Verwaltungen sind zu modernen Dienstleistern geworden. © Robert Kneschke – Fotolia.com

Wer eine Umschulung aus gesundheitlichen Gründen durchführen muss, benötigt in vielen Fällen eine Arbeit in einem Büro, bei der keine körperlich belastende Arbeit anfällt. Bei vielen Arbeitsstellen in der Verwaltung trifft diese Vorgabe zu.
Daher sind Umschulungen in diesem Bereich sehr beliebt, da sie den Betroffenen ermöglichen, trotz körperlicher Einschränkungen weiterhin zu arbeiten. Eine der häufigsten Möglichkeiten in diesem Bereich ist die Umschulung zum/zur Verwaltungsfachangestellten.

 

Das Berufsbild der Verwaltungsfachangestellten

Verwaltungsfachangestellte führen viele verschiedene Tätigkeiten im Bereich der Verwaltung durch. Eine der wesentlichen Aufgaben dabei ist das Führen von Akten und die Bearbeitung von Vorgängen in der jeweiligen Behörde. Darüber hinaus müssen Sie Auskünfte erteilen, wenn ein Bürger oder eine andere Behörde diese beantragt. Außerdem müssen die Verwaltungsfachangestellten ihren Vorgesetzten bei der Entscheidungsfindung behilflich sein, indem sie diese vorbereiten und alle notwendigen Informationen bereitstellen.

Außerdem fertigen sie Bescheide an. In vielen Fällen sind sie auch für die Organisation des Büros verantwortlich. In diesem Bereich müssen sie beispielsweise die Personalplanung mit der Personalabteilung abstimmen, die Materialbeschaffung organisieren und die beschafften Materialien verwalten. Auch Aufgaben im Bereich der Haushaltsplanung zählen zu den Tätigkeiten der Verwaltungsfachangestellten. Dieser Beruf kann mit verschiedenen Schwerpunktbereichen erlernt werden.

Beispielsweise ist es möglich, die Fachrichtung Bundesverwaltung, Landesverwaltung oder Kommunalverwaltung zu wählen. Neben diesen staatlichen Bereichen gibt es auch die Fachrichtungen Kirchenverwaltung oder Handwerksverwaltung.

Die Ausbildung

Dieser Beruf ist ein nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannter Ausbildungsberuf. Die Ausbildung beträgt in der Regel drei Jahre. Die ersten zwei Jahre der Ausbildung sind für alle verschiedenen Fachbereiche gleich. Erst im dritten Ausbildungsjahr findet die Spezialisierung statt. Wenn es sich jedoch nicht um die Erstausbildung, sondern um eine Umschulung handelt, wird die Ausbildungszeit in der Regel auf zwei Jahre verkürzt. Dies liegt daran, dass die Ausbilder davon ausgehen, dass durch die Erstausbildung und die bisherige Berufserfahrung ein solides Grundwissen vorhanden ist, sodass nicht mehr alle Grundlagen der Berufsausübung vermittelt werden müssen.

 

Die Zukunftsaussichten für Verwaltungsfachangestellte

Die öffentliche Verwaltung benötigt immer Arbeitskräfte, die die anfallenden Aufgaben bewältigen. Daher besteht stets ein gewisser Grundbedarf in diesem Berufsfeld. Allerdings ist die Finanzlage in vielen Kommunen und Bundesländern im Moment nicht sehr gut. Viele Behörden versuchen die Kosten zu senken, indem sie die Zahl der Verwaltungsangestellten reduzieren. Daher werden im Moment in manchen Regionen nur wenige neue Fachkräfte eingestellt. Aus diesem Grund ist es vor dem Beginn der Umschulung unbedingt notwendig, sich beim zuständigen Arbeitsamt zu informieren, wie die Lage vor Ort aussieht.

 

Für wen ist die Umschulung geeignet?

Die Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten kann für viele Menschen interessant sein. Insbesondere wer aus gesundheitlichen Gründen zu einer Umschulung gezwungen ist, kann sich auf diesem Wege eine neue berufliche Zukunft aufbauen. Die Verwaltungsfachangestellten arbeiten überwiegend im Sitzen, weshalb diese Tätigkeit beispielsweise sehr gut geeignet ist, wenn eine Person aufgrund von Gelenkproblemen nicht mehr dazu in der Lage ist, im Stehen zu arbeiten oder schwere körperliche Arbeit zu verrichten. Der größte Teil der Verwaltungsfachangestellten verfügt über einen Realschulabschluss.

Dies ist zwar nicht zwingend notwendig, aber dennoch sind Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss sehr selten. Immer häufiger streben auch Abiturienten die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten an. Gute Kenntnisse in den Bereichen der Mathematik und der Fremdsprachen sowie eine gute Orthografie und Grammatik sollten ebenfalls vorhanden sein. Darüber hinaus ist es wünschenswert, dass die Verwaltungsfachangestellten Interesse an wirtschaftlichen und rechtlichen Themen haben, da dieser Bereich einen großen Teil der Ausbildung und der späteren Arbeit ausmachen wird.

 

Die Förderungsmöglichkeiten für die Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten

Die Möglichkeiten für die Förderung in diesem Bereich sind sehr umfangreich. Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen zu einer Umschulung gezwungen sind, können Sie bei der Rentenversicherung einen Antrag stellen, wenn Sie entweder aufgrund Ihrer Krankheit eine Erwerbsminderungsrente beziehen oder wenn Sie bereits seit mindestens 15 Jahren in die Rentenversicherung einzahlen.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Förderung durch die Berufsgenossenschaft, allerdings nur dann, wenn Sie aufgrund einer Berufskrankheit oder eines Arbeitsunfalls zur Umschulung gezwungen sind. Wenn Sie aufgrund der Arbeitsmarktsituation eine Umschulung anstreben, können Sie auch eine Förderung durch das Arbeitsamt beantragen, wenn dadurch Ihre beruflichen Aussichten verbessert werden.

 

Einige Anbieter der Umschulung zum/zur Verwaltungsfachangestellten:

 

Alternative Fernstudiengänge

Alternativ zur Umschulung können Sie auch ein Fernstudium durchführen. So können Sie die Ausbildung berufsbegleitend durchführen und bleiben so finanziell unabhängig. Themenverwandte Alternativen könnten beispielsweise ein Fernstudium zum Betriebswirt, zum Buchhalter oder im Bereich des Arbeitsrechts sein. 

 

Andere Alternativen, um Verwaltungsfachangestellter bzw. Verwaltungsfachangestellte zu werden

Verwaltungsfachangestellte arbeiten in der Regel auf der Verwaltungsebene einer Behörde oder eines Amts. Zu ihren Aufgaben zählt die Bürgerberatung, die Bearbeitung von Anträgen, die Aktenführung sowie die Personalverwaltung. Der klassische Ausbildungsberuf kann durch eine Voll- und berufsbegleitende Ausbildung erlernt werden. Ebenfalls besteht die Chance zum Studium oder Quereinstieg.

 

Berufsbegleitende Ausbildung

Die Voll- und berufsbegleitende Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bzw. zur Verwaltungsfachangestellten besitzt die Möglichkeit, unterschiedliche Fachrichtungen einzuschlagen. Diese unterschieden sich aufgrund der ausbildenden Behörde, wodurch Interessenten an der Tätigkeit ausreichend Recherche bezüglich passender Ausbildungsinstitute betreiben müssen. Die Ausbildung besitzt unter anderem die Fachrichtung Bundesverwaltung, Kommunalverwaltung, Landesverwaltung, Handwerksorganisation und Industrie- und Handelskammern sowie Kirchenverwaltung.

Durchschnittlich dauert die Ausbildung drei Jahre und findet im Dualsystem statt. Zusätzlich zum Besuch der Berufsschule müssen die Auszubildenden mehrere Lehrgänge belegen. Am Ende der Ausbildung erfolgt eine staatlich anerkannte Abschlussprüfung. Die Ausbildungsinstitute können eigene Zugangsvoraussetzungen festlegen. Meist müssen die Interessenten an der Tätigkeit als Verwaltungsfachangestellter bzw. Verwaltungsangestellte einen mittleren Schulabschluss besitzen. Bei Bedarf lässt sich die Ausbildung fördern, wenn die betroffenen Personen die Maßnahmen für die Förderungen erfüllen. Die Auszubildenden erhalten zugleich eine Ausbildungsentschädigung.

 

Studium

Da keine spezifischen Studiengänge für Verwaltungsangestellte in Deutschland verfügbar sind, lässt sich der Beruf nicht durch ein Studium ergreifen. Dennoch können Interessenten artverwandte Bereiche studieren, um sich das notwendige Fachwissen für den Beruf des Verwaltungsassistenten bzw. der Verwaltungsassistenten anzueignen. Insbesondere Studiengänge mit Schwerpunkt Business Administration bieten sich für Verwaltungsfachangestellte an.

Passende Studiengänge werden unter anderem von der Fachhochschule Dresden, der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur in Berlin, der EBZ Business School in Bochum und der Hochschule Mainz angeboten. Je nach Hochschule sind die Studiengänge als Voll- und Teilzeitstudium sowie als Bachelor- und Masterstudium zugänglich.

Ebenfalls bieten sich Studiengänge mit dem Fachgebiet Public Management, Kommunalwirtschaft oder Gemeinwesenentwicklung für Verwaltungsfachangestellte.

 

Quereinstieg

Um als Alternative zum Studium oder zur Ausbildung die Tätigkeit als Verwaltungsfachangestellte bzw. Verwaltungsfachangestellter zu ergreifen, können Interessenten ebenso eine Umschulung durchführen. Die Umschulung besitzt keine spezifischen Zugangsvoraussetzungen. Dennoch sollten die Umschüler über einen mittleren Schulabschluss verfügen. Auch eine Hochschulreife kann als Voraussetzung festgelegt werden. Durchschnittlich dauert die Umschulung drei Jahre.

Können Interessenten eine Berufserfahrung als Verwaltungsfachangestellter bzw. Verwaltungsangestellte nachweisen, verkürzt sich die Umschulungszeit. Bei einer mindestens viereinhalbjährigen Berufserfahrung können die Umschüler zudem die Abschlussprüfung ohne durchgeführte Umschulung ablegen. Das theoretische Wissen, welches für den Beruf notwendig ist, erlernen die Umschüler im Zuge von Schulungsblöcken an der Berufsschule. Die Praxisphasen hingegen finden direkt in den Behörden oder anderen Verwaltungseinrichtungen statt.

Benötigen die Umschüler eine Förderung, können sie Fördermaßnahmen der Rentenversicherung, der zuständigen Berufsgenossenschaft oder des Arbeitsamtes in Anspruch nehmen. Hierzu müssen die Betroffenen die vorliegenden Voraussetzungen erfüllen.


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