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Umschulung mit Meister-BAföG finanzieren: Ratgeber

Sie befinden sich im Beruf und haben bereits eine erste Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen, sehnen sich nun jedoch nach einer Umschulung? Eventuell kommt für Sie die Beantragung vom Meister-BAföG in Betracht.
Im folgenden Artikel haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengestellt und einen kleinen Ratgeber formuliert.
Zunächst werden wir einige Grundlagen zum Thema Meister-BAföG erläutern und später auf die Antragstellung und Besonderheiten der Rückzahlung eingehen. Viel Spaß beim Lesen!

 

Meister-BAföG – Grundsätze

 

Was ist das Meister-BAföG?

Das als Meister-BAfög bekannt gewordenen Förderprogramm wird auch Techniker-BAföG genannt, ist aber seit dem 01.08.2016 offiziell mit dem Titel „Aufstiegs-BAföG“ bezeichnet.
Dieses staatliche Programm soll bereits fertig ausgebildeten Personen die Möglichkeit geben, sich in ihrem Berufsfeld weiter fortzubilden. Die Förderung dieser Fortbildungsmaßnahmen ist lediglich an die Voraussetzung geknüpft, dass bereits eine erste Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde. Eine Altersgrenze oder eine Festlegung auf bestimmte Berufe gibt es hingegen nicht. Seit dem 01.08.2016 werden nun auch Personen gefördert, die über ein abgeschlossenes Bachelorstudium verfügen.
Ziel des Programmes ist es, durch finanzielle Unterstützung der Fortbildung bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten von Fachkräften ausbilden zu lassen und diesen Personen eine bessere berufliche Perspektive zu verschaffen.

 

Was beinhaltet das Meister-BAföG?

Wie auch beim Studenten-BAföG richtet sich der individuelle Fördersatz beim Meister-BAföG nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG).
Gefördert werden durch das Meister-BAföG Weiterbildungen und Berufsqualifikationen. Hier kommt es auf die spezielle Form der jeweiligen Maßnahme nicht an, so können etwa Fernstudiengänge, Präsenzlehrgänge in Teil- oder Vollzeit oder andere Maßnahmen angegeben werden.
Die finanzielle Unterstützung soll hierbei vermeiden, dass die finanzielle Situation der Antragsteller sich durch ihre Maßnahmen zur weiteren Qualifikation verschlechtern.
Eine Förderung nach dem AFBG bringt die Antragsteller übrigens nur bis zu einem gewissen Punkt. Hochschulstudiengänge werden nicht übernommen – es handelt sich im Grundsatz um spezielle Berufsförderungen.

 

In welchem Umfang wird gefördert?

Grundsätzlich regelt das AFBG die Höhe der jeweiligen Förderung in Betrachtung der individuellen Lebensumstände. So unterscheiden sich die möglichen Fördersummen je nach familiärer Situation mitunter erheblich. Diverse BAföG-Rechner im Internet geben Aufschluss über die persönlichen Möglichkeiten.
Nach dem AFBG erhalten Antragsteller einen Zuschuss von 40% der eingereichten Kosten – diese Summe muss nicht zurückgezahlt werden und kann vom Staat übernommen werden.
Die Restsumme muss persönlich erbracht werden, kann aber mittels kostengünstiger Kredite der KfW abbezahlt werden.
Wir haben an dieser Stelle darauf verzichtet, Beispielrechnungen aufzustellen, da die zu beachtenden Faktoren sich von Antragsteller zu Antragsteller unterscheiden und eine Abbildung bestimmter Beispiele nicht zu einer Orientierung geeignet sind. Ein Rechner für den individuellen Fördersatz finden Sie hier.

Zu beachten gilt jedoch: Zwischen dem gezahlten BAföG und dem persönlichen Vermögen gibt es einen Zusammenhang. Im AFBG finden sich daher bestimmte Freibeträge, welche für einen Antrag beachtet und mit eingerechnet werden müssen.
Besonders bei Immobilienbesitzern ist die Aufrechnung dieser Freibeträge nicht ganz unkompliziert – hier ist genau zu beachten, welche Sätze angegeben werden müssen!

 

Wer wird gefördert?

Wie bereits erwähnt ist das Meister-BAföG für Berufsaufsteiger entwickelt worden und soll ausgebildetem Fachpersonal die Möglichkeit einer weiteren Fortbildung oder Spezialisierung bieten.


Hierzu gehören neben Handwerkern auch

  • Steuerfachwirte
  • Fachkrankenpfleger
  • Erzieher
  • Techniker
  • Fachkaufleute
  • Industriemeister
  • Programmierer
  • Betriebsinformatiker
  • Fachwirt
  • Betriebswirt
  • Bilanzbuchhalter
  • Controller

 

Diese Aufzählung ist natürlich nicht abschließend sondern lässt sich um diverse Berufsgruppen und Ausbildungszweigen fortsetzen – wir wollen hiermit lediglich einen ersten Überblick geben.


Die Förderung mittels Meister-BAföG ist nicht altersabhängig, sondern kann von allen Altersgruppen genutzt werden.

 

Steuer

Die Ausbildungen, die vom Meister-BAfög unterstützt werden, unterliegen steuerrechtlich den Fortbildungsmaßnahmen und können entsprechend bei der Lohn- bzw. Einkommenssteuer berücksichtigt werden.
Fahrtkosten, Werbungskosten und Verpflegungsmehraufwand sind ebenso steuerlich geltend zu machen wie die mit einem etwaigen Kredit verbunden Zinsen.

Nachdem wir Ihnen nun die Grundlagen des Meister-BAföG aufgelistet haben, möchten wir im nächsten Teil zu den Antragsmöglichkeiten kommen.

 

Meister-BAföG richtig beantragen

Bei der Beantragung der Unterstützungsleistung ist es enorm wichtig, dass der Antrag zeitgerecht, das heißt noch vor Beginn der Maßnahme eingereicht wird.
Es empfiehlt sich, das fertige Formular eingehend zu prüfen und bei Fragen oder Unsicherheiten bei der entsprechenden Stelle nachzufragen – falsch ausgefüllte Anträge verzögern die Auszahlung der Leistungen und können zum Teil auch zu einer Ablehnung des Antrages führen.

Zuständig für die Beantragung von Meister-BAföG ist, genauso wie beim Studenten-BAföG, das örtlich zuständige BAföG Amt. Die eventuell notwendigen Kredite werden über die KfW in Bonn erstellt und ausgezahlt – die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist hier der feste Partner der BAföG-Ämter und kann nicht gegen andere Anbieter ausgetauscht werden.

Die Formulare und Unterlagen sind auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit hier einsehbar.

Zum Stellen des Antrages gibt es viele Online-Hilfestellungen und weiterführende Artikel. Wir empfehlen Ihnen, sich ausführlich mit den Möglichkeiten und Antragsformen auseinander zu setzen. Eine tiefergehende Information zum Thema erhalten Sie persönlich bei Ihrer Bundesagentur für Arbeit oder online hier.

 

Meister-BAföG – Fazit

Mit dem Meister-BAföG können bereits berufstätige und ausgebildete Fachleute weitere Fortbildungsmaßnahmen nutzen und hierbei finanziell unterstützt werden.
Die Förderung von 40% der entstehenden Kosten ist für alle Antragsteller geeignet, entstehenden Kosten einer Fortbildung und eventuelle Verdienstausfälle zu kompensieren.

Wenn Ihre Voraussetzungen zum beantragen der Förderung stimmen und Sie mit dieser Unterstützung einen Schritt in Ihre berufliche Zukunft wagen wollen, wünschen wir Ihnen hierbei viel Erfolg!

Antrag auf Umschulung abgelehnt – brauche ich einen Anwalt?

Sie haben eine Antrag auf Umschulung gestellt, da Sie aus bestimmten Gründen an einer beruflichen Umorientierung interessiert sind, doch der Antrag wurde abgelehnt? Wir stellen Ihnen im folgenden Text die wichtigsten Informationen zu diesem Thema zusammen und bieten Ihnen eine Orientierung, was Ihre rechtlichen Möglichkeiten angeht.
Zunächst werden einige Grundsätze zum Thema Umschulung dargestellt.

 

Umschulungsanträge – Grundsätze

 

Was ist eine Umschulung?

Unter einer Umschulung versteht man eine berufsbildende Maßnahme, die einen Arbeitnehmer befähigen soll, in einem anderen Beruf zu arbeiten – ganz gleich, welchen Beruf die betreffende Person ursprünglich gelernt hat.
Geregelt werden die rechtlichen Ansprüche und die Ausgestaltung der einzelnen Umschulungsangebote durch das Berufsbildungsgesetz (BBiG).
Zur Fortbildung oder Anpassungsfortbildung besteht der Hauptunterschied in der Tatsache, dass im Rahmen einer Umschulung nicht auf bestehende Fähigkeiten aufgebaut, sondern komplett neue Kenntnisse vermittelt werden sollen.
Umschulungen dauern in der Regel neun Monate bis zwei Jahre und können in ihrer Ausgestaltung unterschiedlich sein.

 

Wer hat Anspruch auf eine Umschulung?

Umschulungen werden für Menschen angeboten, die aus einem bestimmten Grund nicht mehr in ihrem erlernten Beruf arbeiten können.
Gründe hierfür sind vielfältig, häufige Gründe sind etwa eine Berufsunfähigkeit oder längere berufliche Abwesenheit auf Grund von Krankheiten.
Berufsunfähigkeit liegen immer dann vor, wenn chronische Krankheiten oder Behinderungen es unmöglich machen, die erlernte Tätigkeit weiter auszuüben.
Auch geringe Einstellungsmöglichkeiten im Berufsfeld sind ein Grund für eine Umschulung – hier ist wichtig, dass auch Fortbildungen nicht zu einer Chancenerhöhung führen.

 

Wie wird der Antrag gestellt?

Grundsätzlich steht jedem offen, auf eigene Faust eine Umschulung zu beginnen. Häufig ist dies jedoch mit starken finanziellen Belastungen verbunden, die allein nicht bewältigt werden können. Hier hilft die Bundesagentur für Arbeit. Der Antrag auf eine Umschulungsmaßnahme kann bei der Agentur für Arbeit gestellt werden, der Antragsteller muss dann darlegen, warum er für seine Umschulung unterstützt werden muss.
Anspruch auf eine Umschulung hat nach dem SGB III (Drittes Buch des Sozialgesetzbuch) hat jedoch nur, wer eine solche Maßnahme benötigt, um eine bestehende oder drohende Arbeitslosigkeit zu beenden bzw. zu verhindern.
Nach dem SGB VI (Sechstes Buch Sozialgesetzbuch) und dem SGB VII (Siebtes Buch Sozialgesetzbuch) ist es aber auch möglich, aus gesundheitlichen Gründen eine Umschulung zu beantragen und hierbei unterstützt zu werden.

  • Weitere Informationen zu den Leistungen der Bundesagentur für Arbeit finden Sie hier

 

Wer kann den Antrag ablehnen?

Die Anträge auf Umschulung können bei der zuständigen Stelle angenommen, aber auch abgelehnt werden. Diese Stelle ist bei Fragen der Unterstützung für Umschulungen die Bundesagentur für Arbeit – hier werden die Anträge bearbeitet und angenommen bzw. abgelehnt.
Insbesondere dann, wenn die Bundesagentur annimmt, dass es sich bei der Umschulung nicht um eine notwendige, sondern lediglich eine Entscheidung aus persönlichen Interessensgründen handelt, werden die Anträge regelmäßig abgelehnt. Kurz gesagt: Es wird angenommen, dass es keine zwingenden Gründe für die Umschulung gibt.

Im folgenden Teil wird dargelegt werden, wie bei einer Ablehnung weiter vorgegangen wird.

 

Antrag auf Umschulung abgelehnt. Wie geht es weiter?

Bevor Sie sich nach einem negativen Bescheid um einen Rechtsbeistand oder Anwalt kümmern, sollten Sie sich anhand der folgenden Punkte orientieren und zunächst auf anderem Weg versuchen, Ihren Antrag doch noch zu einem positiven Bescheid zu bringen.

 

Erste Schritte

 

Neuformulierung des Antrags

Zugegebenermaßen sind die Formulare und Antragsmodalitäten kompliziert. Nehmen Sie sich jedoch die Zeit, Ihren Antrag neu zu formulieren. Insbesondere die Begründung, warum Sie in Ihrem aktuellen Beruf nicht weiter arbeiten können, in einem anderen Feld aber aus der drohenden Arbeitslosigkeit herauskommen könnten, ist wichtig.
Begründen Sie ausführlich, wie Sie sich in Ihrem neuen Berufsfeld orientieren und in eine Erwerbstätigkeit zurückfinden werden. Haben Sie bereits erste Erfahrungen gesammelt, etwa in einem Praktikum? Perfekt! Gehen Sie besonders auf solche Punkte ein, denn damit zeigen Sie Ihrem Sachbearbeiter, dass Sie es ernst meinen.

 

Anderen Träger für die Umschulung auswählen

Wie bereits beschrieben ist zwar grundsätzlich die Bundesagentur für Arbeit zuständig, in bestimmten Fällen kann es jedoch auch Abweichungen geben: Die Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaft ist in bestimmten Fällen für eine Umschulung zuständig – stellen Sie Ihren Antrag direkt an diese Organisationen.
Nur, weil Ihr Antrag bei einem Träger abgelehnt wurde heißt das nicht, dass er nich bei einem anderen angenommen werden kann.

 

Berufsauswahl überdenken

Bei Umschulungsanträgen an die Bundesagentur für Arbeit muss immer auch ein gewünschter Beruf angegeben werden.
Sie müssen sich bei der Wahl dieses Berufes natürlich an Ihre persönlichen Interessen halten. Doch Sie sollten auch nicht außer Acht lassen, dass die Bundesagentur besonders daran interessiert ist, Sie im Anschluss an die Umschulung auch in die Erwerbstätigkeit zu bringen.
Schauen Sie also genau nach, wie die tatsächlichen Zukunftschancen in Ihrem gewählten Beruf sind. Eventuell gibt es geeignetere Felder, in denen Sie eine bessere Chance haben, eine Anstellung zu erhalten? Sollte das der Fall sein, überarbeiten Sie Ihren Antrag. Es ist gut möglich, dass die Bundesagentur für Arbeit ihn nun akzeptiert.

 

Rechtliche Schritte

Bei den Umschulungsangeboten der Bundesagentur für Arbeit handelt es sich gemäß dem Wortlaut des SGB um eine so genannten Kann-Leistung. Die Entscheidung, ob eine entsprechende Förderung vorgenommen wird oder nicht obliegt dem jeweiligen Sachbearbeiter.
Die Sachbearbeiter der Bundesagentur haben ein bestimmtes Kontingent an zu vergeben Mitteln zur Verfügung und müssen mit diesen Mitteln verantwortungsvoll umgehen.
Sehen sie bei einer beantragten Maßnahme also keine bzw. nur geringe Erfolgschancen, werden sie einen Antrag eher ablehnen.

Für Sie ist jedoch wichtig: Es gibt keinen Rechtsanspruch für eine Umschulung. Das bedeutet also auch, dass das Einschalten eines Anwaltes nicht zielführend ist.
Besser ist es, das persönliche Gespräch mit Ihrem Sachbearbeiter zu suchen und eine individuelle Lösung anzustreben.

 

Umschulung abgelehnt – Fazit

Wenn Ihr Antrag auf Umschulung abgelehnt wurde, haben Sie einige Möglichkeiten, Ihren Antrag neu zu stellen oder zu überarbeiten.
Achten Sie hierbei auf die angegebenen Fristen und Vorgaben und Sie haben eine gute Chance, doch noch für eine Umschulung ausgewählt zu werden.
Ein Rechtsanspruch auf Umschulung gibt es jedoch nicht, einen Anwalt hinzuzuziehen ist also nicht geeignet, um Ihren Antrag durchzusetzen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Antrag und in Ihrem neuen Beruf!

Hier erfahren Sie weitere Informationen zu diesem Thema.

Finanzierung eines Fernstudiums beim ILS: 5 Möglichkeiten (2019)

Viele Leute entscheiden sich dafür, sich ein Fernstudium zu finanzieren, denn es hat zahlreiche Vorteile. Man kann sich seinen Wohnort frei aussuchen und zeitlich ist man so flexibel, dass man problemlos eine Familie und einen Job neben dem Studium haben kann. Leider kostet ein Fernstudium aber häufig sehr viel Geld, denn im Gegensatz zu Präsenzstudiengängen an kommerziellen, staatlichen Universitäten sind die Fernstudiengänge an den privaten Fernhochschulen in aller Regel an hohe Studiengebühren geknüpft.

Wie Sie sich ein Fernstudium beim ILS trotzdem finanzieren können, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Nebenjob und Berufstätigkeit als Möglichkeit zur Finanzierung eines Fernstudiums beim ILS

Als Fernstudent/in können Sie sich Ihren Wohnort aussuchen und sind zeitlich sehr flexibel. Viele Arbeitgeber/innen nehmen deshalb bevorzugt Fernstudent/in/en für kleinere Aushilfsstellen auf 450 Euro Basis. Sie haben damit die Möglichkeit deutschlandweit zu jobben und sind nicht fest an Stellenangebote an einem Ort angewiesen. Dadurch bieten sich Ihnen deutlich mehr Möglichkeiten, sodass ein Nebenjob sehr leicht möglich ist. Dies gilt natürlich nur für Personen, die nicht aus anderen Gründen wie einer Familie örtlich gebunden sind.

Die zeitliche Flexibilität eines Fernstudiums bietet Ihnen aber auch die Möglichkeit, in Voll- oder Teilzeit in einer Festanstellung mit sozialversicherungspflichtiger Bezahlung tätig zu sein. Sie können also problemlos neben dem Studium einer Berufstätigkeit nachgehen. Damit lässt sich das Fernstudium am besten finanzieren. Das Plus an Einkünften, das sie im Vergleich zu Studierenden von Präsenzstudiengängen haben reicht selbst für die Finanzierung der teuersten Fernstudiengänge aus.

Ein Nebenjob auf 450 Euro Basis kann übrigens problemlos ergänzend zu BAföG, Studienkrediten oder Stipendien als Möglichkeit der Studienfinanzierung genutzt werden. Daher sollte eine Nebentätigkeit gerade bei einem Fernstudium immer als zusätzliche Finanzierungsmöglichkeit ins Auge gefasst werden.

 

Stipendien zur Finanzierung eines Studiums beim ILS

Sowohl staatliche, als auch privat finanzierte Stellen schreiben regelmäßig Stipendien für Studienanfänger/innen und bereits Studierende aus. Es gibt mittlerweile so viele Stipendienausschreibungen, dass diese kaum noch zählbar sind. Am Bekanntesten ist die Begabtenförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Wenn Sie bereits eine Ausbildung mit sehr guten Noten abgeschlossen haben, sollten Sie sich hierfür bewerben. Ganz egal, ob Sie in Vollzeit berufstätig sind oder sich Ihr Studium anderweitig finanzieren, die Begabtenförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von bis zu 6000 Euro bekommen Sie oben drauf, wenn Sie ausgewählt werden.

Aber auch wenn Sie noch keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, können Sie ein Stipendium bekommen. Es gibt mittlerweile Studienstipendien für fast alle Zielgruppen. Bestimmte Anbieter schreiben Stipendien für durchschnittlich begabte Menschen aus, andere machen das Stipendium von der sozialen Herkunft abhängig. Gerade für Fernstudierende, die oft Eltern sind, gibt es zusätzlich Stipendienangebote. Sicherlich finanzieren nicht alle Stipendien die Studiengebühren vollständig, sie geben aber einen hohen Zuschuss dazu.

Bestimmte Websites wie mystipendium.de helfen bei der Suche nach einem geeigneten Stipendium. Am besten überlegen Sie sich im Vorfeld der Bewerbung für ein Stipendium, welche Kriterien Sie erfüllen können und welche nicht und suchen dann gezielt nach einem Stipendienangebot für Ihre Zielgruppe.

 

Finanzierung durch den Arbeitgeber

Viele Arbeitgeber fördern es, wenn ihre Angestellten studieren. Das gilt insbesondere für Arbeitgeber in der Wirtschaft. Gerade dann, wenn Sie bereits eine Ausbildung in dem Bereich abgeschlossen haben, in dem Sie ein Fernstudium anstreben und das Fernstudium eine zusätzliche, höhere Qualifikation darstellt, finanzieren viele Arbeitgeber das Studium. Denn Arbeitgeber haben ein großes Interesse an gut ausgebildeten Mitarbeitern. Daher ist es durchaus möglich, dass der Arbeitgeber Ihnen Ihr Studium beim ILS vollständig bezahlt.

Viele Arbeitgeber erwarten hierfür allerdings, dass sich die Mitarbeiter, gewissermaßen als Gegenleistung, verpflichten, über einen längeren Zeitraum im Betrieb tätig zu bleiben. Diese Verpflichtungen sind Arbeitsvertraglich zwar nicht bindend, werden aber dennoch massiv getätigt. Das Nachfragen beim Arbeitgeber lohnt sich aber in jedem Fall, denn selbst wenn der Arbeitgeber das Studium nicht finanziell fördert, kann er zumindest zeitliche Entlastungen für das Studium ermöglichen.

Insbesondere vor und zu Prüfungsterminen kann das Ihnen viel erleichtern, da Prüfungen auch im Fernstudium beim ILS häufig an einer zentralen Stelle der Universität stattfinden müssen, wozu auf der Arbeit ein Urlaub mitsamt Anreise zur Universität notwendig ist. Außerdem benötigen Sie vor Prüfungen Zeit zur Prüfungsvorbereitung. In Absprache mit dem Arbeitgeber lassen sich hier viele Lösungsmöglichkeiten finden. Beispiele wären der flexible Abbau von Überstunden oder die Ermöglichung kurzfristig Urlaub zu bekommen.

 

BAföG

Wenn Sie noch nicht studiert haben und auch noch keine Ausbildung abgeschlossen haben, steht Ihnen auch als Fernstudent/in beim ILS wie bei jedem Studium BAföG zu. Den vollen Satz bekommen Sie allerdings nur dann, wenn Personen, die Ihnen gegenüber Unterhaltspflichtig sind, eine bestimmte Höchstverdienstgrenze nicht überschreiten. Außerdem dürfen Sie selbst hierzu höchstens 450 Euro im Monat verdienen.

Jeder Monatsverdienst der darüber geht, wird Ihnen anteilig von BAföG abgezogen. Wenn keine Person Ihnen gegenüber Unterhalt leisten kann, erhalten Sie übrigens zusätzlich die vollständigen Studiengebühren vom BAföG-Amt zurückerstattet. Diese müssen Sie später auch nicht zurückerstatten. Um während des gesamten Studiums BAföG zu erhalten, müssen Sie außerdem in Regelstudienzeit studieren.

Das BAföG-Amt duldet höchstens ein Semester Überziehung der Regelstudienzeit, danach zahlt es nicht mehr. Außerdem müssen Sie regelmäßig Leistungsnachweise vorlegen, damit überprüft werden kann, ob Sie sich noch in der Regelstudienzeit befinden.

 

Studienkredite

Die fünfte Möglichkeit, sich ein Studium beim ILS zu finanzieren sind Studienkredite. Diese richten sich an Personen, die keinen Anspruch (mehr) auf BAföG haben und werden von den meisten Banken angeboten. Die Höhe eines Studienkredits kann von Bank zu Bank variieren. Ein Vergleich lohnt sich also. Am leichtesten bekommen Sie einen Studienkredit allerdings bei Ihrer Hausbank, da diese Sie als Kunden/in bereits kennt, oder von der staatlichen kfw Bank, die sich verpflichtet hat, den Studienkredit allen Studierenden zu ermöglichen.

Mit der Hausbank lässt sich häufig im auch über die Höhe des Kredits und der monatlichen Auszahlungen verhandeln. Diese Möglichkeit besteht bei der kfw Bank hingegen nicht, da diese einen monatlichen Höchstbetrag von 650 Euro festgesetzt hat.

Viele Studienkredite sind ähnlich wie BAföG grundsätzlich an die Regelstudienzeiten gebunden. Allerdings sind bei Studienkrediten viel leichter Verlängerungen der Laufzeit möglich. Das erhöht für Sie allerdings das Kredit- und Rückzahlungsvolumen. Daher gilt es auch hier, sich möglichst an die Regelstudienzeit zu halten.

Nach Kündigung: Noch vorhandener Urlaubsanspruch – und nun?

Ihr bestehender Arbeitsvertrag wurde gekündigt oder Sie selbst haben Ihrem Arbeitgeber mitgeteilt, dass Sie die gemeinsame Zeit beenden wollen. Nun ist es wichtig, sich um diverse Themen zu kümmern, auch der bestehende Urlaubsanspruch aus Ihrem gekündigten Vertrag ist zu berücksichtigen.
Im folgenden Artikel haben wir Ihnen die wichtigsten Fakten zu diesem Thema zusammengetragen und einige Szenarien eingefügt, die verschiedene praktische Beispiele darstellen sollen.
Zunächst beginnen wir mit einigen Grundsätzen zum Thema Urlaub und Arbeitsverträgen.

 

Grundsätze

 

Wer hat Anspruch auf Urlaub?

Urlaubsansprüche ergeben sich aus dem jeweiligen Arbeitsvertrag und der Beschäftigungsform. In diesem Artikel behandeln wir die Urlaubsansprüche und die damit zusammenhängenden Fragen bei Nichtselbstständiger Arbeit – klassischer Weise sind das Angestellte.

Bei einer 5-Tage-Woche haben Arbeitnehmer einen Grundanspruch auf mindestens 20 Tage Urlaub im Jahr. Dies ist die gesetzlich vorgeschriebene Mindestanzahl an Urlaubstagen, in den meisten Fällen werden jedoch 30 Tage Urlaub gewährt. Der Urlaubsanspruch beginnt nach einer Wartezeit von einem halben Jahr – diese Regelung dient dem Schutz von Arbeitgebern. Natürlich kann ein Angestellter auch innerhalb des ersten Jahres seiner Beschäftigung Urlaub nehmen, nur eben nicht den gesamten Jahresurlaub.

 

Ende von Urlaubsansprüchen

Mit Ablauf eines Kalenderjahres endet auch der Urlaubsanspruch für das laufende Jahr. Das bedeutet jedoch nicht, dass die nicht genommenen Urlaubstage automatisch verfallen. Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, sich rechtzeitig beim Arbeitnehmer zu melden und ihn auf die übrigen Urlaubstage hinzuweisen. In Ausnahmefällen ist eine Mitnahme von Urlaubstagen in das nächste Jahr möglich. Die Regelungen unterscheiden sich hier von Arbeitsvertrag zu Arbeitsvertrag.

 

Urlaubsanspruch bei Krankheit

Der Grund, weshalb der Gesetzgeber einen verpflichtenden Anteil von Urlaubstagen im Jahr vorsieht, ist die Gesunderhaltung des Arbeitnehmers. Im Urlaub sollen Sie sich erholen und vom Arbeitsalltag abschalten. Ständige Erreichbarkeit, das Überprüfen von E-Mails oder dienstliche Telefonate halten Sie von dieser Erholung ebenso ab, wie eine Krankheit, die Sie in den Urlaubstagen ereilt.
Da Sie sich durch diese Krankheit nicht so erholen können, wie es der Gesetzgeber vorsieht, können Sie sich auch im Urlaub krank melden. Bei Vorlage eines Ärztlichen Attests wird Ihr Arbeitgeber Ihnen die ausgefallenen Urlaubstage wieder gutschreiben.

 

Auszahlung von Urlaubstagen

Grundsätzlich dient der Urlaub der Erholung und soll demnach nicht ausgezahlt werden. Sprechen aber wichtige Belange dagegen Urlaub zu nehmen (etwa verpflichtende Einarbeitungszeit für Nachfolger), können Sie eine Auszahlung beantragen, hier spricht man von einer Urlaubsabgeltung.

Die Berechnung Ihrer Ansprüche erfolgt aus Ihren Arbeitstagen im Zusammenhang mit der Arbeit der letzten 13 Wochen. Weitere Informationen zur Urlaubsabgeltung finden Sie hier auf der Seite der IHK und bei Finanztip.

 

Verbleibender Urlaubsanspruch nach Kündigung – Szenarien

Im Folgenden haben wir Ihnen drei Szenarien aufgezeichnet, bei denen es um die Nutzung von Resturlaubstagen nach einer Kündigung geht.

 

Resturlaub nach Kündigung – Neuer Job bereits in Aussicht

Sie haben gekündigt oder Ihr Vertrag läuft aus. Ein neuer Arbeitgeber ist jedoch bereits gefunden und der Wechsel ist steht bevor. In diesem Fall steht Ihnen natürlich Ihr vertraglich festgelegter Urlaub zu.
Der entstehende Urlaubsanspruch berechnet sich in diesem Fall danach, zu welchem Termin Sie Ihren Arbeitgeber wechseln.

 

Wechsel in der ersten Jahreshälfte

Wechseln Sie innerhalb des ersten Halbjahres Ihren Arbeitgeber, haben Sie sowohl beim alten als auch beim neuen Arbeitgeber einen Anspruch auf Urlaub.
Dieser Anspruch berechnet sich ganz einfach: Für jeden Monat, den Sie bei Ihrem alten Arbeitgeber arbeiten, erhalten Sie ein Zwölftel Ihres Urlaubsanspruchs. Arbeiten Sie also vier Monate bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber teilen Sie Ihren vertragliche festgelegten Urlaubsanspruch durch 12 und multiplizieren dieses Ergebnis mit 4 – das ist Ihr bestehender Anspruch.
Den Resturlaub des Jahres können Sie dann bei Ihrem neuen Arbeitgeber geltend machen.

 

Wechsel in der zweiten Jahreshälfte

Steht ihr Wechsel im zweiten Halbjahr an, haben Sie gute Karten: Ihnen steht der gesamte Urlaubsanspruch des Jahres zu. Wichtig ist, dass Sie sich den genommen Urlaub bestätigen lassen, denn Ihr neuer Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen den ausstehenden Urlaub zu gewähren.
Übrigens: Ihr Urlaubsanspruch steigt durch einen Arbeitgeberwechsel nicht automatisch. Nehmen Sie Ihren gesamten Urlaub bereits im alten Job, entsteht nicht automatisch ein neuer Urlaubsanspruch beim neuen Arbeitgeber! Hier ist es wichtig, auf die jeweiligen Vertragsklauseln zu achten.

 

Resturlaub nach Kündigung durch den Arbeitgeber

Ihr Arbeitgeber hat Ihnen gekündigt und Sie haben noch Urlaubsansprüche im laufenden Jahr?
Grundsätzlich sieht der Gesetzgeber vor, dass entstandene Urlaubsansprüche vom Arbeitnehmer genommen werden müssen – solang dies zeitlich möglich ist. Diese Regelung ergibt sich aus §7 BUrlG.
Ist es Ihnen nicht möglich, den gesamten Urlaub zu nehmen, kommt eine Urlaubsabgeltung in Betracht.
Besonderheiten ergeben sich bei einer fristlosen Kündigung: Hier kann der der Arbeitnehmer regelmäßig nicht seinen gesamten Urlaub nehmen. Damit dem Entlassenen jedoch keine weiteren Nachteile entstehen, ist der Restanspruch durch den Arbeitgeber abzugelten.

Sollte eine fristlose Kündigung nicht wirksam sein, kann der Arbeitgeber eine so genannte Freistellung anstrengen. Hierbei wird die fristgerechte Kündigung ausgesprochen und der Arbeitnehmer von der Arbeit freigestellt. In dieser Zeit kann der Arbeitgeber die verbleibenden Urlaubstage ansetzen – das ist jedoch nur möglich, wenn der Arbeitgeber die entstehenden Urlaubsentgelte auszahlt.

 

Resturlaub nach Kündigung des Arbeitnehmers

Sie haben einen neuen Job in Aussicht oder möchten Ihren aktuellen Arbeitgeber aus einem anderen Grund verlassen und haben noch ausstehenden Urlaubsanspruch? In diesem Fall ist es ebenfalls für den Arbeitgeber vorgeschrieben, Ihnen den Urlaubsanspruch zu gewähren – die Regelungen unterscheiden nicht danach, von welcher Seite die Kündigung ausgesprochen wurde.

 

Urlaubsanspruch nach Kündigung – Fazit

Nach einer Kündigung besteht Ihr Anspruch auf Urlaub fort, es ist auch egal, von welcher Seite die Kündigung ausgeht.
Die Anzahl der Urlaubstage richtet sich grundsätzlich nach dem Zeitpunkt der Kündigung, entstandene Ansprüche, die nicht geltend gemacht werden können, müssen mittels einer Urlaubsabgeltung abgerechnet werden.

Wir hoffen, dass Sie in unserem Ratgeber alle Informationen zu Ihren Urlaubsansprüchen gefunden haben und wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre weitere Karriere!

Umschulung oder Rente? Voraussetzungen + Pro&Contra

Eine berufliche Umschulung kann nötig werden und sinnvoll sein, wenn gesundheitliche oder altersbezogene Beschwerden auftreten und an der Ausübung des bisherigen Berufs hindern. Viele Arbeitnehmer wollen sich nicht mit einer Berufsunfähigkeit zufrieden geben und streben daher eine Umschulungsmaßnahme an.
Insbesondere bei körperlich sehr belastenden Tätigkeiten kann eine Umschulung helfen, in ein anderes, körperlich weniger anstrengendes Berufsfeld zu wechseln. Umschulungen werden dann durchgeführt, wenn entweder Arbeitslosigkeit droht oder schon eingetreten ist oder aber physische oder psychische Einschränkungen vorliegen. Sie bietet Arbeitnehmern die Möglichkeit, eine neue Tätigkeit von Grund auf zu erlernen und neue berufliche Wege zu gehen. Doch der Beginn einer Umschulung will wohlüberlegt sein und nicht immer ist eine berufliche Weiterbildung die Lösung für das persönliche Problem.

Insbesondere wenn der Grund für die Neuorientierung körperliche Beeinträchtigungen sind, die eine erneute Arbeitsaufnahme unmöglich machen, bietet es sich an, statt einer Umschulung eine Rente anzutreten. Hierfür müssen Ihrerseits allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, die vor dem Rentenversicherungsträger nachgewiesen werden müssen, denn dieser finanziert die Förderung der Maßnahme. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass eine weitere Ausübung des bisherigen Berufes nicht mehr möglich ist. Die Rentenversicherung übernimmt die Kosten für sogenannte Rehabilitationsmaßnahmen. Dem Arbeitnehmer steht damit für zwei Jahre die Finanzierung der Umschulung und zugleich die Zahlung eines Unterhalts zu.

 

Was spricht für Rente und was dagegen?

Nicht immer lassen sich körperliche Probleme durch die Umschulung zu einem weniger anspruchsvollen Beruf beseitigen. Hier kann die Rente eine sinnvolle Alternative sein.
Die Einstufung der Rente hängt dabei vom Alter der beantragenden Person ab. Sind Sie noch relativ jung, kann es sich um eine Frühpension handeln, die dementsprechend niedriger ausfällt.

Stattdessen kann bei vorliegender Berufsunfähigkeit aber auch eine Erwerbsminderungsrente beantragt werden. Diese erhalten Sie dann, wenn Sie aufgrund einer Erwerbsminderung gar nicht mehr oder nur stundenweise arbeiten können und deshalb finanziellen Schaden davontragen. Die Bewilligung einer solchen Rente ist von der Erfüllung gewisser Bedingungen abhängig. Beispielsweise dürfen Sie die Altersgrenze noch nicht erreicht haben, zu der Sie die normale Alterspension beziehen könnten. Außerdem wird vor Auszahlung überprüft, ob eine sogenannte berufliche Rehabilitation Sinn machen könnte – hierunter fiele auch eine Umschulungsmaßnahme. Wird diese Möglichkeit ausgeschlossen, bleibt weiterhin festzustellen, wie viele Stunden sie möglicherweise noch arbeitsfähig sein. Wenn eine weitere Berufstätigkeit komplett ausgeschlossen wurde – Bedingung hierfür ist eine Beeinträchtigung in dem Maße, dass Sie nur noch weniger als sechs Stunden am Tag arbeitsfähig sind –, können Sie die Rente in voller Höhe beziehen.

Für die Bewilligung der Rente ist eine weitere Voraussetzung unerlässlich: In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen mindestens drei Jahre lang Beiträge gezahlt worden sein. Außerdem muss eine Wartezeit von fünf Jahren vorliegen. Weitere Informationen zum Thema, zu Beitragszeiten und Wartezeit finden Sie hier.

Was sind die umschulungsbegleitende Hilfen der Arbeitsagentur?

Wenn Sie den Plan verfolgen, eine Umschulung zu absolvieren, kann die Agentur für Arbeit gegebenenfalls zum wichtigen Partner werden. Eine Umschulung stellt eine Form der beruflichen Weiterbildung dar. Die Kosten, die im Rahmen einer solchen Weiterbildung anfallen, können durch die Bewilligung eines Bildungsgutscheins durch die Arbeitsagentur übernommen werden.

Da es sich bei der Förderung von Umschulungen und umschulungsbegleitende Hilfen um sogenannte „Kann-Leistungen“ handelt, ist das Arbeitsamt gesetzlich nicht verpflichtet, die Finanzierung der Maßnahmen zu übernehmen. Es besteht also kein Anspruch auf eine Förderung und die Entscheidung hängt immer vom jeweiligen Sachbearbeiter ab.
Die Entscheidung des Sachbearbeiters über Bewilligung oder Ablehnung wiederum ist an Kriterien gebunden, die die Sozialgerichte der Bundesländer vorgeben. Bei diesen Kriterien handelt es sich um die Eignung der Umschulung für den Antragsteller, die Erhöhung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die aktuelle und zukünftige Nachfrage nach dem Umschulungsberuf.

 

Wie beantrage ich umschulungsbegleitende Hilfen?

Vor der Bewilligung der finanziellen Förderung steht als erster Schritt immer die Beantragung und vorherige Beratung im für Sie zuständigen Arbeitsamt. Da das Ermessen und die Entscheidung über Bewilligung oder Ablehnung beim jeweiligen Arbeitsberater liegt, sollten Sie sich bereits vorab gut überlegen, welche Argumente Sie für die Notwendigkeit der Umschulung anbringen wollen. Hierbei kann es hilfreich sein, sich die genauen Kriterien für die Bewilligung einer Kostenübernahme vor Augen zu halten und zu prüfen, inwieweit Ihre Gründe für die Umschulung mit ihnen übereinstimmen.

Nach dem Beratungsgespräch muss ein formeller Antrag auf Förderung der Umschulung gestellt werden. Auch hierbei hilft der Berater der Arbeitsagentur.

Die größte Chance auf Bewilligung Ihres Antrags haben Sie, wenn Sie sich für eine Umschulung interessieren, die auf einen Beruf vorbereitet, nach dem eine hohe Nachfrage besteht. Außerdem sollten Sie sich klar machen, dass nur eine geringe Chance auf Bewilligung besteht, wenn Sie bereits in einem Beruf arbeiten beziehungsweise eine Ausbildung in einem Bereich absolviert haben, für den die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt gut sind. Wenn Sie aber zum Beispiel nach der Ausbildung oder allgemein über einen längeren Zeitraum hinweg nicht berufstätig waren und dementsprechend Ihre Chancen auf eine neue Anstellung im alten Beruf gering sind, besteht trotzdem die Möglichkeit einer Förderung.

 

Welche Arten der Förderung gibt es?

Im Falle der Bewilligung einer finanziellen Förderung durch das Arbeitsamt werden alle anfallenden Kosten abgedeckt. Die Finanzierung läuft meist über einen Bildungsgutschein, der nur für eine bestimmte Dauer gültig ist und innerhalb dieser Frist eingelöst werden muss. Auf dem Bildungsgutschein werden das Bildungsziel, die Dauer der Maßnahme und der regionale Geltungsbereich festgehalten.
Neben dem Bildungsgutschein kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Weiterbildungsprämie gezahlt werden. Dafür muss die Ausbildungsdauer mindestens zwei Jahre betragen. Die Prämie für das Bestehen einer Zwischenprüfung bei einer Kammer – einer Industrie- oder Handelskammer beziehungsweise Handwerkskammer – beträgt 1000 Euro. Für das erfolgreiche Ablegen der Abschlussprüfung einer Umschulung gibt es sogar 1500 Euro. Für den Erhalt der Prämien ist der Nachweis des erfolgreichen Bestehens der Prüfungen bei der Arbeitsagentur nötig, etwa in Form von Zeugnissen.

 

Lehrgangskosten

Fallen im Rahmen der Umschulung beispielsweise Lehrgangsgebühren an – was dann der Fall ist, wenn die Umschulung an einer Berufsfachschule oder einem Bildungsinstitut absolviert wird -, werden diese durch den Bildungsgutschein finanziert.

 

Fahrt- und Unterbringungskosten

Darüber hinaus gibt es einen Anspruch auf Fahrtkostenübernahme; das bedeutet, wenn Kosten für die tägliche Anfahrt zur Ausbildungsstätte anfallen, werden diese übernommen. Auch wenn es notwendig ist, den Wohnort zu wechseln, weil die Bildungseinrichtung für das tägliche Pendeln zu weit vom Heimatort entfernt ist, übernimmt die Agentur für Arbeit einmalig die Kosten für die Anfahrt, die Kosten für die Heimfahrt und außerdem einmal im Monat die Fahrt zum vorherigen Wohnort. Maximal 340 Euro monatlich werden für eine auswärtige Unterkunft gezahlt und darüber hinaus 136 Euro im Monat für die persönliche Verpflegung.

 

Kosten für Kinderbetreuung

Das Arbeitsamt bietet eine Förderung für die Kinderbetreuung für Umschulungsteilnehmer mit Kindern an. Zweck ist es, Ausfälle zu verhindern und eine regelmäßige Teilnahme am Lehrgang sicherzustellen. Pro Kind werden monatlich 130 Euro gezahlt.

 

Sicherung des Lebensunterhalts

Die meisten Umschulungsmaßnahmen finden als Vollzeitausbildung statt, das heißt, sie können nicht berufsbegleitend absolviert werden. Aufgrunddessen fällt es Umschülern oft schwer, selbstständig für den eigenen Lebensunterhalt aufzukommen. Die Arbeitsagentur zahlt daher für die Dauer der Umschulung weiter das Arbeitslosengeld I und II.

Für die Auszahlung des Arbeitslosengelds während der Durchführung einer Umschulungsmaßnahme gelten einige Sonderregeln:
Nehmen Sie an einer Umschulung teil, wird Ihnen nur die Hälfte der tatsächlichen Zeit des Bezugszeitraums für das Arbeitslosengeld abgezogen. Schreitet der Bezugszeitraum dem Ende zu, existiert darüber hinaus ein Restanspruch von 30 Tagen, das bedeutet, Sie haben nach Abschluss der Maßnahme einen Monat Zeit, um im neuen Beruf eine Arbeitsstelle zu finden. Dies soll dafür sorgen, dass Sie finanziell abgesichert sind, wenn Sie nicht direkt im Anschluss an die Umschulung eine Stelle finden.

Auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit werden umfangreiche Informationen rund um Umschulung und Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt.

 
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