Finanzbuchhalter sind in jedem Unternehmen unverzichtbar. © vizafoto - Fotolia.com
Finanzbuchhalter sind in jedem Unternehmen unverzichtbar.
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Berufsbild

Ein Finanzbuchhalter bzw. eine Finanzbuchhalterin ist für die Buchführung, Überwachung und Organisation der Geschäftsvorgänge in einem Unternehmen zuständig. Zu den zentralen Aufgaben zählen dabei die Kontierung von Belegen, die Überprüfung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung und die Buchung von Forderungen an Kunden sowie von Verbindlichkeiten bei Gläubigern. Finanzbuchhalter/innen befassen sich darüber hinaus mit Steuerfragen.

Sie fassen Steuererklärungen ab, verbuchen Werbungskosten, Sonderausgaben sowie außergewöhnliche Belastungen und ermitteln die Zahlungshöhe der Gewerbesteuer. Ferner bewerten sie die Finanzierungsarten und berechnen die Kosten für die Absetzung für Abnutzung von Betriebsmitteln. Sie assistieren den Bilanzbuchhaltern und Bilanzbuchhalterinnen beim Jahresabschluss, indem sie die Buchungen für Steuer- und Kostenpunkte hinzusetzen.

 

Zukunftsaussichten

Die Bilanzierung ist bei Unternehmen eine pflichtgemäße, ununterbrochene Tätigkeit. Durch die Bilanz wird der finanzielle und vermögensbezogene Zustand eines Unternehmens dargelegt sowie der Gewinn nach Abzug aller Kosten vom Umsatz ausgewiesen. Der Bilanzierungsprozess zieht sich das gesamte Jahr über hin. Aus dem Grunde machen Finanzbuchhalter/-innen einen wesentlichen Bestandteil des Personals eines Unternehmens aus. Dadurch stehen die Zukunftsaussichten dieses Berufes in einem positiven Licht.
Nach der Umschulung ist sogar eine selbstständige Tätigkeit in diesem Bereich möglich, denn es gibt neben der Beschäftigung bei Unternehmen auch Buchhaltungsbüros, die auf eigene Rechnung den Unternehmen bei der Buchhaltung unter die Arme greifen.
 

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Bei der Umschulung zum Finanzbuchhalter bzw. zur Finanzbuchhalterin handelt es sich um eine Weiterbildungsmaßnahme zu einem zuvor erlernten kaufmännischen Beruf. Es werden hierbei nur die Lerninhalte der Weiterbildung vorgestellt. Dazu sollten die Inhalte der entsprechenden gewünschten kaufmännischen Ausbildung separat zur Kenntnis genommen werden, da sich die zahlreichen kaufmännischen Sparten in ihren Bildungsinhalten unterscheiden.
Angehende Finanzbuchhalter/-innen erlernen die Grundlagen der Buchführung, den Ablauf von Buchungen und Abschlussbuchungen sowie die Durchführung der Aufstellung von Betriebsübersichten. Im Bereich der Kosten- und Leistungsrechnung erlernen sie deren Grundlagen, die Erfassung und Beurteilung von Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträgern sowie die Anwendung von Voll- und Teilkostensystemen als Grundlage für betriebliche Entscheidungen. Sie befassen sich zudem mit den handels- und steuerrechtlichen Bewertungsgrundsätzen, mit den einzelnen Teilen der Bilanz (Aktiva, Passiva, Anlagevermögen, Umlaufvermögen, Verbindlichkeiten, Darlehen, Privatentnahmen, Privateinlagen sowie Gewinn- oder Verlustermittlung) und mit der Auswertung von Jahresabschlüssen. In Hinblick auf das betriebliche Steuerrecht vertiefen sie ihre Kenntnisse zur Abgabenordnung, zum Bewertungsgesetz, zur Einkommensteuer, Lohnsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer.

Weiterhin festigen sie ihre Kenntnisse im Unternehmensrecht, Vertragsrecht, Zahlungsrecht, Finanzierungsrecht und Kreditrecht. Ferner werden sie mit EDV-gestützten Buchhaltungsprogrammen vertraut gemacht.
Die Umschulungsdauer in der Weiterbildungsphase beträgt 4 Monate bis 1 Jahr und kann bei besonderen Gründen (z. B. wegen der Ausübung eines ähnlichen Berufes) verkürzt werden. Muss zuvor eine kaufmännische Ausbildung vorgenommen werden, dann wird sich die Gesamtumschulungsdauer um 3 Jahre erhöhen.

 

Zielgruppe der Umschulung

Voraussetzung für den Zugang in die Weiterbildungsphase ist eine abgeschlossene kaufmännische oder vergleichbare Berufsausbildung. Angehende Finanzbuchhalter/-innen sollten kaufmännisch interessiert sein und die Bereitschaft mitbringen, sich ständig auf den neuesten Stand der Modalitäten im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung zu halten. Sehr wichtig ist eine akribische Arbeitsweise, denn schon kleine Fehler können in der Bilanzierung zu einem großen Aufwand führen, um sie zu beheben.

Da insbesondere in der Jahresabschlussphase eine enge Zusammenarbeit mit den Bilanzbuchhaltern und ggf. anderen Finanzbuchhaltern nötig ist, ist eine Teamfähigkeit von Vorteil. Zudem sind ein gutes rechnerisches Denken (besonders in Verbindung mit einem guten Zahlengedächtnis) und ein großes Organisationstalent relevant. Von Vorteil sind auch ein gutes Textverständnis sowie eine verständliche Ausdrucksfähigkeit.

 

Förderungen

Die Umschulung zum Finanzbuchhalter bzw. zur Finanzbuchhalterin wird in der Regel von der Bundesagentur für Arbeit gefördert, insofern besondere Gründe vorliegen (z. B. Unzufriedenheit mit dem alten Beruf, körperliche oder psychische Beschwerden bei der Ausübung des vorigen Berufes).

Für die Umschulung werden Ausbildungsgebühren erhoben. Die Vorbereitungslehrgänge auf die Weiterbildungsprüfung zum Finanzbuchhalter bzw. zur Finanzbuchhalterin zählen zur beruflichen Aufstiegsfortbildung, die finanziell gefördert werden kann, z. B. durch einen Beitrag zu den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Darüber hinaus können Teilnehmer/-innen monatliche Beiträge zum Lebensunterhalt erhalten. Solche Förderungen werden als Meister-BAföG hinsichtlich des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) übernommen. Bei außergewöhnlichen Leistungen kann eine Begabtenförderung beantragt werden.

 

Anbieter der Umschulung

Vorbereitungslehrgänge auf die Weiterbildungsprüfung finden in der Regel in den Schulungsräumen der jeweiligen Bildungseinrichtung statt. In der Regel arbeiten die angehenden Finanzbuchhalter/-innen während ihrer Vorbereitung weiter in ihrer normalen Arbeitsumgebung und besuchen an Samstagen die Schule. Teilweise wird der Unterricht auch während der Woche abends durchgeführt. Die Weiterbildung wird jedoch auch in Form von Vollzeit- bzw. Fernlehrgängen angeboten. Absolvieren sie die Weiterbildung in Form eines E-Learning-Kurses, arbeiten sie den Unterrichtsstoff vor allem zu Hause am eigenen Computer durch, z. B. in Form einer virtuellen Akademie.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Alternative Berufe zum Finanzbuchhalter bzw. zur Finanzbuchhalterin sind Betriebswirt bzw. Betriebswirtin für Rechnungswesen, Assistent bzw. Assistentin für Rechnungswesen, Bilanzbuchhalter bzw. Bilanzbuchhalterin und Buchhalter bzw. Buchhalterin.


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