen, sagt man. Tatsächlich verbinden Menschen mit Essen viele Gefühle: Erinnerungen an Menschen und besondere Momente kommen hoch, wenn ein bestimmtes Gericht serviert werden. In Hospizen werden nicht nur hauptberufliche Köche gesucht, sondern auch Sterbebegleiter, die sich an die Töpfe trauen. Im gemeinsamen Gespräch wird die Bedeutung und der immaterielle Wert eines Gerichts ergründet.

 

Welches Gehalt ist möglich?

Die Verdienststruktur variiert stark, je nachdem, ob Sie freiberuflich tätig werden oder angestellt sind. Ein durchschnittliches Gehalt liegt zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Finanziell große Unterschiede können sich durch unterschiedlichen Vorausbildungen und Zusatzqualifikationen ergeben, die die Höhe des Verdienstes beeinflussen. Sterbebegleiter mit medizinisch-pflegerischer Ausbildung sind im oberen Einkommensbereich.

Die Arbeitszeiten und das Gehalt für Quereinsteiger variiert stark von Einrichtung zu Einrichtung. Je mehr ein Hospiz mit ehrenamtlichen Helfer arbeitet, umso weniger bezahlte Arbeitsplätze stehen für Seiteneinsteiger zur Verfügung. Erfahrungsgemäß gilt, je größer das Hospiz, desto höher der Bedarf im Bereich der sozialen Betreuung. Der Quereinstieg mit Umschulung gelingt bedeutend leichter. Ohne Weiterbildung bleibt meist nur eine Umorientierung über ein Ehrenamt.

 

Unsere Empfehlung – Selbstständigkeit als zweites Standbein

Wenn Sie bereits in einem sozialen oder pflegerisch-medizinischen Beruf arbeiten und vielleicht dort auch die Arbeitszeiten reduzieren möchten, dann kann die Tätigkeit für einen ambulanten Hospizdienst oder die Unterstützung von Angehörigen auf freiberuflicher Basis eine interessante nebenberufliche Tätigkeit sein. Ideal ist die Weiterbildung zur Hospizkraft für folgende Berufsgruppen: 

 

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