Als Fuhrparkleiter sollten Sie den gesamten aktuellen Fahrzeugbestand im Blick haben.

Fuhrparkleiter gewährleisten in verschiedenen Einrichtungen die Fahrtüchtigkeit und Sicherheit der verschiedenen Fahrzeuge. Die Möglichkeiten der Beschäftigung sind damit sehr unterschiedlich.

Sowohl Kfz-Vermietungen als auch Entsorgungsunternehmen oder Firmen mit zahlreichen eigenen Wagen benötigen Fuhrparkleiter.

 

Worin besteht die Tätigkeit eines Fuhrparkleiters?

Als Fuhrparkleiter verwalten Sie alle zugehörigen Fahrzeuge und pflegen diese in der Regel auch. Den logistischen und organisatorischen Aufwand zur Pflege einer großen Fahrzeugflotte sollte man jedoch nicht unterschätzen. Funktioniert eines der Autos oder anderen Fahrzeuge nicht, wird man Sie dafür verantwortlich machen. Sie sorgen also dafür, dass Wartungen und Reparaturen vorgenommen werden, dass der Tank gefüllt ist und das Fahrzeug gereinigt wird.

Zudem planen Sie, welches Fahrzeug zu welchem Zeitpunkt genutzt wird und sorgen dafür, dass es nach bestimmten Prinzipien an seinen Stellplatz zurück gelangt. Die Arbeitsabläufe sollen schließlich flüssig funktionieren und die Fahrer der Autos keine Zeit verlieren. Als Leiter des Fuhrparks sorgen Sie jedoch auch dafür, dass diejenigen, die Ihnen untergeordnet sind, alle übertragenen Aufgaben schnell und zuverlässig erledigen und befassen sich selbst vorrangig mit der Verwaltung.

 

Welche Zukunftsperspektiven hat man mit diesem Beruf?

Sie können sich als Fuhrparkleiter in verschiedenen Richtungen weiterqualifizieren. Zum Beispiel bietet sich eine Aufstiegsweiterbildung zu, Betriebswirt für Logistik oder auch zum Fachwirt für Güterverkehr und Logistik an. Auch die Qualifikation zum Meister für Kraftverkehr ist realistisch. Möchten Sie studieren, dann bieten sich auch hier entweder Logistik- und Management- oder aber betriebswirtschaftliche Studiengänge an.
Doch auch ohne eine zusätzliche Weiterbildung haben Sie derzeit mit diesem Beruf gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Neben Firmenwagenflotten und Kfz-Vermietungen suchen auch kommunale Unternehmen und Firmen aus der Logistikbranche und dem Personennah- bzw. Fernverkehr immer wieder Logistikleiter.

 

Wie läuft eine Umschulung zum Fuhrparkleiter ab?

Die Ausbildung oder Umschulung zum Fuhrparkleiter besteht aus vier Modulen. Zunächst lernen Sie die rechtlichen Grundlagen des Fuhrpark-Managements kennen. Sie beschäftigen sich dabei mit Schadensminimierung, Frachtrecht, Ladungssicherung, Pflichten des Fahrzeughalters und anderen wichtigen Kriterien.

Der zweite Teil der Umschulung umfasst die Planung des Managements. Dabei spielen Fragen zur Beschaffung, dem Verkauf, der Rückgabe und der Entsorgung eine Rolle. Außerdem lernen Sie, nach welchen Prinzipien ein Fuhrpark verwaltet werden kann, wie er langfristig gemanagt wird und wie Sie Unfälle und Versicherungsfragen bearbeiten.

Im dritten Teil befassen Sie sich mit der Finanzierung, Controlling, dem Versicherungswesen und der allgemeinen Abrechnung der Fahrzeugflotten.

Im vierten und letzten Teil der Umschulung geht es um die Dinge, die Sie als Leiter eines Teams beherrschen sollten. Dazu gehört einerseits die Einhaltung von Ruhe- und Arbeitszeitvorgaben und allgemeinen Sozialvorschriften. Hinzu kommen Dienstanweisungen und rechtliche Grundlagen der Arbeitsverträge. Nach Abschluss aller vier Module absolvieren Sie eine Prüfung und erhalten bei Bestehen ein Zertifikat der Industrie- und Handelskammer.

 

Für wen ist die Umschulung zum Fuhrparkleiter geeignet?

Theoretisch kann jeder diese Umschulung absolvieren, der beruflich etwas mit Fahrzeugen zu tun hat. Das heißt, Sie können sowohl Mitarbeiter einer Logistikfirma als auch Inhaber eines Taxi-Unternehmens sein. Doch auch wer in einer Spedition oder dem Werkverkehr tätig ist, findet in einer Umschulung zum Fuhrparkleiter interessante Aufstiegsmöglichkeiten.

Grundsätzlich richtet sich die Umschulung also an jeden, der in einem Umfeld tätig ist, in welchem viele verschiedene Fahrzeuge verwaltet werden müssen. Formale Voraussetzung ist in der Regel jedoch auch ein vorheriger Berufsabschluss im Bereich Transport, Logistik oder Verkehr.

 

Wer bietet eine solche Umschulung an und wie lange dauert sie?

Eine Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer Akademie Schwaben umfasst lediglich 82 Unterrichtsstunden. Diese sind verteilt auf etwa drei Monate. Die Gebühr für diesen Kurs beläuft sich auf 1350 Euro. Der Unterricht findet ausschließlich am Wochenende an den Standorten Augsburg oder Memmingen statt. Die abschließende Prüfung ist jedoch nicht verpflichtend.
An der Deutschen Kraftfahrzeug Akademie können Sie ebenfalls eine Umschulung zum Fuhrparkleiter für Güterverkehr absolvieren. Diese umfasst 16 Unterrichtstage binnen drei Monaten. Auch hier schließen Sie mit einer Zertifikatsprüfung ab. Die Gebühr beträgt hier 1890 Euro.

 

Werden diese Umschulungen finanziell gefördert?

Die Institute der Industrie- und Handelskammer sind als förderfähige Ausbildungsstätten anerkannt. Das heißt, das zuständige Jobcenter oder die Arbeitsagentur kann Ihnen diese Umschulung finanzieren. Anspruch auf einen sogenannten Bildungsgutschein haben Sie jedoch nur, wenn Sie unmittelbar von Arbeitslosigkeit bedroht oder bereits betroffen sind. In diesem Fall werden sowohl die Kosten der Ausbildung als auch Ihre Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte übernommen.

Darüber hinaus können auch die Berufsgenossenschaft oder die Rentenversicherung als Finanzierungsträger auftreten, sofern Ihre Umschulung aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer anderen körperlichen Einschränkung notwendig geworden ist.

 

Gibt es alternative Fernstudiengänge?

Wer stattdessen ein Fernstudium absolvieren möchte, sollte das Fach Logistik in Betracht ziehen. Dieses können Sie zum Beispiel an der Euro-FH belegen und in maximal 48 Monaten einen Bachelor-Abschluss erreichen. Die Zulassung ist hier im Übrigen auch ohne Abitur möglich, sofern Sie bereits über eine fachspezifische Aus- oder Fortbildung verfügen. Zudem können Sie das Studium jederzeit beginnen.

Ein neunmonatiges Zertifikatsstudium im Fach Logistik und Supply Chain Management bietet die AKAD Bildungsgesellschaft an. Bestimmte Zugangsvoraussetzungen sind hier nicht zu erfüllen. Die Gebühren für diesen Zertifikatskurs betragen rund 2400 Euro. Die Leistungspunkte, die Sie in diesem Kurs erwerben, können im Übrigen bei einem späteren Studium an einer Hochschule angerechnet werden.

Einen Bachelorabschluss im Fach Betriebswirtschaftslehre können Sie ebenfalls bei der AKAD Bildungsgesellschaft erwerben. Für dieses Studium fallen Kosten in Höhe von rund 12500 Euro an, doch Sie erhalten damit einen normalen Studienabschluss. Dieser ebnet Ihnen den Weg in den mittleren Management-Bereich und kann eine sinnvolle Alternative zum Fuhrparkleiter darstellen, sofern Sie sich gern mit Wirtschaftsmathematik und betriebswirtschaftlichen Abläufen befassen.