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Umschulung zum Kurierfahrer/ zur Kurierfahrerin

 

Jobs für Fahrradkuriere gibt es gerade in den Großstädten. © cirquedesprit - Fotolia.com

Jobs für Fahrradkuriere gibt es gerade in den Großstädten.
© cirquedesprit – Fotolia.com

Das Berufsbild des Kurierfahrers/ der Kurierfahrerin

In der Vorweihnachtszeit werden in Deutschland traditionell unzählig viele Pakete verschickt. In der Weihnachtszeit 2013 waren es schätzungsweise sogar um die 15 Millionen Päckchen pro Tag, die die Deutschen bestellten oder zu den unterschiedlichen Paketdiensten brachten. 37 Millionen Menschen kündigten hierzulande an, ihre Weihnachtsgeschenke online zu kaufen. Kurierfahrerinnen und Kurierfahrer stellen aber nicht nur Weihnachtsgeschenke zuverlässig zu. Sie arbeiten beispielsweise auch in der Zustellung von Zeitschriften oder in der Auslieferung von Medikamenten für Apotheken.

Je nach Einsatzgebiet nehmen sie die Waren an, verstauen sie sicher im Lieferfahrzeug und bringen sie pünktlich zu ihrem Empfänger, helfen aber zum Teil auch beim Transport der Waren in die Wohnung oder bei deren sicherer Aufstellung. Die Begriffe, die zur Bezeichnung dieses vielseitigen Berufsfeldes gängig sind, sind dabei recht unterschiedlich: Während der Beruf des Servicefahrers/ der Servicefahrerin ein anerkannter Ausbildungsberuf ist, gibt es neben dem klassischen „Kurierfahrer“ und „Auslieferungsfahrer“ inzwischen auch Bezeichnungen wie den „City-Logistiker“.

 

Zukunftsaussichten für Kurierfahrer/innen

In Zeiten des boomenden Internet-Versandhandels, einer Vielzahl von kleinen Speditionen und großen Logistik-Unternehmen sind Kurierfahrerinnen und Kurierfahrer durchaus gefragt. Zugleich haben in den vergangenen Jahren einige Skandale in dieser Branche dazu geführt, dass das Berufsfeld in der Öffentlichkeit zumeist als eher prekär wahrgenommen wird: Schlechte Arbeitsbedingungen, lange Arbeitszeiten und geringer Lohn werden zumeist mit dieser Branche in Verbindung gebracht.

Laut dem Vergleichsportal Lohnspiegel.de verdienen Mitarbeiter von Post- und Kurierdiensten aber immerhin rund 30.000 Euro im Jahr und liegt damit ziemlich genau im bundesdeutschen Durchschnitt. Und längst nicht alle sind unglücklich mit ihrem Job, auch wenn dieser sicherlich nicht zu den stressfreisten gehört. Was die Zukunftsaussichten betrifft, gilt in jedem Fall: Ein bisschen Glück bei der Suche nach dem richtigen Arbeitgeber gehört dazu.

 

Inhalte und Länge der Umschulung

Während die staatlich anerkannte Ausbildung zum Servicefahrer/ zur Servicefahrerin regulär 14 Monate bis zwei Jahre dauert und sowohl die Berufsschule als auch die Mitarbeit im Ausbildungsbetrieb umfasst (siehe dazu auch die Informationen im Berufenet der Bundesagentur für Arbeit), ist die Umschulung oder Weiterbildung zum Kurierfahrer/ zur Kurierfahrerin nicht in dieser Form geregelt. Zudem sind die Inhalte der Umschulung zumeist stark reduziert, da die sogenannten KEP-Fahrer, also die Fahrer für Kurier-, Express- und Postdienstleister, nur zustellen und in der Regel keine zusätzlichen Serviceleistungen für das Unternehmen erbringen. Weil das Berufsbild des Kurierfahrers/ der Kurierfahrerin aber auch weniger einheitlich und weniger reglementiert ist, unterscheiden sich auch die Umschulen erheblich, was Inhalte und Dauer betrifft.

So bieten etwa verschiedene Bildungsförderzentren eine Umschulung zur Fachkraft für KEP-Dienstleistungen an, die 16 Monate in Vollzeit und 24 Monate in Teilzeit dauert. Andere Angebote zur Qualifizierung im Bereich City-Logistik werden von Fahrschulen getragen und umfassen nur 16 Wochen in Vollzeit, inklusive einem vierwöchigen Praktikum. Alle Angebote umfassen in der Regel den Erwerb der Führerscheinklasse B/BE, Grundwissen im Bereich Fahrzeugtechnik, -ausstattung und Fuhrparkmanagement, die wichtigsten Grundlagen der Kurier-, Express- und Postdienstleistungen, zum Teil auch mit Schulungen für Existenzgründer und Basiskurse in Erster Hilfe und Gefahrguttransporten. In vielen Fällen machen die Umschüler hier auch einen Gabelstaplerschein, der hilfreich ist, um die Beladung der Fahrzeuge zu erledigen.

 

Zielgruppe der Umschulung zum Kurierfahrer/ zur Kurierfahrerin

Je nachdem, welche Art der Qualifizierung gewählt wird, brauchen die Bewerberinnen und Bewerber für die Umschulung zum Kurierfahrer/ zur Kurierfahrerin den Hauptschulabschluss oder vergleichbare Kenntnisse. Es können also prinzipiell auch Personen ohne Schulabschluss an der Umschulung teilnehmen und dadurch einen ersten Einstieg in den Arbeitsmarkt erlangen. Wichtig sind grundlegende Deutschkenntnisse und eine stabile gesundheitliche Verfassung. Außerdem ist zumeist ein Mindestalter von 18 Jahren erforderlich, um die Führerscheine zu erhalten.

Die jeweiligen Bildungsträger beraten insbesondere Bewerberinnen und Bewerber ohne Schulabschluss, ob sie die benötigten Voraussetzungen bereits mitbringen oder eventuell zusätzliche Kompetenzen erwerben müssen, bevor sie die Umschulung beginnen können.

Förderung durch Jobcenter

Die unterschiedlichen Umschulungs- beziehungsweise Weiterbildungsmaßnahmen, die den Teilnehmenden eine professionelle Tätigkeit als Kurierfahrer/ Kurierfahrerin ermöglichen sollen, können durch die Agentur für Arbeit finanziell gefördert werden, insbesondere über den Bildungsgutschein. Dieser kann, wenn er durch die Agentur für Arbeit bewilligt worden ist, durch den Inhaber oder die Inhaberin bei einem zugelassenen Bildungsanbieter eingelöst werden.

Genauere Informationen rund um diese staatliche Leistung zur Förderung der beruflichen Weiterbildung finden sich auf den Internetseiten der Bundesagentur für Arbeit. Viele Bürgerinnen und Bürger wissen übrigens nicht, dass sie auch bei der Erlangung eines Hauptschulabschlusses gefördert werden können, wenn sie bisher keinen Schulabschluss haben. Bewerberinnen und Bewerber, denen die Bildungsträger geraten haben, vor Beginn der Weiterbildung zum Kurierfahrer/ zur Kurierfahrerin diesen Abschluss nachzuholen, können das auf diese Weise tun. Über diesen Abschluss und die Fördermöglichkeiten informiert ebenfalls die Bundesarbeitsagentur.

 

Anbieter der Umschulung

Angeboten wird die Umschulung zum Kurierfahrer/ zur Kurierfahrerin von verschiedenen regionalen Bildungsträgern, die mit Fahrschulen und Werkstätten kooperieren. Die bis zu zweijährige Ausbildung zur Servicefahrer/in oder zur Fachkraft im Bereich KEP wird von den Betrieben aus dieser Branche in Kooperation mit Berufsschulen getragen.

 

Verwandte Bereiche der Umschulung als Fernstudium

Interessierte an der Kurier-, Express- und Postdienstleistungsbranche, für die auch ein Studium in Frage kommt, können zum Beispiel ein berufsbegleitendes Fernstudium im Bereich Logistik beginnen. Alternativ könnte auch ein Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft eine attraktive Option darstellen. Vereinzelt gibt es auch Studienangebote in den Bereichen Handels- und Dienstleistungsmanagement (Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden) mit den Schwerpunkten BWL, Industrie und Handel sowie Ökonomie oder auch Mobilität und Verkehr (TU Braunschweig) mit den Schwerpunkten Fahrzeugtechnik, Logistik, Transport, Verkehrstechnik und -wirtschaft. Hier werden Absolventinnen und Absolventen umfassend auf Fach- und Führungspositionen in unterschiedlichen Unternehmenszweigen vorbereitet.