Umschulung zum/zur Steuerfachangestellten

Helfen Sie anderen beim Steuern sparen!
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Berufsbild

Steuerfachangestellte unterstützen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei betriebswirt-schaftlichen und steuerlichen Dienstleistungen. Sie sind serviceorientierte Ansprechpartner von Mandanten, erledigen die Finanzbuchhaltung von Unternehmen (einschließlich der Erstellung betriebs-wirtschaftlicher Auswertungen), erstellen Gehaltsabrechnungen und Steuererklärungen für Privatpersonen und Unternehmen und erledigen organisatorische Aufgaben. Steuerfachangestellte prüfen ergangene Steuerbescheide und stehen regelmäßig in Kontakt mit den zuständigen Mitarbeitern der Finanzämter.
Vorwiegend sind Steuerfachangestellte in Büros und Kanzleien von Wirtschaftsprüfern, vereidigten Buchprüfern, Steuerberatern sowie von Buchprüfungs-, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften tätig.

 

Zukunftsaussichten

Die zunehmende Komplexität des Steuersystems sorgt für steigenden Steuerberatungsbedarf und sichert Steuerfachangestellten eine gute berufliche Perspektive. Wegen der laufenden Veränderungen des Steuerrechts ist eine kontinuierliche Fortbildung unerlässlich. Mit 10-jähriger Berufspraxis eröffnet sich Steuerfachangestellten auch ohne Studium eine Tätigkeit als Steuerberater. Eine vorherige Weiterbildung zum Steuerfachwirt/zur Steuerfachwirtin wird unter Umständen auf die 10-Jahresfrist angerechnet. Eine Prüfung zum Steuerfachwirt/zur Steuerfachwirtin darf nach dreijähriger Berufstätigkeit als Steuerfachangestellte/r erfolgen. Steuerfachangestellte können sich auch zum/zur Bilanzbuchhalter/in fortbilden.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die in einem Ausbildungsbetrieb und (an ein bis zwei Tagen wöchentlich) in der Berufsschule stattfindende duale Ausbildung/Umschulung zu Steuerfachangestellten dauert drei Jahre. Einige Bundesländer ermöglichen auch eine vierjährige duale Ausbildung, die den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife einschließt.
Daneben werden Umschulungen in Vollzeit (22 bis 24 Monate) oder Teilzeit (34 bis 36 Monate) von Weiterbildungsinstituten angeboten, in die häufig auch Praktikumszeiträume bei einem Steuerberater von zwischen sechs und fünfzehn Monaten einbezogen sind.
Im ersten Ausbildungsjahr erlernen die Auszubildenden den Umgang mit steuerlichen Richtlinien und Vorschriften sowie mit einschlägiger Rechtsprechung und Fachliteratur, die Ermittlung von Besteuerungsgrundlagen und die Erstellung von Einkommensteuererklärungen, die Mitwirkung an Voranmeldungen zur Umsatzsteuer, die gebräuchlichen Buchführungsformen und deren Einsatz, die Bearbeitung von Zahlungsverkehrsvorgängen und des Posteingangs und Postausgangs, die Terminplanung sowie die Mitwirkung bei der Fristenkontrolle.

Das zweite Ausbildungsjahr dient der Vermittlung von Kenntnissen über die Erstellung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen, die Führung von Lohn- und Gehaltskonten, die Erstellung von Umsatzsteuererklärungen, die Prüfung von Umsatzsteuerbescheiden, die Handhabung unterschiedlicher Programme zur elektronischen Datenverarbeitung (vor allem im Rahmen der Finanzbuchhaltung), die selbständige Verfassung von Aktenvermerken sowie über die Datensicherheit.
Inhalte des dritten Ausbildungsjahres sind die Unterscheidung steuerpflichtiger Einkommen nach dem Einkommensteuer- und dem Körperschaftssteuergesetz, die Berechnung von Gewerbesteuerrückstellungen und die Erstellung von Gewerbesteuererklärungen, die Entwicklung einer Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung aus der Buchführung und der Entwurf von Anträgen auf Stundung, Vollziehungsaussetzung, Erlass und Aufrechnungserklärungen.
Während der gesamten Ausbildungszeit werden die sich aus dem Ausbildungsvertrag ergebenden Rechte und Pflichten, die Organisation des Ausbildungsbetriebs und die Anwendung von Unfallverhütungs- und Arbeitsschutzvorschriften thematisiert.
In der Berufsschule werden grundlegende Kenntnisse zur allgemeinen Wirtschaftslehre, zur Steuerlehre und zum Rechnungswesen vermittelt.
Das Berufsausbildungsgesetz erlaubt die Durchführung von bis zu einem Viertel der Ausbildungsdauer im Ausland.

 

Zielgruppe

Eine spezielle berufliche Qualifikation ist für den Beginn einer Umschulung zum/zur Steuerfachangestellten nicht erforderlich, doch wird häufig zumindest ein mittlerer Schulabschluss oder sogar Abitur, Fachabitur oder der Abschluss der Höheren Handelsschule vorausgesetzt. 61 Prozent der Ausbildungsanfänger besitzen eine Hochschulreife und 37 Prozent eine Mittlere Reife.
Umschüler sollten über gute mathematische Grundkenntnisse und analytisches Denkvermögen verfügen. Sie sollten ökonomische Zusammenhänge verstehen und an rechtlichen und steuerlichen Fragestellungen interessiert sein. Ferner ist Kontaktfähigkeit innerhalb des Arbeitsteams und gegenüber Kunden sowie eine sorgfältige und gewissenhafte Arbeitsweise erforderlich.



 

Fördermaßnahmen

Umschulungen können von der Arbeitsagentur durch Ausstellung eines „Bildungsgutscheines“ gefördert werden. Mit dem Bildungsgutschein wird die Übernahme aller Kosten bestätigt, die im Zusammenhang mit der Umschulungsmaßnahme auftreten. Der Bildungsgutschein muss spätestens drei Monate nach seiner Ausstellung bei einem von der Arbeitsagentur anerkannten Weiterbildungsinstitut eingelöst werden.
Ein Bildungsgutschein wird aber nur dann erteilt, wenn mit der Umschulung eine bestehende oder drohende Erwerbslosigkeit abgewendet werden kann und dies nur durch eine Umschulung möglich ist. Zudem wird gewöhnlich verlangt, dass der Antragsteller den Abschluss einer anderen Berufsausbildung oder eine dreijährige Berufstätigkeit vorweisen kann.

 

Anbieter der Umschulung

Die duale Ausbildung von Steuerfachangestellten findet gewöhnlich bei Wirtschaftsprüfern oder Steuerberatern statt. Umschulungen zum/zur Steuerfachangestellten werden z. B. von der „SOWI Fortbildungsinstitut GmbH“ (Ottilienstr. 13, Essen), den Eckert-Schulen (Dr.-Robert-Eckert-Str. 3, Regenstauf), dem „HAW Ausbildungszentrum für Handel und Wirtschaft GmbH“ Fliegerstr. 1, Hannover) oder dem „Forum Berufsbildung e. V.“ (Charlottenstr. 2, Berlin) durchgeführt.

Weitere Anbieter:

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Im Fernstudium können dem/der Steuerfachangestellten verwandte Berufe wie „Geprüfter Buchhalter“, Bilanzbuchhalter/in, Steuerberater/in, Bürokaufmann/Bürokauffrau und Wirtschaftsassistent/in erlernt werden. Verschaffen Sie sich doch einfach durch Zusendung von kostenlosem Infomaterial eine Übersicht über die Angebote im Bereich Steuern (*):

Fernkurse aus dem Bereich Steuern/Buchführung am ILS
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