Umschulung zum Tierarzthelfer / zur Tierarzthelferin

Der perfekte Beruf für alle Tierliebhaber.... © Nick Freund - Fotolia.com

Der perfekte Beruf für alle Tierliebhaber….
© Nick Freund – Fotolia.com

Das Berufsbild der tiermedizinischen Fachangestellten

Tierarzthelfer/-innen sind die Sprechstundenhilfen in Praxen von Tierärzten und Tierkliniken. Sie betreuen die Tiere während einer Behandlung sowie davor und danach. Bei Behandlungen, chirurgischen Eingriffen und bei der Aufnahme von Röntgenbildern stehen sie dem Tierarzt bzw. der Tierärztin assistierend zur Seite.

So stellen sie z. B. die für eine Behandlung nötigen Instrumente bereit, desinfizieren diese sowie die zu behandelnden Körperteile der Tiere und messen deren Körpertemperatur. Ferner sind sie für Laborarbeiten zuständig und kümmern sich um die Tiere, die sich auf der Krankenstation aufhalten. Bei der Tierversorgung achten sie auf die geeignete Verabreichung von Futter. Auch füllen sie eine beratende Tätigkeit aus, indem sie Tierhalter/-innen über wichtige Eigenschaften und Verhaltensweisen ihrer Tiere sowie Fütterungszeiten und ähnliches informieren, damit eine artgerechte Tierhaltung gewährleistet ist. Tierarzthelfer/-innen verwalten die praxisintern gelagerten Medikamente und kümmern sich um die Einhaltung der Hygienevorschriften. Bei Notfällen leisten sie Erste Hilfe. Ferner stehen sie am Empfang, nehmen die Daten der Tierhalter/-innen auf, vereinbaren Termine und verwalten die Patientenakten.

Die Arbeit als Tierarzthelfer/-in erfordert das Tragen von medizinisch geeigneter Kleidung (z. B. Kittel) und die Verwendung von Einweghandschuhen.
Die Arbeitszeit teilt sich an jedem Werktag in einen Vormittags- und einen Nachmittagsblock auf. Zwischen beiden Blöcken steht eine Pause von mehreren Stunden. Überdies sind sie zu bestimmten Zeit auf Bereitschaft, so dass sie bei Notfällen schnell zur Verfügung stehen.

 

Zukunftsaussichten

In der modernen Gesellschaft ist die Haltung von Haustieren zur Regel geworden, d. h. in vielen Haushalten lebt mindestens ein Haustier. Durch Krankheit eines Tieres, bei der Notwendigkeit von präventiven Untersuchungen oder wegen pflichtgemäßen Impfungen ist der Besuch bei einem Tierarzt bzw. einer Tierärztin eine gängige Aktivität. Auch in der Landwirtschaft benötigen einige Nutztiere die Behandlung durch Tierärzte und Tierärztinnen. Als assistierende Mitarbeiter werden Tierarzthelfer/-innen ständig gebraucht, womit die Zukunftsaussichten positiv einzustufen sind, denn der Trend, Haustiere zu halten, setzt sich immer weiter fort. Und je mehr Haustiere in einer Gesellschaft gehalten werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Tierarztbesuches und umso mehr Tierarzthelfer/-innen werden benötigt.

Durch Weiterbildungen können Tierarzthelfer/-innen beruflich aufsteigen. Haben sie eine Hochschulzugangsberechtigung, so ist ein Studium der Tiermedizin möglich.

 

Inhalte und Dauer der Umschulung

Die Umschulung zum Tiermedizinischen Fachangestellten wird in der Regel in Form einer betrieblichen Ausbildung absolviert. Diese hat einen dualen Charakter, d. h. es gibt einen praktischen Teil, der in einer Tierarztpraxis oder einer Tierklinik verrichtet wird, und einen theoretischen Teil, der in der Berufsschule gelehrt wird.

Im praktischen Teil der Ausbildung lernen die angehenden Tierarzthelfer/-innen, wie die Tiere in der stationären Behandlung artgerecht gehalten, versorgt und gepflegt werden, wie die Daten von Tierhaltern und Tierhalterinnen aufgenommen und elektronisch verarbeitet werden und wie die Instrumente für die Behandlungen gereinigt und desinfiziert werden. Außerdem erwerben sie Kenntnisse über die Waren- und Materialwirtschaft in der Praxis. Weitere Lerninhalte sind die Betreuung von Tieren bei der Behandlung, die Untersuchung im Labor, der Umgang mit Röntgengeräten und die Beachtung des damit verbundenen Strahlenschutzes sowie die korrekte Beratung der Tierhalter/-innen. Die Umschüler/-innen lernen ferner, wie der Praxisbetrieb organisiert wird, wie die Impfstoffe und Medikamente richtig gelagert werden und wie mit Infektionen umgegangen wird.

In der Berufsschule, dem theoretischen Teil der Ausbildung, lernen die Umschüler/-innen die unterschiedlichen Haustier- und Nutztierarten, deren Eigenschaften, Verhaltensweisen und Behandlungsmöglichkeiten kennen, wie sie artgerecht zu halten sind und welche Krankheiten es gibt. Darüber hinaus erwerben sie Kenntnisse über den Empfang und die Begleitung von Patienten und Klienten, über die Praxisorganisation und Disposition sowie über die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen. Außerdem üben sie in simulierten Situationen die Teamarbeit ein.
Die Umschulungszeit beträgt drei Jahre und kann unter besonderen Umständen auf Antrag verkürzt werden.

 

Zielgruppe der Umschulung

Im Hinblick auf die schulischen Zugangsvoraussetzungen gibt es keinen geregelten Schulabschluss, der notwendig ist. Vor Umschulungsbeginn ist ein ärztliches Attest vorzulegen, das die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufes bestätigt.

Eine Umschulung ist für gelernte Veterinärmedizinisch-technische Assistenten und Assistentinnen, Medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte sowie für Tierpfleger/-innen besonders geeignet.
Personen, die nicht aus diesen Berufen kommen, sollten vor allem tierlieb sein und keine Scheu vor dem Anblick von Blut und Innereien verspüren. Sie sollten ferner eine hohe kommunikative Sicherheit bei Beratungsgesprächen sowie ein organisatorisches Talent haben.

 

Fördermaßnahmen

In der Regel handelt es sich um eine betriebliche Ausbildung, so dass eine monatliche Ausbildungsvergütung gezahlt wird. Diese beträgt im ersten Jahr ca. 500 €, im zweiten ca. 600 € und im dritten ca. 650 €. Über diese Vergütung hinaus kann ein Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) gestellt werden. Die Voraussetzungen für eine Gewährung sehen vor, dass der Umschüler bzw. die Umschülerin nicht bei den Eltern wohnt und keinen Ehepartner bzw. keine Ehepartnerin oder keinen Partner bzw. Partnerin innerhalb einer eheähnlichen Gemeinschaft habt, der bzw. die über einen festgelegten Höchstbetrag verdienen.

Es gibt aber auch rein schulische Umschulungsmöglichkeiten zum Tierarzthelfer bzw. zur Tierarzthelferin. In einer solchen werden keine Lehrgangsgebühren erhoben. Es wird aber auch keine Vergütung gezahlt. Der Umschüler bzw. die Umschülerin kann zur finanziellen Unterstützung BAföG beantragen. Die Voraussetzungen für eine Gewährung sind im Groben die, welche auch für die Gewährung von BAB gelten.

 

Anbieter der Umschulung zum Tiermedizinischen Fachangestellten

Umschulungen zum Tierarzthelfer bzw. zur Tierarzthelferin nach dem dualen Ausbildungssystem werden von Tierarztpraxen und Tierkliniken angeboten. Der theoretische Unterricht findet dabei in Berufsschulen statt. Rein schulische Umschulungen werden von Berufsfachschulen angeboten.

 

Alternative Umschulungen im Fernstudium

Als Alternativen können Fernlehrgänge zur Medizinischen Schreibkraft bei der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) und beim Institut für Lernsysteme (ILS) absolviert werden. Auch Fernstudiengänge zum Tierheilpraktiker werden mittlerweile schon angeboten.