Umschulung zum Schuldnerberater / zur Schuldnerberaterin

Weiterbildung Schuldnerberatung
Ausgebildete Schuldenberater helfen Menschen jedes Alters bei Verschuldung dabei, wieder Überblick über die eigenen Finanzen zu gewinnen.

Die Arbeit als Schuldnerberater ist mit sehr viel Verantwortung verbunden. Durch die schonungslose Offenlegung der finanziellen Situation ihrer Klienten erhalten Schuldnerberater einen tiefen Einblick in die Privatsphäre der Betroffenen. Durch ihre professionelle Arbeitsweise und die Einhaltung der Verschwiegenheitspflicht gewinnen Schuldenbelastungen das Vertrauen ihrer Klienten und können Privatpersonen so dabei helfen, die schwierige Situation zu überwinden. Für die Umschulung genügt in der Regel eine mehrwöchige Weiterbildung, die von der Arbeitsagentur gefördert wird.

Mit der Klassifizierung im Wirtschaftszweig „Sonstiges Sozialwesen“ ist klar, dass die Umschulung zum Schuldnerberater nicht bloß die wirtschaftlichen Aspekte dieses Berufs aufgreift. Mit einer entsprechenden Vorbildung, etwa als Sozialpädagoge, aber auch als Berufsbetreuer, Bewährungshelfer, Betriebswirt oder Jurist, fällt der Einstieg in den neuen Beruf besonders leicht. Die Fortbildung zum Schuldnerberater ist eine bei Sozialarbeitern beliebte Weiterbildung. Da es keine formalen Voraussetzungen gibt, kann jeder Beruf sich zum Schuldenberater weiterqualifizierten lassen, wenn auch die “integrierte Schuldnerberatung” an Bedeutung gewinnt.

 

Wo arbeiten Schuldnerberater?

Die Anzahl der überschuldeten Menschen in Deutschland ist höher denn je: Private Kredite, hohe Ausgaben für Immobilien, Autos, notwendige und weniger notwendige Güter übersteigen die vorhandenen finanziellen Mittel und lassen immer mehr Menschen in die Schuldenfalle tappen. Mit der Hilfe von professionellen Schuldnerberatern wird ein Weg aus der Sackgasse gesucht.

Wer sich für die Arbeit mit Menschen interessiert und einen ausgeprägten Sinn für wirtschaftliches Denken hat, der kann sich mit einer Umschulung zum Schuldnerberater für diesen Bereich qualifizieren. Die Arbeitgeber sind häufig

  • allgemeine Sozialberatungsstellen oder
  • auf Schuldenbelastung spezialisierte Vereine, teilweise auch
  • Beratungsstellen, die an Ämter und Behörden angeschlossen sind.

 

Welche Inhalte werde bei einer Umschulung zum Schuldnerberater vermittelt?

Die Umschulung zum Schuldnerberater ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt, daher gibt es auch keine festgeschrieben Umschulungsinhalte. Jedoch finden sich in den meisten qualifizierenden Umschulungsangeboten die folgenden Inhalte wieder:

  • rechtliche Grundlagen zur Schuldnerberatung
  • Beratungskompetenz und Methoden zur Gesprächsführung
  • Insolvenzverfahren
  • Grundlagen der Existenzsicherung
  • Methoden und Techniken

Die jeweiligen Inhalte werden meist methodisch aufgebaut und in mehreren Modulen unterrichtet. Besonders die wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte der privaten Verschuldung werden ausführlich behandelt, damit die angehenden Schuldnerberater auch vor Gericht, im Rahmen eines privaten Insolvenzverfahrens, den Klienten mit Rat und Unterstützung bestehen können. Die Umschulung zum Schuldnerberater ist damit eine besonders umfangreiche und breit gefächerte Qualifikationen — wer sich durch die Inhalte der Umschulung durchbeißt, wird mit einem anspruchsvollen und spannenden Tätigkeitsbereich belohnt.

 

Wie hilft der Schuldnerberater seinen Klienten?

Bei der Erstellung von Schuldenbereinigungsplänen, Insolvenzplanung und dem Verfahrensablauf gibt es viele rechtliche Komponenten, die besonders beachtet werden müssen. Der Schuldner ist sich der Tragweite seiner Situation meist nicht bewusst und ist hinsichtlich seiner Pflichten, wie auch Rechte oft ohne Kenntnis. Oft sind die Hilfesuchenden auch mit der Situation überfordert, dass sie kaum eigene Aktivität mehr entfalten können und der Weg zur Schuldenberatung schon ein großer Fortschritt ist. Dabei erfahren Schuldenberater wie unterschiedlich die Wege sind, die in die Verschuldung führen und wie individuell deswegen Lösungen auf die Klienten teilweise zugeschnitten werden müssen. Der erste Schritt ist häufig, dass ein schonungsloser Blick auf die Finanzen geworfen wird, da die Klienten häufig von unrichtigen Zahlen ausgehen.

Es bedarf viel Feingefühl, aber nicht weniger Hartnäckigkeit in den Beratungsgesprächen, da Klienten teilweise ihre Lebenssituation verdrängen. Auch der Umgang mit schwierigen sozialen Situationen, insbesondere wenn Kinder unter der Überschuldung ihrer Eltern leiden oder junge Erwachsene stark verschuldet sind, fordert die Berater. Ist erst einmal die finanzielle Situation geklärt, dann werden die Gläubiger einzeln angeschrieben oder auch mit ihnen telefoniert, um für den Klienten eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern zu erreichen. Das Handeln des Schuldnerberaters verfolgt in den meisten Fällen die Vermeidung einer (Privat-)Insolvenz und eines gerichtlichen Insolvenzverfahrens.

 

Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen?

Um eine Umschulung zum Schuldnerberater zu machen, gibt es in Deutschland keine verbindlichen Voraussetzungen. Jeder, der sich für die Arbeit in diesem Bereich interessiert, kann sich durch Kurse und Lehrgänge bei einem der vielen privaten und karitativen Trägern qualifizieren. Trotzdem gibt es grundlegende Bedingungen für die erfolgreiche Umsetzung der anschließenden Arbeit als Schuldnerberater.

Zunächst sollten Interessierte ein ausgeprägtes Interesse an der sozialen Arbeit mitbringen. Beratung klingt oft einfacher, als es ist, denn nicht sozialpädagogisch ausgebildete Personen meinen teils, dass auch gutgemeinte Ratschläge schon ein Art der Beratung darstellen. Die Schuldnerberatung kann nur gelingen, wenn Sie emphatisch, konsequent und lösungsorientiert professionell beraten. Gerade der Kontakt mit Personen, die in einem sehr belastenden Alltag stehen, kann auch die eigenen psychischen Grenzen sprengen. Deswegen ist auch eine professionelle Distanz zu den Klienten wichtig.

Natürlich müssen Schuldnerberater ein ausgeprägtes wirtschaftliches und rechtliches Interesse aufweisen, damit sie ihren Klienten mit den richtigen Ratschlägen aus der Krise helfen können. Besonders gefragt sind bei Schuldnerberatern Vorerfahrungen wie ein wirtschaftlicher oder sozialer Beruf, eine Ausbildung in der sozialen Arbeit oder ein abgeschlossenes Studium.

 

Wie lange dauert eine Umschulung zum Schuldnerberater?

Da der Beruf des Schuldnerberaters in Deutschland nicht geschützt ist und keinen anerkannten Ausbildungsberuf darstellt, gibt es keine vorgegebene Umschulungsdauer, in der Regel dauert eine Weiterbildung zum Schuldnerberater etwa 5 Wochen. Viele Anbieter qualifizierender Umschulungen bieten ihre Kurse im Rahmen eines modularen Seminars an, welches in unterschiedliche Blöcke aufgeteilt wird. Beliebt sind auch Wochenendkurse.

Meist sind im Laufe der Zeit weitere Seminare zur Auffrischung und Ergänzung erforderlich, insbesondere wenn es zu rechtliche Änderungen kam. Während der Umschulung zum Schuldnerberater sind die angehenden Finanz-Profis oft auch auf sich selbst gestellt: Das Wissen muss in der Regel im Selbststudium erarbeitet werden. In den Präsenzseminaren werden überwiegend Fälle besprochen und die Kenntnisse und Vertiefungen des Stoffs auf sie zu.

 

In Teilzeit zum Schuldnerberater – ist das möglich?

Mit der Umschulung zum Schuldnerberater eröffnen sich für viele Menschen neue Perspektiven – auch neben dem Beruf. Die modular aufgebauten Seminare sind auch für Personen geeignet, die in ihrem aktuellen Beruf fest eingebunden sind oder familiären Verpflichtungen nachgehen müssen. Gerade die Weiterbildungen für vorgebildete Interessenten, also Personen die aus dem Bereich Sozialarbeit oder der Finanzbranche kommen, werden oft ganz gezielt für die nebenberufliche Fortbildung in Teilzeit konzipiert.

 

Wer bietet die Weiterbildung an?

Eine Auswahl der Anbieter:

  • Fachhochschule Potsdam
  • Institut für Bildungscoaching in Leipzig
  • Schuldnerberater-Weiterbildung in NRW
  • Alice-Salomon-Hochschule in Berlin
  • Fachzentrum Schuldenberatung Bremen e.V.

 

Was kostet die Umschulung zum Schuldnerberater?

Mit etwa 2000,- EUR sollten angehende Schuldnerberater rechnen, um die eigene Qualifikation zu erhalten. Neben der eigentlichen Kursgebühr muss auch mit zusätzlichen Kosten für Unterrichtsmaterialien, Prüfungen und das eigene Material gerechnet werden. Wer sich im Anschluss an seine Umschulung selbstständig machen möchte, sollte bereits früh anfangen, die Kosten zu vermerken und Quittungen zu sammeln, um bei der Steuererklärung die Ausgaben geltend machen zu können.

 

Unterstützung mittels Bildungsgutschein

Wer die Voraussetzungen für die Unterstützung der Agentur für Arbeit erfüllt, kann auch eine Umschulung zum Schuldnerberater durch eines Bildungsgutscheins finanzieren lassen. Der Gutschein wird nach der Bewilligung durch die Arbeitsagentur ausgestellt und ist für die angegebenen Kursgebühren und weiteren Umschulungskosten gültig.

Um in den Genuss einer solchen finanziellen Unterstützung zu kommen ist es wichtig, frühzeitig mit der Agentur für Arbeit bzw. Jobcenter ein Beratungsgespräch zu führen (Verpflichtend für eine finanzielle Förderung.) und die gesetzlichen Voraussetzungen (§ 81 SGB III) prüfen zu lassen.

 

Umschulung zum Schuldnerberater durch die Rentenversicherung?

Ja, auch die Rentenversicherung bietet, unter bestimmten Voraussetzungen, eine Unterstützung für Umschulungsmaßnahmen an. Wer mindestens 15 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat und in seinem bisherigen Beruf auf Grund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr arbeiten kann, kann auf finanzielle Unterstützung der Rentenversicherung hoffen.

Für die Einzelheiten und die genauen Voraussetzungen einer Unterstützung sollten Interessierte eng mit ihrem Reha-Berater bei der Rentenversicherung zusammenarbeiten.

 

Was verdient ein Schuldnerberater während und nach der Umschulung?

Während der Umschulungsmaßnahme selbst bekommen die angehenden Schuldnerberater keine Ausbildungsentschädigung – bei einer nebenberuflichen Weiterbildung  läuft das normale Gehalt nebenher weiter. Wird die Umschulung absolviert während Sie Leistungen (ALG1 / ALG2) beziehen, dann laufen diese fort und sichern Ihren Lebensunterhalt.

Das Gehalt nach der erfolgreichen Umschulung ist von vielen Umstände abhängig. Schuldnerberater können sowohl bei karitativen oder öffentlichen Einrichtungen angestellt sein und werden dort meist nach dem Tarifvertrag öffentlicher Dienst bezahlt. Ebenso ist es möglich, sich mit einer eigenen Beratungsstelle selbstständig zu machen. Je nach Auftragspensum ist ein monatliches Gehalt von etwa ab 2500 EUR realistisch.

 

Im Fernstudium zum Schuldnerberater?

Der relativ freie und modulare Aufbau der Umschulungsmaßnahmen macht es besonders für stark eingebundene Personen oder Menschen, in deren Nähe es kein entsprechendes Angebot gut, gut möglich, auch im Rahmen eines Fernkurses die notwendige Qualifikation zum Schuldnerberater zu erlangen. Oftmals werden die Kurse durch einzelne Präsenzveranstaltungen unterbrochen, in denen besonders kritische und wichtige Themen behandelt werden. Besonders schwierige Gesprächssituationen etwa werden gern in Rollenspielen geübt – unter professioneller Aufsicht können angehende Schuldnerberater dann lernen, in diesen Situationen die Oberhand zu behalten.

Wir haben Ihnen eine Übersicht renommierter Fernschulen zusammengestellt, bei denen Sie kostenlos und unverbindlich Kursinformationen bestellen können. Dieser Service ist natürlich kostenfrei für Sie. 

 

Umschulung per Fernstudium - unsere Empfehlungen:

 

Umschulung zum Schuldnerberater – Quereinsteiger willkommen!

Zwar haben viele Schuldnerberater eine entsprechen Vorbildung, doch viele gelangen auch als komplette Quereinsteiger in diesen Beruf. Mit der richtigen Motivation und einem grundlegenden Verständnis von sozialer Arbeit gelingt auch der Quereinstieg für alle, die keine entsprechende Vorerfahrung haben. Mit ihrer unvoreingenommen Perspektive können Quereinsteiger häufig besonders in schwierigen und untypischen Situationen schnelle und effektive Lösungen finden. Eine formale Weiterbildung ist jedoch elementar, damit Sie abgesichert sind, die Rechtsmaterie und Kernkompetenzen (Gesprächsführung, Konfliktlösung usw.) im ausreichenden Maße zu beherrschen.

 

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