Leben

Muss ich trotz Arbeitslosigkeit weiterhin Unterhalt zahlen? 

Eine Scheidung ist in den meisten Fällen ein alles andere als leichter Trennungsprozess und das vor allem dann, wenn es sich um ein Ehepaar handelt, das gemeinsame Kinder hat. Die Klärung der Unterhaltspflicht stellt dabei häufig einen besonders wichtigen Punkt bei den Scheidungsmodalitäten dar und konnte dieser zur Zufriedenheit aller beteiligten Personen geklärt werden, fällt diesen meist ein großer Stein vom Herzen. Was passiert jedoch, wenn die unterhaltspflichtige Person plötzlich arbeitslos wird?

Sollten auch Sie sich aktuell in dieser Situation befinden oder sich einfach bereits im Vorhinein darüber informieren wollen was passiert, wenn Sie arbeitslos werden, Sie jedoch Unterhalt für ein oder auch mehrere Kinder bezahlen müssen, erhalten Sie in diesem Ratgeber alle benötigten Informationen.

 

Besteht weiterhin Unterhaltspflicht trotz Jobverlust und wie sieht diese aus?

Generell kann an dieser Stelle festgehalten werden, dass ein Jobverlust keinesfalls als ausreichender Grund dafür verwendet werden kann, rechtlich geregelte Unterhaltszahlungen einfach auszusetzen oder auch nur zu kürzen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn es sich um den Unterhalt für ein minderjähriges Kind handelt. Sollten Sie also als unterhaltspflichtige Person einen Jobverlust hinnehmen müssen, so liegt es in Ihrer an Verantwortung trotzdem weiterhin für den Unterhalt des Kindes bzw. der Kinder aufkommen zu können.
In vielen Fällen ist es jedoch möglich, aufgrund der Jobsituation eine Verringerung des Unterhalts zu beantragen, zu diesem Zweck müssen jedoch einige Bedingungen erfüllt werden, die folgendermaßen aussehen:

  • es handelt sich um eine betriebsbedingte Kündigung und die unterhaltspflichtige Person hatte keinen Einfluss darauf, dass es zum Jobverlust gekommen ist
  • die Aussicht innerhalb kürzester Zeit eine ähnlich gut bezahlte Stelle zu erhalten ist aufgrund der aktuellen Arbeitsmarktbedingungen sehr gering
  • die unterhaltspflichtige Person ist aufgrund einer Krankheit nicht imstande, diese oder eine ähnliche Arbeit auszuführen und muss aus diesem Grund Gehaltseinbußen in Kauf nehmen

 

Sollte keiner dieser Grunde zutreffen und Sie sind vielleicht selbst an der Arbeitslosigkeit schuld, da Sie sich einfach nicht mehr wohl in Ihrem Job gefühlt haben und sich nun auf der Suche nach einer neuen Arbeit befinden, die Ihnen einfach mehr Freude bereitet, so müssen Sie damit rechnen, dass bei der Berechnung Ihrer Unterhaltszahlungen weiterhin Ihr letztes Gehalt als Berechnungsbasis herangezogen wird.

 

Welche Verpflichtungen habe ich, wenn ich Unterhalt zahle und arbeitslos bin?

Sollten Sie Kinder haben, die noch minderjährig sind und für sie Unterhalts bezahlen, so liegt eine sogenannte verschärfte Unterhaltspflicht vor. Das bedeutet, Sie haben nur 2 bis 3 Monate nach der Kündigung Zeit, einen Job zu suchen und somit Ihrer Unterhaltspflicht wieder im geregelten Maße nachkommen zu können. Sollten Sie es nicht schaffen, in dieser Zeit eine neue Anstellung zu finden, gelten für Sie von nun an die gleichen strengen Kriterien bei der Jobsuche, die auch Hartz IV-Empfänger zu erfüllen haben.

Wichtig ist hierbei zu bedenken, dass Kinder in diesem Fall bis zum 21. Lebensjahr als minderjährig gelten, wenn diese noch bei einem der beiden Elternteile wohnhaft und schulpflichtig sind bzw. ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen haben.
Sind Sie unterhaltspflichtig und finden Sie seit mehreren Monaten keine neue Arbeit, müssen Sie sich von nun an besonders intensiv um einen neuen Arbeitsplatz bemühen und dabei reicht es nicht aus, sich einfach nur als arbeitssuchend zu melden.

Vielmehr wird von Ihnen erwartet, dass Sie sich täglich nach neuen Stellenangeboten umschauen, sämtliche Bewerbungen sowie Bewerbungsgespräche, zu denen Sie eingeladen werden genauestens dokumentieren und jedem Monat mindestens zwischen 20 und 30 Bewerbungen vorlegen können.

Zudem sollten Sie in diesem Fall jeden Tag zumindest 8 Stunden dafür aufwenden, um sich eine neue Arbeit zu suchen, um auf diese Weise Ihre Chancen stark zu erhöhen, schnellstmöglich wieder ein Arbeitsverhältnis antreten zu können. Auch eigenständige Stellengesuche sowie das Informieren über mögliche Umschulungsangebote werden gerne vom Jobcenter gesehen.

Ist eine unterhaltspflichtige Person nicht dazu bereit, diesen Verpflichtungen nachzukommen, so muss ein Gerichtsverfahren darüber entscheiden, ob wirklich eine Nichtvermittelbarkeit vorliegt oder die unterhaltspflichtige Person einfach nur unwillig ist. Ist das der Fall, wird der Unterhalt auf Basis eines fiktiven Einkommens berechnet und in den meisten Fällen stark erhöht.

 

Selbstständig und unterhaltspflichtig – was ist, wenn mein Einkommen nicht ausreicht?

Sollten Sie selbstständig tätig sein und aus diesem Grund über ein stark schwankendes Einkommen verfügen, ist es zunächst möglich die Höhe der Unterhaltspflicht aufgrund der durchschnittlichen Verdiensthöhe pro Monat zu berechnen. Sollten die Einkünfte aus der jeweiligen selbstständigen Tätigkeit nicht ausreichen, um Unterhalt zu bezahlen, kann die unterhaltspflichtige Person sogar gesetzlich dazu verpflichtet werden, die selbstständige Tätigkeit aufzugeben und sich stattdessen ein anderes Einkommen, meist in Form eines abhängigen Arbeitsverhältnisses zu suchen.

Vor allem, wenn noch nicht abzusehen ist, ab wann sich die Einkommenssituation der unterhaltspflichtigen Person bzw. der Firma verbessert, kann es sich hierbei um die einzige Lösung handeln, dafür zu sorgen, dass das unterhaltsberechtigte Kind bzw. die Kinder das Geld erhalten, das ihnen zusteht.

Besteht hingegen der Wunsch, von nun an selbstständig tätig zu sein und aus einem abhängigen Arbeitsverhältnis herauszutreten, müssen zu diesem Zweck Kapitalrücklagen gebildet werden, denn der Wechsel in die Selbstständigkeit ist keinesfalls eine Rechtfertigung dafür, weniger Kindesunterhalt zu bezahlen bzw. diesen vielleicht sogar eigenmächtig zu reduzieren.

 

Was passiert, wenn ich unterhaltspflichtig bin, jedoch aufgrund einer Krankheit nicht mehr arbeiten gehen kann?

Sollte der Unterhaltsschuldner aufgrund einer Krankheit nicht mehr dazu in der Lage sein, einer regelmäßigen Arbeit nachzugehen, ist er zunächst dazu verpflichtet alles in seiner Macht stehende zu tun, um möglichst schnell wieder die volle Erwerbsfähigkeit zu erreichen. Hierzu zählen sämtliche Therapien bzw. Behandlungen, die bei der Heilung der Krankheit bzw. der Behebung der Einschränkung helfen können. Zudem muss die Arbeitsunfähigkeit durch ein ärztliches Attest bestätigt werden und eine Abklärung erfolgen, inwieweit die Erkrankung bzw. die Einschränkung die Arbeitsfähigkeit der unterhaltspflichtigen Person einschränkt. Wurde bestätigt, dass der Unterhaltszahler aktuell nicht dazu in der Lage ist, die bisherige oder eine andere Arbeit auszuführen, kommt es zu einer Neuberechnung der Unterhaltszahlung und diese wird geringer ausfallen.

Glück und Zufriedenheit trotz Arbeitslosigkeit: Die 5 besten Tipps

Hobbies und Leidenschaften sind eine gute Art, Positives ins Leben zu holen – und trotz Arbeitslosigkeit glücklich zu sein.

In der Vergangenheit frönten besonders wohlhabende Menschen der sogenannten „Kunst des Müßiggangs“, des süßen Nichtstuns – und waren damit in der Gesellschaft anerkannt.

In unserer modernen Leistungsgesellschaft sieht das dagegen anders aus: Nur wer arbeitet, ist etwas wert, und nicht selten stellt die Erwerbstätigkeit den Mittelpunkt des Lebens dar. Auch das Selbstwertgefühl hängt bei vielen Menschen unmittelbar mit ihrer Arbeit zusammen. Arbeitslosigkeit gilt dagegen als ein Zustand, der möglichst schnell wieder beendet werden soll.

Es gibt aber auch Personen, die ganz ohne einen festen Job, Kollegen und Aufstiegschancen glücklich sind – diese fünf Tipps zeigen, wie es geht…

 

Ein erfülltes Leben ohne Arbeit: Hobbys, Leidenschaften und mehr

Oftmals arbeiten Menschen nicht nur, um Geld zu verdienen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie fühlen sich durch die Tätigkeit wertvoll und haben das Gefühl, gebraucht zu werden und ihren Platz in der Gesellschaft gefunden zu haben. Das geht aber auch ohne einen regulären Job: Wer ein ausgefülltes Leben hat, wird den täglichen Aufenthalt am Arbeitsplatz nur wenig bis gar nicht vermissen. Hobbys und Leidenschaften machen das Leben lebenswert, auch wenn es keinen finanziellen Lohn dafür gibt. Vielleicht schlägt das Herz ja für die Malerei oder Musik, oder darf es ein sportliches Hobby sein? Ohne jeden Tag zur Arbeit gehen zu müssen steht ausreichend freie Zeit für Verfügung für das, was man schon immer tun wollte.

 

Ehrenämter: Helfen verleiht dem Leben einen Sinn

Nicht zu arbeiten bedeutet nicht untätig zu sein. Wer gerne anderen Menschen oder auch Tieren hilft und sich in der Gesellschaft nützlich machen möchte, kann ehrenamtlich tätig werden. Für Helfertätigkeiten in Altenheimen, Krankenhäusern, Kinderheimen oder anderen Einrichtungen gibt es zwar keinen finanziellen Lohn; dafür spüren ehrenamtliche Arbeiter die Dankbarkeit und Freude der Personen, mit denen sie im Rahmen ihrer Tätigkeit zu tun haben. Besonders für Menschen, die das Gefühl haben möchten, gebraucht zu werden, ist ein Ehrenamt eine sinnvolle und lohnenswerte Alternative zu einem regulären Job. Mehr Informationen über Ehrenämter und alle damit verbundenen Regeln und Anforderungen gibt es hier.

 

Passives Einkommen: Genug Geld auch ohne regulären Job

Die meisten Berufstätigen arbeiten in erster Linie wegen der Bezahlung, die den Lebensunterhalt sichert und, je nach Verdienst, auch Luxusgüter, Reisen und mehr finanziert. Wie wäre es aber, wenn regelmäßig Geld in die Kasse kommen würde, ohne dass dafür gearbeitet wird? Passives Einkommen verspricht genau das: Einnahmen ohne Arbeit, die quasi rund um die Uhr fließen. Damit das auch wirklich in einer annehmbaren Höhe klappt, ist ein gutes Gespür für den jeweiligen Markt erforderlich – und dazu eine große Portion Glück. Möglichkeiten, passives Einkommen zu generieren, sind etwa Investitionen in Aktien, das Führen eines Blogs oder einer Website, die Veröffentlichung von Musikstücken oder Büchern oder das Programmieren von Software. Läuft das Business, fällt es sicherlich leicht, ohne Arbeit glücklich zu sein.

 

Soziale Kontakte: Ein sicheres Standbein in guten und schlechten Zeiten

Am Arbeitsplatz geht es nicht nur um das Verrichten bestimmter festgelegter Tätigkeiten und die damit verbundene Bezahlung; es findet auch ein meist reger Austausch mit Kollegen, Vorgesetzten und Kunden statt. Wer stattdessen ein Leben ohne Arbeit führt, geht unter Umständen Gefahr, sich zu isolieren. Soziale Kontakte sind aber von großer Bedeutung und sorgen allgemein für mehr Zufriedenheit, ungeachtet der sonstigen Lebensumstände. Ein regelmäßiges Kaffeetrinken mit der Nachbarin, Kinobesuche mit Freunden und vergleichbare Aktivitäten machen nicht nur Spaß, sondern lassen auch ohne festen Job am Leben teilhaben. Neue Kontakte finden sich auch über Kurse an der Volkshochschule, Besuche im Fitnessstudio oder gemeinsame Unternehmungen, die in den sozialen Medien angeboten werden.

 

Auf die Einstellung kommt es an: Positiv und auch ohne Arbeit glücklich

Die tatsächlichen Lebensumstände tragen nur einen Teil zur Zufriedenheit des Einzelnen bei. Wesentlich wichtiger ist die innere Einstellung. Was wie eine Plattitüde klingt, ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen. Menschen, die dem Leben positiv gegenüber stehen, fällt es leichter, ihm auch ohne einen festen und regelmäßigen Job einen Sinn zu verleihen. Wer damit Schwierigkeiten hat, sollte sich bewusst machen, dass das Leben nicht nur aus Arbeit besteht, sondern viele weitere Aspekte bereithält. Auch hier können Kurse etwa an der Volkshochschule helfen, die eigene Einstellung zu verändern und sich selbst beim Aufbau eines glücklichen Lebens ohne Arbeit nicht selbst im Weg zu stehen.

Arbeitslos gemeldet und verreisen: Das müssen Sie wissen

hartz4 urlaub
Mit Hartz4 einfach mal spontan für ein, zwei Wochen in den Süden – geht das überhaupt?

Langsam rückt die Urlaubszeit näher und Sie stellen sich die Frage: Haben Sie als Arbeitsloser einen Anspruch auf Urlaub? An sich müssen Sie ja jederzeit der Agentur für Arbeit wegen etwaiger Stellenangebote zur Verfügung stehen. Aber gibt es nicht doch eine Möglichkeit zu verreisen, wenn man arbeitslos gemeldet ist?

 

Die rechtlichen Grundlagen: Arbeitslosigkeit und Urlaub

Arbeitslose haben laut gesetzlicher Regelung keinen Urlaubsanspruch. Sie können aber verreisen, wenn Sie sich vorher mit der Arbeitsagentur in Verbindung setzen und abklären, dass ein Urlaub zum gewünschten Zeitpunkt kein Hindernis für die Vermittlung einer Arbeitsstelle oder einer Umschulung ist. Um das sicher zu stellen, sollten Sie Ihren Antrag etwa eine Woche vor dem gewünschten Reisetermin stellen. Dazu sprechen Sie am besten persönlich mit Ihrem Arbeitsberater.

Es macht nicht viel Sinn, eine Reise langfristig zu planen, wenn Sie arbeitslos sind. Ihr Arbeitsvermittler kann nicht über einen längeren Zeitraum hinweg abschätzen, ob Ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz durch Ihre Abwesenheit gefährdet sind. Falls Sie nicht mit dem eigenen PKW in Urlaub fahren möchten, ist die Option „Super-Last-Minute“ bei Reiseveranstaltern eine gute Alternative. So können Sie kurzfristig – bis zu 48 Stunden vor Abflug – eine Reise buchen und sparen dabei auch noch bares Geld.

 

Wie lange darf ein/e Arbeitslose/r verreisen?

Im Fachjargon geht es bei Ihrer Reise um „Orts-Abwesenheit“. Die gesetzlichen Regelungen des Sozialgesetzbuches sind zu diesem Thema sehr eindeutig: Wer arbeitslos gemeldet ist, darf pro Jahr – nach entsprechendem Antrag – seinen Wohnsitz bis zu sechs Wochen lang verlassen. Allerdings nur, wenn der Antrag auf Orts-Abwesenheit genehmigt wird. Anderenfalls müssen Sie das Geld zurück erstatten, das Ihnen für den Zeitraum Ihrer Reise gezahlt wurde. Wenn Sie bis zu drei Wochen in – genehmigtem – Urlaub sind, läuft Ihr Arbeitslosengeld ganz normal weiter. Hier finden Sie offizielle Informationen zum Thema Arbeitslos und Urlaub.

Falls Sie einen Urlaub von mehr als drei Wochen bewilligt bekommen haben, erhalten Sie ab Anfang der vierten Woche kein Geld mehr von der Agentur für Arbeit. Direkt nach Ihrer Rückkehr sollten Sie sich in jedem Fall bei Ihrem Arbeitsvermittler melden, um sicher zu gehen, dass es keine Ausfälle oder Verzögerungen bei der Zahlung Ihres Arbeitslosengeldes gibt. Diese Regelungen gelten übrigens genau so für Empfänger von ALG II. Sollten Sie es versäumen, sich nach dem Ablauf von sechs Wochen bei der Arbeitsagentur zurück zu melden, müssen Sie damit rechnen, dass Ihre Leistungen gestrichen werden. Dann besteht nur noch die Möglichkeit eines neuen Antrags auf Arbeitslosengeld.

 

Krankenversicherung für Hartz4-Empfänger im Urlaub

Wenn Ihr Arbeitsberater Ihre Reise genehmigt hat, sind Sie 21 Tage lang genau so krankenversichert wie während der übrigen Zeit Ihrer Arbeitslosigkeit. Sollten Sie eine Auslandsreise planen, macht es Sinn, sich mit Ihrer Krankenversicherung kurz zu schließen. Je nach Versicherungsträger gibt es verschiedene Angebote von Auslandsreise-Zusatzversicherungen, die Ihren Versicherungsschutz auch außerhalb Deutschlands garantieren.

 

Urlaub am Wochenende bei Arbeitslosigkeit

Ein verlängertes Wochenende oder ein Wochenende mit Freunden in einer anderen Umgebung: Was kann schöner sein, um dem täglichen Trott zu entkommen? Der Alltag ist nicht weniger stressig, nur weil man arbeitslos ist. Im Gegenteil: Ungewissheit über die Zukunft und fehlende Bestätigung im Job sind massive Stress-Faktoren. Kein Wunder, wenn Sie manchmal Lust bekommen, sich einfach auszuklinken.

Allerdings stellt sich die Frage: Ist es erlaubt, als Arbeitsloser am Wochenende weg zu fahren? Rein rechtlich sieht es so aus, dass Sie jederzeit in der Lage sein müssen, auf die Briefpost der Arbeitsagentur zu reagieren. Das wurde durch ein Grundsatzurteil des Sozialgerichts im Mai 2001 festgelegt. Wenn Sie also Freitagabend wegfahren möchten, sollten Sie eine Person Ihres Vertrauens dazu beauftragen, Ihre Samstags-Post durchzusehen. Und, falls ein Brief der Arbeitsagentur dabei ist, diesen zu öffnen und Ihnen den Inhalt mitzuteilen. So können Sie sicher sein, dass Sie keine Sanktionen erwarten, falls Sie am nächsten Werktag zu einem Vorstellung-Gespräch erscheinen sollen.

 

Die große Reise: 3 Monate Arbeitssuche im EU-Ausland

Wenn Sie in Deutschland arbeitslos gemeldet und daran interessiert sind, unter Umständen auch in anderen EU-Staaten Arbeit zu finden, können Sie drei Monate lang „Ihren Arbeitslosengeld-Anspruch mitnehmen“.  Auf Antrag kann dieser Anspruch sogar bis zu sechs Monate lang gewährt werden. Voraussetzung dafür ist, dass Sie bereits mindestens vier Wochen lang in Deutschland arbeitslos gemeldet waren und nicht vermittelt werden konnten (Vorrang des nationalen Arbeitsmarkts).

Auf Antrag erhalten Sie dann die Bewilligung zur Leistung-Mitnahme PD U2, die Sie dazu berechtigt, innerhalb der EU Arbeit zu suchen und während dessen Ihr übliches Arbeitslosengeld zu erhalten. Das Geld wird in Höhe Ihres üblichen Arbeitslosengelds auf Ihr deutsches Bankkonto ausgezahlt – außer Sie treffen eine andere Vereinbarung mit Ihrem Arbeitsberater. Genauere Informationen finden Sie im Merkblatt 20 „Arbeitslosigkeit und Auslandsbeschäftigung“ der Bundesanstalt für Arbeit.

Die Motivation während der Umschulung aufrechterhalten: So gelingt es Ihnen

Eine Umschulung ist ein kleiner Schritt nach dem anderen – begegnen Sie den Momenten des Frusts mit kleinen Tricks.

Eine Umschulung kann sich durch eine lange Dauer und einen hohen Arbeitsaufwand auszeichnen. Um so schwieriger kann es da mitunter fallen, „am Ball zu bleiben“. Die geringe Vergütung führt oft zu Einschränkungen im täglichen Leben. Man lebt wieder wie ein Student oder Azubi. Die kann vor allem Menschen die zuvor ganz gut verdient haben arge Gewöhnungsschwierigkeiten bieten. 

Das Lernen von theoretischem Stoff fällt außerdem nicht jedem leicht. Im besten Fall haben Sie keine Probleme damit und eignen sich schnell alles an. Vielleicht waren Sie ja schon damals in der Schule der ideale Lerntyp, dem alles im Handumdrehen zuflog? Manch einer empfindet das Lernen dagegen als lästig, überwindet sich am Ende schließlich doch und schafft die Prüfungen mit guten Noten. Hoffentlich gehören Sie nicht zu Jenen, die mit dem Lernen an sich Probleme haben? Vielleicht war das schon in Ihrer Jugend nicht Ihre Stärke? Mitunter spielt auch das Alter eine Rolle, denn in fortgeschrittenen Jahren ist das Gehirn oft nicht mehr so zum sturen Auswendigpauken geneigt, wie noch im Kindesalter.

Hinzu kommen unter Umständen noch die lästigen Verpflichtungen gegenüber dem Arbeitsamt. Nachweise müssen eingereicht, Ausbildungsziele eingehalten werden. Man muss regelmäßig im Amt erscheinen. Das kann zusätzlich deprimieren. Daher finden Sie im Folgenden ein paar gute Tipps, um sich während der Umschulung zu motivieren.

 

Die Umschulung ist eine Chance, die Sie definitiv nutzen sollten

Denken Sie daran zurück, welche Hürden Sie schon überwinden mussten, um diese Umschulung in die Wege zu leiten. Überzeugungsarbeit beim Arbeitsamt, das Herausfinden der passenden Berufsrichtung und des geeigneten Betriebes. Eine zweite Chance wird es womöglich gar nicht geben, wenn Sie die Umschulung vorzeitig abbrechen.

Werden Sie sich der tieferen Gründe für Ihren Unmut bewusst. Sind Sie mit der Umschulung an sich unzufrieden? Können Sie sich mit dem Berufsfeld nicht anfreunden? Dann besteht in der Tat ein Problem. Ist dies tatsächlich der Fall und werden Sie das Gefühl auch nach einigen Wochen nicht los, so sollten Sie zeitnah einen Vertrauten um Rat bitten und die ganze Sache schließlich ihrem Berater im Arbeitsamt mitteilen. Unter solchen Umständen wäre ein Weitermachen wirklich Zeitverschwendung.

Um so wichtiger ist es daher, sich schon vor dem Antritt der Umschulung über die Inhalte im Detail zu informieren. Haben Sie allerdings das Gefühl, dass dieser Beruf für Sie genau richtig ist, aber Sie lediglich im Moment einen Hänger erleiden? Dann heißt es die Zähne zusammen beißen!

 

2. Denken Sie daran, wieviel Zeit und Geld Sie schon investiert haben

Vor allem wenn die Umschulung schon eine Weile läuft sind diese Faktoren starke Motivationsanreize, nun nicht aufzugeben. Wollen Sie wirklich ein Jahr Ihres Lebens verschwendet haben? Denken Sie auch an alle anderen Investitionen wie Recherchearbeiten und Gänge zum Arbeitsamt. Das soll sich alles nicht wiederholen!

Denken Sie auch an die Gelder, die bereits in Sie investiert wurden. Wenn der Scheitelpunkt der Umschulungszeit erreicht ist, so ist dies meist ein wichtiger psychologischer Faktor. Danach sieht man nur noch dem Abschluss entgegen. Arbeiten Sie also zielstrebig darauf hin!

 

3. Belohnen Sie sich für Erfolge

Die ersehnte Umschulung ist endlich gefunden, alles in die Wege geleitet und die erste Woche war gar nicht schlecht? Dann feiern Sie das doch mit Freunden oder Familie. Gehen Sie essen oder geben Sie ein paar Drinks aus. Es muss ja nichts Teures sein, man kann genauso nur in die Gaststätte um die Ecke gehen. Der symbolische Wert zählt.

Markus Jung von Fernstudium-Infos.de spricht in diesem Video über Selbstbelohnung im Fernstudium –  einiges kann man aber durchaus auch  auf die nötige Selbstbelohnung während einer Umschulung übertragen:

 

Freunde oder Familie sind nicht vorhanden? Dann zelebrieren Sie doch Ihre erste überstandene Woche, indem Sie es sich zu Hause gemütlich machen und Ihren Lieblingsfilm schauen. So oder ähnlich sollten dann auch alle anderen Erfolge – wie etwa bestandene Prüfungen oder das Durchstehen des ersten Umschulungsjahres – honoriert werden.

7 Tipps gegen trübe Stimmung während Phasen der Arbeitslosigkeit

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Phasen der Arbeitslosigkeit können anfällig für Depressionen machen.

Für einige Zeit arbeitslos zu sein, diese Erfahrung hat sicher fast jeder Mensch schon einmal im Leben gemacht. Wenn die nächste Anstellung bereits winkt, so gibt es in der Regel kein Problem. Niemand braucht ein schlechtes Gewissen zu haben, weil er ein oder zwei Monate auf Arbeitslosengeld angewiesen ist. Man denke nur an die Unsummen, die man im bisherigen Leben in die Sozialkasse eingezahlt hat.

Schwieriger wird es natürlich, wenn man nach der Kündigung zunächst ohne Perspektive dasteht oder sogar schon seit längerer Zeit arbeitslos ist und bisher nicht wieder Fuß gefasst hat. Um die Moral dennoch aufrecht zu erhalten und den Kopf nicht hängen zu lassen gibt es hier 7 wichtige Tipps gegen depressive Verstimmungen während der Arbeitslosigkeit.

 

1. Beruflich auf dem Laufenden bleiben

Nutzen Sie doch die zur Verfügung stehende Zeit, um Ihre beruflichen Kenntnisse aufzufrischen. Lesen Sie ein paar der neuesten Bücher zu Ihrem Metier, gehen Sie auf Messen oder Handwerksausstellungen. Auf diese Weise ist die Zeit der Arbeitslosigkeit nicht sinnlos vergeudet, sondern dient sozusagen als private Weiterbildung.

Der Vorteil: Sollte es auf dem Arbeitsamt oder bei einem späteren Einstellungsgespräch unangenehme Fragen geben, so können Sie ehrlich und voller Zuversicht angeben, dass Sie die vergangen Wochen nicht sinnlos haben verstreichen lassen. Unter Umständen lernen Sie ja tatsächlich noch etwas dazu. Daher ist solch eine Maßnahme auch ideal um sich neuen Herangehensweisen im Beruf zu öffnen und alte Zöpfe abzuschneiden. Vielleicht nützt die Arbeitslosigkeit ja dadurch am Ende mehr, als dass sie geschadet hat?

 

2. Routine bewahren

Nur allzu leicht verfällt man während der Arbeitslosigkeit in den Alltagstrott des Nichtstuns. Mit der Zeit tendiert man dazu, den Wecker erst gar nicht mehr zu stellen. Warum auch? Die gewonnene Tageszeit wird mit Fernsehen oder Videospielen ausgefüllt. Alle Tätigkeiten sind irgendwie beliebiger Natur. Ein Tag ist wie der andere und was das Schlimmste ist: Im Nachhinein kann man sich oftmals gar nicht mehr konkret daran erinnern, was man in dieser Zeit überhaupt gemacht hat!

Besser ist es dagegen, seine alte Routine zu bewahren. So schafft man später auch nahtlos wieder den Umstieg in den Job. Das bedeutet natürlich nicht, dass man während der Arbeitslosigkeit gar nicht ausspannen darf. Wer einmal den ganzen Tag vor dem Fernseher hängen möchte, der darf das ruhig tun. Nur zur Gewohnheit sollte es nicht werden.

 

3. Lang aufgeschobene Arbeiten erledigen

Wer kennt das nicht? Im Haus sind mit der Zeit allerhand Arbeiten angefallen. Man wollte schon immer mal den Keller oder Dachboden entrümpeln, den Zaun neu streichen, neu tapezieren oder den Garten in Ordnung bringen, aber das Berufsleben kam stets an erster Stelle. Warum also die Zeit der Arbeitslosigkeit nicht nutzen, um diese Aufgaben nicht weiter aufschieben zu müssen. Das ständige vor-sich-her-Schieben drückt schließlich auch auf die Psyche und kann zu Depressionen führen, wenn man irgendwann der Aufgaben nicht mehr Herr werden kann. Befreien Sie sich also davon!

 

4. Eine Sprache oder Fertigkeit erlernen

Sie wollten schon immer Ihr Englisch verbessern, Französisch, Spanisch oder Italienisch lernen? Dann haben Sie doch jetzt die ausgezeichnete Gelegenheit dafür! Möglichkeiten gibt es heute im Internet genug, aber auch die altbewährte Methode der Abendkurse wird noch gerne in Anspruch genommen.

Sie wollten immer schon lernen, wie man eine Mauer errichtet oder eine Wand verputzt? Wie man eine Kamera bedient? Wie man einen gelungenen Kuchen backt? Solche Sachen lassen sich dank des Internets heute mit geringen Investitionen auch von zu Hause aus erlernen. Später können Sie dann zufrieden auf diese Zeit zurückschauen, jedesmal wenn Sie das Gelernte anwenden.

 

5. Eine Reise machen

Natürlich soll die Zeit der Arbeitslosigkeit nicht nur aus Faulenzen bestehen. Aber das heißt doch nicht, dass man nicht auch mal verreisen kann. Allerdings muss dies vorher mit dem Arbeitsamt abgesprochen werden, zumindest wenn es sich um eine längere Reise handelt. Gut sieht es natürlich aus, wenn man die Reise offiziell als Sprachreise oder Bildungsreise deklariert. Eine Reise muss dabei gar nicht teuer sein.

Mit dem Fernbus oder Bahn-Sparpreisen kann man heute für wenig Geld deutsche und europäische Großstädte erkunden. Aber auch eine Tagesreise kann nicht schaden. Eine Radtour oder eine Wanderung an den Badesee oder in der unmittelbaren Heimat hellt die Psyche auf und hilft, Depressionen vorzubeugen.

 

6. Bewerbungen schreiben

Auch wenn es Überwindung kostet, sollte man sich so bald wie möglich an das Schreiben von Bewerbungen machen. Das Arbeitsamt möchte sowieso eine bestimmt Anzahl davon regelmäßig vorgelegt bekommen. Je länger man diese Aufgabe vor sich her schiebt, um so mehr belastet dies das Gewissen. Sobald man die ersten Sätze zu Papier gebracht hat, ist die erste Hürde meist schon überwunden. Wer gerade nicht die Kreativität für ein Bewerbungsschreiben aufbringen kann, der sollte sich eben den Arbeiten widmen, die noch dazu gehören: Dem Scannen von Zeugnissen und der Erstellung eines tabellarischen Lebenslaufes.

 

7. Zukunftspläne schmieden

Zur Abwendung von Depressionen ist es außerdem wichtig, sich konkrete Vorstellungen davon zu machen, was Sie demnächst wieder erreichen möchte. Man sollte regelmäßig die Stellenangebote abgrasen, etwa in der Jobbörse der Arbeitsagentur.
Darüber hinaus gibt es auch im Internet zahlreiche Möglichkeiten. Größere Städte und Regionalzeitungen haben dort eigene Portale für die Jobvermittlung. Denken Sie immer daran: Statistisch gesehen findet die überwiegende Mehrheit der Arbeitslosen mittelfristig wieder eine Beschäftigung.

 


Und wenn Sie doch bemerken, dass Sie in eine Depression abgleiten, dann suchen sie sich rechtzeitig professionelle Hilfe. Eine erste Anlaufstelle hierfür kann die Psychotherapeutensuche von Therapie.de sein.

 
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