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Berufsbild

Steuerfachangestellte unterstützen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei betriebswirt-schaftlichen und steuerlichen Dienstleistungen. Sie sind serviceorientierte Ansprechpartner von Mandanten, erledigen die Finanzbuchhaltung von Unternehmen (einschließlich der Erstellung betriebs-wirtschaftlicher Auswertungen), erstellen Gehaltsabrechnungen und Steuererklärungen für Privatpersonen und Unternehmen und erledigen organisatorische Aufgaben. Steuerfachangestellte prüfen ergangene Steuerbescheide und stehen regelmäßig in Kontakt mit den zuständigen Mitarbeitern der Finanzämter.
Vorwiegend sind Steuerfachangestellte in Büros und Kanzleien von Wirtschaftsprüfern, vereidigten Buchprüfern, Steuerberatern sowie von Buchprüfungs-, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften tätig.

Der Beruf des Steuerfachangestellten ist etwas für Sie, wenn Sie...
Weiterbildung zum Steuerfachangestellten

  • einen Sinn für Zahlen haben
  • auch in stressigen Phasen (wenn es zu Jahresabschlüssen und Prüfungen kommt) einen kühlen Kopf bewahren
  • teamfähig sind
  • geübt in allen gängigen Windows-Programmen sind oder den Willen haben, sich dies zu erarbeiten
  • auch mal Überstunden in Zeiten erhöhten Arbeitsaufkommens Ihnen wenig Probleme bereiten

Zukunftsaussichten

Die zunehmende Komplexität des Steuersystems sorgt für steigenden Steuerberatungsbedarf und sichert Steuerfachangestellten eine gute berufliche Perspektive. Wegen der laufenden Veränderungen des Steuerrechts ist eine kontinuierliche Fortbildung unerlässlich. Mit 10-jähriger Berufspraxis eröffnet sich Steuerfachangestellten auch ohne Studium eine Tätigkeit als Steuerberater. Eine vorherige Weiterbildung zum Steuerfachwirt/zur Steuerfachwirtin wird unter Umständen auf die 10-Jahresfrist angerechnet. Eine Prüfung zum Steuerfachwirt/zur Steuerfachwirtin darf nach dreijähriger Berufstätigkeit als Steuerfachangestellte/r erfolgen. Steuerfachangestellte können sich auch zum/zur Bilanzbuchhalter/in fortbilden.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die in einem Ausbildungsbetrieb und (an ein bis zwei Tagen wöchentlich) in der Berufsschule stattfindende duale Ausbildung/Umschulung zu Steuerfachangestellten dauert drei Jahre. Einige Bundesländer ermöglichen auch eine vierjährige duale Ausbildung, die den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife einschließt.

Daneben werden Umschulungen in Vollzeit (22 bis 24 Monate) oder Teilzeit (34 bis 36 Monate) von Weiterbildungsinstituten angeboten, in die häufig auch Praktikumszeiträume bei einem Steuerberater von zwischen sechs und fünfzehn Monaten einbezogen sind.

Im ersten Ausbildungsjahr erlernen die Auszubildenden den Umgang mit steuerlichen Richtlinien und Vorschriften sowie mit einschlägiger Rechtsprechung und Fachliteratur, die Ermittlung von Besteuerungsgrundlagen und die Erstellung von Einkommensteuererklärungen, die Mitwirkung an Voranmeldungen zur Umsatzsteuer, die gebräuchlichen Buchführungsformen und deren Einsatz, die Bearbeitung von Zahlungsverkehrsvorgängen und des Posteingangs und Postausgangs, die Terminplanung sowie die Mitwirkung bei der Fristenkontrolle.

Das zweite Ausbildungsjahr dient der Vermittlung von Kenntnissen über die Erstellung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen, die Führung von Lohn- und Gehaltskonten, die Erstellung von Umsatzsteuererklärungen, die Prüfung von Umsatzsteuerbescheiden, die Handhabung unterschiedlicher Programme zur elektronischen Datenverarbeitung (vor allem im Rahmen der Finanzbuchhaltung), die selbständige Verfassung von Aktenvermerken sowie über die Datensicherheit.

Inhalte des dritten Ausbildungsjahres sind die Unterscheidung steuerpflichtiger Einkommen nach dem Einkommensteuer- und dem Körperschaftssteuergesetz, die Berechnung von Gewerbesteuerrückstellungen und die Erstellung von Gewerbesteuererklärungen, die Entwicklung einer Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung aus der Buchführung und der Entwurf von Anträgen auf Stundung, Vollziehungsaussetzung, Erlass und Aufrechnungserklärungen.

Während der gesamten Ausbildungszeit werden die sich aus dem Ausbildungsvertrag ergebenden Rechte und Pflichten, die Organisation des Ausbildungsbetriebs und die Anwendung von Unfallverhütungs- und Arbeitsschutzvorschriften thematisiert.
In der Berufsschule werden grundlegende Kenntnisse zur allgemeinen Wirtschaftslehre, zur Steuerlehre und zum Rechnungswesen vermittelt.

Das Berufsausbildungsgesetz erlaubt die Durchführung von bis zu einem Viertel der Ausbildungsdauer im Ausland.

 

Zielgruppe

Eine spezielle berufliche Qualifikation ist für den Beginn einer Umschulung zum/zur Steuerfachangestellten nicht erforderlich, doch wird häufig zumindest ein mittlerer Schulabschluss oder sogar Abitur, Fachabitur oder der Abschluss der Höheren Handelsschule vorausgesetzt. 61 Prozent der Ausbildungsanfänger besitzen eine Hochschulreife und 37 Prozent eine Mittlere Reife.

Umschüler sollten über gute mathematische Grundkenntnisse und analytisches Denkvermögen verfügen. Sie sollten ökonomische Zusammenhänge verstehen und an rechtlichen und steuerlichen Fragestellungen interessiert sein. Ferner ist Kontaktfähigkeit innerhalb des Arbeitsteams und gegenüber Kunden sowie eine sorgfältige und gewissenhafte Arbeitsweise erforderlich.

 

Fördermaßnahmen

Umschulungen können von der Arbeitsagentur durch Ausstellung eines „Bildungsgutscheines“ gefördert werden. Mit dem Bildungsgutschein wird die Übernahme aller Kosten bestätigt, die im Zusammenhang mit der Umschulungsmaßnahme auftreten. Der Bildungsgutschein muss spätestens drei Monate nach seiner Ausstellung bei einem von der Arbeitsagentur anerkannten Weiterbildungsinstitut eingelöst werden.

Ein Bildungsgutschein wird aber nur dann erteilt, wenn mit der Umschulung eine bestehende oder drohende Erwerbslosigkeit abgewendet werden kann und dies nur durch eine Umschulung möglich ist. Zudem wird gewöhnlich verlangt, dass der Antragsteller den Abschluss einer anderen Berufsausbildung oder eine dreijährige Berufstätigkeit vorweisen kann.

 

Bewerbung für eine Umschulung zum/ zur Steuerfachangestellten

Der Steuerfachangestellte unterstützt mit seinem betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Können Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Zudem gehören organisatorische Aufgaben und der Kontakt mit Finanzämtern zu seiner Tätigkeit. Bei der Bewerbung für eine Umschulung zum Steuerfachangestellten sollten die Bewerber deshalb rechnerisches wie organisatorisches Können mitbringen und explizit auf Vorkenntnisse in artverwandten Bereichen hinweisen.

 

Grundlegendes zum Bewerbungsverfahren für eine Umschulung zum Steuerfachangestellten

Möchten Interessenten eine Umschulung zum Steuerfachangestellten anstreben, sollten immer die explizit genannten Bewerbungsunterlagen bzw. ausbildnerischen Erfordernisse erfüllt werden. Die Umschulung zum Steuerfachangestellten setzt im Regelfall keine besondere berufliche Qualifikation voraus. Dennoch bieten viele Arbeitgeber die Umschulung nur an, wenn ein mittlerer Schulabschluss oder ein Abitur vorhanden ist.

Vor der Bewerbung sollten zudem die eigenen Kompetenzen richtig eingeschätzt werden. Steuerfachangestellte benötigen unbedingt einen Sinn für Zahlen, da sie unter anderem mit Steuererklärungen zu tun haben. Ebenfalls müssen sie mit stressigen Phasen wie etwa Prüfungen und Jahresabschlüssen zurechtkommen und teamfähig sein. Da der Steuerfachangestellte seine Tätigkeit vermehrt mit dem Computer ausführt, sollte er mit den gängigen Windows-Programmen umgehen können oder bereit sein, sich die notwendigen Kenntnisse zu erarbeiten.

Vor der Bewerbung sind Praktika in einem ähnlichen Berufsfeld oder als Steuerfachangestellter äußerst ratsam. Dies zeigt nicht nur, dass der Wille für die Durchführung der Umschulung gegeben ist, sondern ebenfalls, dass der Umschüler erste fachliche Kenntnisse aufweist. Das Bewerbungsschreiben sollte deshalb immer Arbeits- und Schul- bzw. Praktikazeugnisse enthalten.

 

Was gehört in die Bewerbung und was nicht?

Die Bewerbung für eine Umschulung zum Steuerfachangestellten sollte immer relevante Arbeits- und Ausbildungszeugnisse enthalten, falls diese vorhanden sind. Viele Arbeitgeber suchen explizit nach Personal, welches erste Erfahrung im Rechnungswesen oder im artverwandten Bereich des Steuerfachangestellten besitzt. Bezüglich Schulzeugnisse sollte immer das aktuellste bzw. relevanteste inkludiert werden. Wird beispielsweise ein Abitur benötigt, jedoch ist nur ein Zeugnis eines Realschulabschlusses vorhanden, sollte dennoch dieses Zeugnis den Bewerbungsunterlagen beigefügt werden.

Praktikazeugnisse aus artverwandten Berufen bzw. Nachweise für eine Ausbildung mit steuerfachlichen, organisatorischem oder buchhalterischem Schwerpunkt wie zum Beispiel der Kaufmann bzw. die Kauffrau für Büromanagement sollten ebenso beigefügt werden. Nicht relevant für die Bewerbung für eine Umschulung zum Steuerfachangestellten hingegen sind veraltete Schulzeugnisse oder die Anführung von abgebrochenen Ausbildungen.

Im Bewerbungsschreiben sollte des Weiteren explizit auf das Interesse für den Beruf hingewiesen werden, wobei persönliche Qualifikationen wie etwa Stressresistenz, der geübte Umgang mit Zahlen oder Teamfähigkeit deutlich vermerkt werden müssen. Frühere Tätigkeiten, welche diese Fähigkeiten auch erfordern, gehören ebenso im Anschreiben angeführt. Dies zeigt, dass die persönlichen Qualifikationen in der Berufswelt angewandt worden wurden und der Bewerber vor allem mit stressigen und anstrengenden Situationen zurechtkommt.

 

Aufbau und Gliederung

In der Bewerbung zur Umschulung zum Steuerfachangestellten sollten zu Beginn stets das persönliche Interesse an der Tätigkeit sowie die eigenen Qualifikationen vermerkt werden. Zu diesen gehören mathematische, betriebswirtschaftliche oder analytische Fähigkeiten bzw. das Interesse an ihnen. Bezüglich schulischer Ausbildung ist stets zuletzt durchgeführte Ausbildung mitsamt Abschluss relevant. Berufliche Tätigkeiten, welche als letzter ausgeführt wurden, sowie jene aus artverwandten Bereichen gehören im nächsten Schritt stets angeführt.

Im letzten Absatz wird explizit auf die persönlichen Qualifikationen, welche für den Beruf relevant sind, hingewiesen. Hier kann gleichfalls ein Vermerk auf frühere berufliche Tätigkeiten angeführt werden, wodurch der künftige Arbeitgeber dazu verleitet wird, den Lebenslauf des Bewerbers auf berufliche Vorkenntnisse durchzulesen.

 

Muster: So könnte das Bewerbungsschreiben für eine Steuerfachangestelltenumschulung aussehen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin auf Ihr Inserat auf der Website XY bezüglich einer Umschulung zum Steuerfachangestellten aufmerksam geworden. Da mich die Tätigkeit als Steuerfachangestellter schon seit längerem interessiert, bewerbe ich mich um die ausgeschriebene Stelle. Meine persönlichen Stärken liegen im mathematisch-wirtschaftlichen Bereich sowie im analytischen Bereich, wodurch ich schon seit Längerem eine berufliche Tätigkeit als Steuerfachangestellter anstrebe. Die Verbindung aus Kundenkontakt und Büroarbeit spricht mich zudem besonders an, da ich gerne mit anderen Menschen in Kontakt trete. Dass der Beruf des Steuerfachangestellten die richtige Tätigkeit für mich ist, konnte ich durch mehrere Praktika in artverwandten Bereichen feststellen.

Meine schulische Ausbildung schloss ich mit dem Fachabitur ab. Bisher war ich Kaufmann für Büromanagement tätig, sodass ich bereits Kenntnisse in der Buchhaltung und -führung, bürospezifischen Organisation sowie dem Kontakt mit verschiedenen Kunden besitze. Schon während meiner Schulzeit hegte ich ein großes Interesse in der Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik. Der Beruf des Steuerfachangestellten interessiert ich vor allem, da er eine Kombination aus Buchhaltung, Betriebswirtschaft und Kundenmanagement darstellt. Meine Stressresistenz und die Fähigkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und auf ihre Wünsche einzugehen, habe ich zuvor in meiner alten Tätigkeit vermehrt unter Beweis gestellt.

Die Entscheidung, eine Umschulung zum Steuerfachangestellten durchzuführen, hege ich zudem schon lange. Ihr Unternehmen erscheint mir als die richtige Institution, um meinen Wunsch wahr werden zu lassen. Um Sie von mir persönlich zu überzeugen, freue ich mich auf ein Bewerbungsgespräch bei Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann

 

Wie geht es weiter?

Erfolgt eine Einladung zum Bewerbungsgespräch, sollten die Bewerber immer auf spontane Tests gefasst sein. Dies können unter anderem kleine mathematische Aufgaben oder ein kurzer Test bezüglich Stressresistenz oder Kundenkontakt sein. Beim Bewerbungsgespräch selbst sollten die persönlichen Kenntnisse stets klar hervorgebracht werden. Selbstsicheres Auftreten ist beim Bewerbungsgespräch unerlässlich, da der Kontakt mit fremden Personen zum Alltag des Steuerfachangestellten gehört.

 

Anbieter der Umschulung

Die duale Ausbildung von Steuerfachangestellten findet gewöhnlich bei Wirtschaftsprüfern oder Steuerberatern statt. Umschulungen zum/zur Steuerfachangestellten werden z. B. von der „SOWI Fortbildungsinstitut GmbH“ (Ottilienstr. 13, Essen), den Eckert-Schulen (Dr.-Robert-Eckert-Str. 3, Regenstauf), dem „HAW Ausbildungszentrum für Handel und Wirtschaft GmbH“ Fliegerstr. 1, Hannover) oder dem „Forum Berufsbildung e. V.“ (Charlottenstr. 2, Berlin) durchgeführt.

Weitere Anbieter:

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Im Fernstudium können dem/der Steuerfachangestellten verwandte Berufe wie „Geprüfter Buchhalter“, Bilanzbuchhalter/in, Steuerberater/in, Bürokaufmann/Bürokauffrau und Wirtschaftsassistent/in erlernt werden. Verschaffen Sie sich doch einfach durch Zusendung von kostenlosem Infomaterial eine Übersicht über die Angebote im Bereich Steuern (*):

Fernkurse aus dem Bereich Steuern/Buchführung am ILS


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