Umschulung mit 50? – So gelingt es!

Eine Umschulung hat bereits vielen Menschen über 50 geholfen, eine neue Arbeitsstelle zu finden, um auf diese Weise ihren Lebensunterhalt wieder eigenständig erwerben zu können. Allerdings ist die Umschulung bei Teilnehmern in der zweiten Lebenshälfte nicht in allen Fällen erfolgreich. Es kommt vor, dass die älteren Auszubildenden die Bildungsmaßnahme bereits nach einiger Zeit wieder abbrechen. Die Grunde hierfür sind genauso vielfältig, wie Teilnehmer einer Umschulung eben individuell sind. Wichtig ist für Menschen, die mit 51, 52, 53 Jahren einen neuen Beruf erlernen möchten, dass sie wissen, welche Stolperstellen es gibt und was sie für eine erfolgreiche Umschulung mit 50 mitbringen müssen.

Wir habe Ihnen Informationen zusammengefasst, wie Sie auch mit Mitte 50 einen Berufswechsel erfolgreich vollziehen, welche Erwartungen an ältere Umschüler gestellt werden, was gilt wenn Sie eine Behinderung oder gesundheitliche Probleme haben, in welchen Konstellationen die Arbeitsagentur weiterhilft und welche Umschulungsberufe sinnvoll sind, wenn Sie einen Quereinstieg mit 50 planen.

 

Welche Umschulungen mit 50 werden gefördert?

Das Jobcenter, die Arbeitsagentur oder die Rentenversicherung berücksichtigen bei der Entscheidung über eine Förderung (zum Beispiel durch einen Bildungsgutschein) insbesondere die Berufsaussichten mit dem neuen Beruf. Dabei spielt Ihr Alter eine Rolle, unabhängig in welchen Beruf Sie mit 50 Jahren wechseln möchten. Der Gedankengang ist meist, dass Sie nach der verkürzten Ausbildung noch ausreichend viele Jahre in der neuen Branche arbeiten können sollen. Der Umschulungsberuf muss sich also für den Quereinstieg für ältere Arbeitnehmer eignen. Teils wird dies abgelehnt bzw. in Zweifel gezogen, wenn nach der Umschulung erst einige Jahre neue Berufserfahrung erforderlich ist.

Es handelt sich hierbei zweifelsohne um eine kurzfristig gedachte Annahme. Wer im fortgeschrittenen Alter zu einer Umschulung oder zweiten Ausbildung mit 50 bereit ist, sieht selbst die Notwendigkeit, dass zum Beispiel noch Beiträge zur Rentenversicherung erwirtschaftet werden müssen und haben ein großes Interesse an einer erfolgreichen Umschulung. Nicht selten sind Umschüler 50plus bereit, über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten. Dennoch müssen Sie sich darauf einstellen, dass Sie allein aufgrund Ihres Alters auf meist nicht gerechtfertigte Vorbehalte stoßen. Indem Sie sich mental darauf vorbereiten, verhindern Sie Entmutigung und Frustration.

 

Psychische Hemmungen: Bin ich zu alt für eine Ausbildung mit 50?

Die Frage, ob man für eine Umschulung oder zweite Ausbildung zu alte sein könnte, stellen sich interessanterweise Menschen schon in recht jungen Jahren. Bereits 30-jährige haben Bedenken, ob es für eine neue Berufsausbildung schon zu spät sein könnte. Das ist paradox, denn in den wenigsten Fällen hat das Alter einen Einfluss darauf, ob Sie einen erfolgreichen Berufswechsel schaffen werden. Nein, Sie sind auch mit Mitte 50 nicht zu alt, um einen neuen Beruf zu erlernen, aber die Zweifel sind gut nachvollziehbar, wenn man von den Vorbehalten gegenüber älteren Auszubildenden hört. Deswegen wappnen Sie sich!

Wenn Sie sich fragen, in welchem Alter es zu spät für eine Ausbildung oder Umschulung sein könnte, dann machen Sie sich folgendes klar: Wenn Sie mit 50 den Beruf wechseln möchten und sich aufgrund des Alters dagegen entscheiden, dann sind Sie in zwei Jahren 52 Jahre alt und haben eben keine Umschulung abgeschlossen. Eine berufliche Neuorientierung sollte nicht vom Alter abhängig gemacht werden. In fünf Jahren sind Sie fünf Jahre älter, die Frage ist nur: Mit zweiter Berufsausbildung und bereits erster Arbeitserfahrung im neuen Beruf – oder eben nicht? 

Welche Umschulungen gibt es?
Wenn Sie möchten, dann sehen Sie sich schon jetzt nach einem passenden Umschulungsberuf in unserer Datenbank um:

Die meist gefragten Umschulungen in Deutschland

 

Welche Erfahrungen machen ältere Teilnehmer einer Umschulung?

Die Erfahrungen bei Umschulungen sind sehr unterschiedlich. Tatsächlich macht es bei dem während der Umschulung Erlebten einen Unterschied, ob die Umschulung aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist oder nicht.

Erlebnisse

 

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Ist eine Umschulung oder Quereinstieg mit über 50 noch sinnvoll?

Doch selbst wenn die Umschulung erfolgreich beendet wird, ist dies nicht immer ein Garant dafür, dass auf diese Weise das eigentliche Ziel – den Lebensunterhalt wieder eigenständig verdienen zu können – erreicht wird. Denn in manchen Fällen kann es vorkommen, dass die umgeschulten Fachkräfte keine Arbeitsstelle finden und so weiterhin erwerbslos bleiben. Viele Personen befürchten, dass sie ein ähnliches Schicksal ereilen könnte und fragen sich daher, ob die Umschulung für sie persönlich sinnvoll ist.

Selbstverständlich kann hierauf keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage gegeben werden, da hier immer der Einzelfall überprüft werden muss. Allerdings können Ihnen einige Leitfragen zur Verfügung gestellt werden, anhand derer Sie selbst entscheiden können, ob für Sie persönlich eine Umschulung Sinn machen kann. In jedem Fall sollten Sie zusätzlich eine Beratung im Arbeitsamt in Anspruch nehmen, um diese Frage mit Ihrem Sachbearbeiter zu klären (spätestens bei der Beantragung des Bildungsgutscheins müssen Sie mit der Arbeitsagentur Kontakt aufnehmen).

 

Bestehen wirklich keine Zukunftsaussichten im bisherigen Beruf?

Zunächst sollten Sie sich die Frage stellen, ob tatsächlich keine Hoffnung auf eine Anstellung in Ihrem bisherigen Beruf besteht. In vielen Fällen gibt es im gleichen Berufsfeld andere Tätigkeiten, die Sie – gegebenenfalls nach einer Weiterbildung – ausüben könnten und bei denen Sie auf Ihre bisherige Ausbildung und auf Ihre Berufserfahrung zurückgreifen können. Diese Alternative wäre in den meisten Fällen deutlich schneller und kostengünstiger umzusetzen.

 

Welche Umschulung kann ich machen?

Wenn die Umschulung vom Arbeitsamt oder der Rentenversicherung gefördert werden soll, dann ist der Berufswunsch bei einem Berufswechsel nicht völlig frei wählbar: Sie werden an einem berufspsychologischen Test teilnehmen müssen, der über die Eignung für den gewünschten Umschulungsberuf entscheidet. Wenn Sie gesundheitliche Probleme haben, ist eine zusätzliche medizinische Begutachtung sehr wahrscheinlich. Wenn die Begutachtungen zu dem Ergebnis kommen, dass nichts gegen Ihren Berufswunsch spricht, dann sind in Ihrer Wahl relativ frei.

 

Was muss bei einem Quereinstieg mit 50 beachtet werden?

Ein Berufswechsel, ein Quereinstieg oder eine zweite Ausbildung sind immer auch die Chance, eine bisher unerfüllten Berufswunsch doch noch anzupacken. Dabei dürfen Sie jedoch nicht folgende Punkte bei einer Umschulung mit 50 außer Acht lassen:

 

Machen Sie den Test für den richtigen Umschulungsberuf

Persönlichkeitstest, Berufswahltest

Das Problem mit allen Tests im Internet ist das selbe: Sie unterwerfen sich einem vorprogrammierten Schema, welches nur bei sehr ausgeprägten und eindeutigen Berufswünschen passende Ergebnisse liefert. Wenn Sie noch sehr unentschlossen sind und eine Vielzahl an Interessen haben, dann kann es keine einfache und eindeutige Antwort auf die Frage Welche Umschulung passt zu mir? geben.

Außerdem sollten Sie überprüfen, ob Sie über die notwendigen Schulabschlüsse verfügen und ob Sie sich sowohl den theoretischen als auch den praktischen Anforderungen des neuen Berufs gewachsen fühlen.

 

Bestehen gute Zukunftsaussichten in der Branche?

Wenn Sie einen neuen Beruf über eine geförderte Umschulung erlernen, ist das oberste Ziel, eine neue Anstellung zu finden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, dass im neu erlernten Beruf auch Arbeitskräfte gesucht werden. Dies sollten Sie – gegebenenfalls in einem Gespräch bei der Arbeitsagentur – genau überprüfen, da dieses Ziel sonst eventuell nicht erreicht werden kann.

 

Bin ich in der Lage, den neuen Beruf auszuüben?

Viele Umschulungen werden aufgrund gesundheitlicher Probleme erforderlich. Sollte dies der Fall sein, müssen Sie genau überprüfen, ob Ihre Gesundheitsprobleme Sie im neuen Beruf nicht einschränken werden. Ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt kann hier hilfreich sein. Außerdem ist es sinnvoll, ein Praktikum durchzuführen, um die körperliche Belastung selbst kennenzulernen. Wenn Sie die Umschulung über die Rentenversicherung oder Arbeitsagentur finanzieren möchten, dann werden Arbeitnehmer mit Behinderung oder Krankheiten einem amtlich bestellten Arzt vorgestellt. Das Gesundheitsattest hat beachtlichen Einfluss darauf, welcher Umschulungsberuf Ihnen finanziert werden wird. Treffen Sie am besten schon selbst eine zu Ihren Bedürfnissen passende Berufswahl, um Enttäuschungen zu entgehen.

 

Macht mir der neue Beruf auch Spaß?

Eine Umschulung ist anstrengend, gleich ob Sie mit 51, 53, 55 oder 57 noch mal neu durchstarten. Daher sollten Sie Spaß an der neuen beruflichen Aufgabe haben, damit es Ihnen leichter fällt, die Belastungen nicht nur durchzustehen. Im Idealfall nehmen Sie sie als Herausforderungen wahr. Überlegen Sie sich genau, ob Ihnen das neue Berufsfeld nicht nur liegt. Sie möchten auch unabhängig von Geld eine gewisse innere Befriedigung durch die neue Arbeit.

Wenn es sich anbietet, dann führen Sie ein Praktikum durch, um den Berufsalltag konkret zu erleben. Sprechen Sie auch mit den Angestellten aus diesem und angrenzenden Berufsbereich, um von deren Einschätzungen und Erfahrungen zu profitieren. Wenn Sie einen Beruf erlernen, der Ihnen wirklich gefällt, erleichtert dies die Umschulung erheblich. Dies gilt insbesondere, wenn Sie aufgrund gesundheitlicher oder psychologischer Probleme einen neuen Beruf ergreifen müssen. Ein erfüllender Beruf ist meist eine gute Vor- und Nachsorge bei Depression oder Burn-out.

 

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