Umschulung zum Fachinformatiker/zur Fachinformatikerin (2020)

Interessiert an modernen Technologien? Dann ist die Umschulung zum Fachinformatiker vielleicht etwas für Sie. © lassedesignen – Fotolia.com

In dem nach einer Umschulung ausgeübten Beruf des Fachinformatikers entwickeln und realisieren Sie an individuelle Kundenbedürfnisse angepasste Hardware- und Softwarelösungen. In der Fachrichtung Anwendungsentwicklung befassen Sie sich mit Softwareprojekten, nehmen die Analyse und Planung von IT-Systemen vor und schulen die Benutzer.

Fachinformatiker/innen mit dem Schwerpunkt Systemintegration sorgen für die Vernetzung von Software und Hardware und führen Beratungen und Benutzerschulungen durch.

 

Der Berufsalltag eines Fachinformatikers
Wie sieht der Berufsalltag eines Fachinformatikers eigentlich aus? Hier erhalten Sie einen Einblick in den durchschnittlichen Tagesablauf eines Fachinformatikers.

 

Zukunftsaussichten nach einer Umschulung zum Fachinformatiker

Fachinformatiker haben gute Berufsaussichten. Speziell für Anwendungsentwickler eröffnen sich in den Zukunftsmärkten Elektromobilität, Cloud Computing und Datensicherheit vielfältige Betätigungsmöglichkeiten. Das Tätigkeitsfeld Elektromobilität umfasst die Arbeitsbereiche Fahrzeugtechnik (Entwicklung elektromobiler Antriebskonzepte), Infrastrukturnetze (mit Informationstechnologie gesteuerte intelligente Stromnetze), Infrastrukturstationen (Sicherstellung der Energieversorgung von Fahrzeugen), Fahrzeughandel und Fahrzeugservice sowie Systemdienstleistungen (z. B. Verkehrsdatenerfassung in Echtzeit zur Sicherstellung effizienten Fahrzeugnutzung).

Cloud Computing bedeutet die Auslagerung von Prozessen und Daten auf externe Server, so dass eine bedarfsgerechte Echtzeitnutzung erfolgen kann. Gleichzeitig muss jedoch die Sicherheit der ausgelagerten Daten gewährleistet werden. Die Entwicklung sicherer Cloud-Umgebungen gehört zu den zukünftigen Aufgaben von Anwendungsentwicklern.

 

Wie lange dauert die verkürzte Umschulung zum IT-Informatiker?

Die Umschulungen werden von Berufsbildungsinstituten als 21- bis 24-monatige Ausbildungsgänge angeboten. Während die regulären Umschulungen in Vollzeit also zwei Jahre dauern, ist jedoch auch eine berufsbegleitenden Umschulung in Teilzeit möglich (Dauer drei bis vier Jahre).

 

Welche Inhalte hat die Umschulung zum Fachinformatiker?

Im ersten Jahr derUmschulung werden zunächst die Grundlagen der Informatik vermittelt bis hin zur Auswertung von Betriebsabrechnungen, der Entwurf von Datenmodellen, die Unterscheidung von Netzwerkarchitekturen und die Anwendung von Verfahren zum Datenaustausch. Der Schwerpunkt Anwendungsentwicklung umfasst im zweiten Jahr zusätzlich das Erlernen von Programmiersprachen, deren Anwendung und Einsatzgebiete, die Erweiterung von Anwendungslösungen mit Unterstützung von Applikationssprachen sowie die Anpassung und Konfigurierung von Betriebssystemen. Die Schüler/innen der Fachrichtung Systemintegration erwerben dagegen Kenntnisse über die Einpassung von Hardware und Software in vorhandene Systeme, die Inbetriebnahme zusätzlicher Hardware- und Softwarekomponenten, die Integration einer Softwarearchitektur in Netze und die Einrichtung von Benutzerdialogen und Bedienoberflächen.

Die Teilnehmer beider Fachrichtungen wird während des zweiten Umschulungsjahres die Festlegung von Schulungszielen und Schulungsmethoden vermittelt. Angehende Anwendungsentwickler erlernen zudem die kundengerechte Dokumentation erstellter Anwendungslösungen, die Durchführung softwareunterstützter Präsentationen und die Integration von Texten, Bildern und Ton in eine Präsentation. Der Ausbildungsgang Systemintegration umfasst hingegen die Steuerung von Systemen unter Berücksichtigung von Betriebsabläufen, die Analyse von Benutzerproblemen und die Präsentation von Vorschlägen zur Problemlösung.

Außerdem vertiefen künftige Anwendungsentwickler ihre Kenntnisse in einem der Fachgebiete technische Systeme, kaufmännische Systeme, Expertensysteme, Multimedia-Systeme und mathematisch-wissenschaftliche Systeme, während in der Fachrichtung Systemintegration eines der Einsatzgebiete Netzwerke, Rechenzentrum, Client-Server, Funknetze oder Festnetze als Schwerpunktfach ausgewählt wird.

Darüberhinaus wird Fachwissen über Betriebsorganisation, Geschäftsprozesse, Arbeitsmethodik, fachspezifisches Englisch, Kunden- und Marktbeziehungen sowie Controlling und Rechnungswesen erworben.

 

Zielgruppe der Umschulung zum Fachinformatiker

Für eine Umschulung zum Fachinformatiker werden neben einem qualifizierenden Schulabschluss, Mathematikkenntnisse, gute schriftliche und mündliche Sprachkenntnisse (Deutsch und Englisch), Mathematikwissen, IT-Grundkenntnisse, analytisches Denkvermögen, Flexibilität, Kommunikationsvermögen und betriebswirtschaftliches Interesse sowie häufig auch Berufserfahrungen vorausgesetzt.

 

Wie viel verdient man während einer Umschulung zum/zur Fachinformatiker/in?

Je nach Ausbildungsform variieren die Einkünfte der Lernenden. Bei herkömmlichen drei Lehrjahren verdienen Fachinformatiker/innen im Durchschnitt knapp € 1.000 im dritten Lehrjahr. Je nach Betrieb und Standort kann diese Zahl aber auch variieren. In Ostdeutschland wird in der Regel weniger bezahlt als in Westdeutschland, auch die Betriebsgröße spielt eine Rolle.

Bei Umschulungen muss zwischen betrieblichen und schulischen unterschieden werden. In Ausbildungszentren, die sich auf Umschulungen spezialisiert haben, beziehen Umschüler weiterhin ALG1 oder ALG2. Bei betrieblichen Umschulungen liegt das Gehaltsniveau ungefähr im Bereich von Lehrlingen. Wer Fachinformatiker/in werden will, hat aber auch die Möglichkeit, private Ausbildungseinrichtungen zu besuchen. Diese kosten in der Regel aber viel Geld. In solchen Fällen gehen Lernende in Betriebe und absolvieren dort ihre Praktika.

 

Wie viel Umschulungsgeld erhält man während der verkürzten Ausbildung`

Während der Umschulung bekommen Sie kein Gehalt bezahlt und müssen keine Ausbildungskosten tragen. Das Arbeitsamt zahlt Ihnen ein monatliches Umschulungsgehalt, das von unterschiedlichen Faktoren abhängt. Darüberhinaus können Sie weitere Zuschüsse beantragen. Eine Übersicht zu allen staatlichen, finanziellen Leistungen während der Weiterbildung finden Sie hier.

 

Einkünfte nach Abschluss der Umschulung

Nach dem Abschluss der Ausbildung können Fachinformatiker ein Anfangsgehalt von ungefähr € 32.000 bis 35.000 pro Jahr erwarten. Das hängt aber von verschiedenen Faktoren ab. Wer noch überhaupt keine Berufserfahrung besitzt und in einem strukturschwachen Bundesland tätig ist, kann leicht unter diese Zahlen kommen. Wer dagegen bereits Erfahrung angesammelt hat und beispielsweise in München arbeitet, kann sich über ein größeres Gehalt freuen. Im Westen Deutschlands liegt das Gehalt etwas über dem Durchschnitt im Osten. Ein ähnlicher Unterschied besteht außerdem zwischen Süden und Norden. Auch die Größe des Unternehmens spielt eine Rolle: Größere Unternehmen sind eher gewillt, bessere Löhne zu bezahlen. Und schließlich entscheidet auch der individuelle Verantwortungsbereich über den Verdienst.

Für gewöhnlich steigt mit der Berufserfahrung auch die Verantwortung. Nicht nur deshalb steigen Löhne mit den Dienstjahren an. Wer sich über Weiterbildungen zusätzliche Verdienstmöglichkeiten ausrechnet hat Glück. Fachinformatiker/innen müssen sich ohnehin aufgrund der schnellen technologischen Entwicklung ständig weiterbilden. Zusätzlich stehen jede Menge Spezialisierungsgebiete zur Auswahl, die dann bei Gehaltsverhandlungen ein Trumpf im Ärmel sind.

 

Wann finanziert die Agentur für Arbeiter oder das Jobcenter die Umschulung?

Die Kosten einer Umschulung zum Fachinformatiker/zur Fachinformatikerin können durch das Jobcenter der Arbeitsagentur übernommen werden, wenn die Umschulung als sinnvoll erscheint. Mit Ausstellung eines sogenannten Bildungsgutscheins (§ 81 Abs. 4 SGB III) bestätigt die Arbeitsagentur, alle im Zusammenhang mit der Umschulung entstehenden Aufwendungen zu übernehmen. Ein Bildungsgutschein wird jedoch nur dann ausgehändigt, wenn die Umschulung notwendig ist, um eine bestehende oder unmittelbar drohende Arbeitslosigkeit zu beenden bzw. abzuwenden und wenn außerdem kein anderes Arbeitsmarktinstrument zur Verfügung steht, um die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt herbeizuführen.

Die Arbeitsagentur setzt ferner eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens dreijährige Berufstätigkeit voraus. Der Bildungsgutschein weist das Ausbildungsziel, die Ausbildungsdauer und eine Gültigkeitsdauer von höchstens drei Monaten aus, innerhalb der der Gutschein eingelöst und die Umschulung begonnen werden muss.

 

Welche Anbieter von Umschulungen zum Fachinformatiker sind renommiert?

Es gibt in Deutschland viele anerkannte Umschulungsanbieter. Die duale zweijährige, verkürzte Ausbildung zum Fachinformatiker wird von Fachbetrieben der IT-Branche sowie in den IT-Abteilungen anderer Unternehmen angeboten. Umschulungen zum Fachinformatiker können z. B. bei der „Macromedia Akademie“ in München, Stuttgart oder Osnabrück, der „IT-Akademie Dr. Heuer GmbH“, Bochum, der „GRUNDIG AKADEMIE für Wirtschaft und Technik Gemeinnützige Stiftung e. V.“, Nürnberg, der „Bfz-Essen GmbH“, Essen und der „cbm GmbH“ in Bremen belegt werden.

 

Sinnvolle alternative Umschulungen im Fernstudium

Fernstudiengänge führen zu benachbarten Berufen wie Informatikkaufmann/-frau, IT-Systemkaufmann/-frau, Softwareentwickler/in, Web-Designer/in, Systeminformatiker/in, IT-Systemelektroniker/in und Netzwerkadministrator/in -studierbar z.B. an diesen Fernschulen:

Umschulung per Fernstudium - unsere Empfehlungen:

 

Andere Alternativen, um Fachinformatiker bzw. Fachinformatikerin zu werden

Da die Welt zunehmend elektronischer wird, werden Fachkräfte laufend in zahlreichen Bereichen benötigt. Ausgebildete Fachinformatiker können in verschiedensten Branchen eine Anstellung finden, sodass die Ausbildung zu diesem Beruf besonders begehrt ist. Besteht ein Interesse am Beruf des Fachinformatikers bzw. der Fachinformatikerin, können Interessenten neben einem Studium auch eine berufsbegleitende Ausbildung oder einen Quereinstieg durchführen.

 

Berufsbegleitende Ausbildung

Die berufsbegleitende Ausbildung ist eine gängige Methode neben dem Studium, um den Beruf des Fachinformatikers zu ergreifen. Die Ausbildung zum Fachinformatiker beinhaltet unter anderem die Themenbereiche Softwareentwicklung, Systemkonfiguration, Benutzerunterstützung, Netzwerke und kundenspezifische Softwarepflege sowie die Anpassung von Anwendungslösungen.

Im Anschluss an die Ausbildung können Fachinformatiker zahlreiche sinnvolle Weiterbildungen durchführen, um sich entweder auf einen Berufsbereich zu spezialisieren oder bestimmte Zertifikate zu erwerben. Die Ausbildung zum Fachinformatiker dauert durchschnittlich drei Jahre. Handelt es sich jedoch lediglich um eine berufsbegleitende Weiterbildung mit einem Schwerpunkt, wird die Ausbildungsdauer auf ein bis zwei Jahre verringert.

Fachinformatikerausbildungen mit einem Schwerpunkt dauern rund zwei Jahre, ermöglichen zugleich eine Berufstätigkeit. Als Zugangsvoraussetzung gilt ein mittlerer Bildungsabschluss, wodurch auch Personen ohne bisherige Berufserfahrung als Fachinformatiker arbeiten können. Besteht ein Anspruch, können Interessenten eine BAföG-Förderung für die Dauer ihrer Ausbildung in Anspruch nehmen.

 

Studium

Informatik zählt zu den beliebtesten Studienrichtungen, wodurch zahlreiche Hochschulen in Deutschland ein Informatik- bzw. Fachinformatikstudium führen. Hierbei kann es sich um ein allgemeines Studium oder ein Studium mit einem festgelegten Schwerpunkt handeln. Interessenten sollten deshalb eine ausreichende Recherche betreiben, da nicht jede Hochschule denselben Studienschwerpunkt ermöglicht. Interessenten am Schwerpunkt Anwendungsentwicklung können unter anderem das dreijährige Studium Fachinformatik an der Macromedia Akademie in Hamburg und Stuttgart besuchen. Die Akademie bietet zudem die Chance, das Studium mit dem Bachelorstudiengang Game Design and Development zu kombinieren.

Ebenfalls werden deutschlandweit duale Studiengänge im Bereich der Informatik angeboten, welche eine Tätigkeit als Fachinformatiker ermöglichen. Zu diesen zählen unter anderem der Studiengang Informatik an der Fachhochschule Münster, Scientific Programming an der Fachhochschule Aachen, Angewandte Informatik der Nordakademie in Elmshorn sowie Informatik bzw. Technische Informatik der Fachhochschule in Wedel.

 

Finden auch Quereinsteiger Jobs als Informatiker?

Möchten Interessenten ohne Ausbildung oder Studium als Fachinformatiker arbeiten, bietet sich für sie ein Quereinstieg in diesen Beruf an. Der Quereinstieg kann sowohl im Schwerpunkt Anwendungsentwicklung wie Systemintegration erfolgen.

Um einen Quereinstieg zu ermöglichen, muss dennoch häufig eine Umschulung stattfinden, falls man bisher keine oder keine ausreichende berufliche Praxis im Gebiet der Informatik bzw. Fachinformatik vorweisen kann. Die Umschulung zum Fachinformatiker dauert durchschnittlich zwei Jahre und kann bei Bedarf gefördert werden. Im Zuge der Umschulung müssen die Teilnehmer generell ein mehrmonatiges Berufspraktikum absolvieren. Am Ende der Umschulung erfolgt, gleich wie bei einer herkömmlichen Voll- und berufsbegleitenden Ausbildung, eine IHK-Abschlussprüfung mitsamt Zertifikat. Ebenfalls können Interessenten nach einer Umschulung, welche sie zum Quereinstieg als Informatiker befähigt, mehrere Weiterbildungen mit bestimmten Schwerpunkten in Anspruch nehmen.

In Ausnahmefällen werden von kleinen Unternehmen auch Autodidakten als Quereinsteiger auf dem Jobmarkt akzeptiert.

 

Update Januar 2020

Mitte des Jahres 2020 werden laut Bundesinstitut für Berufsbildung  sich einige Veränderungen im Bereich der IT-Berufe ergeben, die aufgrund des raschen Wandels in der Informatik angebracht sind. Wenn Sie sich für eine Umschulung interessieren, dann sind insbesondere diese Neuerung relevant: Der Ausbildungsberuf IT-Informatiker bekommt weitere Berufsbezeichnungen, die besondere Qualifikationen betonen. Deswegen sind in Zukunft Umschulungen möglich zum / zur:
  • Fachinformatiker/ -in mit den Fachrichtungen Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie digitale Vernetzung
  • IT-Systemelektroniker/-in
  • Kaufmann/Kauffrau für Digitalisierungsmanagement
  • Kaufmann/Kauffrau für IT-Systemmanagement

 

Zusammenfassung

  • Fachinformatiker sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt sehr gefragt und erzielen nach Abschluss der Umschulung ein sehr gutes Einkommen.
  • Die Umschulung dauert in der Regel zwei Jahre (Vollzeit) und drei bis vier Jahre in Teilzeit. Diese verkürzte Ausbildung ist auch berufsbegleitend nebenbei möglich.
  • Wer sich mittels einer Umschulung beruflich umorientieren möchte, muss zur Finanzierung bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter einen Bildungsgutschein beantragen. Bei gesundheitlichen Problemen ist eine Förderung des zweiten Ausbildung durch die Deutsche Rentenversicherung möglich.
  • Während der Umschulung beziehen Sie ein Umschulungsgehalt, dass sich an den Sätzen von ALG I orientiert. Weitere Zuschüsse können beantragt werden.
  • Der Umschulungsberuf Fachinformatiker wird sich zukünftig immer weiter spezialisieren, was Ihnen die Möglichkeit gibt, in einer Nische sich optimal zu profilieren und zu qualifizieren.
  • Der Quereinstieg in die IT-Branche ist mit guten Informatik-Kenntnissen möglich, stellt aber die Ausnahme dar. Arbeitgeber erwarten in aller Regel eine formale Ausbildung für eine Festanstellung.
  • Wer besonders flexibel neben dem Beruf in die Informatik eintauchen möchte, kann dies auch durch ein Fernstudium neben dem Beruf erreichen.

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