Umschulung zum/ zur Dorfhelfer/in

Berufsbild

Umschulung zum Dorfhelfer

Mädchen und Burschen für alles gesucht! © evgenyatamanenko – Fotolia.com

Dorfhelfer/in ist ein sozialer Beruf. Ihren Einsatz finden sie überall dort, wo Familien im Alltag Hilfe benötigen. Sie unterstützen Familien, die Hilfe bei der Haushaltsführung benötigen, etwa weil die Hausfrau oder der Hausmann durch plötzliche Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit dazu nicht mehr in der Lage ist. Dorfhelfer stellen sich auf die Bedingungen und Gepflogenheiten in den Familien ein. Sie helfen im Rahmen der vorhandenen finanziellen Mittel. Dorfhelfer organisieren den Tagesablauf der Familie, bereiten Mahlzeiten zu und reinigen die Wohnung. Dabei beachten sie die Bedürfnisse ihrer Einsatzfamilie, achten auf vorhandene Allergien oder kümmern sich um spezielle Diät- oder Schonkost.

Je nach Bedarf kümmern sie sich um die Kinder, hilfsbedürftige Familienmitglieder oder Angehörige mit Behinderung und helfen bei den Hausaufgaben. Liegt die Wohnung oder das Haus im ländlichen Bereich, so kümmern sich Dorfhelfer ggf. um die Instandhaltung des Gartens oder die Versorgung von Tieren und helfen im landwirtschaftlichen Betrieb mit.

Der Einsatz von Dorfhelfern in einer Familie ist zeitlich begrenzt. Deswegen kümmern sie sich bei längerem Bedarf um weitere Hilfsmöglichkeiten und beraten die Angehörigen.
Ihren Arbeitsplatz finden Dorfhelfer in sozialen Diensten, Sozialstationen, bei sozialen Organisationen, in speziellen Dorfhelferwerken (beispielsweise das evangelische Familienpflege- und DorfhelferInnenwerk oder auch das DorfhelferInnenwerk Niedersachsen) oder bei Privathaushalten.

 

Zukunftsaussichten

Dorfhelfer decken mit ihrer Tätigkeit einen Bereich des täglichen Lebens ab, der ansonsten oft vernachlässigt wird. Unerwartete Abwesenheit oder plötzliche Krankheit eines Familienmitglieds können das gesamte Familienleben und den Haushalt aus den Fugen heben. Dorfhelfer setzen genau an dieser Stelle an und unterstützen bei der Neuorientierung. Sie können nicht nur vielfältig anfallende Aufgaben übernehmen, sondern auch kompetent beraten und so jeder Familie eine Perspektive aufzeigen. Mit dem Wandel des Berufslebens und den gestiegenen Anforderungen bedarf es immer öfter einer kurzfristig entlastenden Hilfe. Dorfhelfer sind besonders begehrt, da sie gut ausgebildet sind.

 

Zielgruppe

Die Ausbildung zum Dorfhelfer ist eine Weiterbildungsmaßnahme. Als Zulassungsbedingung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung als Hauswirtschafter/in oder einer vergleichbaren Ausbildung nötig. Meist muss außerdem eine gewisse Zeit der Berufspraxis nachgewiesen werden. Die meisten Berufsschulen verlangen darüber hinaus einen ärtzlichen Nachweis über die gesundheitliche Eignung für den Beruf und ein Führungszeugnis. Desweiteren muss der Bewerber mindestens über den Haupt- oder Realschulabschluss verfügen.

Dorfhelfer ist eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit, die viele Kompetenzen erfordert. Sie sind keine einfachen Haushaltshilfen. Die Arbeit muss organisiert und strukturiert erledigt werden, gleichzeitig bedarf der Umgang mit den Familienmitgliedern besonderes Fingerspitzengefühl. Mit traurigen und ängstlichen Kindern, etwa wenn die Mutter mit einer schweren Krankheit im Krankenhaus liegt, muss ebenso umgegangen werden wie mit pflegebedürftigen älteren Mitmenschen. Der Respekt vor den individuellen Abläufen und Gewohnheiten jeder Familie ist Grundvoraussetzung. Die Arbeit findet oft im ländlichen Bereich statt, wo auf dem Hof oder im landwirtschaftlichen Betrieb mitgearbeitet werden muss. Hier ist körperliche Fitness gefragt. Ebenso können auch Bürotätigkeiten anfallen, die zuverlässig erledigt werden müssen.

 

Inhalt und Länge der Ausbildung

Die Weiterbildung dauert je nach Vorbildung 1 bis 2 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Zeit verkürzt oder verlängert werden.
Dorfhelfer werden intensiv auf ihre Arbeit vorbereitet. Während der Weiterbildung erhaltne sie Unterricht in verschiedenen Themenbereichen wie Ernährungslehre, hauswirtschaftliches Management, Pädagogik und Psychologie, Gesundheitslehre und häusliche Pflege, Berufs- und Rechtskunde oder Hausgartenbau. Neben den fachbezogenen Inhalten werden allgemeine Kompetenzen vermittelt, z. B. in betrieblicher Kommunikation, Betriebswirtschaftslehre und Englisch. Im Wahlpflichtbereich kann aus unterschiedlichen Bereichen gewählt werden. Das Angebot variiert zwischen den Berufsschulen, kann jedoch die Bereich Religionslehre oder Kunsterziehung umfassen.



Ein weiteres Element der Ausbildung sind Praktika, in denen in verschiedenen Einrichtungen helfende Tätigkeiten übernommen werden. Dies kann in der Pflege, der Altenhilfe, in Kindergärten oder der landwirtschaftlichen Tierhaltung sein.

 

Kosten und Förderung

Die Weiterbildung findet im Wesentlichen in der Berufsschule statt. Dieser Teil der Ausbildung wird nicht vergütet. Für die Tätigkeit während der Praktika kann eine Bezahlung erfolgen. Dies hängt maßgeblich vom Betrieb ab, indem die Zeit abgeleistet wird.

Staatliche Schulen verlangen in der Regel keine Gebühren. Bei privaten Berufsschulen kann ein Lehrgangsentgelt anfallen. Jedoch muss stets mit Anmelde- und Prüfungsgebühren gerechnet werden. Desweiteren können Kosten für Arbeitsmaterial oder Unterkunft entstehen. Die Weiterbildung kann nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) oder im Falle besonderer Begabung durch die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) gefördert werden.

 

Anbieter

Die Weiterbildung wird deutschlandweit von Berufsfachschulen für Hauswirtschaft angeboten. Weitere Ansprechpartner können kirchliche oder soziale Einrichtungen sein, z. B. die Caritas oder die Diakonie.

 

Alternative als Fernstudium

Alternativ zur Weiterbildung zum Dorfhelfer können Kenntnisse mithilfe eines Fernstudiums oder eines Fernkurses erworben werden. Ein Beispiel ist der Fernlehrgang zum Hauswirtschafter der SGD. Des Weiteren ist ein bis zu 3-jähriges Fernstudium in Hauswirtschaft möglich.