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Nach Kündigung: Noch vorhandener Urlaubsanspruch – und nun?

Ihr bestehender Arbeitsvertrag wurde gekündigt oder Sie selbst haben Ihrem Arbeitgeber mitgeteilt, dass Sie die gemeinsame Zeit beenden wollen. Nun ist es wichtig, sich um diverse Themen zu kümmern, auch der bestehende Urlaubsanspruch aus Ihrem gekündigten Vertrag ist zu berücksichtigen.
Im folgenden Artikel haben wir Ihnen die wichtigsten Fakten zu diesem Thema zusammengetragen und einige Szenarien eingefügt, die verschiedene praktische Beispiele darstellen sollen.
Zunächst beginnen wir mit einigen Grundsätzen zum Thema Urlaub und Arbeitsverträgen.

 

Grundsätze

 

Wer hat Anspruch auf Urlaub?

Urlaubsansprüche ergeben sich aus dem jeweiligen Arbeitsvertrag und der Beschäftigungsform. In diesem Artikel behandeln wir die Urlaubsansprüche und die damit zusammenhängenden Fragen bei Nichtselbstständiger Arbeit – klassischer Weise sind das Angestellte.

Bei einer 5-Tage-Woche haben Arbeitnehmer einen Grundanspruch auf mindestens 20 Tage Urlaub im Jahr. Dies ist die gesetzlich vorgeschriebene Mindestanzahl an Urlaubstagen, in den meisten Fällen werden jedoch 30 Tage Urlaub gewährt. Der Urlaubsanspruch beginnt nach einer Wartezeit von einem halben Jahr – diese Regelung dient dem Schutz von Arbeitgebern. Natürlich kann ein Angestellter auch innerhalb des ersten Jahres seiner Beschäftigung Urlaub nehmen, nur eben nicht den gesamten Jahresurlaub.

 

Ende von Urlaubsansprüchen

Mit Ablauf eines Kalenderjahres endet auch der Urlaubsanspruch für das laufende Jahr. Das bedeutet jedoch nicht, dass die nicht genommenen Urlaubstage automatisch verfallen. Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, sich rechtzeitig beim Arbeitnehmer zu melden und ihn auf die übrigen Urlaubstage hinzuweisen. In Ausnahmefällen ist eine Mitnahme von Urlaubstagen in das nächste Jahr möglich. Die Regelungen unterscheiden sich hier von Arbeitsvertrag zu Arbeitsvertrag.

 

Urlaubsanspruch bei Krankheit

Der Grund, weshalb der Gesetzgeber einen verpflichtenden Anteil von Urlaubstagen im Jahr vorsieht, ist die Gesunderhaltung des Arbeitnehmers. Im Urlaub sollen Sie sich erholen und vom Arbeitsalltag abschalten. Ständige Erreichbarkeit, das Überprüfen von E-Mails oder dienstliche Telefonate halten Sie von dieser Erholung ebenso ab, wie eine Krankheit, die Sie in den Urlaubstagen ereilt.
Da Sie sich durch diese Krankheit nicht so erholen können, wie es der Gesetzgeber vorsieht, können Sie sich auch im Urlaub krank melden. Bei Vorlage eines Ärztlichen Attests wird Ihr Arbeitgeber Ihnen die ausgefallenen Urlaubstage wieder gutschreiben.

 

Auszahlung von Urlaubstagen

Grundsätzlich dient der Urlaub der Erholung und soll demnach nicht ausgezahlt werden. Sprechen aber wichtige Belange dagegen Urlaub zu nehmen (etwa verpflichtende Einarbeitungszeit für Nachfolger), können Sie eine Auszahlung beantragen, hier spricht man von einer Urlaubsabgeltung.

Die Berechnung Ihrer Ansprüche erfolgt aus Ihren Arbeitstagen im Zusammenhang mit der Arbeit der letzten 13 Wochen. Weitere Informationen zur Urlaubsabgeltung finden Sie hier auf der Seite der IHK und bei Finanztip.

 

Verbleibender Urlaubsanspruch nach Kündigung – Szenarien

Im Folgenden haben wir Ihnen drei Szenarien aufgezeichnet, bei denen es um die Nutzung von Resturlaubstagen nach einer Kündigung geht.

 

Resturlaub nach Kündigung – Neuer Job bereits in Aussicht

Sie haben gekündigt oder Ihr Vertrag läuft aus. Ein neuer Arbeitgeber ist jedoch bereits gefunden und der Wechsel ist steht bevor. In diesem Fall steht Ihnen natürlich Ihr vertraglich festgelegter Urlaub zu.
Der entstehende Urlaubsanspruch berechnet sich in diesem Fall danach, zu welchem Termin Sie Ihren Arbeitgeber wechseln.

 

Wechsel in der ersten Jahreshälfte

Wechseln Sie innerhalb des ersten Halbjahres Ihren Arbeitgeber, haben Sie sowohl beim alten als auch beim neuen Arbeitgeber einen Anspruch auf Urlaub.
Dieser Anspruch berechnet sich ganz einfach: Für jeden Monat, den Sie bei Ihrem alten Arbeitgeber arbeiten, erhalten Sie ein Zwölftel Ihres Urlaubsanspruchs. Arbeiten Sie also vier Monate bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber teilen Sie Ihren vertragliche festgelegten Urlaubsanspruch durch 12 und multiplizieren dieses Ergebnis mit 4 – das ist Ihr bestehender Anspruch.
Den Resturlaub des Jahres können Sie dann bei Ihrem neuen Arbeitgeber geltend machen.

 

Wechsel in der zweiten Jahreshälfte

Steht ihr Wechsel im zweiten Halbjahr an, haben Sie gute Karten: Ihnen steht der gesamte Urlaubsanspruch des Jahres zu. Wichtig ist, dass Sie sich den genommen Urlaub bestätigen lassen, denn Ihr neuer Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen den ausstehenden Urlaub zu gewähren.
Übrigens: Ihr Urlaubsanspruch steigt durch einen Arbeitgeberwechsel nicht automatisch. Nehmen Sie Ihren gesamten Urlaub bereits im alten Job, entsteht nicht automatisch ein neuer Urlaubsanspruch beim neuen Arbeitgeber! Hier ist es wichtig, auf die jeweiligen Vertragsklauseln zu achten.

 

Resturlaub nach Kündigung durch den Arbeitgeber

Ihr Arbeitgeber hat Ihnen gekündigt und Sie haben noch Urlaubsansprüche im laufenden Jahr?
Grundsätzlich sieht der Gesetzgeber vor, dass entstandene Urlaubsansprüche vom Arbeitnehmer genommen werden müssen – solang dies zeitlich möglich ist. Diese Regelung ergibt sich aus §7 BUrlG.
Ist es Ihnen nicht möglich, den gesamten Urlaub zu nehmen, kommt eine Urlaubsabgeltung in Betracht.
Besonderheiten ergeben sich bei einer fristlosen Kündigung: Hier kann der der Arbeitnehmer regelmäßig nicht seinen gesamten Urlaub nehmen. Damit dem Entlassenen jedoch keine weiteren Nachteile entstehen, ist der Restanspruch durch den Arbeitgeber abzugelten.

Sollte eine fristlose Kündigung nicht wirksam sein, kann der Arbeitgeber eine so genannte Freistellung anstrengen. Hierbei wird die fristgerechte Kündigung ausgesprochen und der Arbeitnehmer von der Arbeit freigestellt. In dieser Zeit kann der Arbeitgeber die verbleibenden Urlaubstage ansetzen – das ist jedoch nur möglich, wenn der Arbeitgeber die entstehenden Urlaubsentgelte auszahlt.

 

Resturlaub nach Kündigung des Arbeitnehmers

Sie haben einen neuen Job in Aussicht oder möchten Ihren aktuellen Arbeitgeber aus einem anderen Grund verlassen und haben noch ausstehenden Urlaubsanspruch? In diesem Fall ist es ebenfalls für den Arbeitgeber vorgeschrieben, Ihnen den Urlaubsanspruch zu gewähren – die Regelungen unterscheiden nicht danach, von welcher Seite die Kündigung ausgesprochen wurde.

 

Urlaubsanspruch nach Kündigung – Fazit

Nach einer Kündigung besteht Ihr Anspruch auf Urlaub fort, es ist auch egal, von welcher Seite die Kündigung ausgeht.
Die Anzahl der Urlaubstage richtet sich grundsätzlich nach dem Zeitpunkt der Kündigung, entstandene Ansprüche, die nicht geltend gemacht werden können, müssen mittels einer Urlaubsabgeltung abgerechnet werden.

Wir hoffen, dass Sie in unserem Ratgeber alle Informationen zu Ihren Urlaubsansprüchen gefunden haben und wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre weitere Karriere!

Umschulung oder Rente? Voraussetzungen + Pro&Contra

Eine berufliche Umschulung kann nötig werden und sinnvoll sein, wenn gesundheitliche oder altersbezogene Beschwerden auftreten und an der Ausübung des bisherigen Berufs hindern. Viele Arbeitnehmer wollen sich nicht mit einer Berufsunfähigkeit zufrieden geben und streben daher eine Umschulungsmaßnahme an.
Insbesondere bei körperlich sehr belastenden Tätigkeiten kann eine Umschulung helfen, in ein anderes, körperlich weniger anstrengendes Berufsfeld zu wechseln. Umschulungen werden dann durchgeführt, wenn entweder Arbeitslosigkeit droht oder schon eingetreten ist oder aber physische oder psychische Einschränkungen vorliegen. Sie bietet Arbeitnehmern die Möglichkeit, eine neue Tätigkeit von Grund auf zu erlernen und neue berufliche Wege zu gehen. Doch der Beginn einer Umschulung will wohlüberlegt sein und nicht immer ist eine berufliche Weiterbildung die Lösung für das persönliche Problem.

Insbesondere wenn der Grund für die Neuorientierung körperliche Beeinträchtigungen sind, die eine erneute Arbeitsaufnahme unmöglich machen, bietet es sich an, statt einer Umschulung eine Rente anzutreten. Hierfür müssen Ihrerseits allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, die vor dem Rentenversicherungsträger nachgewiesen werden müssen, denn dieser finanziert die Förderung der Maßnahme. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass eine weitere Ausübung des bisherigen Berufes nicht mehr möglich ist. Die Rentenversicherung übernimmt die Kosten für sogenannte Rehabilitationsmaßnahmen. Dem Arbeitnehmer steht damit für zwei Jahre die Finanzierung der Umschulung und zugleich die Zahlung eines Unterhalts zu.

 

Was spricht für Rente und was dagegen?

Nicht immer lassen sich körperliche Probleme durch die Umschulung zu einem weniger anspruchsvollen Beruf beseitigen. Hier kann die Rente eine sinnvolle Alternative sein.
Die Einstufung der Rente hängt dabei vom Alter der beantragenden Person ab. Sind Sie noch relativ jung, kann es sich um eine Frühpension handeln, die dementsprechend niedriger ausfällt.

Stattdessen kann bei vorliegender Berufsunfähigkeit aber auch eine Erwerbsminderungsrente beantragt werden. Diese erhalten Sie dann, wenn Sie aufgrund einer Erwerbsminderung gar nicht mehr oder nur stundenweise arbeiten können und deshalb finanziellen Schaden davontragen. Die Bewilligung einer solchen Rente ist von der Erfüllung gewisser Bedingungen abhängig. Beispielsweise dürfen Sie die Altersgrenze noch nicht erreicht haben, zu der Sie die normale Alterspension beziehen könnten. Außerdem wird vor Auszahlung überprüft, ob eine sogenannte berufliche Rehabilitation Sinn machen könnte – hierunter fiele auch eine Umschulungsmaßnahme. Wird diese Möglichkeit ausgeschlossen, bleibt weiterhin festzustellen, wie viele Stunden sie möglicherweise noch arbeitsfähig sein. Wenn eine weitere Berufstätigkeit komplett ausgeschlossen wurde – Bedingung hierfür ist eine Beeinträchtigung in dem Maße, dass Sie nur noch weniger als sechs Stunden am Tag arbeitsfähig sind –, können Sie die Rente in voller Höhe beziehen.

Für die Bewilligung der Rente ist eine weitere Voraussetzung unerlässlich: In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen mindestens drei Jahre lang Beiträge gezahlt worden sein. Außerdem muss eine Wartezeit von fünf Jahren vorliegen. Weitere Informationen zum Thema, zu Beitragszeiten und Wartezeit finden Sie hier.

Was sind die umschulungsbegleitende Hilfen der Arbeitsagentur?

Was sind umschulungsbegleitende Hilfen?

Wenn Sie den Plan verfolgen, eine Umschulung zu absolvieren, kann die Agentur für Arbeit gegebenenfalls zum wichtigen Partner werden. Eine Umschulung stellt eine Form der beruflichen Weiterbildung dar. Die Kosten, die im Rahmen einer solchen Weiterbildung anfallen, können durch die Bewilligung eines Bildungsgutscheins durch die Arbeitsagentur übernommen werden.

Da es sich bei der Förderung von Umschulungen und umschulungsbegleitende Hilfen um sogenannte „Kann-Leistungen“ handelt, ist das Arbeitsamt gesetzlich nicht verpflichtet, die Finanzierung der Maßnahmen zu übernehmen. Es besteht also kein Anspruch auf eine Förderung und die Entscheidung hängt immer vom jeweiligen Sachbearbeiter ab.
Die Entscheidung des Sachbearbeiters über Bewilligung oder Ablehnung wiederum ist an Kriterien gebunden, die die Sozialgerichte der Bundesländer vorgeben. Bei diesen Kriterien handelt es sich um die Eignung der Umschulung für den Antragsteller, die Erhöhung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die aktuelle und zukünftige Nachfrage nach dem Umschulungsberuf.

 

Wie beantrage ich umschulungsbegleitende Hilfen?

Vor der Bewilligung der finanziellen Förderung steht als erster Schritt immer die Beantragung und vorherige Beratung im für Sie zuständigen Arbeitsamt. Da das Ermessen und die Entscheidung über Bewilligung oder Ablehnung beim jeweiligen Arbeitsberater liegt, sollten Sie sich bereits vorab gut überlegen, welche Argumente Sie für die Notwendigkeit der Umschulung anbringen wollen. Hierbei kann es hilfreich sein, sich die genauen Kriterien für die Bewilligung einer Kostenübernahme vor Augen zu halten und zu prüfen, inwieweit Ihre Gründe für die Umschulung mit ihnen übereinstimmen.

Nach dem Beratungsgespräch muss ein formeller Antrag auf Förderung der Umschulung gestellt werden. Auch hierbei hilft der Berater der Arbeitsagentur.

Die größte Chance auf Bewilligung Ihres Antrags haben Sie, wenn Sie sich für eine Umschulung interessieren, die auf einen Beruf vorbereitet, nach dem eine hohe Nachfrage besteht. Außerdem sollten Sie sich klar machen, dass nur eine geringe Chance auf Bewilligung besteht, wenn Sie bereits in einem Beruf arbeiten beziehungsweise eine Ausbildung in einem Bereich absolviert haben, für den die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt gut sind. Wenn Sie aber zum Beispiel nach der Ausbildung oder allgemein über einen längeren Zeitraum hinweg nicht berufstätig waren und dementsprechend Ihre Chancen auf eine neue Anstellung im alten Beruf gering sind, besteht trotzdem die Möglichkeit einer Förderung.

 

Welche Arten der Förderung gibt es?

Im Falle der Bewilligung einer finanziellen Förderung durch das Arbeitsamt werden alle anfallenden Kosten abgedeckt. Die Finanzierung läuft meist über einen Bildungsgutschein, der nur für eine bestimmte Dauer gültig ist und innerhalb dieser Frist eingelöst werden muss. Auf dem Bildungsgutschein werden das Bildungsziel, die Dauer der Maßnahme und der regionale Geltungsbereich festgehalten.
Neben dem Bildungsgutschein kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Weiterbildungsprämie gezahlt werden. Dafür muss die Ausbildungsdauer mindestens zwei Jahre betragen. Die Prämie für das Bestehen einer Zwischenprüfung bei einer Kammer – einer Industrie- oder Handelskammer beziehungsweise Handwerkskammer – beträgt 1000 Euro. Für das erfolgreiche Ablegen der Abschlussprüfung einer Umschulung gibt es sogar 1500 Euro. Für den Erhalt der Prämien ist der Nachweis des erfolgreichen Bestehens der Prüfungen bei der Arbeitsagentur nötig, etwa in Form von Zeugnissen.

 

Lehrgangskosten

Fallen im Rahmen der Umschulung beispielsweise Lehrgangsgebühren an – was dann der Fall ist, wenn die Umschulung an einer Berufsfachschule oder einem Bildungsinstitut absolviert wird -, werden diese durch den Bildungsgutschein finanziert.

 

Fahrt- und Unterbringungskosten

Darüber hinaus gibt es einen Anspruch auf Fahrtkostenübernahme; das bedeutet, wenn Kosten für die tägliche Anfahrt zur Ausbildungsstätte anfallen, werden diese übernommen. Auch wenn es notwendig ist, den Wohnort zu wechseln, weil die Bildungseinrichtung für das tägliche Pendeln zu weit vom Heimatort entfernt ist, übernimmt die Agentur für Arbeit einmalig die Kosten für die Anfahrt, die Kosten für die Heimfahrt und außerdem einmal im Monat die Fahrt zum vorherigen Wohnort. Maximal 340 Euro monatlich werden für eine auswärtige Unterkunft gezahlt und darüber hinaus 136 Euro im Monat für die persönliche Verpflegung.

 

Kosten für Kinderbetreuung

Das Arbeitsamt bietet eine Förderung für die Kinderbetreuung für Umschulungsteilnehmer mit Kindern an. Zweck ist es, Ausfälle zu verhindern und eine regelmäßige Teilnahme am Lehrgang sicherzustellen. Pro Kind werden monatlich 130 Euro gezahlt.

 

Sicherung des Lebensunterhalts

Die meisten Umschulungsmaßnahmen finden als Vollzeitausbildung statt, das heißt, sie können nicht berufsbegleitend absolviert werden. Aufgrunddessen fällt es Umschülern oft schwer, selbstständig für den eigenen Lebensunterhalt aufzukommen. Die Arbeitsagentur zahlt daher für die Dauer der Umschulung weiter das Arbeitslosengeld I und II.

Für die Auszahlung des Arbeitslosengelds während der Durchführung einer Umschulungsmaßnahme gelten einige Sonderregeln:
Nehmen Sie an einer Umschulung teil, wird Ihnen nur die Hälfte der tatsächlichen Zeit des Bezugszeitraums für das Arbeitslosengeld abgezogen. Schreitet der Bezugszeitraum dem Ende zu, existiert darüber hinaus ein Restanspruch von 30 Tagen, das bedeutet, Sie haben nach Abschluss der Maßnahme einen Monat Zeit, um im neuen Beruf eine Arbeitsstelle zu finden. Dies soll dafür sorgen, dass Sie finanziell abgesichert sind, wenn Sie nicht direkt im Anschluss an die Umschulung eine Stelle finden.

Auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit werden umfangreiche Informationen rund um Umschulung und Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt.

Umschulung, aber kein Geld zur Finanzierung? Tipps

Eine Umschulung meint eine besondere Form der beruflichen Weiterbildung, durch die keine bereits vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten wiederholt beziehungsweise vertieft werden, sondern durch die die Teilnehmenden ganz neue Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben. Das Ziel ist, Arbeitnehmer durch das Erlernen einer bisher noch nicht ausgeübten beruflichen Tätigkeit weiter zu qualifizieren. Darüber sollen drohende Arbeitslosigkeit abgewendet und die Chancen für den Einzelnen auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden. Bei Umschulungen handelt es sich um Weiterbildungsmaßnahmen, die im Berufsbildungsgesetz in Paragraph 1, Absatz 5 geregelt sind.

Abhängig vom Berufsfeld und den jeweiligen Vorkenntnissen kann eine Umschulung einen zeitlichen Rahmen von mehreren Monaten oder auch bis zu zwei Jahre haben. Wie eine Erstausbildung kann sie rein schulisch erfolgen, aber auch dual – das heißt sowohl betrieblich als auch schulisch – oder überbetrieblich ablaufen.

Rein schulische Umschulungen werden von Berufsschulen und Berufsfachschulen angeboten und werden durch Praktika ergänzt. Betriebliche beziehungsweise duale Umschulungen sind in einen praktischen Teil der Ausbildung im Betrieb und einen theoretischen Teil in der Berufsschule geteilt. Während vom Betrieb als Ausbildungsstätte ein festes Ausbildungsgehalt gezahlt wird, gibt es dies in der rein schulischen Form der Umschulung nicht, wodurch die finanzielle Belastung für den Auszubildenden beziehungsweise Umschüler natürlich eine höhere ist.

Überbetriebliche Umschulungen werden meist von privaten Bildungsträgern angeboten. Hier werden sowohl praktische als auch theoretische Fähigkeiten vermittelt, die teils ebenfalls durch Praktika ergänzt werden.
Die Kosten für Umschulungen sind – insbesondere bei überbetrieblichen Umschulungen, aber auch bei der rein schulischen Form der Umschulung – häufig recht hoch und können oftmals nicht privat finanziert werden. Treffen bestimmte Voraussetzungen zu, gibt es aber die Möglichkeit, sich eine Umschulung finanzieren zu lassen. Das heißt wiederum, dass bestimmte Gründe für die Umschulung vorliegen müssen und dass allein der Wunsch nach einem Wechsel des Berufsfelds nicht ausreicht. Außerdem muss die Teilnahme an der Umschulung Kenntnisse über Aufgaben und Tätigkeiten zum Ergebnis haben, die in der vorherigen beruflichen Tätigkeit nicht erlernt wurden.

Als weitere Gründe gelten zum Beispiel Arbeitslosigkeit, ungenügende Nachfrage im gelernten Beruf, längere Abwesenheit im bisherigen Beruf (zum Beispiel aufgrund von Krankheit oder Kindererziehung), Berufsunfähigkeit und technische Neuerungen im bisherigen Berufsfeld.

Außerdem muss die Tätigkeit, die durch die Umschulung angestrebt wird, auf dem Arbeitsmarkt ausreichend nachgefragt sein; das heißt, für Umschulungen zu Berufsbildern, die kaum oder gar nicht gefragt sind, gibt es keine oder nur geringe Chancen, eine Umschulungsmaßnahme bewilligt zu bekommen. Wenn Sie also überlegen, eine Umschulung zu absolvieren, sollten Sie sich genaue Gedanken darüber machen, welchen Beruf Sie erlernen möchten und was Ihre Gründe dafür sind. Vor dem Träger, der für die Finanzierung Ihrer Umschulungsmaßnahme in Frage kommt, müssen Sie diese plausibel darlegen und gegebenenfalls verhandeln können.

Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme durch einen Träger ist eine erste abgeschlossene Berufsausbildung, zumindest muss aber eine Ausbildung begonnen worden sein. Nur wenn bereits eine Ausbildung begonnen wurde, diese aber aus triftigen Gründen nicht beendet werden kann, kann eine Umschulungsmaßnahme bewilligt werden.

 

Finanzierung der Umschulung

Die Finanzierung einer Umschulungsmaßnahme kann über verschiedene Kostenträger erfolgen. Welcher Träger in Frage kommt, hängt auch von dem Grund ab, aus dem sich für die Umschulung entschieden wurde.
Die Kosten können beispielsweise durch die Arbeitsagentur übernommen werden. Hier ist es wichtig, sich frühzeitig für eine persönliche Beratung zu melden und diese auch wahrzunehmen. Im Gespräch werden die notwendigen Voraussetzungen für die Übernahme der Kosten geprüft, das heißt, die persönliche Eignung wird bewertet und außerdem beurteilt, ob mit der geplanten Weiterbildung wirklich neue Berufschancen verbunden sind. Verläuft die Prüfung positiv, erhält man einen sogenannten „Bildungsgutschein“ beziehungsweise eine „Bildungsprämie“. Ersterer wird bewilligt, wenn bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt oder aber mindestens 3 Jahre praktische Erfahrung im Berufsfeld nachgewiesen werden können. Eine Bildungsprämie hingegen fördert Erwerbstätige und Erwerbsrückkehrer.

Im Anschluss an eine Fortbildung mit Bildungsgutschein – und sofern im neuen Berufsfeld eine Arbeitsstelle gefunden wurde – kann bei der Arbeitsagentur eine Weiterbildungsprämie beantragt werden.

Neben den Kosten für die Umschulung selbst kann auch die Bewilligung weiterer Fördermittel beantragt werden. Darunter fallen etwa die Finanzierung von Lehrmitteln wie Büchern, Arbeitskleidung oder Prüfungsgebühren und die Finanzierung von Fahrtkosten, die den Anfahrtsweg zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte decken. Wenn zur Wahrnehmung der Umschulung ein Wohnortswechsel nötig ist, übernehmen Arbeitsagentur und Jobcenter eine Anfahrt zur Arbeitsstätte und pro Monat eine Fahrt in den vorherigen Wohnort. Die Höchstgrenze der Fahrtkostenübernahme hierfür beträgt monatlich 470 Euro. Für eine auswärtige Unterkunft können bis zu 340 Euro im Monat und für Verpflegung 136 Euro übernommen werden.
Umschüler, die Eltern sind, können die Finanzierung von Kosten, die für die Kinderbetreuung anfallen, beantragen. So werden für Kinder unter 15 Jahren monatlich bis zu 130 Euro pro Kind übernommen.

Zusätzlich können Besucher einer Berufsfachschule prüfen, ob sie Anspruch auf das sogenannte Aufstiegs-BAföG des Bundesministeriums für Bildung und Forschung haben. Hierfür müssen die Voraussetzungen der entsprechenden Fortbildungsordnung für die Zulassung für die angestrebte Fortbildung erfüllt sein.

Eine finanzielle Förderung ist neben der Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit auch über die jeweilige Berufsgenossenschaft möglich. Dies ist allerdings nur im Falle einer Berufsunfähigkeit durch einen Arbeitsunfall möglich, das heißt, wenn die betreffende Person ihrer bisher ausgeübten Tätigkeit wegen eines Arbeitsunfalls nicht mehr nachgehen kann. Oft müssen vor einer Bewilligung verschiedene Anstrengungen der Rehabilitation unternommen werden. Erst eine anschließende ärztliche Untersuchung mit dem Ergebnis der Berufsunfähigkeit führt dann zur Bewilligung der Kostenübernahme durch die Genossenschaft.

Auch die gesetzliche Rentenversicherung kann in bestimmten Fällen Umschulungen finanzieren, beispielsweise wenn eine Berufsunfähigkeit vorliegt, also die betreffende Person geistig oder körperlich nicht mehr in der Lage ist, ihrem vorherigen Beruf weiter nachzugehen. Eine von zwei Voraussetzungen muss hierfür zutreffen: Entweder muss die Person, die an der Umschulung interessiert ist, mindestens 15 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, oder sie muss eine Erwerbsminderungsrente bekommen.

Wenn das Arbeitsamt Ihre Umschulung bewilligt, werden sämtliche Kosten übernommen, die im Rahmen der Umschulungsmaßnahme anfallen. Sind Sie Empfänger von Arbeitslosengeld I oder II, erhalten Sie diese Leistungen weiter.

 

Was tun?

Sind Sie überzeugt, dass eine Umschulung für Sie das Richtige ist? Vereinbaren Sie in dem Fall einen Beratungstermin mit dem Berater der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit. Fragen Sie dabei nach der Möglichkeit, die Umschulung über den Bildungsgutschein zu finanzieren. Prüfen Sie parallel auch, ob für Sie auch andere Leistungsträger, zum Beispiel die Renten- oder Unfallversicherung, in Frage kommen.

Umschulungen: Voraussetzungen + So gelingt die Finanzierung

Eine Umschulung meint eine besondere Form der beruflichen Weiterbildung, durch die keine bereits vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten wiederholt beziehungsweise vertieft werden, sondern durch die die Teilnehmenden ganz neue Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben.

Das Ziel ist, Arbeitnehmer durch das Erlernen einer bisher noch nicht ausgeübten beruflichen Tätigkeit weiter zu qualifizieren. Darüber sollen drohende Arbeitslosigkeit abgewendet und die Chancen für den Einzelnen auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden. Bei Umschulungen handelt es sich um Weiterbildungsmaßnahmen, die im Berufsbildungsgesetz in Paragraph 1, Absatz 5 geregelt sind.

Abhängig vom Berufsfeld und den jeweiligen Vorkenntnissen kann eine Umschulung einen zeitlichen Rahmen von mehreren Monaten oder auch bis zu zwei Jahre haben. Wie eine Erstausbildung kann sie rein schulisch erfolgen, aber auch dual – das heißt sowohl betrieblich als auch schulisch – oder überbetrieblich ablaufen.

Rein schulische Umschulungen werden von Berufsschulen und Berufsfachschulen angeboten und werden durch Praktika ergänzt. Betriebliche beziehungsweise duale Umschulungen sind in einen praktischen Teil der Ausbildung im Betrieb und einen theoretischen Teil in der Berufsschule geteilt. Während vom Betrieb als Ausbildungsstätte ein festes Ausbildungsgehalt gezahlt wird, gibt es dies in der rein schulischen Form der Umschulung nicht, wodurch die finanzielle Belastung für den Auszubildenden beziehungsweise Umschüler natürlich eine höhere ist.

Überbetriebliche Umschulungen werden meist von privaten Bildungsträgern angeboten. Hier werden sowohl praktische als auch theoretische Fähigkeiten vermittelt, die teils ebenfalls durch Praktika ergänzt werden.

Die Kosten für Umschulungen sind – insbesondere bei überbetrieblichen Umschulungen, aber auch bei der rein schulischen Form der Umschulung – häufig recht hoch und können oftmals nicht privat finanziert werden. Treffen bestimmte Voraussetzungen zu, gibt es aber die Möglichkeit, sich eine Umschulung finanzieren zu lassen. Das heißt wiederum, dass bestimmte Gründe für die Umschulung vorliegen müssen und dass allein der Wunsch nach einem Wechsel des Berufsfelds nicht ausreicht. Außerdem muss die Teilnahme an der Umschulung Kenntnisse über Aufgaben und Tätigkeiten zum Ergebnis haben, die in der vorherigen beruflichen Tätigkeit nicht erlernt wurden.

Als weitere Gründe gelten zum Beispiel Arbeitslosigkeit, ungenügende Nachfrage im gelernten Beruf, längere Abwesenheit im bisherigen Beruf (zum Beispiel aufgrund von Krankheit oder Kindererziehung), Berufsunfähigkeit und technische Neuerungen im bisherigen Berufsfeld.
Außerdem muss die Tätigkeit, die durch die Umschulung angestrebt wird, auf dem Arbeitsmarkt ausreichend nachgefragt sein; das heißt, für Umschulungen zu Berufsbildern, die kaum oder gar nicht gefragt sind, gibt es keine oder nur geringe Chancen, eine Umschulungsmaßnahme bewilligt zu bekommen. Wenn Sie also überlegen, eine Umschulung zu absolvieren, sollten Sie sich genaue Gedanken darüber machen, welchen Beruf Sie erlernen möchten und was Ihre Gründe dafür sind. Vor dem Träger, der für die Finanzierung Ihrer Umschulungsmaßnahme in Frage kommt, müssen Sie diese plausibel darlegen und gegebenenfalls verhandeln können.

Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme durch einen Träger ist eine erste abgeschlossene Berufsausbildung, zumindest muss aber eine Ausbildung begonnen worden sein. Nur wenn bereits eine Ausbildung begonnen wurde, diese aber aus triftigen Gründen nicht beendet werden kann, kann eine Umschulungsmaßnahme bewilligt werden.

Finanzierung einer Umschulung

Die Finanzierung einer Umschulungsmaßnahme kann über verschiedene Kostenträger erfolgen. Welcher Träger in Frage kommt, hängt auch von dem Grund ab, aus dem sich für die Umschulung entschieden wurde.
Die Kosten können beispielsweise durch die Arbeitsagentur übernommen werden. Hier ist es wichtig, sich frühzeitig für eine persönliche Beratung zu melden und diese auch wahrzunehmen. Im Gespräch werden die notwendigen Voraussetzungen für die Übernahme der Kosten geprüft, das heißt, die persönliche Eignung wird bewertet und außerdem beurteilt, ob mit der geplanten Weiterbildung wirklich neue Berufschancen verbunden sind. Verläuft die Prüfung positiv, erhält man einen sogenannten „Bildungsgutschein“ beziehungsweise eine „Bildungsprämie“. Ersterer wird bewilligt, wenn bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt oder aber mindestens 3 Jahre praktische Erfahrung im Berufsfeld nachgewiesen werden können. Eine Bildungsprämie hingegen fördert Erwerbstätige und Erwerbsrückkehrer.

Im Anschluss an eine Fortbildung mit Bildungsgutschein – und sofern im neuen Berufsfeld eine Arbeitsstelle gefunden wurde – kann bei der Arbeitsagentur eine Weiterbildungsprämie beantragt werden.

Neben den Kosten für die Umschulung selbst kann auch die Bewilligung weiterer Fördermittel beantragt werden. Darunter fallen etwa die Finanzierung von Lehrmitteln wie Büchern, Arbeitskleidung oder Prüfungsgebühren und die Finanzierung von Fahrtkosten, die den Anfahrtsweg zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte decken. Wenn zur Wahrnehmung der Umschulung ein Wohnortswechsel nötig ist, übernehmen Arbeitsagentur und Jobcenter eine Anfahrt zur Arbeitsstätte und pro Monat eine Fahrt in den vorherigen Wohnort. Die Höchstgrenze der Fahrtkostenübernahme hierfür beträgt monatlich 470 Euro. Für eine auswärtige Unterkunft können bis zu 340 Euro im Monat und für Verpflegung 136 Euro übernommen werden.

Umschüler, die Eltern sind, können die Finanzierung von Kosten, die für die Kinderbetreuung anfallen, beantragen. So werden für Kinder unter 15 Jahren monatlich bis zu 130 Euro pro Kind übernommen.

Zusätzlich können Besucher einer Berufsfachschule prüfen, ob sie Anspruch auf das sogenannte Aufstiegs-BAföG des Bundesministeriums für Bildung und Forschung haben. Hierfür müssen die Voraussetzungen der entsprechenden Fortbildungsordnung für die Zulassung für die angestrebte Fortbildung erfüllt sein.

Eine finanzielle Förderung ist neben der Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit auch über die jeweilige Berufsgenossenschaft möglich. Dies ist allerdings nur im Falle einer Berufsunfähigkeit durch einen Arbeitsunfall möglich, das heißt, wenn die betreffende Person ihrer bisher ausgeübten Tätigkeit wegen eines Arbeitsunfalls nicht mehr nachgehen kann. Oft müssen vor einer Bewilligung verschiedene Anstrengungen der Rehabilitation unternommen werden. Erst eine anschließende ärztliche Untersuchung mit dem Ergebnis der Berufsunfähigkeit führt dann zur Bewilligung der Kostenübernahme durch die Genossenschaft.

Auch die gesetzliche Rentenversicherung kann in bestimmten Fällen Umschulungen finanzieren, beispielsweise wenn eine Berufsunfähigkeit vorliegt, also die betreffende Person geistig oder körperlich nicht mehr in der Lage ist, ihrem vorherigen Beruf weiter nachzugehen. Eine von zwei Voraussetzungen muss hierfür zutreffen: Entweder muss die Person, die an der Umschulung interessiert ist, mindestens 15 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, oder sie muss eine Erwerbsminderungsrente bekommen.

Wenn das Arbeitsamt Ihre Umschulung bewilligt, werden sämtliche Kosten übernommen, die im Rahmen der Umschulungsmaßnahme anfallen. Sind Sie Empfänger von Arbeitslosengeld I oder II, erhalten Sie diese Leistungen weiter.

 

Was ist zu tun? Das empfehlen wir

Sind Sie überzeugt, dass eine Umschulung für Sie das Richtige ist? Vereinbaren Sie in dem Fall einen Beratungstermin mit dem Berater der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit. Fragen Sie dabei nach der Möglichkeit, die Umschulung über den Bildungsgutschein zu finanzieren. Prüfen Sie parallel auch, ob für Sie auch andere Leistungsträger, zum Beispiel die Renten- oder Unfallversicherung, in Frage kommen.

Umschulung selber bezahlen – Der Ratgeber

Die Umschulung selbst zu finanzieren bleibt manchmal die einzige Möglichkeit.

Wer in der misslichen Lage ist, dass die Arbeitsagentur die Finanzierung einer Umschulung nicht übernimmt, stellt sich vielleicht die Frage, ob eine Umschulung nicht auch selbst finanziert werde könnte. Dieser Artikel gibt eine umfassende Übersicht, unter welchen Voraussetzungen dies der Fall ist, was es zuvor und dabei zu beachten gilt und welche Alternativen darüberhinaus bestehen.

Kann man bei einer Ablehnung eine Umschulung auf eigene Kosten machen?

Nachdem Sie eine Ablehnung erhalten haben, mag einer der ersten Gedanken sein – Ich mache die Umschulung trotzdem und bezahle sie zur Not selber. Zunächst sollten Sie diesen Gedanken zur Seite schieben und folgende Schritte unternehmen:

Legen Sie innerhalb der vier wöchigen Widerspruchsfrist Widerspruch gegen die ablehnende Entscheidung  ein. Auch wenn Sie Zweifel am Erfolg des Widerspruchs haben oder sich nicht sicher sind, ob die Widerspruchsfrist schon abgelaufen ist, sollten Sie es vorsorglich tun. Möglicherweise ist es noch verfrüht sich schon Gedanken über eine eigenständige Finanzierung zu machen.

Was kostet eine selbstfinanzierte Umschulung?

Der Unterschied zwischen einer privaten Umschulung und zu einer vom Arbeitsagentur finanzierten Umschulung ist vor allem ein finanzieller. Die Kosten einer Umschulung sind beachtlich, insbesondere wenn man sie selber stemmen muss. Zunächst die kommen auf den Umschüler die Kosten der Umschulung an sich zu, also der Betrag denn der Bildungsträger in Rechnung stellt. Regelmäßig sind dies einige hundert Euros im Monat.

Zusätzlich belasten die Krankenkassenbeiträge den Umschüler: Die Krankenversicherung wird vom Kostenträger der Umschulung finanziert. Bei einer selbstfinanzierten Umschulung bleiben diese Kosten an Ihnen hängen.

Kann man während einer selbstbezahlten Umschulung ALG II beziehen?

Darüberhinaus sehen die deutschen Gesetze keinen Ausnahmetatbestand vor, wie der Staat den Umschüler unterstützt, wenn eine Umschulung selbst bezahlt wird: Im Grundsatz kommt kein Arbeitslosengeld in Betracht, da Sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Da es sich nicht um eine Ausbildung handelt, ist auch das Bafög nicht einschlägig. Denkbar sind allerdings zwei andere Wege der Finanzierung. 

“Wichtigen Grund” für Umschulung darlegen, statt selber zahlen

Der Staat gibt umschulungswilligen Bürgern leider keinen Anspruch auf eine geförderte Umschulung, sondern stellt die Bewilligung in das Ermessen der Behörden. Der Ermessensspielraum reduziert sich jedoch, wenn die Umschulung notwendig ist, also ein wichtiger Grund für die Umschulung vorliegt.

Als wichtiger Grund wird anerkannt, wenn aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung ohne die Umschulung der erlernte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Aber auch sehr geringe Erfolgsaussichten auf dem Arbeitsmarkt für den erlernten Beruf, sprechen für eine Umschulung, wenn dadurch der Umschüler wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden kann. Sie könnten Ihren Umschulungswunsch in dieser Konstellation durch eine große Anzahl an Ablehnungen bei Ihrer Arbeitsplatzsuche unterstützen.

Umschulung selbst finanzieren mit Unterstützung des Europäischen Sozialfond

Statt die eigenen Ersparnisse aufzubrauchen, könnte eine Förderung durch den Europäischen Sozialfond eine alternative darstellen. Eine Beratung durch die Arbeitsagentur ist möglich, aber nicht zwingend erforderlich. Auf der Seite www.esf.de erfahren Sie mehr zu den Förderbedingungen, Antragstellung und Beratungsstellen.

Umschulung durch einen Fernkurs

Eine Umschulung kann sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit per Fernstudium erfolgen. Die größten Fernschulen bieten Angebote aus Wirtschaft, Technik, Persönlichkeitsbildung und noch vielem mehr.