Arbeitslosigkeit

Meine Umschulungsmaßnahme und ALG2

Eine Umschulungsmaßnahme der Bundesagentur für Arbeit soll es Ihnen ermöglichen, sich mit einer Neuorientierung auf dem Arbeitsmarkt wieder in den Fokus der Arbeitgeber zu befördern.
Wer im Rahmen einer Umschulung einen neuen Berufszweig entdeckt und für sich erschließt, der verbessert seine Chancen auf eine neue berufliche Karriere ganz enorm.
Auch im Rahmen eines Bezuges von Arbeitslosengeld 2 oder Hartz 4 ist die Teilnahme an einer Umschulung möglich und kann, unter bestimmten Voraussetzungen, auch zusätzlich durch einen Minijob finanziell unterstütz werden.

Welche Besonderheiten es im Zusammenhang zwischen Hartz 4, Umschulungen und weiteren Fördergeldern gibt, wird Ihnen in diesem Artikel zusammengestellt.

Zunächst soll erläutert werden, in welchen Fällen Bezieher von Hartz 4 bzw. ALG2 zu einer Umschulung mit Unterstützung durch die Bundesagentur für Arbeit zugelassen werden können.

Achtung: Zur besseren Lesbarkeit und Übersicht wird in diesem Artikel lediglich vom ALG2 gesprochen und nicht von der zugrundeliegenden Hartz-Reform in der vierten Fertigung / Hartz 4.

 

Umschulung als ALG2-Empfänger – Grundlagen

Der Empfang von ALG2 wird von einer ganzen Reihe von Formalvorschriften begleitet, unter anderem auch von einer sogenannten Eingliederungsvereinbarung.
Hierin verpflichtet sich der Empfänger, aktiv auf die Suche nach einer neuen Anstellung zu gehen.

In vielen Tätigkeitsbereichen ist dies auch ohne weiteres möglich, teilweise sprechen jedoch persönliche Situationen, wie Krankheiten oder Stressbelastungen, oder die schlechte Konjunktur und schlechte Arbeitsmarktsituationen für bestimmte Berufe, gegen eine solche Neuanstellungen.

Um hier eine Lösung zu bieten, wurde das Mittel der Umschulung erschaffen. Hierdurch soll erreicht werden, dass Personen in einem neuen Berufsumfeld in die Lage versetzt werden, eine neue Arbeitsstelle anzutreten und somit in einer fremden Arbeitsumgebung Fuß zu fassen.

Da Umschulungsmaßnahmen in der Regel sehr teuer sind, gibt es Vereinbarungen zur Kostenübernahme für diese Maßnahmen. Diese Übernahme der entstehenden Kosten ist auf zwei verschiedenen Weisen realisierbar:

 

Kostenübernahme durch einen Bildungsgutschein

Im Rahmen eines sogenannten Bildungsgutscheins werden die tatsächlich durch die Umschulungsmaßnahme entstehenden Kosten, sowie einige Begleitkosten, durch die Bundesagentur für Arbeit übernommen.

Es handelt sich hierbei um einen direkte Kostenübernahme, welche den Leistungsempfängern jeweils am Monatsanfang übertragen wird.
Die Art der Leistungen, welche für die jeweilige Maßnahme erbracht werden, ist abhängig von Art und Umfang der Maßnahme, sowie von persönlichen Lebensumständen und andere Faktoren.

Die folgenden Kosten sind in einem Bildungsgutschein grundsätzlich enthalten:

  • Weiterbildungskosten (also Lehrgangskosten, Prüfungskosten, Einstellungs- und Testkosten etc.)
  • Fahrtkosten (Pendlerfahrten, Unterbringungskosten, An- und Abreise, etc.)
  • Auswärtige Unterbringung (im Rahmen von Ausbildungsinhalten notwendige Reisen, etc.)
  • Kinderbetreuungskosten
  • Weiterbildungsprämien (bei bestandenen Zwischen- und Abschlussprüfungen)

 

Um zu einer Umschulung und der Finanzierung durch die Bundesagentur für Arbeit mittels Bildungsgutschein zugelassen zu werden, müssen noch weitere Voraussetzungen erfüllt werden. Diese können Sie der Homepage der Bundesagentur für Arbeit entnehmen.

Neben der Umschulung mittels Bildungsgutschein gibt es auch die Möglichkeit, an einer Auftragsmaßnahme teilzunehmen.

 

Auftragsmaßnahmen

Unter Auftragsmaßnahmen versteht man eine Umschulung, welche durch das Arbeitsamt beauftragt und durch freie Träger durchgeführt werden. Nachdem Sie sich für diese Maßnahmen beworben haben, erhalten Sie ein konkretes Weiterbildungsangebot, welches zum Beispiel den Erwerb von Grundkompetenzen oder ein Erlangen eines Schulabschlusses beinhalten kann.

 

Regelsatz, Einkommen, Minijobs und co. – die finanzielle Seite von Umschulungen

Häufig kommt es zu Unklarheiten, wenn es darum geht, die finanzielle Seite der Umschulungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem ALG2 zu betrachten. Wir haben Ihnen in diesem Teil die wichtigsten Fragen hierzu beantwortet:

 

Fortzahlung des Regelsatzes

Häufig wird von Leistungsempfängern befürchtet, dass mit Aufnahme einer Umschulung und der Unterstützung durch einen Bildungsgutschein die Zahlung des ALG2 Regelsatzes verringert wird oder gar ganz ausgesetzt werden kann.
Dem ist in aller Regel jedoch nicht so: auch wenn eine Umschulung bezahlt wird, erhalten Sie grundsätzlich Ihren normalen Regelsatz als Unterstützungszahlung zum Lebensunterhalt gezahlt.

 

Verrechnung von Einkommen

Grundsätzlich ist es, abhängig von der Tätigkeit und der jeweiligen Branche, möglich im Rahmen einer Weiterbildung oder Umschulung ein Ausbildungsentgeld zu verdienen. Gängige Formulierung für diese Zahlungen sind zum Beispiel Ausbildungssatz oder Arbeiterentgeld.
Dieses Zahlungen werden zwar mit dem Regelsatz des ALG2 verrechnet, werden jedoch zunächst nach Abzug von Sozialversicherungsanteil und Steuer mit einem Freibetrag von 400 Euro belesen.
Wer also weniger als 400 Euro im Monat für sich verdient, kann diese behalten ohne eine Kürzung oder gar Streichung des Regelsatzes befürchten zu müssen.

 

Minijobs während einer Umschulung

Das die durch die Hartzkommission festgelegten Regelsätze alles andere als üppig ausfallen, dürfte für alle Betroffenen klar sein.
Um die finanzielle Situation zu verbessern, greifen viele ALG2 Empfänger auf die Möglichkeit zurück, sich mittels eines Minijobs einen Zusatzverdienst zu erwirtschaften.
Die Einnahme aus Minijobs werden durch das Sozialgesetzbuch II geregelt und demnach auch auf den Regelsatz angerechnet.

Hier sind jedoch einige Schranken eingebaut:

  • Einnahmen von bis zu 100 Euro sind anrechnungsfrei
  • Einnahmen von 100-1000 Euro werden nur zu 80 % angerechnet
  • Einnahmen von 1200-1500 Euro werden zu 90% angerechnet.

 

Grundsätzlich ist also auch eine Tätigkeit im Minijob während einer Umschulung möglich. Die Anrechnung von Einnahmen auf den Regelsatz machen es jedoch zuweilen unrentabel, zu viel dazu zu verdienen.

 

Übergangsgeld

Eine besondere Leistung ist das sogenannte Übergangsgeld. Hierbei handelt es sich um eine Leistung, die bei der Finanzierung einer Umschulung helfen soll und dabei auf Personen anzuwenden ist, die aufgrund einer Erkrankung nicht mehr in ihrem ursprünglichen Beruf arbeiten können.
Übergangsgeld wird immer nur dann bezahlt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Nähere Informationen finden Sie hier.

Da es sich bei dem Übergangsgeld um eine anrechenbare Leistung handelt, wird der zu zahlenden ALG2-Satz um den ausgezahlten Betrag verringert.
Da es sich hierbei jedoch um eine sehr individuelle Rechnung handelt, welche im Rahmen dieses Artikels nicht umfassend behandelt werden kann, wenden Sie sich bei diesbezüglichen Fragen bitte an die Bundesagentur für Arbeit bzw. an die Rentenversicherung.

Nachdem nun dargestellt wurde, welche finanziellen Rahmen vorausgesetzt werden, wird noch ein weiterer wichtiger Punkt behandelt, bevor dieser Text mit einem Fazit schließt – den Konsequenzen beim Abbruch einer Umschulung.

 

Abbruch einer Umschulungsmaßnahme mit ALG2 – Die Konsequenzen

Wird eine Umschulungsmaßnahme zwar durch die Bundesagentur für Arbeit zugesagt, jedoch nicht angetreten bzw. Maßnahmen abgebrochen, können finanzielle Einbußen folgen.

Während der Abbruch einer Maßnahme ohne triftigen Grund regelmäßig eine (Teil-)Rückzahlung des Bildungsgutscheines nach sich zieht, werden im Zusammenhang mit ALG2-Zahlungen vor allem Kürzungen vorgenommen werden.

Eine angeordnete Umschulungsmaßnahme etwa, die nicht angetreten wird, kann mit einer Leistungskürzung von 30% geahndet – hierbei handelt es sich um einen Vertragsbruch, welcher gemäß Sozialgesetzbuch geahndet wird.
Bei wiederholten Vergehen werden sogar bis zu 60% der Leistungen einbehalten.

Neben den besseren Erfolgschancen am Arbeitsmarkt ist die Durchführung einer Umschulung also auch direkt finanziell von Vorteil.

 

Umschulung und ALG2 – Fazit

Umschulungen bieten die Möglichkeit, durch eine Neuorientierung einen Neueinstieg in das Berufsleben zu finden. Daher werden Maßnahmen durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert und mittels Bildungsgutscheinen unterstützt.

Auch als Empfänger von ALG2 ist man berechtigt, an eine solchen Maßnahme teilzunehmen und kann zudem von weiteren Zulagen profitieren. Mit einer Kürzung des ALG2-Regelsatzes ist nur dann zu rechnen, wenn vermittelte Maßnahmen nicht wahrgenommen werden können.
Selbst Nebenverdienste durch Minijobs können weiterhin erwirtschaftet werden.

Wir hoffen, Ihnen mit unserem Artikel zum Thema Umschulung und ALG2 ausreichende Informationen geliefert zu haben und wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg für Ihren beruflichen Werdegang!

Während einer Umschulung selbständig tätig sein: So geht´s

Sie befinden sich in einer Umschulungsmaßnahme, welche Ihnen durch die Bundesagentur für Arbeit vermittelt wurde und erhalten hierzu auch eine finanzielle Unterstützung im Sinne eines Bildungsgutscheins? Nun möchten Sie begleitend selbstständig tätig sein? Sei es durch Nachhilfestunden, Texterstellungen online oder andere Arbeiten – selbstständige Tätigkeiten bieten Ihnen die Möglichkeit, sich neben Ihrem Haupteinkommen einen Nebenverdienst zu sichern.

Im folgenden Text möchten wir Ihnen die Möglichkeiten aufzeigen, die Sie haben, sowohl Selbstständigkeit als auch Umschulung unter einen Hut zu bringen. Zunächst beginnen wir mit einigen Worten zur Selbstständigkeit.

Selbstständigkeit – Welche Formen gibt es?

Als selbstständige Arbeit bezeichnet man im deutschen Wirtschaftsjargon all diejenigen Tätigkeiten, die nicht in Abhängigkeit zu einem Arbeitgeber, sondern auf eigene Initiative hin unternommen werden.
Selbstständigkeit ist demnach sowohl als Ein-Personen-Unternehmen möglich, zum Beispiel als Onlinetexter oder DJ, als auch mit mehreren Angestellten. Der Selbständige ist dann ebenfalls Arbeitgeber.
Als Definitionskriterium ist ebenfalls die freie Zeiteinteilung heranzuziehen: Wer sich nicht an vorgeschriebene Arbeitszeiten halten muss und nicht in einer Organisation untergeordnet tätig ist, ist selbstständig.

Es gibt, je nach Größe und Umsatz des selbstständigen Gewerbes, unterschiedliche Formen der Selbstständigkeit, insbesondere die Abgrenzung von Kleingewerbe und Unternehmern ist in Fragen des Steuerrechts interessant und soll hier kurz erläutert werden:

Selbstständig als Kleingewerbe

Kleingewerbe sind grob gesprochen all diejenigen Selbstständigen, deren Tätigkeit nicht an die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches und an andere kaufmännische Spezialvorschriften gebunden ist. Kurz gesagt sind all diejenigen Tätigkeiten, die nicht als Kaufmann ausgeübt werden, geeignet um in Form eines Kleingewerbes betrieben zu werden.

Insbesondere in der weiteren Folge ist die Eintragung als Kleingewerbe für Startups und Einzelpersonen leichter und schneller zu erledigen, als im Falle der Unternehmen gem. Handelsgesetzbuch.

Welche Eintragungen vorgenommen werden müssen und welche Punkte Sie beachten müssen, wenn Sie als Kleingewerbetreibende/-r selbstständig sein möchten, finden Sie hier.

Kleinunternehmerregelung

Die sogenannte Kleinunternehmerregelung findet im Rahmen der Lohnsteuererklärung ihre Anwendung.
Selbstständige, deren Gewerbe Gewinne unterhalb des Freibetrages von 24.500 Euro pro Jahr abwirft, müssen keine Gewerbesteuer zahlen. Zusätzlich ist immer dann eine einfache Lohnsteuererklärung ausreichend, wenn die Gewinne eine Schwelle von 17.500 Euro pro Jahr nicht übersteigen – hier reicht eine Anlage zur normalen Steuererklärung mit Aufrechnung von Gewinnen und Ausgaben.

Weitere Informationen rund um das Thema Selbstständigkeit, Gewerbeformen, Meldeauflagen und Steuerfragen erhalten Sie auf den folgenden Seiten:

Nachdem nun die Grundlagen der Selbstständigkeit geklärt wurden, wird im folgenden Teil auf die Besonderheiten im Zusammenhang mit Umschulungsmaßnahmen durch die Bundesagentur für Arbeit eingegangen.

Umschulung und Selbstständigkeit – die Zusammenhänge

Grundsätzlich ist es durchaus möglich im Rahmen einer Umschulung selbstständig zu arbeiten und in dieser Arbeit Gewinne zu erzielen.
Die steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen richten sich hier nach der individuellen Arbeitsform, dem Einkommen und der Art des eingetragenen Gewerbes.

Hinsichtlich der Umschulungsmaßnahmen ist zu prüfen, ob die Umschulung durch einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit unterstützt oder sonst in einer Weise finanziell begünstigt wird.
Ist das der Fall, müssen diese Begünstigungen mit den Einnahmen aus der Selbstständigkeit verrechnet werden. Hintergrundinformationen zum Thema Bildungsgutschein und Zuschüsse finden Sie auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.

Zusätzlich zu den finanziellen Fragen ist auch die Arbeitszeit und die Belastung, welche durch die selbständige Arbeit anfällt zu berücksichtigen.
Eine unterstützte Umschulungsmaßnahme wird immer dann gewährt, wenn die Bundesagentur für Arbeit von einem Erfolg dieser Maßnahme ausgeht. Sollten Anhaltspunkte dagegen sprechen (etwa ein zu hoher Arbeitsansatz im Rahmen einer Selbstständigkeit) können Maßnahmen abgelehnt oder nicht genehmigt werden.

Wichtig: Wird eine Umschulung auf eigenen Wunsch abgebrochen, sind bereits erstattete Kosten an den Träger zurückzuzahlen. Ein Abbruch auf Grund einer bestehenden Selbstständigkeit gilt nicht als triftiger Grund und kann einen hohen finanziellen Aufwand bedeutet.

Zum Abschluss dieses Artikels werden wir nun auf eine weitere Fragestellung eingehen, welche die Möglichkeit einer Umschulungsmaßnahme für bereits Selbstständige betrifft.

Umschulungsmaßnahme als Selbstständiger – Geht das?

Selbstständigkeit ist für viele Menschen ein Traum, den sich nicht alle erfüllen. Und diejenigen, die es versuchen, werden viel zu häufig von der Realität eingeholt: Gegründete Gewerbe gehen aus wirtschaftlichen oder privaten Gründen kaputt und die Selbstständigen stehen vor der Frage, wie es in Zukunft weiter gehen soll.

Wenn jedoch bestimmte Faktoren zutreffen, können auch ehemalige Existenzgründer Unterstützungen für Umschulungsmaßnahmen erhalten.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Sie als ehemaliger Selbstständige/-r eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Tasche haben, oder zumindest eine Berufsausbildung begonnen haben. Ist dies nicht der Fall, redet man nicht von einer Umschulung, sondern von einer Erstausbildung. Diese richtet sich in ihren Anforderungen und Fördermöglichkeiten nach anderen Regularien, als die Umschulung.

Bei allen Antragstellern wird zudem zuerst geprüft, ob eine Weiterbildung nicht einen ähnlichen Erfolg verspricht. Hintergrund sind die hohen Kosten und die Dauer der üblichen Umschulungsmaßnahmen.

Umschulung und Selbstständigkeit – Fazit

Sie sehen, im Zusammenhang zwischen Umschulung und Selbstständigkeit gibt es diverse Faktoren, die beachtet werden müssen. Die steuerlichen und rechtlichen Aspekte richten sich immer nach den individuellen Vorgaben und müssen im Einzelfall betrachtet werden.
Grundsätzlich ist es jedoch möglich, sowohl während einer Umschulung selbstständig tätig zu sein, als auch als Selbstständiger eine Umschulungsmaßnahme gestattet zu bekommen.


Für welchen Weg Sie sich auch entscheiden: Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Arbeitslos, aber schon neuen Job – muss ich mich dennoch arbeitslos melden?

Sie haben Ihren aktuellen Job zwar verloren, aber schon jetzt einen neuen Arbeitgeber gefunden, bei dem Sie einsteigen können?In welchen Situationen Sie sich dennoch arbeitslos melden müssen und welche weiteren Besonderheiten es außerdem zu bedenken gibt, haben wir Ihnen in diesem Artikel zusammengestellt.Im letzten Teil des Artikels finden Sie einige Beispiele, anhand derer wir die Möglichkeiten praktisch darstellen wollen.
Im nächsten Teil werden einige Grundsätze dargestellt, die den Zusammenhang von Arbeitgeber, Sozialabgaben und Steuern betreffen.

 

Grundsätze

Wer ist zuständig?

Für alle Fragen rund um die Themen Arbeitslosigkeit, Arbeitssuche, Sozialleistungen und Umschulung sind die Zweigstellen der Bundesagentur für Arbeit zuständig.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen Sie bei der Suche nach neuen Tätigkeiten, dem Beantragen von Leistungen und auch bei der Neuanmeldungen einer Beschäftigung.
Sie finden die für Sie zuständige Zweigstelle auf der offiziellen Homepage der Bundesagentur.

 

Wer muss sich melden?

Im Grundsatz müssen sich alle Personen melden, die aktuell kein eigenes Einkommen erwirtschaften und auf Unterstützungen vom Staat angewiesen sind. Die Ermittlung des Ihnen zustehenden Arbeitslosengeldes oder sonstigen Leistungen übernimmt, wie oben dargestellt, die Bundesagentur für Arbeit.

 

Wann muss eine Arbeitslosigkeit gemeldet werden?

Eine bevorstehende Erwerbslosigkeit muss der Bundesagentur für Arbeit schnellstmöglich mitgeteilt werden, also schon bei Bekanntwerden der Kündigung. Sollten Sie einen Arbeitsvertrag haben, der zeitlich befristet ist, gilt der Fristablauf für Sie als Stichtag.
Im Grundsatz sollte die bevorstehende Erwerbslosigkeit schnellstmöglich, also nach der ersten Information, an die Bundesagentur gemeldet werden, um eine drohende Versorgungslücke möglichst schnell zu schließen, bzw. garnicht erst aufkommen zu lassen.

 

Wie muss die Mitteilung erfolgen?

Sie müssen die erste Mitteilung einer bevorstehenden Arbeitslosigkeit nicht persönlich machen, es reicht sich telefonisch bei der Bundesagentur zu melden oder die Meldung online durchzuführen. Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite der Arbeitsagentur.

 

Welche Leistungen sind betroffen?

Bei der Meldung einer Erwerbslosigkeit geht es vor allem darum, etwaige Versorgungslücken zu verhindern.
Betroffen sind alle Sozialleistungen, die bei einem ausgelaufenen Arbeitsvertrag wegfallen – also alle Arbeitgeberanteile zu Kranken-, Renten-, und Sozialversicherung. Insbesondere bei der Krankenversicherungen ist es kritisch, wenn Sie sich nicht schnell um eine Nachbesserung kümmern. Zwar übernehmen die Kassen eine so genannte Übergangsfrist, diese läuft jedoch lediglich einen Monat – danach sind Sie nicht mehr versichert!

 

Arbeitslos und neuer Job in Aussicht – Szenarien

Wie bereits erläutert dient das Melden bei der Bundesagentur nicht etwa einer schlichten Registration von arbeitslosen Menschen, sondern schließt eventuelle Versorgungslücken. Dies ist auch wichtig für die persönliche Altersvorsorge, denn eine lückenlose Versorgung ist auch für eine spätere Rentenberechnung ausschlaggebend!

Wir haben Ihnen im Folgenden drei Szenarien dargestellt, die das unterschiedliche Vorgehen darstellen.

 

Aktuell arbeitslos und neuer Job in Aussicht

Sie sind aktuell ohne Arbeit und haben sich auf eine neue Stelle beworben und sich gegen Ihre Konkurrenten durchgesetzt? Herzlichen Glückwunsch! Nun gilt es, sich bei der Bundesagentur zu melden und das Ende Ihrer Erwerbslosigkeit mitzuteilen. Die neue Anmeldung bei der Rentenkasse und für weitere Sozialabgaben ist nun Ihr neuer Arbeitgeber verantwortlich.
Die Bundesagentur für Arbeit ist ab Beginn Ihrer neuen Tätigkeit grundsätzlich nicht mehr für Sie zuständig.

 

Im Job befindlich, aber gekündigt – neuer Job in Aussicht

Sie befinden sich aktuell in einem Arbeitsverhältnis, doch Ihr Vertrag läuft auf Grund von Kündigung oder Fristablauf ab. Eine neue Tätigkeit ist bereits in Aussicht, doch der Beginn der Tätigkeit liegt in der Zukunft, Sie müssen eine gewisse Zeit überbrücken.
In diesem Fall ist es dringend notwendig, dass Sie der Bundesagentur für Arbeit mitteilen, zu welchem Datum Sie erwerbslos sind und ab wann Ihre neue Tätigkeit beginnt. Die dazwischen liegende Zeit wird dann von der Bundesagentur überbrückt und es wird berechnet, welchen Leistungsanspruch Sie für die Zeit „zwischen den Jobs“ haben.

Ganz wichtig: Auch eine Lücke von nur wenigen Tagen (auch ein Wochenende reicht!) kann sich auf die Versorgung auswirken und muss dementsprechend an die Bundesagentur gemeldet werden!

 

Arbeitsvertrag beendet, doch die neue Stelle beginnt ab sofort

Sie befinden sich aktuell in einem bestehenden Arbeitsverhältnis und haben gekündigt bzw. Ihr Vertrag läuft aus. Der nächste Arbeitgeber wartet jedoch schon und übernimmt Sie direkt im Anschluss? Dann haben Sie Glück und müssen sich um nichts weiter kümmern, denn Ihr neuer Arbeitgeber wird die Ummeldung für die Sozialabgaben selbst übernehmen.

Ganz wichtig: Zwischen Ende des ersten Vertrages und Beginn des darauffolgenden Vertrages darf kein weiterer Tag liegen – beachten Sie insbesondere auch Wochenenden oder Feiertage!

 

Fazit

Abschließend lässt sich also folgender Ablauf festhalten: Nur wenn Sie sich aktuell in einem Job befinden, der zu einem festen Datum beendet werden soll und Ihr nachfolgender Arbeitsvertrag exakt am darauffolgenden Tag beginnt, sich die neue Arbeit also lückenlos anschliesst, müssen Sie sich nicht arbeitslos melden.
In allen anderen Situationen ist es zur Vermeidung von Versorgungslücken unbedingt geraten, sich bei der Bundesagentur für Arbeit zu melden, entweder persönlich oder per Telefon oder online.

Wir hoffen, Ihnen mit diesem Text eine Übersicht zur aktuellen Situationen gegeben zu haben und wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem neuen Job!

Arbeitslosigkeit und Reisen ins Ausland: Krankenversicherung und Reiserücktrittsversicherung

Reisen und die Welt kennenlernen trotz Arbeitslosigkeit – wie sieht es mit Versicherungen aus?

Reisen ermöglichen jeder Person, die Welt zu erkunden und neue Orte zu erleben. Besonders das Ausland bietet zahlreiche fantastische Einblicke in fremde Kulturen. Dennoch besitzen Reisen ins Ausland auch gewisse Risiken, sodass viele Urlauber eine Reiserücktrittsversicherung abschließen. Doch was passiert bei einer plötzlichen Arbeitslosigkeit? Der Reiserücktritt wegen Arbeitslosigkeit unterliegt, gleich wie die Krankenversicherung, besonderen Regelungen.

 

Reiserücktrittsversicherung bei Arbeitslosigkeit

Reisen, besonders jene ins Ausland, sind eine kostspielige Angelegenheit. Um im Ernstfall bei einer Stornierung nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben, schließen viele Reisende eine Reiserücktrittsversicherung ab. Vor allem bei einer plötzlich auftretenden Arbeitslosigkeit hilft eine Reiserücktrittsversicherung deutlich. Durch die Versicherung müssen Sie die Stornokosten nicht zahlen und erhalten Ihr Geld zurück, sodass Sie dieses während Ihrer Arbeitslosigkeit anderweitig verwenden können. Die Reiserücktrittsversicherung tritt hauptsächlich bei einem unerwarteten Jobverlust aus betriebsbedingten Gründen in Kraft. Sie deckt alle anfallenden Stornokosten. Hierbei ist es wichtig, dass der Arbeitsverlust unerwartet und unvorhersehbar eintritt und durch den Arbeitgeber veranlasst wird. Rechnen Sie hingegen bereits mit einer Arbeitslosigkeit, da bereits Abmahnungen vorliegen oder eine Kündigung verhaltensbedingt ausgesprochen wurde, gilt die Reiserücktrittsversicherung nicht.

Ebenso müssen Sie zwischen einer Kündigung durch den Arbeitgeber sowie einer selbstgeführten Kündigung unterscheiden. Kündigen Sie als Arbeitnehmer Ihren Job, liegt gleichfalls kein Reiserücktrittsversicherungsfall vor. Auch gilt dies für eine Kündigung durch den Arbeitgeber, welche beim Abschluss der Reiserücktrittsversicherung bereits bekannt war. Wird trotz Arbeitslosigkeit die Reise gebucht, besitzt die Versicherung keine Gültigkeit. Dies beruht auf der Tatsache, dass der Schaden durch die Kündigung erwartbar war und anders als bei herkömmlichen Versicherungsbedingungen unerwartet eintrat.

 

Möglichkeiten, die Reiserücktrittsversicherung trotz Arbeitslosigkeit zu erhalten

Dennoch gilt bei einer Arbeitslosigkeit, welche erwartet eintrat, nicht automatisch, dass die Reiserücktrittsversicherung umsonst abgeschlossen wurde. Erhalten Sie die Chance, unerwartet wieder in Ihr altes Beschäftigungsverhältnis einzutreten, gilt die Reiserücktrittsversicherung wieder. Durch den sofortigen Wiedereintritt in die Arbeitswelt besteht kein herkömmlicher Anspruch auf Urlaub, wodurch Sie folglich den Urlaub stornieren müssen. Hier greift die Versicherung ein und bewahrt Sie durch Verluste aufgrund des neuen Arbeitsverhältnisses. Reiserücktrittsversicherungen bieten sich vor allem bei Frühbucherangeboten an, da zwischen der Buchung und dem Antritt der Reise einige Monate liegen.

Haben Sie eine Jahresreiserücktrittsversicherung abgeschlossenen, sollten Sie diese somit auch bei einer Arbeitslosigkeit weiterbezahlen, insofern dies finanziell möglich ist. Um die Kosten, welche durch den Schadensfall entstanden sind, zu erhalten, benötigen Sie lediglich die Stornokostenrechnung sowie eine Kopie Ihrer Kündigung durch den Arbeitgeber.

 

Krankenversicherung und Reisen

Neben einer plötzlichen Stornierung der Reise spielt auch die Krankenversicherung eine zentrale Rolle. Die normale Reiseversicherung deckt einen einmaligen Jahresurlaub gut ab. Planen Sie jedoch eine mehrwöchige oder gar mehrmonatige Reise ins Ausland, benötigen Sie eine vollwertige Auslandskrankenversicherung. Eine Auslandskrankenversicherung deckt eventuelle Kosten für Behandlungen und Medikamente während der Auslandsreise ab. Eine Versicherung für einen dauerhaften Aufenthalt im Ausland sorgt dafür, dass die Beiträge für die deutsche Krankenversicherung nicht mehr gezahlt werden müssen, insofern der Wunsch besteht, dass während des Auslandsaufenthalt eine Abmeldung bei der deutschen Krankenkasse geschieht. Im Ernstfall bezahlt die Auslandskrankenversicherung die Therapie- und Behandlungskosten vor Ort sowie eventuelle Rücktransportkosten, um Schulden zu vermeiden.

Sind Sie arbeitslos oder fürchten, dass eine Arbeitslosigkeit eintritt, können Sie anstatt einer Auslandskrankenversicherung eine Urlaubsreiseversicherung abschließen. Der Vorteil dieser Versicherungsart liegt in ihrer Zeitdauer. Sie gilt standardmäßig nur für maximal acht Wochen. Vor allem für Auslandsurlaube, welche nur wenige Wochen andauern und bei denen Sie immer wieder nach Deutschland zurückkehren, eignen sich diese Versicherungen. In den Versicherungsbedingungen stehen die genauen Gegebenheiten, unter welchen die Versicherung in Kraft tritt. Durch die kurze Dauer eignet sich die Versicherung jedoch immer nur für Urlaube und für keine Weltreisen.

 

Versicherungspflichtig auch während der Reisen

Jeder Reisende in Deutschland ist weiterhin auch während des Urlaubs versichert. Hierbei existiert eine Unterscheidung zwischen freiwillig gesetzlich versichert, gesetzlich pflichtversichert oder privat versichert. Seit dem Jahr 2007 herrscht in Deutschland eine generelle Krankenversicherungspflicht. Unter gesetzlich pflichtversichert fallen alle Personen, welche nicht als versicherungsfrei eingestuft wurde und somit keinen Anspruch auf eine Absicherung im Krankheitsfall hat. Für die Versicherung haftet die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Als versicherungsfrei gelten Selbstständige, bestimmte Berufsgruppen wie Beamte und Richter sowie Arbeitnehmer mit regelmäßigem Jahresarbeitsentgelt. Dieses muss oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen. Versicherungsfreie Personen können sich bei der Privaten Krankenversicherung (PKV) versichern oder eine Versicherung der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen.

Während Ihrer Reise können Sie die Versicherung weiterzahlen, kündigen oder eine Anwartschaft abschließen. Die Länge der Reise entscheidet hierbei, welche Option die beste ist.

 

Auslandskrankenversicherung für Arbeitslose – Vor- und Nachteile

Kurzurlaube benötigen keine Kündigung der Versicherung, da Sie nach der Reise sich für einen langen Zeitraum in Deutschland aufhalten. Sind Sie allerdings arbeitslos und treten eine Weltreise an, können Sie die Versicherung kündigen, um Kosten zu vermeiden. Die Auslandskrankenversicherung sollten Sie immer abschließen, wenn Sie längere Auslandsaufenthalte planen. Je nach Tarif müssen Sie diese noch vor Reisebeginn unterzeichnen. Vor allem wenn Sie ihre freiwillige Krankenversicherung kündigen wollen, sollten Sie rechtzeitig eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Spontane Pflichtversicherte oder Anwartschaftszahler besitzen die Möglichkeit, den Abschluss der Auslandsversicherung einige Tage vor Reiseantritt durchzuführen. Ebenfalls sollten Sie sich gut über die Reiseziele informieren, da nicht jede Versicherung in jedem Land gilt.

Der Blog Spontan um die Welt listet für Sie zahlreiche nützliche Informationen rund um das Thema Versicherung in Deutschland und Auslandsversicherung auf, sodass Arbeitsnehmer und Arbeitslose schnell auf einen Blick feststellen können, wie ihre persönliche Versicherung für einen Auslandsaufenthalt wirkt.

Betriebsbedingte Kündigung mit 60,61,62,63 oder 64 Jahren – so geht es jetzt weiter

Einen Arbeitsplatz bis zum Rentenantrittsalter zu behalten, ist der Wunsch zahlreicher Arbeitnehmer. Doch in manchen Fällen erfolgt trotz besonderen Kündigungsschutzes von bestimmten Arbeitergruppen eine betriebsbedingte Kündigung.

Vor allem Personen mit 60plus trifft diese Kündigung schwer, da die Betroffenen nur äußerst schwer eine neue Anstellung finden. Was Sie tun können, wenn bei Ihnen eine betriebsbedingte Kündigung mit 60plus erfolgt, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

 

Gesetzlicher Kündigungsschutz im Alter vorhanden?

Generell herrscht in Deutschland für gewisse Personengruppen ein besonderer Kündigungsschutz. Darunter fallen Schwangere, beeinträchtigte Personen sowie Wehrpflichtige und Zivildienstleistende. Somit verfügen Personen mit 50 Jahren und älter keinen für sie spezifischen Kündigungsschutz, welcher vor Entlassungen jeglicher Art schützen. Erfolgt eine betriebsbedingte Kündigung, müssen die Betroffenen somit die Kündigung entgegennehmen. Dennoch erschweren die Tarifverträge einiger Arbeitergruppen eine Kündigung deutlich. Sind Sie beispielsweise ein Mitarbeiter im öffentlichen Dienst und in diesem bereits seit mehr als 20 Jahren beschäftigt, gilt für Sie eine Kündigung im Alter ab 55 Jahren aufgrund einer Leistungsminderung nicht. Ihr zuständiger Betriebsrat berät Sie, ob ein Kündigungsschutz bezüglich Alter und Dienstleistungszeit in Ihrer Branche gilt oder nicht.

Auch die Altersdiskriminierung verbietet in Deutschland eine Kündigung aufgrund des eigenen Alters. Somit wird nur eine betriebsbedingte Kündigung rechtskräftig. Eine betriebsbedingte Kündigung erfolgt, wenn der Betrieb beispielsweise sein Personal aufgrund betrieblicher Erfordernisse reduzieren muss. Von dieser Kündigung ist kein Arbeitnehmer ausgenommen, welcher keinen besonderen Kündigungsschutz besitzt.

Kündigung mit 60plus – neue Optionen für jeden Arbeitnehmer

Erfolgt eine betriebsbedingte Kündigung für Arbeitnehmer im fortgeschrittenen Alter, stehen mehrere Optionen offen. Sie können sich dafür entscheiden, erneut arbeitstätig zu werden und sich nach einer neuen, passenden Arbeitsstelle umschauen. Aufgrund des hohen Alters der Arbeitnehmer entscheiden sich jedoch viele Arbeitgeber gegen eine Anstellung von Personen der Altersklasse 60plus. Dies kann zu einem daran liegen, dass in diesem Alter arbeitstechnische Ausfälle aufgrund Krankheiten häufiger eintreten. Auch die Tatsache, dass der Arbeitnehmer bald in Rente gehen kann, wirkt sich oft negativ auf eine Anstellung aus.

Alternativ zu einer Anstellung in der bisherigen Betriebsbranche kann eine Umschulung durchgeführt werden. Je nach Umfang kann eine Umschulung zwischen einem halben und mehreren Jahren betragen, wobei häufig eine betriebliche Umschulung stattfinden. Aufgrund des Alters lohnt sich eine Umschulung, um einen neuen Arbeitsplatz zu erhalten. Das Jobcenter gibt Ihnen hierzu ausführlich Auskunft, welche Umschulungen sich für Sie eignen und ob dieses Vorhaben sinnvoll ist.

 

Rente als Ausweg aus der Arbeitslosigkeit

Lässt sich kein neuer Arbeitsplatz finden, kann unter Umständen eine Rente beantragt werden. Neben der herkömmlichen Altersrente kommen für Sie unter anderem ebenfalls eine Erwerbsunfähigkeitsrente oder Frührente in Betracht. Bei einer Erwerbsunfähigkeitsrente müssen Sie beweisen, dass aufgrund körperlicher oder geistiger Beschwerden keine Arbeitstätigkeit mehr durchgeführt werden kann. Hierzu benötigen Sie dementsprechende ärztliche Atteste, welche die Erwerbsunfähigkeit belegen. Bei einer betriebsbedingten Kündigung liegt nur im Ausnahmefall eine Erkrankung vor, welche schließlich zum Erhalt der Erwerbsunfähigkeitsrente beiträgt.

Die Frührente bietet Ihnen die Option, bereits ab einem Alter von 55 Jahren in Pension zu gehen, wenn Sie hierbei ebenso bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Im Gegensatz zur Altersrente müssen Sie mit Abstrichen bei der Auszahlungshöhe rechnen. Jeder Abschlag wird von der Bruttorente genommen, wobei danach noch Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge abgezogen werden. Der Abschlag für alle Frührenten beträgt 0,3 Prozent für jeden Monat, welcher noch benötigt wird, um das offizielle Rentenantrittsalter zu erreichen. Je früher die Frührente folglich beantragt wird, desto geringer fällt die Rente aus. Bei beispielsweise fünf Jahren vor Rentenantrittsalter beträgt die Minderung rund 18 Prozent. Entscheiden Sie sich für eine Frührente, müssen Sie folglich für sich selbst beschließen, ob dies finanziell eine sinnvolle Lösung ist. Wenige Berufsgruppen erhalten eine Frühpension ohne Abschläge bereits mit 55 Jahren. Bei anderen Berufsgruppen kann erst mit 63 Jahren eine Frührente mit Abschlägen beantragt werden. Als generelle Voraussetzung für eine Frühpension gelten 35 Jahre gezahlte Rentenbeiträge bei der Pensionsversicherung.

 

Rente mit 63 ohne Abschläge

Haben Sie beim Zeitpunkt der betriebsbedingten Kündigung das Rentenantrittsalter noch nicht erreicht oder benötigen Sie noch ein paar Einzahlungsjahre bei der Pensionsversicherung, können Sie jederzeit eine Frührente beantragen. Dennoch besteht die Chance, bereits mit 63 Jahren in Rente ohne Abschläge zu gehen. Das entsprechende Gesetz gilt seit 1. Juli 2014. Sie können bereits mit 63 Jahren in Rente gehen, wenn Sie die notwendigen 45 Versicherungsjahre bezahlt und den Status besonders langjährig Versicherter erreicht haben.

Langjährig Versicherte, Personen mit nur 35 Versicherungsjahren, müssen mit Abschlägen rechnen, wenn sie mit 63 Jahren in Pension gehen möchten. Die Wartezeit im Ausmaß von 35 Jahren auf die Rente beinhalten Lehrlingsjahre und die Bundeswehr. Ebenfalls gehören Beitrags- und Ersatzzeiten sowie Anrechnungszeiten wie Studium, Schule, Krankheit, Schwangerschaft und Arbeitslosigkeit zur Wartezeit für die herkömmliche Pension.

Kündigung durch den Arbeitgeber im Krankheitsfall – und nun?

Kündigung wegen langer Erkrankung – was nun?

Das eigene Immunsystem ist anfällig für Krankheiten, welche manchmal einige Wochen bis Monate andauern. Für Arbeitnehmer besteht die Chance, während eines Krankheitsfalls eine Freistellung von der Arbeit zu erhalten. Doch nicht jeder Arbeitgeber sieht den Krankheitsfall eines Angestellten positiv. In bestimmten Fällen ist der Arbeitgeber berechtigt, eine Kündigung im Krankheitsfall durchzuführen. Was die betroffenen Arbeitnehmer in solchen Situationen tun können, verrät Ihnen der nachfolgende Artikel.

 

Kündigung trotz Krankheit leicht möglich

Obwohl Unternehmen wenig von kranken Arbeitnehmern profitieren, weigern sich viele von ihnen, in den Krankenstand zu gehen. Dies hängt vor allem mit der Angst zusammen, währenddessen gekündigt zu werden. Der Mythos, dass Krankheit vor einer Kündigung schützt, ist schon lange widerrufen. Ab einer Krankheitsdauer von sechs Wochen jährlich besteht ein hohes Risiko, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer trotz anhaltender Krankheit kündigt. Ist der Arbeitnehmer aufgrund einer Krankheit arbeitsunfähig, kann der Arbeitgeber ihn mittels Kündigungsschreiben nach Hause leicht feuern.

Die Anzahl an krankheitsbedingten Kündigung nimmt dabei stark zu. Vor allem Arbeitnehmer mit einer dauerhaften bzw. wiederkehrenden Krankheit werden häufig während des Krankenstands entlassen, da die anfallenden Arbeitszeiten nicht mehr aufgeholt werden können und das Unternehmen folglich Schwierigkeiten besitzt.

Verhältnismäßigkeitsprüfung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Ist der Arbeitnehmer mehr als sechs Wochen im Jahr krank, kann der Arbeitgeber ihn kündigen. Jeder Arbeitnehmer besitzt jedoch das Recht auf eine Verhältnismäßigkeitsprüfung. Bei dieser Prüfung werden die Interessen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber abgewogen. Die Krankheit des Arbeitnehmers spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Handelt es sich beispielsweise um eine körperlich extrem belastende Tätigkeit wie etwa in der Produktion, weist der Körper nach zahlreichen Arbeitsjahren schlichtweg Gebrechen auf, welche zu anhaltenden Erkrankungen führen.

Obwohl bei der Verhältnismäßigkeitsprüfung die Kündigung meist nicht zurückgenommen wird, einigen sich viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf eine Abfindung. Diese hilft dem Arbeitnehmer für einige Woche bzw. Monate finanziell, bis er eine neue Tätigkeit gefunden hat. Ebenfalls lassen sich mittels Abfindung leichter Therapien und Behandlungen bezahlen, um wieder arbeitsfähig zu werden.

 

Besondere Regelungen für Schwangere und Beeinträchtigte

Eine Kündigung in der Schwangerschaft ist unzulässig und kann folglich angefochten werden. Schwangerschaft fällt nicht unter Krankheit, wobei Schwangere generell einen besonderen Kündigungsschutz genießen. Erfolgt während Ihrer Schwangerschaft eine Kündigung, ist diese nichtig und Sie müssen nicht um Ihren Arbeitsplatz bangen. Auch bei beeinträchtigten Personen liegt ein besonderer Kündigungsschutz vor.

Möchte der Arbeitgeber einen beeinträchtigten Arbeitnehmer kündigen, muss dies zunächst vom Integrationsamt zugestimmt werden. Anders sieht es aus, wenn der beeinträchtigte Mitarbeiter eine Krankheit aufweist, welche nichts mit Beeinträchtigung zu tun hat. In diesem Fall liegt ein Kündigungsgrund vor, welcher auch bei herkömmlichen Angestellten angewandt wird.

Die Kündigung während einer Krankheit muss jedoch bei beeinträchtigen Personen überprüft werden, um festzustellen, ob die Krankheit mit der Beeinträchtigung zusammenhängt oder nicht. Ist ein klarer Zusammenhang gegeben, wird die Kündigung überprüft, sodass der Arbeitsplatz gegebenenfalls erhalten bleibt.

 

Versetzung als Möglichkeit, den Arbeitsplatz zu behalten

Wird die anhaltende Erkrankung aufgrund eines sehr belastenden Arbeitsumfelds verursacht, sodass ein dauerhaftes Fernbleiben vom Arbeitsplatz und folglich eine Kündigung durch den Arbeitgeber eintritt, besteht die Chance auf eine Versetzung am Arbeitsplatz. Können Sie aufgrund Ihres Arbeitsumfelds nicht mehr arbeiten, können Sie mit Ihrem Arbeitsgeber bezüglich einer Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz reden. Ebenfalls bietet sich ein Gespräch an, welches die Anpassung der Arbeitsumgebung beinhaltet. Eine Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz oder zu einer anderen Position kann dazu führen, dass Ihre gesundheitlichen Beschwerden verschwinden oder sich zumindest lindern, wodurch Sie vor allem einer personenbedingten Kündigung entgehen.

 

Klage als letzte Lösung

Sind Sie der Meinung, Ihre Kündigung aufgrund einer anhaltenden Krankheit sei ungerecht, können Sie dies entweder persönlich mit dem Arbeitgeber bereden oder eine Klage vor Gericht vorbringen. Eine Klage ist meist die letzte Lösung für Arbeitnehmer, welche jedoch plausible Gründe benötigt, damit die Kündigung als ungerechtfertigt behandelt wird. Beispielsweise können Sie Ihren Arbeitgeber verklagen, wenn dieser Sie trotz Rehabilitationsmaßnahmen kündigt, welche wiederum eine positive Zukunftsprognose für Sie als Arbeitnehmer verspricht. Jede Klage wird einzeln überprüft, sodass Sie teilweise Wochen bis Monate auf ein Ergebnis warten müssen.

 

Gerechtfertigte Kündigung im Krankheitsfall – Lösungen für Ihr Problem

Liegt eine gerechtfertigte Kündigung aufgrund anhaltender gesundheitlicher Probleme vor und können Sie diese Lage nicht mit Ihrem Arbeitgeber klären, bieten sich mehrere Alternativen für Sie an. Zunächst können Sie Rehabilitationsmaßnahmen durchführen, welche Ihre Beschwerden lindert oder gar beseitigt. Hiermit werden Sie wieder arbeitsfähig und können entweder zurück an Ihren alten Arbeitsplatz oder sich auf die Suche nach einer neuen Stelle begeben. Ebenfalls bieten sich für Sie Umschulungen an.

Zahlreiche Umschulungen werden von Personen in Anspruch genommen, welche aufgrund körperlicher Beschwerden ihre alte Tätigkeit nicht mehr fortführen können. Im Zuge eines Gesprächs mit dem zuständigen Jobcenter oder dem Amt für Arbeit erfahren Sie schnell, welche Umschulungen für Sie verfügbar sind. Angebote bezüglich Umschulungen erhalten Sie auch online bei zahlreichen Anbietern.

Können Sie jedoch durch Ihre Erkrankung keine Tätigkeit mehr ausüben, können Sie eine Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen. Diese ist speziell für Personen verfügbar, welche durch psychische oder physische Krankheiten nicht mehr in der Lage sind, eine Arbeit nachzugehen. Weitere Informationen bezüglich Erwerbsunfähigkeitsrente erhalten Sie auf der Website erwerbsunfähigkeitsrente.de.

 
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