Umschulung zum Konditor / zur Konditorin (2020)

Eine Ausbildung für "Süße": Das Konditorenhandwerk. © ikonoklast_hh - Fotolia.com
Eine Ausbildung für “Süße”: Das Konditorenhandwerk. © ikonoklast_hh – Fotolia.com

Wer sich für den Berufs der Konditorin bzw. des Konditors entscheidet, sollte ein Faible für hochwertige Kochen und Torten haben – denn darum dreht sich in diesem Beruf alles. Konditoren versüßen Menschen den Alltag und tragen „ganz nebenbei“ viel zum deutschen Bruttosozialprodukt bei. Mehr als 3.000 Fachbetriebe betätigen sich im Metier der Konditorei. Zum Berufsbild gehören in den Betrieben oft unterschiedliche Tätigkeite, die eigene Herstellung von Backwaren steht jedoch im Mittelpunkt.

In der Umschulung zum Konditor lernen Sie Torten und Kuchen, Hefeteilchen und Plätzchen, Blätterteigspezialitäten und und saisonale kulinarische Leckereien herzustellen. Auch die handwerkliche Arbeit mit Schokolade, Eis, Brand- und Hippenmassen, Zucker, Fondant, Marzipan und Kuvertüre gehört zum Umschulungs-Alltag von Konditoren. Hier vereinen sich Handwerk und künstlerische Komponenten, denn oftmals liegt der Schlüssel zum Erfolg in einem kreativen Umgang mit traditionelle und neu entwickelten Rezepten.

Wer mit 30 Jahren oder noch später das Konditorenhandwerk durch eine Umschulung oder als Zweitausbildung lernt, dem stehen ausgezeichnete Berufschancen offen. Nach einer Umschulung kann man in Cafés, Hotels und Restaurants angestellt arbeiten, sich mit einem Hochzeitstorten-Geschäft selbstständig machen oder nach der Meisterprüfung sich mit der eigenen Konditorei selbstständig machen. Angestellte Konditorinnen und Konditoren in größeren Betrieben stehen Führungsposition mit Verantwortung für Auszubildenden offen – hier hängen die Möglichkeiten letztlich stark von den Unternehmensstrukturen ab.

 

Der Berufsalltag eines Konditors
Wie sieht der Berufsalltag eines Konditors eigentlich aus? Hier erhalten Sie einen Einblick in den durchschnittlichen Tagesablauf eines Konditors.

 

Wie sind die Zukunftsaussichten für umgeschulte Konditoren?

„Gegessen wird immer“, wie man so schön sagt. Kuchen und Torten dabei besonders gern. Entsprechend gut sind auch die Berufsaussichten für Konditoren: 

Die Branche macht jährlich rund 1,6 Milliarden Umsatz, doch der Stellenmarkt offenbart eine große Herausforderung: Jede zweite Ausbildungsstelle bleibt unbesetzt. Wer sich für eine Umschulung zum Konditor entscheidet, hat freie Wahl zwischen vielen Ausbildungsbetrieben und zukünftigen Arbeitgebern.

Aber auch Selbstständigkeit birgt in dieser Branche großes Potential, den Inhaber von Konditoreien suchen Nachfolger für eingeführte Geschäfte. Wer eine eigene Konditorei besitzt, hat auch die Möglichkeit, neben dem Verkauf von Torten weitere Geschäftsideen zu realisieren. Möglich sind neben dem klassischen Ladengeschäft beispielsweise ein eigenes Café oder ein Straßenverkauf von Eis und Gebäck in der warmen Jahreszeit.

Wie in so vielen anderen Branchen auch haben besonders die ambitionierten und einfallsreichen Konditoren beste Chancen auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Die Innung der Konditoren veranstaltet jährliche Wettbewerbe, bei denen neuartige und ausgefallene Tortenkreationen prämiert werden.

 

Wie lange dauert die Umschulung zum Konditor?

Die Umschulung zum Konditor / zur Konditorin in Vollzeit dauert in der Regel drei Jahre. Die Umschulung kann auf zwei Jahre verkürzt werden, wenn einschlägige Berufserfahrung oder eine erste Berufsausbildung in einem verwandten Bereich vorhanden ist. Anerkannt wird dies in der Regel nur bei der Erstausbildung als Bäcker / Bäckerin, Patissier / Patissière oder Koch / Köchin. Die Umschulung findet in der Regel dual statt, wobei sich theoretische Phasen beim Umschulungsanbieter und praktische Anwendung in der Konditorei abwechseln.

 

Welche Inhalte lernt man in der der Umschulung?

In den drei Jahren der Umschulung werden die Phasen Grundlagen bis hohe Konditoreikunst durchlaufen. Das erste Umschulungsjahr startet zunächst mit einer Ausbildung in den Grundkompetenzen wie Teig- und Massenherstellung.

Im zweiten Lehrjahr der Umschulung werden bereits aufwendigere Torten und Backwaren konzipiert und hergestellt. Die Zwischenprüfung leitet zum dritten Lehrjahr über. Jetzt gilt es, die Fachkenntnisse zu verfeinern und die Kompetenz zu steigern. Pralinen, Eisbomben, kunstvolle Backwerke und Leckereien aus Schokolade – die Schwerpunkte werden häufig auch den Anforderungen des jeweiligen Lehrbetriebes angepasst. Die Gesellenprüfung bildet schließlich den Abschluss der Ausbildung bzw. Umschulung – der neue Berufsweg ist sichergestellt und darf beschritten werden.

Wer sich nach der Umschulung noch für eine Weiterbildung entscheidet, hat viele Möglichkeiten der Spezialisierung. So kann man beispielsweise noch Lehrgänge in den Bereichen Bäckerei, Patisserie, Nahrungs- und Genussmittelherstellung, Werbung und Verkaufsförderung, Verwaltungs- und Lebensmittelrecht oder Qualitätssicherung absolvieren. Potenzielle Aufstiegsweiterbildungen sind die zum Bäckermeister, zum Konditormeister oder zum Industriemeister.

 

 

Welche Voraussetzungen muss man für die Umschulung zur Konditorin erfüllen?

Das Konditorenhandwerk kommt grundsätzlich für Menschen infrage, die sich sowohl für Backerzeugnisse als auch für die Bedürfnisse von Kunden begeistern können.

Auch Freude an kreativem Arbeiten zahlt sich aus, denn der individuelle Note macht viele Leckereien erst zu beliebten Produkten bei Kunden. Wichtig ist außerdem, dass man ein einwandfreies Gesundheitszeugnis vorweisen kann – schließlich steht der Umgang mit Lebensmitteln in einer Konditorei an erster Stelle.

Viele Umschulungsanbieter fordern als Schulabschluss die mittlere Reife. Jedoch ist dies nicht verbindlich. Auch mit einem Hauptschulabschluss sind Sie ein gern gesehener Kandidat, da letztlich vor allem die Leidenschaft fürs Backen zählt.

Der Konditorberuf ist auch optimal für alle geeignet, die sich nicht vorstellen können, so früh wie ein Bäcker täglich die Arbeit zu beginnen. Wann ein Konditor aufstehen muss, bzw. wann der Arbeitsbeginn ist, hängt maßgeblich von der Art der zukünftigen Berufsausübung statt. Wer nach der Umschulung in einem Café mit frühen Öffnungszeiten beginnt, muss entsprechend früher aufstehen, als Konditoren, die Torten erst gegen 14 Uhr fertig gebacken haben müssen. Da Torten, anders als Brot, nicht täglich frisch angeboten werden müssen, sondern auch für den kommenden Tag erst gebacken werden, ist ein frühes Aufstehen nicht zwingend.

 

Fördermaßnahmen und Finanzierung der Umschulung zum Konditor

Je nach Grund für die Umschulung stehen für eine Förderung beispielsweise durch einen Bildungsgutschein das Jobcenter, die Agentur für Arbeit, Berufsgenossenschaft oder die Rentenversicherung zur Wahl.

 

Wann finanziert die Rentenversicherung die Umschulung?

Die Deutsche Rentenversicherung fördert Ihren Umschulungswunsch zum Konditor, wenn Sie aufgrund gesundheitlicher Gründe Ihren bisherigen Beruf nicht mehr weiter ausüben können und Ihre Einschränkung der Ausübung des Umschulungsberufs nicht im Wege steht. Nicht selten kommt es hier auf Ihre Argumentation an.

Für die Finanzierung durch die Rentenversicherung vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch mit Ihrem Sachbearbeiter. Die Details der finanziellen Unterstützung werden dann in der Eingliederungsvereinbarung geregelt.

 

Wie bekommt man eine Umschulung durch die Berufsgenossenschaft bewilligt?

Voraussetzung ist hier, dass Sie durch Ihren früheren Beruf einer Berufsgenossenschaft angehören und aufgrund der früheren Arbeitstätigkeit (zum Beispiel durch einen Arbeitsunfall) aus gesundheitlichen Gründen umschulen müssen.

 

Wie bekommt ich eine Finanzierung der Umschulung durch Agentur für Arbeit oder Jobcenter?

Für Ihre Zukunft als Konditor / Konditorin vereinbaren Sie zunächst ein Beratungsgespräch. Das Arbeitsamt ist für Sie zuständig, wenn Ihr Arbeitsplatz bedroht ist, Sie arbeitssuchend oder weniger als ein Jahr arbeitslos sind. Dauert Ihre Arbeitslosigkeit bereits ein Jahr an, dann ist das Jobcenter der richtige Ansprechpartner.

Nach dem zwingenden Beratungsgespräch können Sie direkt die Umschulung durch einen Bildungsgutschein beantragen. Der Bildungsgutschein legt fest, welche Umschulung Ihnen finanziert wird und wieviel Umschulungsgeld Sie gezahlt bekommen.

Der Bildungsgutschein wird nach §§ 81, 82 SGB III bewilligt, wenn die Umschulung für die Arbeitnehmer

notwendig ist, um sie bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern, eine ihnen drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder weil bei ihnen wegen fehlenden Berufsabschlusses die Notwendigkeit der Weiterbildung anerkannt ist

Letztlich findet eine Einzelfallprüfung statt, ob es opportun ist, dass der Staat Ihnen die Umschulung zum Konditor / zur Konditorin finanziert. Hier erfahren Sie, wie Sie sich auf das Beratungsgespräch für den Bildungsgutschein vorbereiten können.

 

Was kostet die Umschulung?

Wenn Ihnen der Bildungsgutschein bewilligt wurde, dann werden alle Kosten der Umschulung übernommen. Jedoch können dem Umschüler die Kosten der verkürzten Ausbildung in Rechnung gestellt werden, wenn die Umschulung abgebrochen wird. Die Unwägbarkeiten des Lebens werden berücksichtigt, so dass kein Rückzahlungsanspruch droht, wenn aufgrund Krankheit, Umzug, Schwangerschaft abgebrochen wird.

Sollten Sie eine Umschulung abbrechen müssen, dann sprechen Sie zuvor immer erst mit dem Arbeitsamt oder der Rentenversicherung um eine Lösung herbeizuführen.

Sollte Ihr Bildungsgutschein abgelehnt worden sein, dann ist es theoretisch denkbar, die Umschulung zur Konditorin auch selbst zu finanzieren. Die finanzielle Belastung ist dabei jedoch extrem und da viele abgelehnte Anträge fehlerhaft sind, sollten Sie zunächst sich von einem Fachanwalt für Sozialrecht beraten lassen und sich gegen die Ablehnung wehren.

 

Wie viel verdient man nach einer Umschulung zum/zur Konditor/in?

Einkünfte während der Ausbildung

Nachdem Sie sich in einer Konditorei für einen Umschulungsplatz geworden haben, stellt sich die Frage des Gehalts. Wenn die Umschulung durch die Rentenversicherung oder das Arbeitsamt finanziert wird, bekommen Sie in der Regel kein Gehalt, sondern ein Übergangsgeld und Umschulungsgeld. Der Konditoreibetrieb kann Ihnen als weiteren Anreiz einen finanziellen Bonus geben, jedoch wird dieser teilweise auf die staatlichen Leistungen reduzierend angerechnet.

Sollte die Umschulung nicht staatlich gefördert werden, dann ist eine Umschulung zu den Konditionen einer Ausbildung möglich. In dieser Zeit beziehen Lernende bereits ein erstes Einkommen, das aber im Vergleich zu anderen Branchen eher niedrig ausfällt. Wer diesen Beruf erlernen möchte, benötigt also wirkliche Hingabe zum Betätigungsfeld. Dabei wird in drei Lehrjahren ungefähr ein Ausbildungsgehalt von € 600 im ersten, € 700 im zweiten und circa € 850 im dritten Jahr bezahlt.

 

Wieviel verdient man nach Abschluss der Umschulung?

Nach Absolvieren der dreijährigen Ausbildung wartet ein Einstiegsgehalt von ungefähr € 17.000-21.000 jährlich, wobei verschiedene Faktoren das Einkommen beeinflussen. Das ist beispielsweise der Standort: Während strukturstarke Gegenden ihren Konditoren/innen auch ein höheres Gehalt bieten können, fällt der Verdienst in eher strukturschwachen Gegenden geringer aus. Einerseits gibt es ein West-Ost-Gefälle und andererseits auch ein Süd-Nord-Gefälle, wobei die jeweils erstgenannten Gegenden durchschnittlich höhere Löhne zahlen.

Nicht nur der Standort, sondern auch die Betriebsgröße beeinflusst den Lohn: Größere Firme zahlen im Durchschnitt auch höhere Gehälter. Vereinzelt sind dabei auch Einnahmen von € 40.000 pro Jahr und mehr möglich, fachlich gute Ausbildung vorausgesetzt. Wer mit den durchschnittlichen Zahlen nicht zufrieden ist aber trotzdem Konditor/in werden möchte, hat außerdem die Möglichkeit, sich mithilfe von Weiterbildungskursen und Studiengängen fortzubilden und selbstständig zu machen.

 

Welche Anbieter haben die Umschulung im Programm?

Da es keine reguläre Umschulung zur Konditorin oder zum Konditor gibt, existieren auch keine Listen mit Anbietern für Umschulungen. Wer sich also für das Konditorenhandwerk interessiert, sollte sich an Konditoreien wenden und sich nach einem Ausbildungsplatz erkundigen.

Manche Anbieter ermöglichen einen Fachabschluss oder Ausbildung, wenn die Interessenten eine Berufspraxis in einem festgelegten Ausmaß vorweisen können. Wer dennoch ohne klassische Berufsausbildung als Konditor bzw. Konditorin arbeiten möchte, sollte eine Umschulung ansteuern. Die Umschulung ermöglicht die Ausübung des Berufs ohne Gesellenbrief.

Der Großteil der Umschulungen wird von Aus- und Weiterbildungsinstituten als Vollzeitlehrgang angeboten. Bei den Vollzeitlehrgängen handelt es sich in der Regel um schulische Ausbildungen, welche Praktikumsphasen beinhalten.  Eine Finanzierung über das Arbeitsamt ist allerdings nur bei der Erfüllung von bestimmten Voraussetzungen möglich.

Wer dabei schon erste Erfahrungen – beispielsweise im Verkauf oder in einem anderen Handwerksberuf – vorweisen kann, hat gute Chancen, ausgebildet zu werden.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Umschulung, Weiterbildung und Qualifizierung stehen im Bereich des Konditorenhandwerks hoch im Kurs. Wer sich für einen Einstieg oder auch für den Aufstieg innerhalb der Branche interessiert, kann auch ein Fernstudium absolvieren.

Besonders hilfreich sind alle Studienfächer, die mit Lebensmitteln zu tun haben. Unter anderem kommt das Erlangen eines Bachelorabschlusses im Bereich Lebensmitteltechnologie infrage. In dieser wissenschaftlichen Disziplin geht es um alle Prozesse, die bei der Produktion von Lebensmitteln notwendig sind. Die Verarbeitung und die gesamte Lebensmitteltechnik finden hier Berücksichtigung. Lehrinhalte entstammen vor allem den Naturwissenschaften, der Technik und der Ökonomie.

Aber auch der Bachelor der Ernährungswissenschaften – also im Fach Ökotrophologie – erweist sich oft als hilfreich, um später eine führende Position im Bereich Bäckerei- und Konditoreiwesen zu erreichen. Tiefgreifende Kenntnisse der Lebensmittelkunde, Haushaltswissenschaften und Krankheitsprävention durch Ernährungsverhalten stehen dann im Mittelpunkt. Beide Studienfächer werden von einigen Hochschulen auch im Fernstudium angeboten. Mögliche Anlaufstellen sind je nach gewünschtem Fach z.B. die FH Riedingen, die Hochschule Anhalt oder die FernUniversität Hagen. Auch in einem Fernkurs in Hauswirtschaft können Sie Ihre Backfähigkeiten weiter ausbauen.

Umschulung per Fernstudium - unsere Empfehlungen:

 

Andere Alternativen, um Konditor bzw. Konditorin zu werden

Die Berufsausbildung zum Konditor bzw. zur Konditorin erfolgt in der Regel durch eine klassische Ausbildung. Unter gewissen Bedingungen steht Interessenten ein Quereinstieg offen.

 

Ist eine berufsbegleitende Umschulung in Teilzeit oder in der Abendschule möglich?

Ja, die Berufsausbildung zum Konditor ist auch berufsbegleitend möglich und findet in der Regel im Dualsystem statt. Somit besuchen die Auszubildenden die Berufsschule und arbeiten aktiv im Ausbildungsbetrieb mit. Durch die Teilzeitregelung wird die Umschulung lediglich auf einen längeren Zeitraum gestreckt und nimmt wöchentlich 20 bis 25 Stunden in Ansruch.

Eine Umschulung in Teilzeit (mit entsprechend längerer Zahlung von Umschulungsgeld) wird bewilligt vom Kostenträger bewilligt, wenn der Umschüler ein berechtigtes Interesse an der längeren Ausbildungsdauer nachweisen kann. Das berechtigte Interesse an einer Teilzeit-Umschulung besteht zum Beispiel, wenn ein eigenes Kind betreut oder ein Familienmitglied gepflegt wird.

Grundsätzlich besitzen Vollzeit- wie berufsbegleitende Ausbildung dieselben inhaltlichen Grundlagen und am Ende der Umschulung, welche in Teilzeit durchschnittlich drei bis vier Jahre dauert, legen alle Auszubildenden die selbe Fachprüfung ab.

Eine Umschulung zum Konditor ausschließlich über eine Abendschule ist nicht möglich.

 

Kann man durch ein Studium sich zum Konditor umschulen lassen?

Nein, in der Regel ist eine Umschulung durch ein Studium nicht möglich, da es sich beim Konditor bzw. bei der Konditorin um einen Ausbildungsberuf handelt. Als ähnlicher Studiengang für Konditorinnen oder Konditor bieten sich Studien mit Inhalt Ernährungslehre an. Diese können den Zugang zu einer Ausbildung, Umschulung oder einem Umstieg in den Beruf deutlich erleichtern. Interessenten an einem Studium in Ernährungslehre können in Deutschland sowohl Bachelor- wie Masterstudiengänge sowie als Teilstudiengang für ein Lehramtsstudium belegen. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Triesdorf führt einen Vollzeitstudiengang mit Inhalt Ernährung und Versorgungsmanagement. Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften hingegen können an der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn studiert werden.

 

Ist ein Quereinstieg als Konditor möglich?

Nein, ohne Umschulung zum Konditor bzw. Konditorin arbeiten, können Sie keinen Quereinstieg in diesen Beruf schaffen, da das Konditorenhandwerk als geschützter Beruf zwingend eine Fachausbildung verlangt.

Jedoch können Quereinsteiger ohne berechtigt zu sein, sich Konditor zu nennen, als solcher arbeiten. Insbesondere kleine Cafés ist nicht ausreichend wettbewerbsfähig um ausgebildete Konditoren anstellen zu können. Kleine Cafés werden sich über Unterstützung von einem Quereinsteiger, der sehr gut backen kann, freuen. Der Quereinstieg ohne Umschulung wird sich jedoch sicherlich auch finanziell ungünstig auswirken.

 

Update (Januar 2020)

Der Bundesverband der Konditoren hat in seiner Pressemitteilung im Jahr 2019 den Rückgang von Bewerbern für den Konditorberuf durch den demographischen Wandel bedauert. Eine Vielzahl der unbesetzten Ausbildungsstellen kann jedoch für duale Umschulungen genutzt werden. Das Jahr 2020 ist somit optimal für einen Einstieg in die Konditorei: Die Nachfrage an qualifizierten Konditoren ist unverändert hoch und die offenen Ausbildungsplätze über ganz Deutschland in den Bundesländern gleich verteilt.

 

Zusammenfassung

  • Die Umschulung zum Konditor dauert in der Regel drei Jahre. Eine verkürzte Ausbildung von 2 Jahren ist nur für gelernte Bäcker und Köche möglich.
  • Zugangsvoraussetzung ist ein Hauptschulabschluss und eine erste Berufsausbildung. Leidenschaft für Torten ist letztlich das entscheide Kriterium.
  • Die Umschulung kann von der Rentenversicherung, Agentur für Arbeit oder Jobcenter durch einen Bildungsgutschein gefördert werden. Bereiten Sie sich mit unterstützenden Argumenten auf das Beratungsgespräch vor.
  • Die Umschulung zur Konditorin kann auch in Teilzeit absolviert werden und dauert dann vier Jahre. Eine Ausbildung über eine Abendschule ist nicht möglich.
  • Quereinsteiger sind in kleinen Cafés gerne gesehen. Sie dürfen sich jedoch nicht Konditor nennen, da es sich um eine geschützte Berufsbezeichnung handelt.

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4 Gedanken zu „Umschulung zum Konditor / zur Konditorin (2020)“

  1. Guten Tag,
    ich wohne in München und arbeite vollzeit aber liebe Torten backen und dekorieren. Gibts für mich eine Möglichkeit neben der Arbeit mich irgendwie auszubilden oder in einer Konditorei “aushelfen” und viel erlernen?
    Ich arbeite nur 4 Tage/ Woche, Samstag-Montag bin ich meistens frei.
    Vielen Dank
    Nga
    nga_thu90@yahoo.com

    Antworten
    • Das ist eine großartige Idee! Haben Sie schon bei Konditoreien in Ihrer Umgebung nachgefragt? Vielleicht gibt es Anstellungen auf 450-Euro Basis oder aber die Möglichkeit eines Praktikums. Viel Erfolg!

      Antworten

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