Umschulungsberufe mit Behinderten – ein Überblick

Die Arbeit mit Behinderten kann sehr erfüllend sein.

Die Arbeit mit hilfsbedürftigen Personen ist für viele Berufstätige besonders erfüllend, da sie in direktem Kontakt mit Menschen stehen und diese im Alltag und bei Problemen unterstützen. Wenn Sie gern mit Menschen arbeiten, die aus physischen oder psychischen Gründen eine besondere Betreuung benötigen, können Sie sich entsprechend aus- oder weiterbilden lassen. Auch im späteren Berufsleben ist eine Laufbahn in der Behindertenbetreuung und –Pflege durchaus noch möglich, so etwa durch eine Umschulung.

Diese ist in unterschiedlichen relevanten Bereichen möglich und richtet sich nach der individuellen Eignung sowie eventuellen Vorkenntnisse und anderen Faktoren.

 

Umschulung zum/zur Behindertenbetreuer/in

Behindertenbetreuer begleiten und unterstützen körperlich und/oder geistig behinderte Menschen im Alltag. Sie agieren so etwa im Privathaushalt der Betroffenen oder auch in speziellen Behindertenwerkstätten, Wohnheimen und Wohngruppen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit helfen Behindertenbetreuer/innen bei der Körperpflege, beim Essen, beim Anziehen und vielen weiteren alltäglichen Verrichtungen. Der Anspruch der Arbeit richtet sich nach dem individuellen Zustand der zu betreuenden Person. Als Behindertenbetreuer/innen benötigen Sie ein gutes Gespür im Umgang mit Menschen, Kontaktfreude, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit und ein großes Maß an Sensibilität sowie Durchsetzungsvermögen.

Für die Ausbildung oder Umschulung zum/zur Behindertenbetreuer bzw. Sozialassistenten wird meist eine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgesetzt. Diese sollte sich idealerweise in einem verwandten Bereich bewegen. Je nach gewählter Variante dauert die Weiterbildung zum/zur Behindertenbetreuer/in zwischen einem und drei Jahren. Sie findet meist an einer Fachschule für Sozialberufe oder in einer Lehranstalt für heilpädagogische Berufe statt und kann auch als Abendunterricht absolviert werden. Später ist für Sie eine Weiterbildung etwa zum/zur Werkstättenleiter/in oder zum/zur Heimleiter/in möglich, die einen beruflichen Aufstieg ermöglicht.

 

Umschulung zum/zur Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung

Wenn Sie besonders gern in einer Behindertenwerkstatt zum Einsatz kommen möchten, können Sie sich zum/zur Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung umschulen lassen. In diesem Bereich werden regelmäßig geschulte und kompetente Fachkräfte benötigt, sodass ein fortlaufender Bedarf an Mitarbeitern besteht. Die Tätigkeit umfasst für Sie insbesondere das Arbeiten mit Erwachsenen, unter Umständen aber auch mit Jugendlichen, die meist nur eine vergleichsweise geringe körperliche oder geistige Behinderung aufweisen. Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung unterstützen die Behinderten bei der Arbeit, geben Hilfestellung und leiten sie bei den entsprechenden Tätigkeiten an, aber auch Veranstaltungen und Ausflüge gehören zum Berufsalltag.

Eine Umschulung zum/zur Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung dauert 18 bis 24 Monate. Sie setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung, optimalerweise in einem verwandten Bereich, voraus. Auch eine zweijährige Berufspraxis in einem sozialen Beruf ist erforderlich. Alternativ kommen aber auch Personen infrage, die eine sechsjährige Berufstätigkeit im sozialen Bereich vorweisen können, und auch Menschen mit einer handwerklichen Berufsausbildung, die bei der Arbeit in einer Werkstatt vorteilhaft sind, können eine entsprechende Umschulung absolvieren. Die Fortbildung beinhaltet für Sie theoretischen Unterricht sowie einen praktischen Teil und wird von unterschiedlichen sozialen Trägern angeboten.

 

Umschulung zum/zur Sozialhelfer/in

Sozialhelfer/innen arbeiten mit hilfsbedürftigen Menschen wie Behinderte, Senioren und Kranken, aber auch mit Kindern. Sie unterstützen diese im Alltag und helfen bei entsprechenden Verrichtungen, welche die Betroffenen nicht selbst bewältigen können. Dazu gehören je nach individuellem Fall Tätigkeiten wie Putzen, Kochen, Aufräumen oder das Wahrnehmen von Arztterminen sowie das Erledigen von Behördengängen. Auch die soziale Integration steht im Fokus. Ziel der sozialhelferischen Tätigkeit ist es, den Betroffenen an einem bestimmten Punkt wieder ein eigenständiges Leben zu ermöglichen, sofern der individuelle körperliche und geistige Zustand dies zulassen. Als Sozialhelfer/in benötigen Sie entsprechend Spaß am Umgang mit Menschen, gute Kommunikationsfähigkeiten, Belastbarkeit, Stressresistenz und Geduld.

Zielgruppe für die Umschulung zum/zur Sozialhelferin sind Personen, die bereits eine Ausbildung in einem verwandten oder anderen Bereich abgeschlossen haben oder über einschlägige Berufserfahrung verfügen. Ein ärztliches Attest, das Ihre körperliche Fitness bescheinigt, ist ebenso Voraussetzung wie ein polizeiliches Führungszeugnis, sofern mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet wird. Die Weiterbildung selbst dauert im Schnitt 24 Monate und beinhaltet sowohl theoretische als auch praktische Unterrichtseinheiten. Anbieter der Umschulung sind meist Berufsfachschulen oder Bildungseinrichtungen des Sozialwesens. Eine Förderung durch die Agentur für Arbeit ist bei individueller Eignung möglich.

 

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