Umschulung zum/zur Milchtechnologen/Milchtechnologin

Die Milch machts - so ein alter Solgan - auch in Ihrer beruflichen Zukunft?

Die Milch machts – so ein alter Solgan – auch in Ihrer beruflichen Zukunft?

Die tägliche Ernährung beinhaltet neben Fleisch und Getreide- und Gemüseprodukten auch eine große Menge Milchprodukte. Egal, ob reine Milch, Butter, Käse, Joghurt oder Quark, die Palette an Milchprodukten ist riesig.

Ebenso der Konsum, 92,36 Kilogramm nahm jeder Bundesbürger im Jahr 2014 an Frischmilchprodukten zu sich und der Verbrauch steigt. Ohne den Beruf des/der Milchtechnologen/ Milchtechnologin (bis 2010 als Molkereifachmann/frau bezeichnet, dann aufgrund des technologischen Wandels umbenannt), wäre diese große Verfügbarkeit an Milchprodukten nicht gegeben. Der/die Milchtechnologe/ Milchtechnologin stellen Milchprodukte aus Rohmilch her.

Dazu gehört die Überprüfung der Ware bei Anlieferung, deren Lagerung und Vorverarbeitung durch Zentrifugation. Danach folgt die eigentliche Herstellung der verschiedenen Produkte. Da diese weitestgehend maschinell erfolgt, gehören hauptsächlich Aufgaben wie Qualitätskontrolle, die Bedienung, Wartung und Reinigung der Maschinen sowie die Überwachung der Einhaltung von hygienischen Standards zum Berufsbild. Ebenso sind Kenntnisse im Lebensmittelrecht und Umweltschutz vorhanden. Doch nicht nur in der Produktion auch in der Lebensmittelforschung kann man als Milchtechnologe/Milchtechnologin tätig werden.

 

Trübe Flüssigkeit – klare Zukunft

Die Nachfrage nach Milchprodukten in Deutschland steigt von Jahr zu Jahr. Große Teile der Lebensmittelindustrie sind inzwischen industrialisiert, dennoch werden immer noch Menschen in der Produktion benötigt, welche die Verantwortung tragen sowie Aufgaben übernehmen, welche durch Maschinen nicht bewerkstelligt werden können.

Da Lebensmittel ein alltägliches Produkt sind, sind sie nicht von Wirtschaftskrisen betroffen. Auch die Auslagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer ist bei schnellverderblichen Waren wie Milchprodukten eher unwahrscheinlich, deshalb sind die Zukunftsaussichten in diesem Gewerbe als gut bis sehr gut zu bezeichnen.

 

Inhalt und Länge der Umschulung/Ausbildung

Die Ausbildung zum/zur Milchtechnologen/Milchtechnologin ist eine duale Berufsausbildung und findet teils in einem Ausbildungsbetrieb und teils in einer Berufsschule statt. Die Erstausbildung zum/zur Milchtechnologen/Milchtechnologin dauert 3 Jahre mit der Chance auf Verkürzung um 0,5 bis 1 Jahr und endet mit einer theoretischen sowie praktischen Abschlussprüfung. Die betriebliche Ausbildung beinhaltet praktische Tätigkeiten wie das Erlernen verschiedener Produktionsverfahren, Umweltschutz- und Hygienemaßnahmen, Teamarbeit, Verpacken und Lagern von Produkten und das Steuern und Regeln von Produktionsprozessen.

In der Berufsschule wird der Fokus auf mathematische, chemische und handwerkliche wie technische Fächer gelegt, da das Berechnen von Rohstoffeinsätzen, der Umgang mit den Rohprodukten und das Warten sowie Überprüfen der Maschinen später zentrale Bestandteile des Tätigkeitsfeldes sind. Daneben finden überbetriebliche Lehrgänge statt, welche spezielle Kenntnisse vermitteln, die in den verschiedenen Ausbildungsbetrieben nicht oder nur unzureichend vorhanden sind.

Für Umschüler gelten gesonderte Regeln hinsichtlich der Ausbildungszeit und des Berufsschulbesuches. Die Ausbildung muss innerhalb von 2 Jahren abgeschlossen werden, der Berufsschulbesuch ist für Umschüler nicht verpflichtend, wird aber empfohlen. Die überbetrieblichen Lehrgänge sind dennoch verpflichtend und müssen besucht werden.

 

Wer ist geeignet?

Die Ausbildung ist staatlich anerkannt und rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Generell werden von den Ausbildungsbetrieben Absolventen mit mittlerem Bildungsabschluss eingestellt. Mitgebracht werden sollten große Sorgfalt und Genauigkeit, da Produkte entsprechend Rezept hergestellt werden, technisches Verständnis, da die Lebensmittelherstellung inzwischen stark von Technik beherrscht wird und Verantwortungsbewusstsein, da man mit schnell verderblichen Lebensmitteln unter hygienischen Standards arbeiten und diese einhalten muss.

 

Förderung der Umschulung

Die Ausbildungsvergütung liegt zwischen 600 € im Ersten und 1088 € im dritten Lehrjahr. Dies ist für manche Umschüler nicht ausreichend, da bereits Familie oder anderweitige finanzielle Belastungen vorliegen, welche die Erstauszubildende nicht haben. In Härtefällen, wenn der ehemalige Beruf durch Krankheiten physischer wie psychischer Natur nichtmehr ausgeübt werden kann, bieten die Jobcenter der Arbeitsagenturen Hilfestellung in Form von Zuschüssen, Wohngeld oder Hartz IV.

Die bekannte BAB (Berufsausbildungsbeihilfe) wird generell nur in extrem seltenen Fällen für eine zweite Berufsausbildung gewährt. Nähere Informationen bietet die Agentur für Arbeit. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, spezielle Ausbildungskredite von Kreditinstituten zu nehmen.

 

Wer bietet die Umschulung an?

Da die Umschulung/Ausbildung zum/zur Milchtechnologen/Milchtechnologin dem dualen Prinzip folgt, wird ein Ausbildungsbetrieb benötigt. Während bei handwerklichen Berufen die IHK zuständig ist, ist die Ausbildung zum/zur Milchtechnologen/Milchtechnologin im landwirtschaftlichen Sektor angesiedelt, zuständig hier sind die Landwirtschaftskammern der Länder. Auch auf den Webseiten der einzelnen Länder finden sich Listen mit Ausbildungsbetrieben, so zum Beispiel in Sachsen.

 

Umschulung oder Fernstudium?

Die Ausbildung zum/zur Milchtechnologen/Milchtechnologin kann nicht in einem reinen Fernstudium absolviert werden. Die praktische Komponente im Ausbildungsbetrieb ist zentraler Bestandteil neben dem Berufsschulunterricht und kann nicht durch theoretische Kurse ersetzt werden.

Will man trotzdem im Bereich Lebensmittel arbeiten aber studieren, so empfiehlt sich ein Studium der Lebensmitteltechnologie oder des Lebensmittelmanagements. Dabei werden ingenieurstechnische Grundlage sowie diverse Verfahren zur Lebensmittelherstellung und auch betriebswirtschaftliche Grundlagen vermittelt. Auch ein Fernstudium der Biologie mit dem Schwerpunkt auf Lebensmittel kann absolviert werden.