Gesunde Ernährung will gelernt sein. © Jeanette Dietl – Fotolia.com

Die Ernährung spielt eine sehr wichtige Rolle für das Wohlbefinden der Menschen. Über die Nahrung nimmt der Mensch Energie und auch alle anderen Elemente, die für ein gesundes Leben notwendig sind, auf. Doch gibt es Situationen, in denen die Ernährung nicht ausgewogen ist.

So können entweder Mangelerscheinungen entstehen, wenn ein wichtiges Element nicht in ausreichendem Umfang aufgenommen wird. Wenn der Mensch hingegen zu viel von einem schädlichen Nahrungsmittel zu sich nimmt, können ebenfalls Probleme entstehen. Ernährungsberater klären die Menschen über die Auswirkungen einer gesunden Ernährung auf und helfen dabei, einen Speiseplan zu entwickeln, der die Gesundheit fördert und dennoch schmackhaft ist. Für Personen, denen die Auseinandersetzung mit der Ernährung gefällt und die in ihrem bisherigen Berufsfeld nicht mehr arbeiten können, kann eine Umschulung zum Ernährungsberater oder zur Ernährungsberaterin neue berufliche Perspektiven eröffnen.

 

Die Aufgaben der Ernährungsberater

Die Ernährungsberatung richtet sich stets an gesunde Menschen. Wenn bereits eine Erkrankung aufgetreten ist, sollte die richtige Ernährung zusammen mit einem Diätassistenten ermittelt werden. Dennoch ist die Ernährungsberatung in erster Linie – allerdings nicht ausschließlich – für Menschen in besonderen Lebenssituationen gedacht. Beispielsweise wird ­Ernährungsberatung für Schwangere, Sportler oder ältere Menschen angeboten. Darüber hinaus ist eine Ernährungsberatung auch sinnvoll, wenn bereits bestimmte Risikofaktoren – in erster Linie Übergewicht – bestehen. Die Ernährungsberater arbeiten direkt mit den Patienten zusammen.

Dabei klären sie diese über die Risiken einer ungesunden Ernährung und über die Vorzüge einer ausgewogenen und gesunden Nahrung auf. Außerdem helfen sie den Betroffenen, sinnvolle Speisepläne aufzustellen, die für eine ausgewogene Ernährung sorgen. Auch wenn Probleme aufgrund von Lebensmittelallergien bestehen, können die Ernährungsberater den Betroffenen helfen. Außerdem können Ernährungsberater auch bei der Ausarbeitung der Speisepläne in einem Krankenhaus oder einem Altenheim helfen.

 

Die Zukunftsaussichten für Ernährungsberater

In der medizinischen Forschung wird die Rolle einer gesunden Ernährung als immer wichtiger beurteilt. Daher gewinnt auch die Arbeit der Ernährungsberater immer mehr an Bedeutung. Sowohl für die Vorbeugung von Krankheiten als auch als Bestandteil der Behandlung spielt daher die Beratung in diesem Bereich eine immer wichtigere Rolle und wird daher auch häufig von den Ärzten empfohlen. Diese Tatsache spricht dafür, dass die Ernährungsberatung gute Zukunftsaussichten hat. Es kommt hinzu, dass bei fast allen Berufen im medizinischen Bereich eine immer stärkere Nachfrage besteht. Zwar besteht in für Ernährungsberater momentan kein akuter Mangel, dennoch sollte es möglich sein, eine Anstellung in diesem Bereich zu finden.

 

Die Umschulung zum Ernährungsberater

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um sich zum Ernährungsberater umschulen zu lassen. Zum einen gibt es eine Vielzahl an privaten Schulen, die eine derartige Ausbildung anbieten. Allerdings gilt es hierbei darauf zu achten, dass es nur wenige Lehrgänge in diesem Bereich ermöglichen, die Leistungen mit den Krankenkassen abzurechnen. In diesen Fällen kommt daher nur eine private Tätigkeit infrage. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Ausbildung zum Diätassistenten durchzuführen. Diese Ausführung dauert drei Jahre und berechtigt zur Abrechnung mit den Krankenkassen. Außerdem können Sie ein Hochschulstudium im Bereich der Ernährungswissenschaften durchzuführen. Allerdings ist daraufhin eine zusätzliche Weiterbildung für die Kassenzulassung erforderlich.

 

Wie viel verdient man nach einer Umschulung zum/zur Ernährungsberater/in?

Einkünfte während der Ausbildung

Der Bezug eines Einkommens während der Ausbildung zum/zur Ernährungsberater/in ist nicht wahrscheinlich. Unterschiedliche Angebote existieren zwar, aber zumeist wird eher Schulgeld fällig, das man aufbringen muss. Hier sind grundsätzlich schulische von berufsbegleitenden Angeboten zu unterscheiden. Beim schulischen Bildungsweg handelt es sich dabei zumeist um Fernstudien, die Geld kosten. Bei berufsbegleitenden Bildungswegen ist dagegen auch während der Ausbildungszeit schon mit Einkünften zu planen. Eine wichtige Unterscheidung muss dabei allerdings gemacht werden: Diätassistenten/innen sind nicht dasselbe wie Ernährungsberater/innen. Letztere arbeiten ohne geschützte Berufsbezeichnung. Eine normierte Ausbildung existiert daher nicht. Im Gegensatz dazu steht die Ausbildung zum/zur Diätassistenten/in. Diese Unterscheidung ist auch für das Einkommen wichtig: Diätassistenten ist es erlaubt, Leistungen mit den Krankenkassen abzurechnen.

Auch berufsbegleitende Studiengänge im Bereich Ernährungswissenschaften werden in Deutschland angeboten. Dabei haben Interessierte die Möglichkeit, während ihres Studiums bereits etwas Geld zu verdienen. In jedem Fall ist die Finanzierung der Ausbildung schwierig, weshalb diverse Förderungsmöglichkeiten bestehen. Im Falle eines Abschlusses sind die Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten aber meistens gut. Der Branche werden gute Zukunftsaussichten ausgesprochen.

Einkünfte nach Abschluss der Ausbildung

Verschiedene Faktoren beeinflussen das Gehalt nach Beendigung der Ausbildung: unter anderem der Standort, die Erfahrung und die persönliche Qualifizierung. Wer Ernährungsberater/in werden möchte, kann sich aber am Durchschnitt orientieren. In Deutschland liegt dieser bei ungefähr € 2.100 pro Monat. In Bayern ist dabei der Verdienst fast doppelt so hoch wie in Brandenburg oder Sachsen. Je nachdem, wo der Standort liegt, welche Vorerfahrung bereits gesammelt wurden, kann der Betrag aber stark variieren. Außerdem verdienen auch in dieser Branche Männer im Schnitt etwas mehr als ihre weiblichen Kolleginnen. Wer sich außerdem selbstständig macht, kann seinen Lohn selbst bestimmen und ist selbst Chef.

Je nach Erfolg kann sich natürlich auch hier das Gehalt erheblich vom Durchschnitt unterscheiden. Auch die Betriebsgröße ist entscheidend: Größere Betriebe sind in der Regel eher gewillt, mehr zu bezahlen. Mit steigenden Berufsjahren steigt auch das Einkommen an. Wem das nicht genug ist, hat mit vielfältigen Weiterbildungen die Möglichkeit auf den beruflichen und finanziellen Aufstieg. Eine Spezialisierung auf einzelne Aspekte der Ernährung kann hierfür vorteilhaft sein.

 

Für wen eignet sich diese Umschulung?

Die Umschulung zum Ernährungsberater eignet sich beispielsweise sehr gut für Menschen, die bereits im Gesundheitswesen tätig sind, aber keine schwere körperliche Arbeit mehr verrichten können. Eine Krankenschwester, die aufgrund ihrer Arbeit Rückenprobleme hat, kann so beispielsweise in einem verwandten Bereich weiterarbeiten, in dem sie auch auf ihre bisherigen Berufserfahrungen zurückgreifen kann. Allerdings ist es auch für Menschen aus anderen Branchen, die eine Arbeit ohne körperliche Belastung suchen, möglich, eine Umschulung zum Ernährungsberater durchzuführen.

 

Die Finanzierung

Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen zu einer Umschulung gezwungen sind, kann die Rentenversicherung ein erster Ansprechpartner sein. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie entweder bereits seit 15 Jahren in die Rentenversicherung einzahlen oder eine Erwerbsminderungsrente beziehen. Sollte eine Berufskrankheit die Umschulung erforderlich machen, ist die Berufsgenossenschaft für die Finanzierung der Umschulung verantwortlich. Wenn keine dieser Bedingungen auf Sie zutrifft, können Sie sich auch an das Arbeitsamt wenden. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Kann-Leistung, weshalb es nicht gewährleistet ist, dass das Arbeitsamt die Umschulung finanziert.

 

Möglichkeiten für die Ausbildung per Fernstudium

Viele verschiedene Institute bieten Fernstudiengänge im Bereich der Ernährungsberatung an. Dies ermöglicht es, diesen Beruf bequem zu Hause zu erlernen. Auch eine berufsbegleitende Umschulung ist auf diese Weise möglich. Allerdings berechtigen die meisten dieser Kurse nicht dazu, die Leistungen über die Krankenkasse abzurechnen, weshalb sie nur die Grundlage für eine private Beratung sind. Auch für eine Anstellung im Wellnessbereich kann ein derartiger Kurs eine Grundlage bieten.

Eine Alternative, die auch für die Abrechnung mit den Krankenkassen berechtigt, kann der Kurs bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sein. Allerdings ist dafür ein Hochschulstudium in einem verwandten Bereich oder eine Ausbildung zum Diätassistenten notwendig.

 

Die folgenden Fernschulen versenden kostenlos und unverbindlich ausführliches Infomaterial zu ihren Fernkursen im Bereich Ernährungsberatung:

 

Ernährungsberater/in beim BTB - Bildungswerk für therapeutische Berufe
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Ernährungsberater/in an der Apollon Hochschule
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Andere Alternativen, um Ernährungsberater bzw. Ernährungsberaterin zu werden

Als ausgebildeter Ernährungsberater bzw. ausgebildete Ernährungsberaterin besitzen die Fachpersonen weitläufige Kenntnisse bezüglich des menschlichen Körpers und unterschiedlichen Ernährungsstilen. Um den Beruf zu ergreifen, müssen Interessenten jedoch nicht immer ein Fernstudium abschließen. Auch eine Ausbildung oder ein Quereinstieg bieten die Chance, als Ernährungsberater bzw. Ernährungsberater bzw. Ernährungsberaterin zu arbeiten.

 

Berufsbegleitende Ausbildung

Bei der berufsbegleitenden Ausbildung zum Ernährungsberater bzw. zur Ernährungsberaterin muss diese von der Ausbildung zum Diätassistenten bzw. zur Diätassistentin unterschieden werden. Da der Begriff Ernährungsberater in Deutschland kein geschützter Begriff ist, können ausgebildete Diätassistenten nach ihrer Ausbildung diesen Beruf ergreifen. Durchschnittlich dauert die Ausbildung zum Diätassistenten und folglich Ernährungsberater ungefähr drei Jahre. Die Ausbildung erfolgt meist schulisch, wodurch eine Berufstätigkeit ebenfalls möglich ist. Zentrale Inhalte der berufsbegleitenden Ausbildung zum Ernährungsberater sind unter anderem die Ernährungslehre, Diät- und Ernährungsberatung, Lebensmittelkunde und Krankheitslehre.

Am Ende der Ausbildung erfolgt eine staatliche Abschlussprüfung. Da es sich bei der Ausbildung zum Ernährungsberater um eine schulische Ausbildung handelt, erhalten die Teilnehmer keine Ausbildungsvergütung. Somit müssen sie in der Regel die Ausbildung selbstständig finanzieren. Zahlreiche Fachhochschulen in Deutschland bieten die Ausbildung zum Diätassistenten bzw. zum Ernährungsberater an. Die Interessenten an dem Beruf müssen zuvor meist nicht in einem artverwandten Beruf tätig gewesen sein.

Die Teilnahmevoraussetzungen für die Ausbildung unterscheiden sich bei jedem Anbieter. Dennoch sollten die Interessenten einen mittleren Bildungsabschluss sowie allgemeines Interesse an Ernährung, Gesundheit und Pädagogik besitzen.

 

Studium

Ernährungsberatung gilt nicht nur als interessantes Fachgebiet für Fernstudenten. Auch zahlreiche Fachhochschulen und Universitäten in Deutschland bieten Bachelor- und Masterstudiengänge zu Diätologie oder Ernährungsberatung an. Die Studiengänge tragen häufig verschiedene Bezeichnungen, beinhalten jedoch immer als zentralen Schwerpunkt die Ernährungslehre. Beispielsweise bietet die Fachhochschule des Mittelstands in Bamberg einen Studiengang zu Vegan Food Management an, welcher sowohl im Vollzeitausmaß wie berufsbegleitend zugänglich ist.

An der Hochschule für Kunst, Design und Populäre Musik in Freiburg können Interessenten hingegen Culinary Arts und Food Management studieren. Ernährung und Fitness in der Prävention ist ein Bachelorstudiengang an der Hochschule Fresenius in Köln.

 

Quereinstieg

Der Beruf des Ernährungsberaters bzw. der Ernährungsberaterin ist auch durch einen Quereinstieg jederzeit möglich. Neben verschiedenen Studien oder Ausbildungen werden ebenfalls zahlreiche Seminare zum Thema Ernährung und Diätologie angeboten, welche das notwendige Fachwissen für den Beruf vermitteln. Die Auswahl an möglichen Seminaren beschränkt sich aufgrund der bisherigen Berufsausbildung, da manche der Seminare als Weiterbildung, andere wieder als Ausbildung ausgelegt sind.

Mögliche Seminare für Personen, welche einen Quereinstieg als Ernährungsberater planen, sind unter anderem Diätwesen, Gemeinschaftsverpflegung, Küchenhygiene, Vollwertkost oder vegetarische Ernährung. Die Seminare besitzen unterschiedliche Umfänge, wodurch sie manchmal einen raschen Quereinstieg ermöglichen. Da zahlreiche Anbieter Seminare für Ernährungsberater führen, unterscheiden sich die wesentlichen Inhalte der verschiedenen Ausbildungsgänge etwas. Die Interessenten müssen deshalb ausreichend recherchieren, um ein für sie passendes Seminar zu finden.

Die Ausbildungs- bzw. Seminarkosten müssen von den Interessenten zudem nicht immer selbstständig bezahlt werden. Erfüllt der Interessent die notwendigen Voraussetzungen, können die Ausbildungskosten in Form eines Bildungsgutscheins vom Arbeitsamt übernommen werden.

 

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