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Das Berufsbild

Physiotherapeuten/ Physiotherapeutinnen helfen Patienten bei der Aufrechterhaltung, der Wiederherstellung oder der Verbesserung der Körperbeweglichkeit und anderer Körperfunktionen. Physiotherapie schließt z. B. ein Koordinations- und Muskeltraining insbesondere für Personen ein, die unfall-, krankheits- oder altersbedingt physisch eingeschränkt sind.

Physiotherapeuten erstellen individuelle Therapiepläne, die sie mit Patienten in Einzel- oder Gruppenbehandlungen umsetzen. Zu den möglichen Maßnahmen gehören beispielsweise Geräteübungen, Atemtherapien, Elektro-, Wasser- und Wärmetherapien sowie Massagen. Physiotherapeuten beraten ihre Patienten über die Wirkungsweise von Behandlungsmaßnahmen und über geeignete Hilfsmittel, motivieren sie zu eigenen Aktivitäten und zu Ausdauer und zeigen ihnen den Weg zur selbständigen Durchführung krankengymnastischer Übungen.

Physiotherapeuten arbeiten in Rehabilitations- und Vorsorgekliniken sowie in Krankenhäusern, in physiotherapeutischen und Facharztpraxen, in Altenheimen, Rehabilitationszentren sowie in Pflege- und Eingliederungseinrichtungen für behinderte Menschen, aber auch in Hotels und auf Kreuzfahrtschiffen, die über eigene Gesundheits- und Wellnessbereiche verfügen.

 

Zukunftsaussichten

Physiotherapeuten/Physiotherapeutinnen haben gute Zukunftsaussichten. Das wachsende Durchschnittsalter der Bevölkerung führt zu steigendem Bedarf nach physiotherapeutischen Leistungen. Mit zunehmender Spezialisierung der Physiotherapeuten wird es zudem zu einer Verringerung des Wettbewerbsdrucks kommen. Die wachsende Bereitschaft vieler Menschen, einen Eigenbeitrag zur Gesundheitsvorsorge zu leisten, macht Physiotherapeuten weniger abhängig von sonstigen Kostenträgern im Gesundheitswesen. Es wird von einem jährlichen Bedarfszuwachs in der Physiotherapie von etwa 5 % gerechnet.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Umschulungen/Ausbildungen zum/zur Physiotherapeuten/Physiotherapeutin an medizinischen Berufsfachschule dauern bundesweit einheitlich 3 Jahre. In Ausbildungsgängen, die gleichzeitig eine Qualifikation als Gymnastiklehrer/in vermitteln, liegt die Ausbildungsdauer bei 3 ½ bis 4 ½ Jahren. Außerdem besteht die Möglichkeit eines Bachelor-Studiums zum Physiotherapeuten. Für ausgebildete Masseure/Masseurinnen oder medizinische Bademeister/innen existieren Umschulungslehrgänge mit 1 ½-jähriger (Vollzeit) bzw. 2-jähriger Dauer (Teilzeit).

Die schulische Ausbildung zum Physiotherapeuten findet in der Berufsfachschule und in einem Krankenhaus statt. In der Berufsfachschule erwerben die Schüler Kenntnisse über den Aufbau und die Funktionsweise des menschlichen Bewegungsapparates (z. B. Muskeln, Gelenke, Skelett, Wirbelsäule, Schultergürtel, Arme, Becken und Beine), krankengymnastische Behandlungstechniken sowie deren Wirkung und Anwendung, die Erhebung, Bewertung und Dokumentation von Befunden, die Erstellung von Therapieplänen und ihre Umsetzung in geeignete Behandlungsformen, über Techniken, Wirkungen und Anwendungsfälle der Massagetherapie, Grundlagen und Anwendungen krankengymnastischer Therapien im Wasser und im Schlingengerät, die Vermittlung von Techniken der Atemtherapie, den Aufbau von Blut und Blutkreislauf und von Nerven- und Lymphsystem sowie die Funktionsweise des Zentralnervensystems.

 

Spannende Umschulungsinhalte

Außerdem wird Wissen vermittelt über die Entstehung, den Verlauf und die Diagnose von Krankheiten (z. B. die Arten der Krankheitserreger, die Ursachen von Wirbelsäulenerkrankungen, Knieverletzungen und Fußfehlhaltungen, die Formen von Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Nieren und Stoffwechselerkrankungen und die physiotherapeutischen Untersuchungsmethoden), die Analyse und Bewertung von Körperstellungen und Ausgangspositionen, die Wechselwirkungen zwischen Persönlichkeit und Bewegung, die bei der Arbeit mit kranken und behinderten Menschen zu beachtenden soziologischen, pädagogischen und psychologischen Aspekte, die Vorgehensweise bei der Anleitung zu Mobilitäts-, Entspannungs- und Entlastungsübungen, die Entwicklung von Selbstübungsprogrammen und die in der Physiotherapie notwendigen hygienischen Maßnahmen.

Während der Ausbildungsstationen im Krankenhaus erlernt der/die angehende Physiotherapeut/in die praktische Umsetzung physiotherapeutischer Diagnose- und Untersuchungstechniken sowie krankengymnastischer Behandlungs- und Massagetechniken (in chirurgischen, orthopädischen, neurologischen, pädiatrischen, psychiatrischen und gynäkologischen Abteilungen).

 

Zielgruppe der Umschulung

Physiotherapeuten/Physiotherapeutinnen müssen ein hohes Maß an Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen besitzen und sich für Sport, Biologie und den menschlichen Bewegungsapparat interessieren. Die Berufsausübung setzt körperliche Fitness voraus. Als Ausbildungsvoraussetzung wird üblicherweise die Mittlere Reife (teilweise mit mehrjähriger Berufserfahrung) verlangt, doch können auch Umschüler mit einem Hauptabschluss zur Ausbildung zugelassen werden.

 

Fördermaßnahmen

Mit einem „Bildungsgutschein“ der Arbeitsagentur kann die Ausbildung zum Physiotherapeuten finanziell gefördert werden, wenn die Umschulung der Abwendung einer bestehenden oder drohenden Arbeitslosigkeit geeignet ist. Bis zum Alter von 30 Jahren besteht bei Umschulung zum Physiotherapeuten auch die Möglichkeit einer Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAFöG). Ab dem 31. Lebensjahr kann ein sogenannter Bildungskredit beantragt werden.

 

Wie viel verdient man nach einer Umschulung zum/zur Physiotherapeuten/Physiotherapeutin?

Einkünfte während der Ausbildung

Während der Ausbildung zum/zur Physiotherapeuten/Physiotherapeutin dürfen sich Interessierte kein Gehalt erwarten. Die Ausbildung erfolgt schulisch mit klarem Fokus auf die theoretische Hintergrundausbildung. Diese Fachschulen sind grundsätzlich entweder staatlich oder privat organisiert. Sollte es sich um eine private Bildungseinrichtung handeln, fallen sogar nicht unerhebliche Kosten für die Ausbildung an. Jedenfalls sollten sich Interessierte um Fördermöglichkeiten umsehen, um die Ausbildungsjahre finanziell zu bewältigen. Möglichkeiten dafür sind beispielsweise ein Bildungskredit oder die Berufsausbildungsbeihilfe. Ein Vorteil des schulischen Systems ist aber jedenfalls, dass nicht nur Umschüler gemeinsam lernen. Auch Teilnehmer aus der ‘regulären’ sitzen hier in den Kursen, was zumindest die Qualität der Einrichtungen vereinheitlicht.

Ein duales System der Ausbildung gibt es aber dennoch: Mehrere Hochschulen bieten ein berufsbegleitendes Studium an. Hierbei fallen natürlich auch Kosten an, die aber über Förderungen teilweise ausgeglichen werden. Wer seinen aktuellen Job noch nicht aufgeben möchte, hat damit die Möglichkeit, die neue Ausbildung zu finanzieren. Vorausgesetzt ist dabei ein Entgegenkommen des Arbeitgebers bezüglich Arbeitszeiten.

Einkünfte nach Abschluss der Ausbildung

Die Tarifverträge, die für das jeweilige Bundesland geltend sind, bestimmen im Normalfall das Gehalt. Grundsätzlich halten sich öffentliche Einrichtungen an diese Vertragsvereinbarungen, weshalb es keine negativen Überraschungen beim Gehalt geben kann. In privaten Einrichtungen sieht die Sache schon etwas anders ab: Die Unternehmen orientieren sich zwar zumeist an diesen Verträgen, verhandeln aber selbstständig die Verträge, was zu Unterschieden führen kann. In der Regel wird man in privaten Einrichtungen eher etwas weniger Geld verdienen. Ein pauschales Urteil ist dabei aber nicht möglich, das Pendel kann durchaus auch zugunsten der Bewerber ausschlagen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der/die Interessierte über nützliche Zusatzqualifikationen oder Vorfelderfahrungen verfügt.

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt liegt aber bei ungefähr € 1.900 – 2.700 brutto pro Monat. Neben der eigenen Erfahrung und nützlichen Zusatzqualifikationen spielt auch der Standort eine Rolle: Während in den alten Bundesländern im Schnitt mehr gezahlt wird, müssen Personen aus den neuen Bundesländern mit Abstrichen rechnen. Über Weiterbildungen lässt sich das eigene Gehalt in weiterer Folge aufbessern. Auch die Selbstständigkeit kann das Einkommen aufbessern, natürlich gibt es darauf keine Garantie und somit kann auch das Gegenteil eintreffen.

 

Anbieter der Umschulung

Zu den Anbietern einer Umschulung zum/zur Physiotherapeuten/Physiotherapeutin gehören z. B. die DPFA Schulen in Zwickau, das Grone Lübeck – Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe in Lübeck, die bundesweit über zahlreiche Standorte verfügende DAA Deutsche Angestellten-Akademie GmbH, Hamburg, das Bildungszentrum für Soziales, Gesundheit und Wirtschaft Reichenbach, Dresden und die Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe, Itzehoe.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

In benachbarten Berufsfeldern stehen Umschulungen in Form von Fernstudienangebote zum/zur Ergotherapeut/in, Masseur/in, Sportlehrer/in, Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Heilpraktiker, Wellnessberater/in und Fitnessfachwirt/in zur Verfügung.

 

Andere Alternativen, um Physiotherapeut bzw. Physiotherapeutin zu werden

Die Ausbildung zum Ergotherapeuten bzw. zur Ergotherapeutin in Deutschland lässt sich sowohl berufsbegleitend wie durch ein Studium durchführen. Zudem besteht die Möglichkeit zum Quereinstieg.

 

Berufsbegleitende Ausbildung

Die Ausbildung zum Physiotherapeuten bzw. zur Physiotherapeutin ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Sie dauert im Voll- wie berufsbegleitenden Umfang drei Jahre, wobei sie sich in eine theoretische und praktische Ausbildung gliedert. Die theoretische Ausbildung, welche das größere Ausmaß der Ausbildung einnimmt, findet schulisch statt. Der praktische Ausbildungsteil hingegen teilt sich in Praxisphasen in der Schule sowie in einer entsprechenden Praktikumseinrichtung.

Am Ende der Ausbildung legen die Auszubildenden eine staatlich anerkannte Abschlussprüfung ab, welche aus einem mündlichen, schriftlichen sowie praktischen Teil besteht. Als Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung zum Physiotherapeuten bzw. zur Physiotherapeutin gilt eine mittlere Reife.

Die Auszubildenden erhalten während der Ausbildung keine Aufwandsentschädigung, sodass sie auf staatliche Fördermaßnahmen angewesen sind. Erfüllen die Auszubildenden die Voraussetzungen, können sie BAföG oder einen Bildungskredit beantragen. Schulgebühren fallen lediglich bei privaten Ausbildungsstätten an, wodurch die Ausbildung an öffentlichen Schulen kostenlos ist.

 

Studium

Das Studium ist eine gängige Möglichkeit, die Ausbildung zum Physiotherapeuten bzw. zur Physiotherapeutin durchzuführen. Deutschlandweit bieten zahlreiche Hochschulen passende Studiengänge an. Beim Großteil von ihnen handelt es sich um Fachhochschulen, sodass nur wenige Universitäten Zugang zu einem Studium im Fachbereich Physiotherapie ermöglichen. Interessenten können sowohl Bachelor- wie Masterstudiengänge besuchen, welche als Voll- und Teilzeit- sowie berufsbegleitendes oder duales Studium angeboten werden.

Unter anderem führen die SRH Hochschule für Gesundheit in Gera, die IB Hochschule in Berlin, die Hochschule Fresenius in Hamburg, Köln, Frankfurt und Idstein, die Universität zu Lübeck, die SRH Hochschule Heidelberg und die Hochschule Rosenheim passende Studiengänge. Studierende mit Schwerpunkt Physiotherapie können zudem ihr Studium mit anderen artverwandten Fächern kombinieren. Neben einem Studium in Ergotherapie besteht die Chance, Logopädie als ergänzendes Fach auszuwählen.

 

Quereinstieg

Da der Beruf des Physiotherapeuten bzw. der Physiotherapeutin vor allem tief gehendes Wissen bezüglich des menschlichen Körpers und seiner Beweglichkeit benötigt, können Interessenten ohne Fachausbildung ihn nicht ergreifen. Viele spezifischen Schulen in Deutschland bieten allerdings die Möglichkeit zu einer Umschulung. Die Umschulung zum Physiotherapeuten bzw. zur Physiotherapeutin dauert drei Jahre. Streben die Umschüler eine Doppelqualifikation an, verlängert sich die Ausbildungszeit etwas.

Bei einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Masseur, Turn- und Sportlehrer, Gymnastiklehrer oder medizinischer Bademeister kann die Ausbildungszeit verkürzt werden. Als Zugangsvoraussetzung für die Umschulung gilt ein mittlerer Schulabschluss oder ein erweiterter Hauptschulabschluss mitsamt abgeschlossener Berufsausbildung im Ausmaß von mindestens zwei Jahren.

Da die schulische Umschulung nicht vergütet wird, können Interessenten Fördermaßnahmen vom Arbeitsamt in Anspruch nehmen, wenn sie die vorliegenden Voraussetzungen erfüllen.

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