Umschulung zum Kinderpfleger/ zur Kinderpflegerin

Kinderpflege umfasst auch Spaß und Spiel. © drubig-photo - Fotolia.com

Kinderpflege umfasst auch Spaß und Spiel.
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Der Beruf des Kinderpflegers/ der Kinderpflegerin

Geschulte und geprüfte Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger sind in verschiedenen Einrichtungen im Bereich der sozialen Arbeit tätig, beispielsweise in Kindertagesstätten, in der Schulbetreuung von Ganztagsschulen, in Kinderheimen, in Einrichtungen für behinderte Kinder, für psychisch erkrankte Kinder und allgemein im Bereich der Heilpädagogik. Zu ihren Aufgaben gehören die professionelle Betreuung und Pflege der Kinder, wobei sie oft mit Sozialpädagoginnen und -pädagogen zusammenarbeiten und diesen in ihren täglichen Aufgaben unterstützend zur Seite stehen. Je nach Einrichtung arbeiten sie dabei mit vorwiegend mit Säuglingen, Kleinkindern und Grundschulkindern, seltener mit Heranwachsenden und Jugendlichen.

Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger helfen, abhängig vom Beschäftigungsort und vom Alter der von ihnen betreuten Kinder, beim Wickeln, beim Umziehen, Waschen und Zähneputzen, bei der Verpflegung, sind beim Zubereiten der Mahlzeiten behilflich, machen den Kindern Angebote zum Spielen, betreuen sie beim Basteln und bei den Hausaufgaben, schlichten Konflikte zwischen den Kindern, spenden Trost und übernehmen auch sonst alle täglichen Aufgaben, die in der Arbeit mit Kindern anfallen. Die Dauer der Umschulung variiert ebenso wie die genaue Berufsbezeichnung. Neben der Bezeichnung des „Kinderpflegers“/der „Kinderpflegerin“ ist besonders verbreitet die Bezeichnung des „Sozialpädagogischen Assistenten“ bzw. der „Sozialpädagogischen Assistentin“ geläufig sowie „Sozialhelfer“/“Sozialhelferin“. Diese alternative Bezeichnung weist bereits darauf hin, dass in diesem Bereich Tätige oft auch in anderen sozialen Einrichtungen Jobs finden können. Über das Berufsbild informiert auch die ARGE.

 

Zukunftsaussichten für den Beruf des Kinderpflegers/ der Kinderpflegerin

Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger werden in Zukunft in verstärktem Maße gebraucht. Spätestens mit der gesetzlichen Zusicherung eines Krippenplatzes auch für die Kleinsten seit August 2013 werden nicht nur Erzieherinnen und Erzieher zum Teil händeringend gesucht, sondern auch fachkundiges Personal, das diese in ihrer Arbeit professionell unterstützen kann und ihnen im Alltag zur Hand geht. Dadurch, dass die Umschulung zum Kinderpfleger/ zur Kinderpflegerin die Absolventinnen und Absolventen auch für andere soziale Bereiche, etwa den Bereich des Tagespflege, qualifiziert, erschließen sich ihnen weite Tätigkeitsfelder im sozialen Bereich.

 

Dauer und Inhalte der Umschulung zum Kinderpfleger/ zur Kinderpflegerin

Die Umschulung dauert in der Regel zwei oder drei Jahre in Vollzeit, aber es gibt auch kürzere sowie berufsbegleitend angelegte Lehrgänge, im Rahmen derer das notwendige Fachwissen erworben werden kann. Die Umschulung schließt dabei mit einer staatlichen Prüfung ab. Ergänzt werden die schulischen Qualifizierungsmaßnahmen dabei durch einen hohen Anteil an Praxiserfahrung, etwa in Kindergärten oder Betreuungseinrichtungen, indem die angehenden Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger gemeinsam mit Erzieherinnen und Erziehern im Team tätig sind.

Über die genauen Inhalte der Ausbildung bzw. Weiterbildung entscheiden die jeweiligen Bildungsträger. Zu den Kerninhalten können etwa die Vermittlung von einem soliden Grundwissen in Gesundheits- und Hygienefragen, im Bereich der kindlichen kognitiven, sprachlichen und emotionalen Entwicklung sowie des Konfliktmanagements.

 

Zielgruppen der Umschulung zum Kinderpfleger/ zur Kinderpflegerin

Die Ausbildung bzw. Umschulung setzt in sämtlichen Bundesländern mindestens einen Hauptschulabschluss voraus, über weitere Zugangsvoraussetzungen wie etwa Praktika kann der jeweilige Bildungsträger entscheiden. Zielgruppen sind Frauen und Männer, die gern professionell mit Kindern arbeiten und mit Freude im sozialen Bereich tätig werden wollen und ist zum Beispiel auch geeignet für Hausfrauen und Hausmänner, die sich im sozialen Bereich engagieren möchten oder für ehrenamtlich im sozialen Sektor Beschäftige, die sich weiterqualifizieren möchten.

 

Förderung der Umschulung durch die ARGE bzw. das Jobcenter

Eine Förderung der Umschulung zum Kinderpfleger/ zur Kinderpflegerin durch die ARGE bzw. das Jobcenter ist prinzipiell möglich. Arbeitslose und Arbeitssuchende wenden sich mit ihrem Wunsch dazu direkt an ihr Jobcenter. Hier wird dann geprüft, ob die Voraussetzungen für die Ausstellung eines sogenannten „Bildungsgutscheins“ nach SGB II und SGB III vorliegen und ob sich der Interessent für den gewünschten Beruf eignet. Sollte der Antrag bewilligt werden, kann der Bildungsgutschein bei einem Anbieter eigener Wahl eingereicht werden; das Arbeitslosengeld kann während der Umschulungszeit dabei weitergezahlt werden. Über Anbieter in ihrer Region, die eine Umschulung zum Kinderpfleger/ zur Kinderpflegerin anbieten, könnten Interessenten sich zunächst aber auch online informieren.

 

Anbieter der Umschulung

Die Umschulung wird in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Einrichtungen durchgeführt, in denen der oder die zum Kinderpfleger/ zur Kinderpflegerin Umschulende praktisch tätig wird. Das können Ganztagsschulen, Kindertagesstätte oder ähnliche Einrichtungen sein. Hier können angehende Kinderpflegerinnen und –pfleger auch schon erste berufliche Kontakte knüpfen, die ihnen nach der Ausbildung zugutekommen. Der theoretische Teil der Ausbildung bzw. Umschulung wird an Berufsfachschulen vermittelt. Ausbildungs- bzw. Umschulungsplätze entnehmen Interessenten dem lokalen Stellenmarkt oder erfragen freie Plätze am besten bei ihrem Jobcenter.

 

Verwandte Berufe per Fernstudium studieren

Für Personen, die sich für den Bereich der Kinderpflege interessieren, sich weiterqualifizieren und hier professionell tätig werden wollen, kommt als Alternative zur Ausbildung eventuell auch ein Fernstudium in Frage. An Fernschulen kann beispielsweise „Elementarpädagogik“, „Pädagogik der frühen Kindheit“ oder auch „Bildungs- und Sozialmanagement“ studiert werden, wobei individuelle Schwerpunktsetzungen möglich sind. Die Fernuniversität Hagen, Deutschlands einzig staatlich anerkannte Fernuni, bietet den Studiengang „Bildungswissenschaft“. Die Studieninhalte sind hier aber wissenschaftlich und weit weniger praktisch orientiert. Voraussetzung für die Aufnahme eines Fernstudiums in diesen Bereichen ist in der Regel das Fachabitur oder Abitur.

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