Raus aus der Pflege! Ideale Umschulungsberufe für Altenpfleger/innen

Raus aus der Pflege! Vielleicht mit einer Umschulung in einen anderen Beruf? Auch ein Quereinstieg ist für Pflegekräfte in viele andere Berufe leicht möglich.

Der Arbeitsalltag von Altenpflegern und Pflegekräften besteht aus zahllosen Überstunden, bringt meist nur eine unangemessene Entlohnung, dafür aber psychische sowie körperliche Belastungen. Auch wenn vielen Menschen, die im Pflegebereich tätig sind, der Beruf an sich gefällt, so gibt es genauso viele Gründe, ihn zu verlassen. Sie überlegen als Altenpfleger einen Umschulung zu einem anderen Beruf zu machen? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie eine durch das Arbeitsamt oder durch die Rentenversicherung finanzierte Umschulung bewilligt bekommen und welche Berufe sich für Altenpfleger besonders für einen Berufswechsel eignen.

 

Für Schnellleser
Am Ende des Artikels finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte oder gleich hier. Wenn Sie als Altenpfleger oder Krankenpflegerin eine konkrete Frage zur Umschulung zum Erzieher, zur Arzthelferin oder Krankenschwester haben, dann kommen Sie durch einen Klick auf die Überschrift im Inhaltsverzeichnis direkt zum jeweiligen Abschnitt.

 

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Wann zahlt die Rentenversicherung eine Umschulung raus aus der Pflege?

Viele Altenpfleger klagen vor einer Umschulung über die Belastung von Rücken und der Gelenke durch schweres Heben bis hin zu Schäden an Bandscheiben. Die Arbeit mit schwerkranken Menschen belastet auch die Psyche von Pflegekräften. Was von Außenstehenden oftmals verharmlosend und als “typische” Erscheinung des Berufsbild abgetan wird, ist für Alten- und Krankenpfleger einer sehr ernstzunehmende Situation. Wenn Sie durch Ihre bisherige Tätigkeit psychisch und / oder körperlich krank wurden, dann ist es dringend an der Zeit mit Hilfe der Rentenversicherung einen Berufswechsel raus aus der Pflege zu planen.

Arbeitnehmer, die aus aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Pflege arbeiten können und wollen, werden von er Rentenversicherung durch Umschulungen in andere, meist verwandte Berufe gefördert.

Sollten Sie nicht vorrangig krankheitsbedingt als Pflegekraft einen Umschulung in einen anderen Beruf anstreben, dann ist die Agentur für Arbeit Ihr Ansprechpartner für die Förderung einer Umschulung. 

 

 

Umschulungsmöglichkeiten für Altenpfleger

Eine Umschulung bedeutet einen Berufswechsel in kurzer Dauer, denn in der Regel hat ein/e Altenpfleger/-in bereits Berufserfahrungen, die für den neuen Beruf besonders hilfreich sind. Indem Sie Ihre Stärken ehrlich analysieren und anhand dessen den passenden Umschulungsberuf wählen, wird Ihnen die Umschulung leicht fallen.

Wer als Altenpfleger eine Umschulung machen möchte, bringt sowohl für die verkürzte Ausbildung, als auch für den neuen Beruf wertvolle Kompetenzen mit: Sie sind belastungsstark und stresserprobt, teamfähig und emphatisch. Sie besitzen vertieftes Wissen in der Pflege und grundlegende Kenntnisse in der Krankenpflege. Wer seinen Beruf wechseln möchte ist motiviert und leistungsbereit.

 

Zahlreiche Umschulungen werden durch das Arbeitsamt, die Rentenversicherung und deren Kooperationspartner angeboten. Diese betrieblichen und schulischen Umschulungen sind bei  Altenpflegern/Altenpflegerinnen und Krankenpfleger / Krankenpflegerinnen besonders beliebt:

Umschulungen als Altenpfleger / Altenpflegerin und Krankenpfleger / Krankenpflegerin

  • zur Erzieherin  / zum Erzieher
  • zum Heilerziehungspfleger / zur Heilerziehungspflegerin
  • zur Lebenshelferin und Sozialassistentin / zum Lebenshelfer und Sozialassistenten
  • zur Arzthelferin / zum Arzthelfer
  • zur Bürokauffrau / zum Bürokaufmann im Gesundheitswesen
  • und für Altenpfleger zur Krankenschwester / zum Krankenpfleger.

 

Kann ich mich als Altenpflegerin zur Erzieherin umschulen lassen?

Ja, für examinierte Altenpfleger ist es möglich entweder als Quereinsteiger oder über einer Umschulung in einen sozialen Beruf einzusteigen. Letzteres ist langfristig gesehen natürlich lukrativer. Pflegeberufe und Soziale Berufe haben inhaltlich haben eine große Schnittmenge, die sich ideal zum Berufswechsel eignen. Die Umschulung für Krankenpfleger zum Erzieher dauert zwei Jahre (verkürzte Ausbildung mit regulär drei Jahren) und kann in Form einer schulischen oder als betriebliche Umschulung stattfinden.  Für Pflegekräfte wird aber vor allem die Frage der Finanzierung maßgeblich sein:

 

Wann wird mir als Altenpfleger eine Weiterbildung zum Erzieher durch die Agentur für Arbeit finanziert?

Die Fördervoraussetzungen einer Umschulung durch das Arbeitsamt oder Jobcenter richten sich nach den §§ 81, 82 SGB III, je nachdem ob Sie arbeitssuchend, arbeitslos oder fest angestellt, aber von Verlust bedroht sind. Wichtig: Die Umschulung zur Erzieherin ist für Sie mit keinen Kosten verbunden. Die Umschulung für einen Berufswechsel vom Altenpfleger zum Erzieher wird von der Agentur für Arbeit durch einen Bildungsgutschein gefördert, wenn:

(1) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können bei beruflicher Weiterbildung durch Übernahme der Weiterbildungskosten gefördert werden, wenn

1. die Weiterbildung notwendig ist, um sie bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern, eine ihnen drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder weil bei ihnen wegen fehlenden Berufsabschlusses die Notwendigkeit der Weiterbildung anerkannt ist,
2. die Agentur für Arbeit sie vor Beginn der Teilnahme beraten hat und
3. die Maßnahme und der Träger der Maßnahme für die Förderung zugelassen sind.

Wichtig ist somit (siehe Ziffer 2), dass Sie sich zuerst von der Arbeitsagentur beraten lassen. Kündigen Sie nicht voreilig und unterschreiben Sie keine Verträge für eine selbstfinanzierte Weiterbildung, Ausbildung oder sonstige Qualifizierung. Die Kosten der Umschulung zum Erzieher kann das Arbeitsamt nur übernehmen, wenn Sie sich zuerst haben beraten lassen.

Die Finanzierung der Umschulung für den Altenpfleger wird das Jobcenter (ARGE) in einem sogenannten Bildungsgutschein feststellen: welche Umschulung, bei welchem Anbieter in welchem Zeitraum.

 

Wie komme ich raus aus der Altenpfleger, wenn ich gesundheitliche Probleme habe, aber mit Kindern arbeiten möchte?

Wenn Sie aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen körperlich und mental nicht mehr in der Lage sind in der Pflege zu arbeiten, dann kann Ihnen als Altenpfleger eine Umschulung zum Erzieher durch die Rentenversicherung finanziert werden. Die Gesetzliche Rentenversicherung ist bei Berufswechsel wegen Krankheit vorrangig zuständig. Die GRV wird die Kosten der Umschulung jedoch nur übernehmen, wenn die medizinische Beeinträchtigung ärztlich festgestellt und dokumentiert ist.

Schwierig wird die Umschulung als Altenpfleger hin zum Erzieherberuf, wenn in der Arbeit mit Kindern ähnliche gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erwarten sind wie im Arbeitsalltag mit Alten und Kranken. Wählen Sie hier Ihre Argumente für die Beratungsgespräche bei der Deutschen Rentenversicherung mit Bedacht, damit keine Widersprüche entstehen.

Weitere Informationen zum Berufswechsel zur Erzieherin erhalten Sie hier.

 

Ist für Altenpfleger ein Quereinstieg in den Beruf Erzieherin möglich?

Ja, auch ohne Ausbildung oder Umschulung zum Erzieher können Altenpfleger in einen sozialen Beruf  als Quereinsteiger wechseln. Im Rahmen des ESF-Bundesmodellprogramms „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“ ist eine verkürzte Ausbildung möglich. Dieses sieht vor, dass Quereinsteiger in Modellprojekten die notwendigen Kompetenzen erlernen und dient als Alternative zur klassischen dreijährigen Erzieherausbildung. Das ESF-Bundesmodellprogramm fördert dabei auch ausdrücklich Männer, die nach der Qualifizierung zur/zum staatlich anerkannten Erzieher/in in Kitas arbeiten möchten. Der Quereinstieg ist für Altenpfleger auch in Teilzeit möglich, allerdings endet das Förderprogramm Ende 2020 und über eine Fortführung ist bislang noch nicht abschließend entschieden worden.

Aber auch ohne Förderprogramme können Krankenpfleger sich direkt als Quereinsteiger in einem Kindergarten oder einer Kita bewerben: Ohne formale Erzieherausbildung können Altenpfleger als

  • pädagogische Hilfskraft

in den Erzieherberuf rein schnuppern und als Quereinsteiger später die sogenannte

  • Externenprüfung bzw. Nichtschülerprüfung für Erzieher

ablegen. Allerdings dauert dieser Weg erfahrungsgemäß nicht kürzer, als eine vom Arbeitsamt geförderte, verkürzte Umschulung mit Dauer zwei Jahre. 

 

Kann man als Altenpfleger eine Umschulung zum Heilerziehungspfleger machen?

Ja, als Alten- oder Krankenpfleger haben Sie eine ideale Erstausbildung für eine von der Rentenversicherung oder dem Jobcenter finanzierte Umschulung. Heilerziehungspfleger haben ihren Schwerpunkt in der sozialen Erziehung und Förderung von Menschen mit geistigen und Körperlichen Behinderungen, wobei hier auch die Pflege einen Teilaspekt darstellt. In der Heilerziehungspflege unterstützen Umschüler die behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei der Bewältigung des Alltags in Einrichtungen und Wohngruppen.

Wichtig: Wenn Sie bereits eine Ausbildung zum examinierten Krankenpflege oder Altenpflegerin abgeschlossen haben, dann wird Ihnen das Arbeitsamt aufgrund der inhaltlichen Nähe die Umschulung bewilligen. Erkundigen Sie sich aber zunächst, ob Sie den Einstieg in die Heilerziehungspflege über eine Weiterbildung in kürzerer Zeit (meist nur 1 Jahr) erreichen können. Die Umschulung zur Heilerziehungspflegerin dauert für Pflegekräfte regulär zwei Jahre und aufgrund Ihres umfassenden Vorwissens, sollte eine verkürzte Ausbildungsdauer in Form einer Weiterbildung möglich sein.

Noch mehr Informationen zur Weiterbildung zur Heilerziehungspflegerin erhalten Sie hier.

 

Können Altenpfleger sich zum Heilpädagogen umschulen lassen?

Nein, es gibt keine Umschulung zum Heilpädagogen, da es sich nicht um einen Ausbildungsberuf, sondern um ein Studium handelt. Jedoch können examinierte Kranken- und Altenpfleger sich über ein Fernstudium nebenberuflich zum Heilpädagogen weiterbilden und so den Berufswechsel in einen sozialen Beruf schaffen.

Das Fernstudium Heilpädagogik wird an den viel gelobten, renommierten Fernuniversität IUBH in Form eines Bachelors angeboten. Das Studium neben dem Beruf dauert regulär 36 Monate, kann jedoch unkompliziert verlängert und jederzeit begonnen werden.

 

Ist eine Qualifizierung von der Altenpflegerin zur Sozialassistentin oder Lebenshelfer möglich?

Ja, ein ausgebildeter Pfleger kann sich als Weiterbildung zum Sozialassistenten ausgebildet lassen und damit in Kindergärten und Behindertenwerken arbeiten. Die Weiterbildung dauert nur bis zu einem Jahr und macht den Wechsel raus aus der Altenpflege schneller möglich als die Umschulung zur Erzieherin. Zwar wird regulär die Ausbildung zum / zur Sozialassistent / Sozialassistentin als Umschulung angeboten, jedoch ist bei Pflegeberufen aufgrund der inhaltlichen Überschneidung eine verkürzte Umschulung als Weiterbildung in einem Jahr möglich. 

Vertiefte Informationen zur Weiterbildung zum Sozialassistenten finden Sie hier.

Kann man als Krankenpfleger als Lebenshelfer/in arbeiten?

Ja, examinierte Kranken- und Altenpfleger können unkompliziert zum Beruf Lebenshelfer wechseln. Für viele Menschen, die unzufrieden mit ihrer derzeitigen beruflichen Situation sind, ist dennoch die Pflege ihre “Berufung”. Daher sind Alternativen wie der Beruf des Lebenshelfers die ideale Lösung. Ein Lebenshelfer ist eine Person, die ältere Menschen und Senioren in ihrem Alltag begleitet und ihnen beim Bewältigen der täglichen Aufgaben behilflich ist. Dafür ist eine pflegerische Vorbildung gut, aber keine zwingende Voraussetzung. Es werden im Vergleich zum Altenpfleger/in mehr soziale Kompetenzen gefordert und die körperliche Belastung ist geringer.

Der von Altenpflegern oft kritisierte Personalschlüssel mir zu wenig Zeit für den einzelnen Patienten kennen Lebenshelferinnen nicht: Lebenshelfer können sich mehr Zeit für die Betreuten nehmen und dies sorgt automatisch für ein besseres Verhältnis, mehr Spaß an der Arbeit und eine engere Bindung zu den Senioren. Lebenshelfer können angestellt arbeiten, aber auf Wunsch auch selbstständig und haben ein größeres Mitbestimmungsrecht bezüglich des Gehalts. Die Zeiteinteilung erfolgt nach Absprache, wobei Wochenenddienst eher die Ausnahme ist.

 

Wie fördert die Arbeitsagentur für Krankenpfleger einer Umschulung zur Arzthelferin (MFA)?

Wenn Sie nicht mehr als Altenpfleger oder Altenpflegerin arbeiten können, dann kann über eine Umschulung zum Medizinischen Fachangestellten ein Berufswechsel erreicht werden. Arzthelferinnen übernehmen medizinische Aufgaben wie Blutabnahme und Wundversorgung, jedoch keine pflegerischen Aufgaben. Der Schwerpunkt des Arbeitsalltags liegt in der Verwaltung und Büroorganisation. Nach der Umschulung zur MFA arbeiten Sie also weiterhin mit Patienten und unterstützen Sie bei ihrer Genesung, ohne aber selbst in der Pflege zu arbeiten.

Für eine Finanzierung der Umschulung zur Arzthelferin durch die Agentur für Arbeit, Jobcenter oder Rentenversicherung sind folgende Schritte nötig:

  • Vereinbaren Sie zuerst ein Beratungsgespräch bei dem für Sie zuständigen Arbeitsamt oder Beratungsstelle der Rentenversicherung
  • Bereiten Sie sich auf das Gespräch gut vor, indem Sie sich überlegen, welche Argumente gegen Ihre Arbeit als Altenpfleger, aber für die Umschulung zum Wunschberuf spricht. Vermeiden Sie dabei unbedingt Widersprüche.
  • Suchen Sie sich einen passenden Umschulungsanbieter raus und informieren Sie sich über die Konditionen der Weiterbildungsmaßnahme. Wenn möglich vergleichen Sie die Angebote unterschiedlicher Anbieter, damit Sie einen Überblick über die Optionen bekommen.

Hier erhalten Sie noch mehr Informationen zur Umschulung zur Medizinischen Fachangestellten.

 

Fördert das Arbeitsamt einem Altenpfleger die Weiterbildung zur Bürokauffrau?

Ja, denn Pflegekräfte verfügen über eine Erstausbildung, die wichtige fachliche Kenntnisse für eine Umschulung hin zu einer Verwaltungstätigkeit im Gesundheitswesen garantiert. Besonders in der Verwaltung von Pflegeheimen und Krankenhäusern finden Altenpfleger nach einer Umschulung interessante Arbeitsplätze als Bürokauffrau oder Verwaltungsfachmann. Die Umschulung zur Bürokauffrau ist für Altenpflegerinnen optimal, wenn sie zukünftig nicht mehr mit Patienten arbeiten und ihren Arbeitsschwerpunkt in eine Verwaltungstätigkeit legen möchten.

Sowohl das Jobcenter, die Arbeitsagentur und die Rentenversicherung finanzieren eine Umschulung für ehemalige Altenpfleger. Die Kosten werden vollständige vom Staat übernommen (Bildunsggutschein). Die Umschulung dauert zwei Jahre und kann betrieblich oder schulisch erfolgen. Sie erfolgt in Vollzeit und erstreckt sich auf 2 Jahre. Potentielle Arbeitgeber sind Einrichtungen des Gesundheitswesens, wie z.B. Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser.

 

Was ist der Inhalt einer Umschulung zur Kauffrau/Kaufmann im Gesundheitswesen für Altenpfleger?

Wer aus der Pflege in einen Bürojob wechseln möchte, für den ist eine Umschulung in den Beruf Kauffrau im Gesundheitswesen mit IHK-Prüfung ideal: Dieser anerkannte Ausbildungsberuf schließt eine Lücke, indem er eine wichtige Brücke zwischen Altenpflege und dem kaufmännischen Bereich der Heime und Senioreneinrichtungen baut.

In der Umschulung werden inhaltliche Themen zu Wirtschafts- und Sozialkunde, Betriebswirtschaftslehre und weitere kaufmännische Inhalte vermittelt. Auch Marketing und Personalwesen sind ein wichtiger Bestandteil. Der deutliche Unterschied liegt in der kaufmännischen Gewichtung der Ausrichtung, die dann den ehemaligen Pflegekräften kompetente Büroarbeit ermöglicht und kaum körperliche Belastung und keine Arbeit mit Patienten beinhaltet.

 

Bekommen Altenpfleger einen Berufswechsel zum Krankenpfleger / zur Krankenschwester gefördert?

Ja, der Berufe der Altenpflege ist eine ideale erste Ausbildung für eine Umschulung in die Krankenpflege. Beide Ausbildungen ähneln sich inhaltlich und bringen einen wertvollen Synergieeffekt. Für die Antragstellung bei dem für Sie zuständigen Kostenträger ist jedoch auch in dieser Konstellation darauf zu achten, dass Sie den Berufswechsel nicht widersprüchlich begründen. Gute Argumente können sein:

  • Die Arbeit als Altenpfleger in einem Heim ist regelmäßig stressiger als im Krankenhaus. Diese Aussage gilt oft nicht für Allgemeine Stationen im KH, aber in den spezialisierten Abteilungen ist der Personalschlüssel der Krankenpfleger oft besser.
  • Auch Krankenschwestern werden in Früh- und Spätschichten eingeteilt, aufgrund der oft besseren Personalsituation in Pflegeheimen ist die Arbeitsbelastung jedoch niedriger.
  • Der Pflegeberuf bringt wenig Abwechslung, da die Abläufe (Heimbewohner waschen etc.) im Berufsalltag kaum variieren und aufgrund des Zeitdrucks Pflegekräfte oft auch durch den eigenen Anspruch nicht mit sich zufrieden sind.
  • Die Arbeit im Krankenhaus ist im Vergleich inhaltlich abwechslungsreicher.  Auch die wechselnden Patienten im Krankenhaus bringen Variation in den Berufsalltag und fordern heraus: neue Krankengeschichte, Einstellen auf andere Persönlichkeiten, etc.
  • Aufgrund der sehr begrenzten Weiterbildungsmaßnahmen für Altenpfleger fehlt es an intellektueller Stimulation, die im Krankenhaus höher ist.

Kann man als Altenpfleger mit einer Weiterbildung ins Krankenhaus wechseln?

Nein, in der Regel ist es für Altenpfleger ohne weitere Qualifizierung kaum möglich eine Anstellung in einem Krankenhaus zu erlangen. Obwohl die inhaltliche Überschneidung groß ist, reicht eine einjährige Weiterbildung nebenberuflich oder in Vollzeit für den Berufswechsel nicht aus. Altenpfleger müssen eine zweijährigen Umschulung zur Krankenschwester / zum Krankenpfleger absolvieren, wobei diese jedoch sowohl in Vollzeit, als auch in Teilzeit (dann 3 bis 4 Jahre) möglich ist.

Noch mehr Informationen für Altenpfleger zur Umschulung zur Krankenschwester erhalten Sie hier.

 

 

Alternative zur Umschulung: Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten für Altenpfleger

Sie lieben trotz einiger Schwierigkeiten Ihren Beruf in der Krankenpflege oder Altenpflege? Nur weil einiges ungünstig läuft, muss man nicht gleich einen Berufswechsel forcieren. Beeinflussen Sie Ihren Berufsalltag und die Arbeit Ihrer Kollegen, indem Sie zum Aufstieg qualifizieren lassen. Besonders beliebt sind Weiterbildungen für Altenpflege zur Heimleitung, Pflegedienstleitung und als Praxisleiter. Hier für ist keine zweijährige Umschulung nötig, sondern in der Regel reicht eine berufsbegleitende Weiterbildung neben der Arbeit.

 

Wie können sich Krankenpfleger und Altenpflegerinnen zur Heimleitung/Pflegedienstleitung qualifizieren?

Möchten Pflegekräfte nicht aus dem Pflegebereich heraus und ihre Vorkenntnisse weiterhin nutzen, so bieten sich Aufstiegsmöglichkeiten an. Diese beinhalten in der Regel mehr Verantwortung, bessere Schichten und eine deutlich höhere Vergütung. Die Pflegedienstleitung ist die für die Einrichtung verantwortliche Pflegefachkraft und managt die logistischen, medizinischen und personellen Herausforderungen. Es ist möglich, eine Weiterbildung an einer Hochschule zu absolvieren, durch die die Pflegekraft den Status Heimleitung/Pflegedienstleitung erlangt:

  • “Management von Altenpflegeeinrichtung” an der Apollon Hochschule für Gesundheitswirtschaft
  • “Qualifizierung zum Heimleiter” an der EURAKA-PEB Internationale Pflegefachschule
  • “Einrichtungsleitung” an der Medicon Pflegeakademie Hannover

Die Kompetenzen, die während der Ausbildung gelehrt werden beinhalten Management, Kommunikation und Führungsqualitäten. Es geht dabei mehr um betriebswirtschaftliche und unternehmerische Aspekte, als nur um den Umgang mit den zu Pflegenden. Umfangreiches Wissen zu BWL, Recht und auch Mitarbeitermotivation werden vermittelt. Das bedeutet zwar einige Anstrengung und Zeitinvestition, dennoch zahlt sich die Weiterbildung zum Pflegedienstleiter aus. Denn das Gehalt kann sich nahezu verdoppeln. Die Kosten für die Ausbildung sind überschaubar und beinhalten zum einen eine einmalige Gebühr für die Ausbildung als solche und für die Prüfung.

 

Finanziert das Arbeitsamt für Altenpfleger die Weiterbildung zum staatlich anerkannten Praxisanleiter?

Ja, innerhalb einer Weiterbildung mit vorgeschriebenem Umfang können sich Pflegekräfte theoretisch und praktisch ausgebildet. Der Praxisanleiter verbindet Theorie und Praxis der Altenpflege und spielt eine große Rolle in der Ausbildung neuer Pflegekräfte. Er sorgt für eine gute Vorbereitung des Fachpersonals von Morgen. Nach abgeschlossener Weiterbildung steht ein Praxisanleiter mit Fachwissen und der Erfahrung den Auszubildenden unterstützend zur Verfügung.

Dabei kann er in allen gesundheitlich-medizinischen Bereichen arbeiten. Die Weiterbildung umfasst insgesamt rund 200 Stunden Theorie. Dabei werden ein umfassender Einblick in die Tätigkeitsfelder gewonnen und Wissen angeeignet, das später von großer Bedeutung ist. Die Themen reichen von Pflegewissenschaft, über pädagogische, psychologische und methodische Grundlagen bis hin zu Ethik. Es werden Hospitationen in der Praxis, absolviert sowie auch praktischen Übungen zur Personalbetreuung und -führung geprobt.

Die Kosten für die Weiterbildung trägt der Auszubildende selbst, wobei es sich hier um einen Rahmen von circa 1000-1500 €. Ebenfalls ist die Voraussetzung eine staatliche Anerkennung als Pflegefachkraft in der Altenpflege oder alternativ Kinder-, Gesundheits- und Krankenpflege.

 

 

Die Nachfrage nach staatlich anerkannten Praxisanleitern ist hoch und die Vergütung und Arbeitsbedingungen sind im Vergleich zum klassischen Altenpflegeberuf besser. Beispielsweise verdient ein Praxisanleiter bei 40 Wochenstunden bis zu 3.300 €. Dies variiert natürlich von Bundesland zu Bundesland.

 

Doch der Bedarf steigt und somit auch die Jobaussichten. Praxisanleiter werden beispielsweise in Wohnheimen, stationären Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern benötigt. Ein Jobwechsel ist also nicht immer notwendig, vielmehr sind Umschulungen und Weiterbildungen eine ideale Option für alle, die trotzdem den Pflegebereich nicht verlassen möchten.

 

 

Zusammenfassung

  • Die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und die Rentenversicherung fördern finanziell die Umschulung von examinierten Krankenpfleger und Altenpflegerinnen.
  • Bei der Wahl des Umschulungsberufs hat die Erstausbildung in der Regel in einem Zusammenhang mit dem neuen Beruf zu stehen. Für Altenpfleger ist eine Umschulung zum Erzieher, zur Krankenschwester und Krankenpfleger, sowie zur Arzthelferin ideal, da vorhandene Kompetenzen eine wichtige Grundlage darstellen. Teilweise bringen Sie Weiterbildungen genauso ans Ziel, insbesondere wenn der Wunschberuf formal geringer qualifiziert ist.
  • In die Berufe der Lebenshilfe und Sozialassistenz, sowie Erzieher ist für Altenpfleger auch ein Quereinstieg ohne Umschulung möglich. Ohne Umschulung zum Erzieher verdienen ehemalige Altenpflegerinnen jedoch deutlich weniger.
  • Wenn Sie einen Berufswechsel als Altenpfleger anstreben, dann lassen Sie sich unbedingt vor der Umschulung, Weiterbildung oder Qualifizierung zum Arbeitsamt oder der Rentenversicherung beraten, ansonsten kann die Maßnahme nicht durch einen Bildungsgutschein gefördert werden.
  • In der Regel dauern die Umschulungen zur Erzieherin, Krankenschwester oder Bürokauffrau im Gesundheitswesen zwei Jahre. In wenigen Fällen ist aufgrund der qualifizierten Vorkenntnisse bei Altenpflegern eine Verkürzung auf 18 Monate möglich. 
  • Eine Alternative zur Umschulung können Weiterbildungen sein, die Ihnen einen Aufstieg in Ihrem bisherigen Beruf ermöglichen. Auch hier können Förderungen beim Arbeitsamt beantragt werden.

 

 

 

Quellen:
https://www.lebenshelferwerden.de/raus-aus-der-pflege/
https://die-pflegebibel.de/2016/03/01/pflexit-raus-aus-der-pflegehoelle/
http://www.score-personal.de/weiterbildung-altenpflege/
https://www.lebenshelferwerden.de/raus-aus-der-pflege/
http://www.score-personal.de/weiterbildung-altenpflege/
https://die-pflegebibel.de/2016/03/01/pflexit-raus-aus-der-pflegehoelle/
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/89132/Altenpfleger-leisten-mehr-als-neuneinhalb-Millionen-Ueberstunden
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/89186/Deutsche-fordern-bessere-Bedingungen-fuer-Pflegekraefte
https://www.lebenshelferwerden.de/raus-aus-der-pflege/#10
http://www.awoakademie.de/index.php?mid=745
https://www.agsb-ggmbh.de/berufsausbildung/staatlich-anerkannte-weiterbildungen-berufsbegleitend/staatlich-anerkannter-praxisanleiter-in-der-pflege

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